Athletiktraining im Jugendbereich des deutschen American Footballs. Erstellung eines Rahmentrainingsplans zur Strukturierung


Bachelorarbeit, 2019

71 Seiten, Note: 1,0


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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Relevanz der Arbeit
1.2 Zielstellung
1.3 Aufbau

2 Vorbereitende Arbeit
2.1 Allgemeine Trainingsplanung
2.2 Rahmentrainingspläne in der Praxis
2.3 Sportliche Leistungsfähigkeit
2.3.1 Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit
2.3.2 Motorische Hauptbeanspruchungsformen
2.4 Anforderungsprofil American Football
2.4.1 Allgemeines Belastungsprofil
2.4.2 Anforderungsprofil der sportlichen Leistungsfähigkeit
2.5 Entwicklung physischer Qualitäten bei Kindern und Jugendlichen
2.5.1 Altersspezifische Besonderheiten
2.5.2 Long-Term-Athlete-Development
2.5.3 Altersspezifische Trainingsempfehlungen

3 Rahmentrainingsplan

4 Abschluss
4.1 Fazit
4.2 Methodenkritik und Ausblick

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vereinfachtes Modell der Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit (aus Weineck, 2010, S. 25)

Abbildung 2: Modell der Komponenten sportlicher Leistungsfähigkeit im American Football 22 Abbildung 3: Long-term-Athlete-Development-Model-Übersicht

Abbildung 4: The Youth Physical Development Model for males (aus Lloyd & Oliver, 2012, S. 63)

Abbildung 5: Components of Athletic Motor Skill Competencies (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 53)

Abbildung 6: Empfohlene Leitlinie zur Ausführung von plyometrischem Training in Abhängigkeit zum Entwicklungsstatus (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 99)

Abbildung 7: Konzeptionelles Model zur Implementation von Krafttrainings-Programmen während den Phasen der langfristigen Athleten-Entwicklung (aus Granacher et al., 2016, S. 6)

Abbildung 8: Leitfaden zur Strukturierung eines Sprinttrainings für die verschiedenen Entwicklungsstufen der Kindheit und Jugend (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 90)

Abbildung 9: Progression des Agility-Trainings über die Entwicklung (aus Lloyd et al., 2013, S. 4)

Abbildung 10: Ausdauertraining vor der Pubertät (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 127)

Abbildung 11: Ausdauertraining während der Pubertät (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 127)

Abbildung 12: Ausdauertraining nach der Pubertät (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 128)

Abbildung 13: Rahmentrainingsplan U10 - Allgemeines

Abbildung 14: Rahmentrainingsplan U10 - Trainingsempfehlungen

Abbildung 15: Rahmentrainingsplan U13 - Allgemeines

Abbildung 16: Rahmentrainingsplan U13 - Trainingsempfehlungen

Abbildung 17: Rahmentrainingsplan U16 - Allgemeines

Abbildung 18: Rahmentrainingsplan U16 - Trainingsempfehlungen

Abbildung 19: Rahmentrainingsplan U19 - Allgemeines

Abbildung 20: Rahmentrainingsplan U19 - Trainingsempfehlungen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Besonderheiten des frühen Schulkindalters (U10)

Tabelle 2: Entwicklungsbesonderheiten des späten Schulkindalters (U13)

Tabelle 3: Entwicklungsbesonderheiten der ersten puberalen Phase (U16)

Tabelle 4: Entwicklungsbesonderheiten der zweiten puberalen Phase (U19)

Abkürzungsverzeichnis

1RM Einer-Wiederholungs-Maximum A.E. Athlete exposure

AF American Football

COD Change-of-Direction-Speed (Richtungswechselgeschwindigkeit)

DB Defensive-Back

DEB Deutscher Eishockey Bund

DHB Deutscher Handball Bund

DL Defensive Lineman

FMS Fundamental Movement Skills

HIIT High-Intensity-Interval-Training

KB Kettlebell

KH Kurzhantel

KZA Kurzzeit-Ausdauer

LB Linebacker

LH Langhantel

LTAD Long-Term-Athlete-Development

LZA Langzeit-Ausdauer

MZA Mittelzeit-Ausdauer

NCAA National Collegiate Athletic Association

NFL National Football League

OL Offensive Lineman

PHV Peak-Height-Velocity

PNF propriozeptive neuromuskuläre Faszilitation

PWV Peak-Weight-Velocity

RAT reaktives Agility-Training

RB Runningback

RSA Repeated-Sprint-Ability

RTK Rahmentrainingskonzeption

SSG Small-Sided-Games

SSS Sport-specific Skills

TE Trainingseinheit

U10 Altersgruppe 7 bis 10 Jahre

U13 Altersgruppe 10 bis 13 Jahre U16 Altersgruppe 13 bis 16 Jahre U19 Altersgruppe 16 bis 19 Jahre Wdh. Wiederholung(en)

WR Wide-Receiver

YPD Youth-Physical-Development

ZNS Zentrales Nervensystem

1 Einleitung

1.1 Relevanz der Arbeit

American Football erfreut sich in den letzten Jahren in Europa und besonders in Deutschland einer erhöhten Aufmerksamkeit. Neben den wachsenden Mitgliederzahlen im Erwachsenenbereich fällt ebenso die steigende Zahl an Mitgliedern in den Jugendabteilungen der Vereine auf (American-Football-Verband-Deutschland [AFVD], 2019). Der Großteil der Angaben und Literatur im Bereich American Football bezieht sich jedoch auf das amerikanische Sportsystem. Die dort herausgestellten Ergebnisse und daraus abgeleiteten Empfehlungen lassen sich allerdings nicht ohne weiteres auf das deutsche Sportsystem übertragen.

Das US-amerikanische Sportsystem ist höchst selektiv. Ab dem Alter von 3 Jahren ist es Kindern in der USA möglich, aktiv an einem American-Football-Programm teilzunehmen. Bis zur JuniorHighschool (11-14 Jahre) wird durch ein Vereinssystem allen Kindern ermöglicht, American Football zu spielen. Bereits in der Highschool (14-18 Jahre) bewerben sich jedoch häufig mehrere hundert Schüler auf einen der 50 bis 70 Plätze im American-Football-Team der Schule. Hier ist der Konkurrenzkampf hoch und nur den physisch fittesten und besten Spielern wird ein Platz in der Mannschaft der Highschool angeboten. Von den aktiven Spielern der Highschool werden jährlich die besten 6,8% ausgewählt, um ihre American-Football-Karriere an einem College der ^National Collegiate Athletic Association' (NCAA) weiterzuführen (National Collegiate Athletic Association [NCAA], 2018). Der Großteil der Spieler, denen diese Möglichkeit nicht geboten wird, beendet mit dem Abgang von der Highschool die American-Football-Karriere. Nach Abschluss der College-Karriere werden wiederum nur 1,5% der aktiven NCAA-College-Athleten durch ein Auswahlverfahren (,Draft') in die ^National Football League' (NFL) erwählt (NCAA, 2018). Das US- amerikanische System ist durch die stetige Auswahl der fittesten und besten Spieler geprägt und konzentriert sich lediglich in der Highschool auf die Entwicklung junger Spieler. Aber auch hier steht eher die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Spieler im Mittelpunkt, da das zentrale Ziel der Sieg im nächsten Spiel und ein gutes Saisonergebnis ist.

