Kein Thema wird in der Religionsliteratur so selten und knapp bearbeitet wie das Wirken des heiligen Geistes bzw. dessen Definierung.
Aus diesem Anlass habe ich mich entschieden, als Thema für meine Hausarbeit das Wirken des heiligen Geistes in der calvinistischen Theologie einmal näher zu untersuchen, um zumindest in diesem kleinen Abschnitt der 2000-jährigen Kirchengeschichte etwas Licht in die Dunkelheit zu bringen.
Zu diesem Zwecke werde ich an ausgesuchten Beispielen erörtern, wie die Wirkung des heiligen Geistes in der Theologie Calvins sich verhalten hat und wie sie im Bezug zu anderen Bücherquellen steht.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Welche Auffassung vertritt der Autor und wie begründet er sie ?
3. Ist seine Begründung überzeugend ?
4. Stimmt er mit der Darstellungen von Neuser und Krusche überein ?
5. Schlußwort
6. Literaturverzeichnis
7. Abkürzungsverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Wirken des Heiligen Geistes in der calvinistischen Theologie, insbesondere anhand der "Institutio" von Johannes Calvin. Ziel ist es, Calvins Verständnis der geisterfüllten Kommunikation zwischen Gott und Mensch zu erörtern und seine Argumentationsweise kritisch anhand zeitgenössischer theologischer Sekundärliteratur zu reflektieren.
- Die Rolle des Heiligen Geistes als Vermittler zwischen Gott und Mensch.
- Die Bedeutung der Schriftbindung für ein seriöses Glaubensverständnis.
- Calvins Abgrenzung gegenüber den sogenannten "Schwärmern".
- Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Altem und Neuem Testament.
- Die kritische Würdigung von Calvins Argumentationsstrukturen durch Neuser und Krusche.
Auszug aus dem Buch
2. Welche Auffassung vertritt der Autor und wie begründet er sie ?
In der Institutio deutsch vertritt Johann Calvin folgende Auffassungen:
1. Im ersten Buch, Kapitel 7, Abschnitt 4 dient der heilige Geist als Zugangsmittel Gottes zu den menschlichen Herzen, damit diese Gottes Lehre überhaupt empfangen können. Als Begründung führt Calvin Jesaja 59, 21 an (“Mein Geist(. . . ) sollen von deinem Mund nicht weichen(. . . )”). Zudem sieht Calvin im Geist die glaubensstabilisierende Kraft, um Gottes Wort auf Erden unerschütterliches “Gewicht” zu verleihen(“(. . . ) Siegel und Unter Pfand zur Befestigung des Glaubens(. . . )”).
2. Im 1. Buch, Kapitel 9, Abschnitt 1 rechnet Calvin mit den sogenannten ”Schwärmern” ab, in dem er ihnen vorwirft, dass sie aufgrund der Mißachtung der Schriften Gottes Gott und den Geist auseinanderdividieren wollten. Da jedoch seines Erachtens Gott und Geist eine untrennbare Einheit bilden, verurteilt er diese Gruppierung als” der Raserei verfallen”, was in diesem Zusammenhang nichts anderes bedeutet, als daß seiner Auffassung nach diese Gruppe am wahren Glauben vorbeilebt. Als Begründung führt er 1Tim. 4, 13 an; in diesem Abschnitt wird sinngemäß “ zum Festhalten am lesen der Schrift ermahnt”. Damit macht Calvin deutlich, dass ohne Bezugnahme auf Gottes Schriften keine seriöse Religionsausübung möglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation, das in der Literatur oft vernachlässigte Thema des Heiligen Geistes bei Calvin zu untersuchen.
2. Welche Auffassung vertritt der Autor und wie begründet er sie ?: Es werden sieben zentrale Textpassagen aus Calvins Institutio analysiert, um seine Lehre vom Heiligen Geist als Vermittler und Kommunikationsmedium darzulegen.
3. Ist seine Begründung überzeugend ?: Die Argumentationsweise Calvins wird kritisch geprüft; dabei wird zwischen theologisch plausiblen Ansätzen und problematischen Auslegungen, etwa zur Substitutionstheorie, differenziert.
4. Stimmt er mit der Darstellungen von Neuser und Krusche überein ?: Der Autor stellt die Kritik von Neuser und Krusche an Calvins Arbeitsweise gegenüber und reflektiert deren Relevanz vor dem historischen Kontext der Reformationszeit.
5. Schlußwort: Ein Resümee der Arbeit, das sowohl Calvins fundierte Schriftkenntnis würdigt als auch die Schwierigkeit des Themas betont.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der herangezogenen Quellen und Sekundärliteratur.
7. Abkürzungsverzeichnis: Definition der in der Hausarbeit verwendeten Kürzel.
Schlüsselwörter
Johannes Calvin, Institutio, Heiliger Geist, Altes Testament, Neues Testament, Kommunikation, Schriftbindung, Schwärmer, Substitutionstheorie, Theologie, Glaube, Reformationszeit, Neuser, Krusche, Vermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Theologie Johann Calvins, speziell mit seiner Definition und theologischen Einordnung des Wirkens des Heiligen Geistes.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen das Verhältnis von Gott und Mensch, die Bedeutung der Bibel als Grundlage des Glaubens sowie die polemische Abgrenzung Calvins gegenüber anderen Strömungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse von Calvins Argumenten für die Notwendigkeit des Heiligen Geistes als Verbindungsmedium zwischen Gott und dem Menschen.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Der Autor führt eine textnahe Exegese ausgewählter Abschnitte der Institutio durch und gleicht diese mit der Kritik moderner Theologen ab.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Calvins Auffassungen, deren kritische Prüfung sowie einen Vergleich mit den Positionen von Neuser und Krusche.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Dokument?
Zentrale Begriffe sind Calvin, Heiliger Geist, Reformationsgeschichte, Institutio und die hermeneutische Auseinandersetzung mit biblischen Texten.
Wie bewertet der Autor Calvins Umgang mit dem Alten Testament?
Der Autor steht Calvins Polarisierung zwischen Altem und Neuem Testament kritisch gegenüber und hinterfragt insbesondere die sogenannte Substitutionstheorie.
Warum hält der Autor die Kritik von Neuser und Krusche für nur teilweise stichhaltig?
Der Autor argumentiert, dass Neuser und Krusche bei ihrer Kritik den zeithistorischen Kontext der Reformationszeit und den damaligen Stand der Kulturkritik nicht ausreichend berücksichtigt haben.
- Arbeit zitieren
- Georg Thielmann (Autor:in), 2001, Die Wirkung des Heiligen Geistes in der Theologie J. Calvins, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9960