Gottesverständnis bei Schleiermacher


Seminararbeit, 2002

14 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Inhaltliche Schwerpunkte F. Schleiermachers zum Gottesverständnis

III. Überlegungen von Karl Barth über Schleiermachers Gottesverständnis

IV. Schleiermachers „Reden über die Religion“
IV.a Fragestellung und Methoden der Reden
IV.b Der christliche Kern am Christentum

V. Schlussüberlegung

VI. Abkürzungsverzeichnis

VII. Literaturverzeichnis

VIII. Versicherung der selbständigen Erstellung

I. Vorwort

Einer der bedeutsamsten Theologen des 19. Jahrhunderts, der sich mit dem Gottesverständnis

stark beschäftigte , war Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher .

Deshalb werde ich mich in dieser Hausarbeit mit seinem Gottesverständnis[1] auseinander-

setzen.

Ein weiterer Bestandteil wird in diesem Zusammenhang die Überlegungen Karl Barths[2] zum

Gottesverständnis Schleiermachers sein.

Ziel meiner Hausarbeit soll sein, die unendlich vielen Facetten und Überlegungen Schleier-

machers in Bezug auf sein Gottesverständnis darzustellen , um so auf die Komplexität der

Thematik allein im Punkt „ Gottesverständnis“ hinzuweisen .

Zu diesem Zwecke werde ich an ausgesuchten Beispielen erörtern , welches Gottesverständ-

nis Schleiermacher hatte und wie er es gegebenenfalls begründet.

II. Inhaltliche Schwerpunkte F. Schleiermachers zum Gottesverständnis

1. Schleiermacher hebt durch eine starke Polarisierung die Nichtigkeit des Menschen

gegenüber der Vollkommenheit Gottes hervor[3]. Um die Beschränktheit des Menschen im

Vergleich zu Gott drastisch darzustellen, verwendet er das „endliche Sein“[4] ( charakteristisch

für die Konstitution des Menschen) gegenüber dem „ unendlichen Sein“[5] (charakteristisch für

die Beschaffenheit Gottes) .

Darüber hinaus übt Schleiermacher scharfe Kritik an Menschen seiner Zeit, die die Gesamt-

heit der Welt als die „Idee“ der Welt selbst und nicht als die „Idee“ Gottes verstehen.[6]

Als Beleg dafür, dass die weltliche Einheit der Verdienst Gottes sei , gibt Schleiermacher zu

bedenken, dass es auf der Welt so viele Diskrepanzen gäbe, sodass diese(nämlich die Welt)

wohl kaum für diese „Idee“ in Frage käme.

2. Für Schleiermacher ist das menschliche Selbstbewusstsein innerlich jedem Menschen

durch Gott selbst gegeben[7]. Auch das Abhängigkeitsgefühl des Menschen gegenüber Gott ist

nach seiner Auffassung in jedem Menschen vorhanden, wenngleich auch in unterschiedlicher

Ausprägung[8]. Er begründet die unterschiedliche Ausprägung des Abhängigkeitsgefühls mit

den persönlichen Eigenschaften jedes einzelnen Menschen. Dieser Gedanke wird auch in der

heutigen Zeit unter dem Stichwort“ Individualität“ verwendet.

3. Schleiermacher unterscheidet die wohl auch in seiner Zeit bereits hervorkommende

Gottlosigkeit in 03 Haupttypen. Dabei fällt besonders auf, dass er diejenigen, die gebildet sind

(und dennoch gottlos!), besonders scharf verurteilt[9] ! Die 03 Haupttypen[10] sind:

o 01.Typ:

Dieser wird von Schleiermacher als eine „rohe Gottlosigkeit“[11] bezeichnet .

Schleiermacher unterstellt dieser Gruppe, dass sie aufgrund geringer Bildung und nicht

aufgrund einer aktiven Aberkennung der Existenz Gottes gottlos sind .

Da es dieser Personengruppe an Bildung fehle, die jedoch eine Voraussetzung für ein

Gottesbewusstsein darstellen würde ,sei das Gottesbewusstein bei diesen noch nicht aus-

geprägt .

Auffallend ist, dass Schleiermacher diese Gruppe für Gott nicht verloren gibt, da ,wenn er

auf das geringe Bildungsniveau anspricht, sagen will, dass bei einer Anhebung des

selbigen ihnen Gottesbewusstsein zu teil würde(Bildung als Schlüssel zur Erkenntnis).

o 02. Typ:

Dieser wird von Schleiermacher als „vielgöttisch“[12] bezeichnet .