Hierzu steht das deutsche System im Kontrast, welches sich durch die langfristige Förderung junger Spieler und Spielerinnen auszeichnet. Die Teilnahme am American Football kann in den meisten Vereinen mit 10 Jahren oder früher begonnen werden. Es wird jedem Kind und Jugendlichen nahezu uneingeschränkt ermöglicht, an einem American-Football-Jugendprogramm teilzunehmen. Die Teilnahme an einem Jugendprogramm kann sich somit - unabhängig von der Leistung - über mehr als 9 Jahre erstrecken. Hier ist das zentrale Ziel der Trainer, die langfristige Entwicklung junger Spieler und Spielerinnen, um die eigene Herren- und Damenmannschaft mit gut ausgebildeten American-Football-Spielern und Spielerinnen zu versorgen. Besonders im Jugendbereich steht nicht der Sieg im aktuellen Spiel oder das Ergebnis der Saison im Mittelpunkt, sondern die langfristige ganzheitliche Förderung junger Athleten und Athletinnen.

Trotz des steigenden Interesses gibt es bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen, die sich auf American Football in Deutschland beziehen. Ebenso gibt es keine zentralen Empfehlungen in Bezug auf Trainingsinhalte und -struktur durch den Verband, wie es bei anderen Sportarten in Deutschland üblich ist.

In den USA hingegen ist American Football ein zentraler Arbeitsbereich der Sportwissenschaft. Besonders in Bezug auf American Football am College und in der NFL gibt es vermehrt Untersuchungen und entsprechende Empfehlungen der Wissenschaft zu Themen wie Trainingsplanung, Verletzungsprävention sowie den Anforderungsmerkmalen des American Footballs. Aufgrund des Bezuges auf das hohe Leistungsniveau der College- und Profiliga, lassen sich jedoch nur erschwert Schlüsse für den deutschen Jugend-Football ziehen.

Die Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit junger Athleten und Athletinnen allgemein ist jedoch ein Thema in der Sportwissenschaft, dem vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet wird. Eine Vielzahl von Autoren und Autorinnen haben sich mit den Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Anatomie und Leistungsfähigkeit sowie Trainingsplanung und Trainingssteuerung beschäftigt. Es wurden bereits mehrere wissenschaftliche Modelle präsentiert, die die langfristige Entwicklung junger Athleten und Athletinnen strukturieren und begleiten können. Hierbei sind besonders das developmental Model of Sports Performance' (Coté, 1999), das ,Long-Term Athlete Development' - Modell (Balyi, 2003) sowie das ,Youth Physical Development' - Modell (Lloyd & Oliver, 2012) zu nennen.

Es ergibt sich die Notwendigkeit einer Kinder- und Jugendspezifischen Rahmentrainingskonzeption für deutschen American Football, wie sie bereits in Bezug auf andere Sportarten erstellt wurde. Dieser Rahmentrainingsplan sollte, gestützt auf aktuelle sportwissenschaftliche Erkenntnisse, die langfristige Entwicklung junger Athleten und Athletinnen im deutschen American Football strukturieren.

Athletische Fähigkeiten spielen eine zentrale Rolle im American Football. Es gibt keine Spielsportart, in der die allgemeine Vorbereitungsphase eine so große Zeitspanne einnimmt. Auf ein Jahr gerechnet, wird mehr Zeit auf die Entwicklung der athletischen Fähigkeiten im Kraftraum oder auf dem Platz verwandt als auf die Entwicklung der technischen und taktischen Fähigkeiten. Die Entwicklung der physischen Leistungsfähigkeit ist zum einen für erfolgreiche Wettkämpfe in dem durch Schnelligkeit und Kraft bestimmten Kollisionssport American Football relevant, als auch für die Prävention von Sportverletzungen.

Trotz der Wichtigkeit athletischer Fähigkeiten ist in den meisten Vereinen keine qualifizierte Person zur Durchführung des Athletiktrainings beschäftigt. Die Aufgabe der Strukturierung und Durchführung des Trainings zur Verbesserung der physischen Leistungsfähigkeit wird daher häufig von den Sport-Trainern durchgeführt, die jedoch in den seltensten Fällen über adäquates Fachwissen im Bereich Athletiktraining verfügen. Dies führt dazu, dass sich der AthletiktrainingTeil oftmals unstrukturiert an dem orientiert, was aus der Erwachsenenmannschaft oder aus College- und NFL-Teams bekannt ist. Die Relevanz für eine Struktur, die den Trainern der Jugendprogramme eine altersgerechte und sportspezifische Durchführung eines Athletiktrainings ermöglicht, wird hiermit deutlich.

1.2 Zielstellung

Ziel des deutschen American-Football-Verbandes sollte es sein, einen Rahmentrainingsplan zu erstellen, an dem sich Trainer orientieren können, um Kinder und Jugendliche altersgerecht und langfristig zu entwickeln. Ein zentraler Teil dieses Rahmentrainingsplans sollte aus Empfehlungen in Bezug auf die Strukturierung des Athletiktrainings bestehen. Die Thematik der Bachelorarbeit wird auf dieses Element eingegrenzt.

Aufgrund der physiologischen Entwicklungsunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Athleten, kann der Rahmentrainingsplan in dem Ausmaß einer Bachelorarbeit nicht der Entwicklung beider Geschlechter gerecht werden. Die Konzeption des Rahmentrainingsplans wird sich daher auf die Entwicklung der Leistungsfähigkeit männlicher Athleten konzentrieren, die den weitaus größeren Teil des deutschen Jugend-American-Footballs stellen und besonders im höheren Leistungsniveau eher vertreten sind. Aufgrund der wachsenden Zahl weiblicher Athleten im deutschen American Football, sollte sich eine zukünftige Arbeit jedoch zwingend mit der Anpassung des Rahmentrainingsplans an weibliche Athleten befassen und die spezifischen physiologischen und Entwicklungsunterschiede herausstellen sowie passende Trainingsempfehlungen für weibliche Athleten aussprechen. Aus diesem Grund wird von nun an stets die männliche Form (zum Beispiel: Spieler) verwendet, um die Spezifität der Trainingsempfehlungen für männliche Athleten zu unterstreichen.

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die bekannten wissenschaftlichen Ergebnisse zu American Football sowie zu Athletiktraining im Jugendbereich zusammenzuführen und diese auf das deutsche American-Football-System zu übertragen. Dies geschieht mit dem Ziel, einen Rahmentrainingsplan für die Strukturierung einer langfristigen und ganzheitlichen Entwicklung der für American- Football-relevanten physischen Leistungsfähigkeit zu erstellen. Dieser Rahmentrainingsplan soll angepasst an das deutsche American-Football-System die altersspezifischen Unterschiede hervorheben und entsprechende Trainingsempfehlungen in Bezug auf das Athletiktraining aussprechen.

Langfristig sollte dieser Rahmentrainingsplan zur Förderung der physischen Leistungsfähigkeit in einen Rahmentrainingsplan zur ganzheitlichen Ausbildung junger American-Football-Spieler eingegliedert werden, der auch auf die technische, taktische und psychische Entwicklung der für American Football relevanten Komponenten eingeht und diesbezüglich Empfehlungen ausspricht. Das Ergebnis dieser Arbeit kann bereits jetzt deutschen American-Football-Trainern im Jugendbereich dazu dienen, die nötigen altersspezifischen Besonderheiten und sportwissenschaftlichen Grundlagen zu verstehen und somit als Leitfaden für die Strukturierung des Trainings der physischen Leistungsfähigkeit verwendet werden. Weiterhin kann diese Arbeit auch als Unterstützung für Fitnesstrainer dienen, denen die Aufgabe der Betreuung des Krafttrainings von Jugend-American-Football-Spielern anvertraut wurde, die über sportwissenschaftliches Basiswissen verfügen, denen jedoch der nötige Einblick in die Charakteristika des deutschen American Footballs und die altersspezifischen Besonderheiten fehlen.

Die wesentlichen Ziele, die eine Implementation des Rahmentrainingsplans verfolgt, sind

1. die Verbesserung der footballspezifischen physischen Leistungsfähigkeit,
2. die Prävention von allgemeinen, football- und jugendspezifischen Verletzungen sowie
3. die langfristige Förderung der Freude an American Football und sportlicher Aktivität.

1.3 Aufbau

Zunächst werden Grundbegriffe zur Definition der sportlichen Leistungsfähigkeit erläutert und Rahmentrainingspläne anderer Sportarten vorgestellt, die als spätere Orientierungshilfe dienen können. Daraufhin wird ein kurzes Anforderungsprofil erstellt, was die verschiedenen Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit im American Football darstellt und es werden erste spezifische Trainingsempfehlungen präsentiert. Hinzu kommt eine kurze Analyse der häufigsten Sportverletzungen im American Football und im weiteren Verlauf eine Empfehlung, wie diesen altersspezifisch vorgebeugt werden kann. Anschließend werden die Besonderheiten der verschiedenen Altersklassen hervorgehoben sowie unterschiedliche Modelle präsentiert, die sich zu einer langfristigen Strukturierung des Athletiktrainings eignen. Nachdem sich für eines der Modelle entschieden wurde, wird dieses näher beschrieben und als Grundstruktur des Rahmentrainingsplans festgelegt. Als Abschluss der vorbereitenden Arbeit wird das Training der Hauptbeanspruchungsformen im Kindes- und Jugendalter untersucht und es werden daraus Trainingsempfehlungen abgeleitet.

Der vorbereitenden Arbeit schließt sich die Erstellung des Rahmentrainingsplans an. Dieser spricht für die einzelnen Altersklassen des deutschen American Footballs Empfehlungen zur Trainingsplanung, dem Training der Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit und der Prävention von Sportverletzungen aus. Zum Abschuss wird die gesamte Arbeit inhaltlich und methodisch reflektiert und es wird ein Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungs- und Untersuchungsmöglichkeiten gegeben.

2 Vorbereitende Arbeit

2.1 Allgemeine Trainingsplanung

Die Trainingsplanung in dieser Arbeit bezieht sich auf den Aufbau der Trainingsplantypen in Weinecks ^Optimales Training' (2010) der diese auf die Arbeit von Starischka (1988) zurückführt. Der gesamten Trainingsplanung liegt der Rahmentrainingsplan zu Grunde. Dieser gibt allgemeine Richtlinien zur Gestaltung des Trainingsprozesses vor. Häufig orientiert dieser sich an der Trainingskonzeption des jeweiligen Fachverbandes (Weineck, 2010). In einem Rahmentrainingsplan werden die zentralen Ziele eines Trainingsjahres sowie die Vorbereitung auf die spezifischen Jahreshöhepunkte beschrieben (Weineck, 2010). Weineck (2010) unterscheidet hierbei den Gruppentrainingsplan und den individuellen Trainingsplan. Da American Football ein Teamsport ist und ein Trainer häufig bis zu 50 Athleten gleichzeitig betreuen muss, bietet sich zur Strukturierung des Athletiktrainings hier ein Gruppentrainingsplan an. Dieser sollte den Gültigkeitsbereich sowie den Geltungszeitraum einschränken, Zielvorstellungen und Zwischenziele formulieren, Angaben zu Periodisierung, Schwerpunkten, Haupttrainingsmitteln und -methoden geben (Weineck, 2010).

In der Trainingskonzeption untersteht dem Rahmentrainingsplan der Mehrjahrestrainingsplan. Dieser gibt einen Überblick über die Strukturierung des Trainingsprozesses über mehrere Jahre (Weineck, 2010). Aufgrund der langfristigen Strukturierung des Trainings bietet sich der Mehrjahrestrainingsplan besonders dafür an, verschiedene Abschnitte im Training Kinder und Jugendlicher zu unterteilen und zueinander abzugrenzen. Im deutschen American Football ist die Unterteilung nach Alter in U10, U13, U16 und U19 bereits vorgegeben. Daher liegt eine Strukturierung des Athletiktrainings durch Mehrjahrestrainingspläne nahe, die sich auf diese Altersstufen beziehen.

Weineck (2010) unterteilt in der Trainingsplanung weiter in Jahrestrainingsplan, Makrozyklusplan (umfasst mehrere Monate), Mikrozyklusplan (Wochentrainingsplan) und Trainingseinheitenplan. Er schlägt eine Gliederung der Jahreszyklen in Vorbereitungs-, Wettkampf- und Übergangsperiode vor. Gregory (2014) unterteilt den Makrozyklus der Vorbereitungsperiode zudem weiter in eine allgemeine und eine spezifische Vorbereitungsphase. In der charakteristischen Periodisierung im American Football, lässt sich diese Unterteilung ähnlich wiederfinden. Die Vorbereitungsphase wird als ,Offseason' und ,Preseason' bezeichnet. In der 'Offseason' findet die allgemeine Vorbereitung mit einem Fokus auf die Entwicklung der physischen Leistungsfähigkeit statt. Die 'Preseason' bezeichnet die spezifische Vorbereitung auf die Saison, in der sich die Trainingsinhalte den spezifischen Anforderungen der Sportart annähern. Die Wettkampfphase wird als 'Inseason' bezeichnet, in der typischerweise die Wettkampfleistung im Mittelpunkt steht. Als 'Postseason' wird die Übergangsphase zwischen Wettkampf- und Vorbereitungsphase bezeichnet.

Auf Grund der langfristigen Orientierung wird sich die Erarbeitung des Rahmentrainingsplans auf die Strukturierung von Mehrjahresplänen konzentrieren und lediglich eine kurze Empfehlung in Bezug auf die kurzfristigere Periodisierung geben.

2.2 Rahmentrainingspläne in der Praxis

Eine Vielzahl der deutschen Sportverbände hat bereits Rahmentrainingspläne (Rahmentrainingskonzeptionen) herausgegeben, die als Orientierung für Jugendtrainer dienen. Die Rahmentrainingspläne des deutschen Eishockey Bundes (DEB) und des deutschen Handball Bundes (DHB) werden im folgenden Abschnitt beispielhaft betrachtet und zentrale Merkmale herausgestellt. Dies soll als Orientierung für die spätere Konstruktion eines American-Football-spezifi- schen Rahmentrainingsplans dienen.

Im Konzept-Langzeitspielerentwicklung des Deutschen Eishockey-Bundes (2015) werden zunächst die Altersklassen in U8, U10, U12, U14, U16 und U19 unterteilt. In der Rahmentrainingskonzeption werden anschließend allgemeine Schwerpunkte im Training der Altersklassen herausgestellt und näher beschrieben. Auch die Trainingsphilosophie und die Trainingsmethoden werden präsentiert. Der Trainingsfokus wird beschrieben und weist den verschiedenen Trainingskomponenten - in Bezug auf die Relevanz in der spezifischen Altersklasse - einen entsprechenden Trainingsanteil zu. Sowohl diese Schwerpunktsetzung als auch die anderen Inhalte des Rahmentrainingsplans werden teilweise durch physiologische und psychologische altersspezifische Besonderheiten begründet. Weiterhin werden Fähigkeiten aufgelistet, die trainiert und nach Abschluss der entsprechenden Altersklasse gemeistert werden sollten. Diese Anforderungen, werden sowohl an bestimmte technische als auch an taktische Fähigkeiten sowie an das Fachwissen der Spieler gestellt.