Schleiermacher sieht diese Form der Gottlosigkeit schwerpunktmäßig darin begründet, dass

der Mensch zum Teil dazu geneigt ist, sich Gott bildlich vorzustellen.

Daher würden Menschen dazu neigen ,Gott in leibliche Formen zu stecken zwecks besserer

Visualisierung . Schleiermacher kritisiert dies , in dem er zu bedenken gibt, dass leibliche

Formen nicht „ von Geschlecht und Erzeugung“[13] zu trennen seien , und daher die für Gott

typische Einheit als Merkmal fehle.

o 03. Typ:

Schleiermacher nennt diesen Typ „Gottesleugnung“[14]. Im Vergleich zum Typ 01 ist diese Art

der Gottlosigkeit auf hohem Bildungsniveau vorzufinden . Schleiermacher bezeichnet diese

Erscheinung als „ Krankheit der Seele“[15]. Der Mensch sieht Gott nicht, obgleich dieser

gegenwärtig ist .

4. Ein weiterer Schwerpunkt Schleiermachers ist die Funktion der Dogmatik und der

„Natürlichen Theologie[16] “ .

Die Dogmatik setzt seines Erachtens die Frömmigkeit der Menschen voraus; sie dient also

nicht der Bekehrung Unfrommer, sondern soll den Menschen das Bewusstsein der göttlichen

Nähe beibringen[17]. Ein Beweis für die Existenz Gottes ist sie nicht .

Die Funktion der „Natürlichen Theologie `` sieht Schleiermacher im Sammeln von Anhalts-

punkten für die Existenz Gottes[18].

Um der Gefahr der `` Verzettelung“ bei zu vielen Beweiskategorien entgegenzuwirken , will

er diese aus der Glaubenslehre ausschließen[19].

5. Auch sieht Schleiermacher einen direkten Zusammenhang zwischen dem Naturbe-

wusstsein und dem Bewusstsein zu Gott ; indem der Mensch nämlich willkürliche Vor-

stellungen entwickelt(z.B. gegenüber seinem individuellen Naturbewusstsein), so entwickelt

er auch gegenüber dem göttlichen Bewusstsein eine willkürlicheVorstellung[20].

6. In § 42 versucht Schleiermacher, sich an den heiklen Versuch zu machen, Gott näher

zu bestimmen . Er gibt zu bedenken, dass der Mensch in zweierlei Abhängigkeit lebt:

[...]


[1] F. Schleiermacher: Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelische Kirche im Zusammenhang dargestellt (hier: § 32 bis § 61).

[2] K. Barth: Die protestantische Theologie des 19. Jahrhunderts von 1946 (hier: Passage über Schleiermacher auf den Seiten 409 bis 424).

[3] vgl. § 36 !

[4] vgl. § 36, Zeile 10 und 11

[5] vgl. § 36, Zeile 10 und 11

[6] vgl. §36 , Zeile 9 ff.

[7] vgl. § 37, Zeile 14 f.

[8] vgl.§ 37, Zeile 19 f.

[9] vgl. §37, Zeile 30 ff.( 03. Art der Gottlosigkeit)

[10] vgl. § 37

[11] vgl. § 37, S.126,Zeile 03

[12] vgl. § 37, S.126, Zeile 9 f.

[13] vgl. §37, Seite 126, Zeile 16 f.

[14] vgl. §37, S. 126, Zeile 30 f.

[15] vgl. §37, S. 126, Zeile 34

[16] vgl. § 38 !

[17] vgl. § 38, S.128, Zeile 04 ff.

[18] vgl. §38, Zeile 24/25

[19] vgl. §38, S.128, Zeile 04 ff.(Beweisarten)

[20] vgl. § 40,S. 131, Zeile 19 ff.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Gottesverständnis bei Schleiermacher
Hochschule
Universität Siegen  (FB Theologie)
Veranstaltung
Offenes Seminar
Note
gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V9961
ISBN (eBook)
9783638165365
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gute Bewertung seitens des Dozenten. 130 KB
Schlagworte
Gottesverständnis, Schleiermacher, Offenes, Seminar
Arbeit zitieren
Georg Thielmann (Autor), 2002, Gottesverständnis bei Schleiermacher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9961

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