Auch für das 'Off-Ice' Training (später als 'Fitness und Training' bezeichnet) und für die Ernährungsverhaltensweisen werden Empfehlungen ausgesprochen. Ebenso finden psychische Komponenten wie Teamfähigkeit, Charakterentwicklung und soziale Kompetenz Einzug in den Rahmentrainingsplan (Deutscher Eishockey-Bund e.V., 2015).

Die Empfehlungen zum Athletiktraining fallen in diesem Rahmentrainingsplan sehr knapp aus. Eine genauere Strukturierung des Athletiktraining für Eishockey lässt sich bei Keferstein, Mager, Houben, Müller und Adler (2015) finden, die für das Athletiktraining in Zusammenarbeit mit dem DEB eine Trainingskonzeption erstellt haben. Diese beschriebt die Unterschiede im Athletiktraining zwischen U12, U14 und älteren Athleten genauer.

Die Rahmentrainingskonzeption des deutschen Handballbundes (DHB-RTK) (2017) beschreibt zunächst das Ziel der Aufstellung eines Rahmentrainingsplans und die Grundprinzipien eines zeitgemäßen Nachwuchskonzepts. Die Altersklassen werden aufgeteilt in U12 (Basisschulung), U14 (Grundlagenschulung), U16 (Aufbautraining I), U18 (Aufbautraining II) und U23 (Anschlusstraining). Es werden die Anteile der verschiedenen Trainingsinhalte in den verschiedenen Altersklassen sowie altersspezifische Anforderungen an Spieltagen beschrieben. Zusätzlich wird die empfohlene Taktik der einzelnen Altersklassen näher vorgestellt.

Ähnlich wie beim Rahmentrainingsplan des DEB werden im Zentrum der DHB-RTK die Besonderheiten der Altersstufen im Einzelnen näher beschrieben. Es werden Empfehlungen bezüglich der offensiven und defensiven Taktik ausgesprochen, die Struktur und Inhalte des Motorik- und Athletiktrainings vorgestellt sowie Besonderheiten der psychischen Entwicklung beschrieben (Deutscher Handball Bund [DHB], 2017).

Auch im Rahmentrainingsplan des DHB finden sich keine genauen Beschreibungen des Athletiktrainings in Bezug auf Belastungsparameter, Trainingsstruktur und -methodik.

Aus den beschriebenen Rahmentrainingsplänen können nun Inhalte abgeleitet werden, die - in Kombination mit den von Weineck (2010) empfohlenen Inhalten - die Struktur für die Konzeption des Rahmentrainingsplans vorgeben.

In dieser Arbeit werden zunächst die verschiedenen Altersklassen definiert und allgemeine sportliche Ziele formuliert, die das Training in der entsprechenden Entwicklungsperiode leiten sollen. Es folgt eine Beschreibung der biologischen, physiologischen, motorischen und psychologischen Besonderheiten der einzelnen Altersgruppen. Aus diesen Besonderheiten werden anschließend Empfehlungen für das Verhalten des (Athletik-) Trainers abgeleitet. Nachfolgend wird die Wichtigkeit der unterschiedlichen Trainingskomponenten in der entsprechenden Altersklasse untersucht. Es folgen Empfehlungen zur Periodisierung sowie zu Trainingsinhalten, - methoden und den Trainingsparametern in Bezug auf die verschiedenen Komponenten der Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit von der altersspezifischen Trainierbarkeit.

2.3 Sportliche Leistungsfähigkeit

2.3.1 Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit

Jedes Training und jede Trainingsstruktur haben das Ziel die sportliche Leistungsfähigkeit zu verbessern. Ein Verständnis der sportlichen Leistungsfähigkeit gibt eine Orientierung sowohl für die Anforderungsanalyse des American Footballs als auch für die Erstellung des Rahmentrainingsplans. Die sportliche Leistungsfähigkeit beschreibt die sportmotorische Leistung in einer spezifischen Sportart. Sie setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Komponenten zusammen, deren ganzheitliche Entwicklung komplexes Trainieren notwendig macht, um die Leistungsfähigkeit in der Zielsportart zu optimieren (Weineck, 2010). Die verschiedenen Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit umfassen die 'Technik' (unterteilt in 'Koordinative Fähigkeiten' und 'Bewegungsfertigkeiten'), 'Taktisch-kognitive Fähigkeiten', 'Soziale Fähigkeiten', 'Psychische Fähigkeiten', 'veranlagungsbedingte, konstitutionelle und gesundheitliche Faktoren', sowie die Komponente 'Kondition', die wiederum die 'Kraft', 'Schnelligkeit', 'Ausdauer' und 'Flexibilität' umfasst. Diese haben sowohl Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit als auch auf die jeweils anderen genannten Komponenten. Die Komponenten und die Verbindung untereinander werden in Abbildung 1 dargestellt (Weineck, 2010).

Technik wird definiert als die Fähigkeit „eine bestimmte Bewegungsaufgabe auf möglichst zweckmäßige und ökonomische Weise zu lösen" (Weineck, 2010, S. 835). Weineck (2010) unterscheidet allgemeine technische Fertigkeiten, unter die das Meistern der Basisbewegungen (wie Laufen, Springen,...) gefasst werden und die speziellen technischen Fertigkeiten, die sich auf Bewegungen beziehen, die für die Zielsportart spezifisch sind (wie ,Tackling', Blocking im American Football). Die Entwicklung der speziellen Technik obliegt dem Aufgabenbereich des Sporttrainers. Die Vermittlung allgemeiner technischer Fertigkeiten (Laufen, Springen, Richtungswechsel, ...) fallen jedoch häufig in den Aufgabenbereich des Athletiktrainings. Das Meistern dieser allgemeinen Bewegungen, wird häufig als ,allgemeine koordinative Fähigkeit' bezeichnet (Weineck, 2010) oder im Englischen als fundamental Movement Skills' (FMS). Das Meistern der sportspezifischen Bewegungen und Techniken wird in der englischen Fachliteratur als ,Sport-Specific-Skills' (SSS) bezeichnet. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden bezüglich dieser Thematik die - auch bei Lloyd und Oliver (2012, 2014) genutzten - Termini FMS und SSS verwendet.

Die Komponente Taktik definiert Weineck (2010) als „das planmäßige, auf die eigene und gegnerische Leistungsfähigkeit und die äußeren Umstände abgestellte Verhalten in einem Einzeloder Mannschaftswettkampf" (S. 891). Da die sportliche Taktik in den Aufgabenbereich des Sporttrainers fällt, wird in dieser Arbeit nicht näher auf diese Komponente der sportlichen Leistungsfähigkeit eingegangen. In einem Rahmentrainingsplan, der sich auf die ganzheitliche Strukturierung von Jugend-American-Football in Deutschland bezieht, sollte diese Komponente jedoch berücksichtigt werden.

Gleiches gilt für die Komponenten Soziale Fähigkeiten und Psychische Fähigkeiten. Zwar kann Athletik- und besonders Krafttraining einen positiven Einfluss auf die Selbstwirksamkeit, das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen haben, diese positiven Effekte stehen jedoch ebenfalls nicht im Fokus dieser Arbeit. Empfehlungen zur Entwicklung dieser Fähigkeiten bei jungen American-Football-Spielern sollten ebenfalls in einem ganzheitlichen Rahmentrainingsplan wiederzufinden sein.

Die veranlagungsbedingten, konstitutionellen und gesundheitlichen Faktoren sind für die Erstellung eines Athletiktraining-zentrierten Rahmentrainingsplan von Relevanz. Ein Verständnis der physiologischen Besonderheiten der verschiedenen Altersgruppen, der gesundheitlichen Risiken des Kinder- und Jugendalters sowie der Verletzungsrisiken im American Football sind für die Strukturierung eines altersgerechten und gesundheitsfördernden Athletiktrainings elementar. Da der Begriff ,konstitutionelle Faktoren' in der Literatur nicht klar von dem Begriff der ,veranlagungsbedingten Faktoren' getrennt ist, wird im weiteren Verlauf der Arbeit lediglich zwischen gesundheitlichen und veranlagungsbedingten Faktoren unterschieden.

Die unter Kondition gefassten Komponenten Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit, stellen - kombiniert mit den koordinativen Fähigkeiten - die motorischen Hauptbeanspruchungsformen dar (Weineck, 2010). Das Entwickeln dieser Hauptbeanspruchungsformen ist die zentrale Aufgabe des Athletiktrainings. Das langfristige Entwickeln dieser Komponenten ist ein zentrales Ziel dieses Rahmentrainingsplans.

2.3.2 Motorische Hauptbeanspruchungsformen

Zum besseren Verständnis der Hauptbeanspruchungsformen und um eine einheitliche Begriffsbestimmung sicherzustellen, werden im folgenden Abschnitt die Hauptbeanspruchungsformen kurz definiert und ihre relevanten Unterformen beschrieben. Dies geschieht einzig zur Einordnung der in dieser Arbeit folgenden Begriffe und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.1

„Unter Ausdauer wird allgemein die psycho-physische Ermüdungswiderstandsfähigkeit des Sportlers verstanden" (Weineck, 2010, S. 229). Die Ausdauerfähigkeit kann nach Art der Energiebereitstellung (aerob und anaerob), nach der Größe der arbeitenden Muskulatur (lokal und allgemein) sowie nach Länge der Belastung (KZA, MZA, LZA2 ) weiter unterteilt werden (Weineck, 2010). In Bezug auf die verschiedenen Methoden des Ausdauertrainings beschriebt Weineck (2010) die Dauermethode, die Intervallmethode sowie die Wiederholungs- und Wettkampfmethode. Eine weitere Komponente - die eine Mischung aus Ausdauer und Schnelligkeit bezeichnet - ist die ,Repeated-Sprint-Ability' (,Wiederholte-Sprint-Fähigkeit'). Dieser Fähigkeit wurde in den letzten Jahren, besonders in Bezug auf die Leistungsfähigkeit in Spielsportarten, ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit zugesprochen. Girard, Mendez-Villanueva und Bishop (2010) weisen darauf hin, dass in vielen Spielsportarten die Fähigkeit von Relevanz ist, wiederholt maximale Sprints, unterbrochen durch kurze, häufig unzureichende Pausen, über einen längeren Zeitraum (1-4 Stunden) durchführen zu können.

Die Schnelligkeit gilt seitens ihrer Definition als auch in ihrer Entwicklung als äußerst komplex. Weineck (2010) weist darauf hin, dass die Schnelligkeit als Hauptbeanspruchungsform sowohl den konditionellen als auch den koordinativen Fähigkeiten zugeordnet werden kann, da sie sowohl von konditionellen Faktoren wie Kraft und Ausdauer als auch von koordinativen Faktoren stark beeinflusst wird. Weineck (2010) definiert nach Grosser (1991) die Schnelligkeit im Sport als „... die Fähigkeit, aufgrund kognitiver Prozesse, maximaler Willenskraft und der Funktionalität des Nerv-Muskel-Systems höchstmögliche Reaktions- und Bewegungsgeschwindigkeiten unter bestimmten gegebenen Bedingungen zu erzielen" (Grosser, 1991, zitiert nach Weineck, 2010, S. 609). In Bezug auf die Bewegungsgeschwindigkeit wird in Spielsportarten häufig zwischen Beschleunigungsgeschwindigkeit und maximaler Geschwindigkeit unterschieden. Weiterhin kann auch die Richtungswechsel-Geschwindigkeit (Change-of-Direction-Speed (COD)) hinzugenommen werden. Der Reaktionsgeschwindigkeit wird die Komponente ,Agility' zugeordnet. Diese Beanspruchungsform erfuhr in den letzten Jahren ebenfalls ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit. Sheppard und Young (2006) definieren ,Agility' als „schnelle Bewegung des gesamten Körpers, die einen Geschwindigkeits- oder Richtungswechsel beinhaltet sowie als Antwort auf einen Stimulus ausgeführt wird" (S. 922).

Weineck (2010) beschreibt keine einheitliche Definition von Kraft, die alle physischen und psychischen Aspekte umfasst, da er die verschiedenen Arten der Kraft, Muskelarbeit und Muskelspannung als zu unterschiedlich ansieht, als dass sie in einem Begriff einheitlich definiert werden könnten. Weineck (2010) weist zusätzlich darauf hin, dass Kraft in einer Sportart nie als 'Reinform' auftritt, sondern stets in Kombination mit anderen Komponenten der physischen Leistungsfähigkeit. Kraft lässt sich weiterhin in Maximalkraft, Reaktivkraft, Schnellkraft und Kraftausdauer unterteilen (Weineck, 2010).

Der Terminus Flexibilität - aus dem Model der Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit genutzt wird - wird von Weineck durch den Ausdruck,Beweglichkeit' ersetzt. Diese Bezeichnung wird auch im weiteren Verlauf dieser Arbeit fortgeführt. Beweglichkeit bezeichnet „die Fähigkeit und Eigenschaft des Sportlers, Bewegungen mit großer Schwingungsweite selbst oder unter dem unterstützenden Einfluss äußerer Kräfte in einem oder in mehreren Gelenken ausführen zu können" (Weineck, 2010, S. 735). Weineck (2010) differenziert weiter in allgemeine und spezielle sowie in aktive und passive Beweglichkeit.

Mit den koordinativen Fähigkeiten wird sich dieser Rahmentrainingsplan - wie bereits erwähnt - lediglich durch die Beschreibung der allgemeinen koordinativen Fähigkeiten (FMS) im Laufe der Entwicklung befassen.

2.4 Anforderungsprofil American Football

2.4.1 Allgemeines Belastungsprofil

2.4.1.1 Allgemeiner Spielaufbau

American Football ist ein Mannschaftssport, der den Spielsportarten zugeteilt wird. Ein Team im American Football wird in eine Angriffs- (Offense) und eine Verteidigungsmannschaft (Defense) aufgeteilt.3 Die Aufgabe der Offense ist es, den Ball durch einen Lauf- oder Passspielzug in Richtung der gegnerischen Endzone zu bewegen. Die Aufgabe der Defense ist es, dies zu verhindern. Die Offense hat hierbei stets 4 Versuche, um jeweils 10 Yards (9 Meter) zu überwinden. Die Offense arbeitet sich so über das Feld, mit dem Ziel den Ball in die gegnerische Endzone zu befördern, was zu einem Punktgewinn (,Touchdown') führt. Hiernach wechselt das Angriffsrecht. Stoppt die Defense die Offense, indem sie den Ball abfängt, aufnimmt, die Offense im 4. Versuch stoppt oder zwingt, den Ball durch einen ,Punt' (Befreiungs-Schuss) abzugeben, wechselt das Angriffsrecht ebenfalls. Sowohl die Offense als auch die Defense bestehen aus 11 Spielern. Grundsätzlich sind Spieler entweder Teil der Offense oder der Defense. Dies führt dazu, dass Spieler nach einer Angriffs- oder Verteidigungsserie (,Drive') eine Pause haben, während der andere Mannschaftsteil auf dem Feld ist. Auch zwischen den einzelnen Spielzügen/Versuchen liegt eine Pause, die von der Offense und der Defense zur Taktik-Besprechung genutzt wird. Die Offense ist gezwungen innerhalb von 40 Sekunden einen neuen Spielzug zu starten. Durch Strafen, Verletzungen oder „Timeouts" können die Inter-Spielzug-Pausen verlängert werden (AFVD, 2019).

Die 11 Spieler je Mannschaftteil können in vier Offense- und drei Defense- Positionen aufgeteilt werden. Jede Positionsgruppe geht in einem Spielzug unterschiedlichen Aufgaben nach, die sich teilweise stark voneinander unterscheiden. Dies führt zu deutlich unterschiedlichen physischen Anforderungen der Positionen (Hoffman, 2008). Einer intensiven Auseinandersetzung mit den positionsspezifischen Anforderungen und den daraus resultierenden individualisierten Trainingsempfehlungen sollte in der Arbeit als Athletiktrainer nachgegangen werden. Hierfür wird unter anderem die Untersuchung von Wellman (2015) empfohlen.

2.4.1.2 Zeitliche Belastung

Ein Spiel besteht aus einer Vielzahl von Angriffs- und Verteidigungsserien. In einer Serie kommt es zu wiederholten maximal-intensiven Anstrengungen in Form von Spielzügen, die durch kurze Pausen voneinander getrennt sind (Hoffman, 2008). Die Anzahl der Serien, wie auch der Spielzüge kann in Abhängigkeit von der Leistung sowie der Spielweise der Offense und Defense stark variieren. Näherungsweise konnte ein Durchschnittswert von 14 Serien a 5 Spielzügen festgestellt werden (Hoffman, 2008). Ein Spielzug dauert im Schnitt in etwa 5,5 Sekunden. Die Länge der einzelnen Spielzüge kann jedoch von ca. 2s bis 13s reichen (Hoffman, 2008). Nach jedem Spielzug hat die Offense maximal 40 Sekunden Zeit, bis der nächste Spielzug gestartet werden muss. Wird die Zeit hinzugerechnet, die die Schiedsrichter benötigen, um den Ball freizugeben, ergibt sich im Durchschnitt eine Pause von 32,7s (Hoffman, 2008). Diese kann zusätzlich durch „Time-outs", Schiedsrichterunterbrechungen (Strafe, Verletzung, ...) oder insbesondere von speziellen Spielweisen beeinflusst werden. Bei ,Up-Tempo-Football' wird beispielsweise die Pausenzeit zwischen den Spielzügen durch die Offense bewusst verringert, um den Gegner zu ermüden. Hierbei kommt es zu signifikant niedrigeren durchschnittlichen Pausenzeiten von unter 25 Sekunden. Teilweise wird der nächste Spielzug bereits nach 10 Sekunden gestartet (Everson, 2010).

2.4.1.3 Belastungsform

Diverse Autoren konnten eine Vielzahl verschiedener Bewegungen und Anforderungen definieren, die in einem American-Football-Spiel stattfinden. Es wurde gezeigt, dass American Football die physischen Qualitäten von nahezu allen anderen Sportarten vereint. Sowohl konstitutionelle Faktoren wie Größe und Gewicht, konditionelle Fähigkeiten wie Kraft, Schnellkraft, Schnelligkeit, Agility und Ausdauer sowie auch Technik und Taktik sind von äußerster Wichtigkeit (Pincivero & Bompa, 1997).

Genauer werden die benötigten athletischen Fähigkeiten wie folgt beschrieben:

- Rapide Beschleunigungen und maximale Laufgeschwindigkeit sowie Abbremsen, Richtungswechsel und 'backpedal' (Rückwärtslaufen) (Pincivero & Bompa, 1997; Wellman, 2015)
- Kraft im Ober- und Unterkörper, Sprungkraft, Explosivkraft, Wurfkraft und allgemeine und lokale Kraftausdauer (Fullagar, McCunn & Murray, 2017; Pincivero & Bompa, 1997)
- Aerobe und anaerobe Ausdauer sowie Schnelligkeitsausdauer (Pincivero & Bompa, 1997)
- Zusätzlich: Widerstandsfähigkeit gegenüber Kontakteinwirkungen anderer Spieler (Fullagar et al., 2017)

2.4.2 Anforderungsprofil der sportlichen Leistungsfähigkeit

Im folgenden Abschnitt werden nun die einzelnen Bestandteile des ^Vereinfachten Modells der Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit' (Abbildung 1) in Bezug auf die Belastung im American Football beschrieben. Anschließend wird dieses American-Football-spezifische Belastungsprofil in einem angepassten Modell (Abbildung 2) überblicksartig zusammengefasst.

2.4.2.1 Koordination

Pincivero und Bompa (1997) weisen darauf hin, dass ein Spieler vor der Teilnahme an American Football gewisse grundlegende Bewegungsmuster beherrschen sollte. Hierzu zählen sie Fangen, Werfen, Rückwärtslaufen, Richtungswechsel, Blocken und ,Tackeln' (das regelgerechte Zu-Bo- den-Bringen des Gegenspielers). Ein Athletiktrainer sollte daher bei der Entwicklung der physischen Leistungsfähigkeit darauf achten, dass Kinder und Jugendliche lernen, grundlegende Bewegungsmuster auszuführen, damit anschließend sportspezifische Bewegungsmuster erlernt werden können.

2.4.2.2 Ausdauer

Die kurzen und intensiven Belastungen, wiederholt über einen längeren Zeitraum, legen eine Kombination der alaktaziden anaeroben Energiebereitstellung und der anaeroben Glykolyse nahe (Fullagar et al., 2017). Weitere Autoren unterstützen diese These und gehen von einem Anteil der alaktaziden anaeroben Energiebereitstellung von 90% und einem Anteil der anaeroben Glykolyse von 10% aus (Hoffman, 2008; Pincivero & Bompa, 1997). Pincivero und Bompa (1997) weisen jedoch darauf hin, dass die alaktazide anaerobe Energiebereitstellung zwar relativ schnell (nach 55-90 Sekunden) wiederhergestellt wird, die Inter-Play-Pausen von 25-40 Sekunden hierfür jedoch meist nicht ausreichen. Anders als bisher angenommen, könnte dies auf eine stärkere Beteiligung der anaeroben Glykolyse hinweisen. Hierauf deutet auch die auf das drei- bis fünffach erhöhte Laktatkonzentration hin, die nach einem Spiel gemessen werden kann (Pincivero & Bompa, 1997). Spieltaktiken wie das bereits erwähnte ,Up-Tempo-Football' könnten eine zusätzliche Belastung auf das aerobe System ausüben (Fullagar et al., 2017).

Die Anforderungen an die Komponente Ausdauer lassen sich daher wie folgt zusammenfassen:

- American-Football-Spieler sollten sich primär der Entwicklung des anaeroben alaktazi- den Energiesystems und sekundär der Optimierung der anaeroben Glykolyse widmen.
- Weiterhin sollte jedoch ebenfalls eine grundlegende Ausdauer des aerobe Energiesystems entwickelt werden.
- Auch kann, wenn dies auf Grund einer bestimmten Spielweise notwendig scheint, eine intensivierte Entwicklung des aeroben Systems verfolgt werden.

In Bezug auf das Athletiktraining bietet sich die Verwendung der Intervall-Methode an, da die Belastung hierbei der Belastung des American Footballs ähnelt. So sollten zunächst zur Entwicklung der allgemeinen Ausdauer Intervallläufe mit kurzen Pausen und kürzeren Belastungen gewählt werden. Zur Entwicklung der spezifischen Ausdauer sollte die Methode der Repeated- Sprint-Ability verwendet werden, da diese die Belastung im American Football nahezu spiegelt. Die Belastungen sollten hierbei positionsspezifisch angepasst werden.

2.4.2.3 Schnelligkeit

Spieler führen in einem Spiel sowohl Sprints in maximalen Geschwindigkeiten durch als auch eine große Zahl an hochintensiven Beschleunigungen (Wellman, 2015). Es fällt weiterhin auf, dass alle Positionen signifikant mehr (5- bis 60-fach) hochintensive und maximale Beschleunigungen als Sprints in maximalen-Geschwindigkeiten durchführen (Wellman, 2015). Es konnte außerdem gezeigt werden, dass die Sprintgeschwindigkeiten sowie die Anzahl und die Länge der Sprints signifikant zwischen den Positionen variieren (Wellman, 2015). Es zeigte sich ein erheblicher Unterschied in der Sprintschnelligkeit zwischen hohem und niedrigem Leistungsniveau, zwischen Spielern und Ersatzspielern, sowie zwischen im NFL-Draft früh und spät ausgewählten Spielern (Hoffman, 2008). Dies weist auf die Wichtigkeit der Sprintgeschwindigkeit für die allgemeine Leistungsfähigkeit im American Football hin.

Primär ist die Beschleunigungsfähigkeit zu entwickeln. Sekundär sollte aber ebenfalls die maximale Geschwindigkeit trainiert werden, sowohl zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit als auch zur Verletzungsprävention. Es wird auch hier dazu geraten, die Verteilung von Beschleunigungstraining und dem Training der maximalen Sprintgeschwindigkeit in Abhängigkeit der spezifischen Anforderungen an die einzelnen Positionen anzupassen (Wellman, 2015).

Neben Beschleunigungen und maximalen Geschwindigkeiten konnte auch eine große Anzahl an moderaten, hoch-intensiven und maximalen Entschleunigungen festgestellt werden. Die große Zahl an Entschleunigungen weist auf eine hohe Anzahl an Richtungswechseln hin. Sowohl diese Richtungswechselgeschwindigkeit als auch die Fähigkeit zu Entschleunigen, ist in einem ganzheitlichen Athletiktraining zu berücksichtigen. Hierbei sind weiterhin die positionsspezifischen Bewegungen und Belastungsunterschiede zu beachten (Wellman, 2015). Die ausgeführten Richtungswechsel geschehen meist in Reaktion auf einen spezifischen Reiz, was das Training der zuvor definierten Agility nahelegt. Diese sollte zunächst allgemein entwickelt, anschließend jedoch auf die positionsspezifischen Unterschiede und Anforderungen angepasst und spezifisch trainiert werden.

2.4.2.4 Kraft

Eine Vielzahl an Autoren konnte bereits die Wichtigkeit von Kraft für die Leistungsfähigkeit im American Football herausstellen (Fullagar et al., 2017; Hoffman, 2008). Auf die Relevanz von Kraft weist unter anderem hin, dass ein Kraft- und Schnellkraftunterschied zwischen den verschiedenen Leistungs-Niveaus der College-Ligen festgestellt werden konnte, wie auch zwischen Spielern und Ersatzspielern sowie zwischen im NFL-Draft früh und spät ausgewählten Spielern. Dies weist darauf hin, dass Kraft und insbesondere Schnellkraft eine positive Auswirkung auf die Leistung von American-Football-Spielern haben und dementsprechend entwickelt werden müssen.

Verschiedene Autoren stellen die Schnellkraft als zentrale Form der Kraftfähigkeit für American Football heraus. Schnellkraft scheint insbesondere wichtig, um schnelle Bewegungen wie Starts, Beschleunigungen und Richtungswechsel durchzuführen (Pincivero & Bompa, 1997). Die Wichtigkeit der Schnellkraft wird auch dadurch unterstrichen, dass das Muskelglykogen nach einem Spiel hauptsächlich in den schnellzuckenden Muskelfasern verringert ist (Pincivero & Bompa, 1997). Neben der Schnellkraft sollten die Muskelgruppen ebenso über maximale Muskelkraft als auch über lokale Kraftausdauer verfügen (Pincivero & Bompa, 1997).

In Bezug auf das Krafttraining scheint ein reines Maximalkraft-Training (Powerlifting-Training) daher nicht ausreichend zu sein. Hoffman (2008) empfiehlt diesbezüglich die Einführung von Übungen des olympischen Gewichthebens und ballistischer Übungen, um die Schnellkraft bei fortgeschrittenen Athleten ausreichend zu entwickeln (Hoffman, 2008). Weitere Autoren legen zudem ein Muskelaufbautraining nahe, da eine gewisse Muskelmasse dabei helfen kann Kollisionen und Kontakteinwirkungen besser standzuhalten (Fullagar et al., 2017).

Zur optimalen Entwicklung der Kraftfähigkeit im American Football sollte daher zunächst ein grundlegendes Hypertrophie- und Maximalkrafttraining ausgeführt werden, welches die Basis für das spätere Training der Schnellkraft bildet. Die Schnellkraft ist dann bei fortgeschrittenen Athleten zu maximieren. Das Krafttraining sollte hierbei jedoch auch stets an die positionsspezifischen Anforderungen angepasst werden.

2.4.2.5 Beweglichkeit

In keiner der untersuchten Quellen wurde die Wichtigkeit der Entwicklung der Beweglichkeit für American Football hervorgehoben. Sands und McNeal (2014) und weitere Autoren (Lauersen, Bertelsen & Andersen, 2014) weisen zusätzlich darauf hin, dass die Zusammenhänge zwischen Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit sowie Beweglichkeit und einem niedrigerem Verletzungsrisiko in nicht-ästhetischen Sportarten weiterhin als ungeklärt gelten. Daher wird im weiteren Verlauf davon ausgegangen, dass eine Entwicklung der Beweglichkeit nur insoweit sichergestellt werden muss, dass die Bewegungen der Sportart und des Athletiktrainings ohne Probleme durchgeführt werden können. Eine Entwicklung der Beweglichkeit über dieses optimale Niveau hinaus scheint nicht notwendig zu sein.

2.4.2.6 Veranlagungsbedingte und gesundheitliche Faktoren Veranlagungsbedingte Faktoren

Veranlagungsbedingte und anthropometrische Faktoren unterscheiden sich sowohl zwischen Leistungsniveau als auch zwischen den verschiedenen Positionsgruppen. Sowohl Größe als auch Gewicht ist in leistungsstärkeren im Vergleich zu leistungsschwächeren Ligen höher. Dies weist darauf hin, dass Größe und Gewicht relevante Faktoren sind, die zum Erfolg im American Football beitragen (Hoffman, 2008). Positionsspezifische Unterschiede fallen insoweit auf, dass ,Line- Spieler' (OL & DL4 ) im Vergleich zu den anderen Positionsgruppen signifikant höhere Werte in Gewicht, fettfreier Körpermasse und Körperfettanteil (KFA) zeigen (Pincivero & Bompa, 1997). Als optimaler KFA wurden folgende Werte für die verschiedenen Positionen im College-Football empfohlen:

DB: 10%, WR/RB: 12%, LB: 13%, DL: 15%, OL: 17% (Pincivero & Bompa, 1997). 4

Da diese Werte für College-Football-Athleten (17-22 Jahre) bestimmt wurden, lassen sich die angegebenen Werte nur bedingt auf den deutschen Jugendfootball übertragen. Dennoch können sie als Orientierung dienen. Diese Orientierung an einem optimalen KFA könnte insoweit von Relevanz sein, da ein hoher KFA mit niedrigen Werten in Schnelligkeit, Schnellkraft und Ausdauer in Verbindung gebracht werden konnte (Pincivero & Bompa, 1997). Auch konnte ein leichter Anstieg des Verletzungsrisikos bei erhöhtem Körpergewicht beobachtet werden (Stuart, Morrey, Smith, Aynsley, Meis & Ortiguera, 2003). Die Optimierung des KFAs sollte daher als Teilziel des Athletiktrainings definiert und angestrebt werden.

Ein besonderes Augenmerk ist hierbei auf die OL und DL zu legen. Obwohl sowohl die OL als auch die DL von einem leicht erhöhten KFA profitieren kann, sollte stets die langfristige Gesundheit des Kindes oder des Jugendlichen erste Priorität haben. Ein Körperfettanteil über 20 oder 25%, wie er im deutschen Jugendfootball häufig von Trainern propagiert wird, hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Leistung im Sport, sondern auch auf die langfristige physiologische und psychologische Gesundheit (Reilly et al. 2003; Shapses, Pop & Wang, 2017). Daher sollte der verantwortliche Athletiktrainer den KFA dieser Athleten verstärkt beobachten und Spieler unterstützen, ihrem optimalen KFA näherzukommen.

Gesundheitliche Faktoren

In Bezug auf die gesundheitlichen Faktoren ist insbesondere das Verletzungsrisiko sowie die spezifischen Verletzungen und deren Präventionsmöglichkeiten relevant. Daher werden diese im folgenden Abschnitt näher beleuchtet.

Im Jugendfootball (unter 14 Jahren) ist das allgemeine Verletzungsrisiko im Vergleich zu anderen Sportarten relativ niedrig (15 Verletzungen pro 1000 A.E.5 ) (Radelet, Lephart, Rubinstein & Myers, 2002). Allerdings liegt der Anteil der schweren Verletzungen im Jugend-American-Foot- ball deutlich höher als in anderen Sportarten. Mit 10 Jahren ist die Verletzungswahrscheinlichkeit am geringsten. Sie steigt mit dem Alter und insbesondere nach der Pubertät an (Stuart et al., 2003). Stuart et al. (2003) beschreiben die erhöhte Größe und das erhöhte Gewicht, wie auch gesteigerte Kraft, Schnelligkeit und Aggressivität als mögliche Ursachen für die Zunahme der Verletzungswahrscheinlichkeit. Vor der Pubertät kommen primär Verstauchungen und Verletzungen an Knie, Sprunggelenk, Rücken, Arm und Handgelenk vor (Stuart et al., 2003). Auch Überlastungsverletzungen sind für einen Großteil der Sportausfälle in diesem Alter verantwortlich (Jayanthi, LaBella, Fischer, Pasulka & Dugas, 2015). Die in diesem Alter geringe Prävalenz für Sehnen-, Bänder- und Muskelverletzungen wird auf eine erhöhte Beweglichkeit und niedrigere Kraftübertragung zurückgeführt (Adickes & Stuart, 2004). In der gesamten Untersuchungsgruppe trat nur eine leichte Gehirnerschütterung (,Concussion') auf (Stuart et al., 2003). Allgemein wurde das Risiko für schwerwiegende oder katastrophale Verletzungen im Jugendbereich des American Footballs als relativ gering eingestuft (Adickes & Stuart, 2004). Trotz der geringen Prävalenz von Gehirnerschütterungen sollte der Prävention dieser jedoch weiterhin eine hohe Priorität eingeräumt werden.

Nach der Pubertät und besonders im späten Jugend- und jungen Erwachsenenalter steigt das Risiko für Verletzungen signifikant auf 36 Verletzungen pro 1000 A.E. an. Im Training ist das Verletzungsrisiko geringer. Es kommt zu 3-10 Verletzungen pro 1000. A.E. abhängig von der Saisonphase und dem Jahreszeitpunkt der Trainingseinheit (Dick et al., 2007).

Die häufigsten Verletzungen bei College-Athleten sind (Dick et al., 2007):

1. Innere Band- und Sehnenverletzungen am Knie
2. Bandverletzungen am Sprunggelenk
3. Muskel- und Sehnenverletzungen am Oberschenkel
4. Gehirnerschütterungen (Concussions)
5. Schulterverletzungen

Dies sind auch die Verletzungen, die zu einem Ausfall von 10 oder mehr Tagen führten. Die Prävention dieser Verletzungen ist ein wesentliches Ziel des ganzheitlichen Athletiktrainings.

Es wird angenommen, dass Verletzungen im American Football auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sind:

Intrinsische Faktoren (Fullagar et al., 2017; Rosen, Frohm, Kottorp, Fridén & Heijne, 2017; Theisen, Malisoux, Seil & Urhausen, 2014)

- Kraftdefizite und -dysbalancen
- eingeschränkte Bewegungsfähigkeiten
- vorherige Verletzungen
- ein hoher oder niedriger BMI
- niedrige kardiorespiratorische Ausdauer
- niedrige neuromuskuläre Kontrolle
- physische Ermüdung
- unzureichender Schlaf (<8h)
- fehlerhafte Ernährung

Externe Faktoren (Fullagar et al., 2017; Mann, Bryant, Johnstone, Ivey & Sayers, 2016):

- Qualität des Feldes
- Reisen
- Wechsel der Zeitzonen
- Saisonzeitpunkt
- Position
- Trainingsbelastung
- Temperatur und Höhe
- Schulstress

Besonders den intrinsischen Faktoren kann durch ein adäquates Athletiktraining und entsprechende Lebensstilempfehlungen entgegengewirkt werden.

Für eine intensivere Auseinandersetzung mit der Thematik ^Verletzungen im American Football' wird an dieser Stelle auf die tiefgreifenden Analysen und auf die einschlägige Literatur von Adi- ckes et al. (2004), Broglio et al. (2014), Dick et al. (2007) und Stuart et al. (2003) verwiesen.

2.4.2.7 Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit

In Abbildung 2 sind die Anforderungen an die sportliche Leistungsfähigkeit im American Football dargestellt. Dieses Modell orientiert sich an dem ^Vereinfachten Modell der Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit' von Weineck (Abbildung 1). In Abbildung 2 werden die für das Athletiktraining relevanten Komponenten näher beschrieben. Die Komponenten ,psychische Fähigkeiten', ,Bewegungsfertigkeiten', ,Taktisch-kognitive Fähigkeiten' und ,soziale Fähigkeiten' könnten in einer zukünftigen Arbeit ergänzt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Modell der Komponenten sportlicher Leistungsfähigkeit im American Football

2.5 Entwicklung physischer Qualitäten bei Kindern und Jugendlichen

2.5.1 Altersspezifische Besonderheiten

Um die allgemeinen altersspezifischen Besonderheiten der verschiedenen Altersgruppen zu verstehen, werden im folgenden Abschnitt die zentralen Eigenschaften und altersbezogenen allgemeinen Trainingsempfehlungen in Tabellenform dargestellt, welche abschließend in den Rahmentrainingsplan integriert werden. Diese sollen als allgemeine Orientierung für eine altersgemäße Trainingsplanung dienen. Eine intensivere Auseinandersetzung mit einer größeren Bandbreite an Quellen wird empfohlen. Die Tabellen orientieren sich hauptsächlich an den von Weineck (2010) in ,Optimales Training' präsentierten Ergebnissen sowie erstellten Übersichten. Alle Stichpunkte, die nicht mit einer Quelle versehen wurden, sind aus dem entsprechenden Kapitel (S. 183-188) in Weinecks ,Optimales Training' entnommen.

Tabelle 1: Entwicklungsbesonderheiten des frühen Schulkindalters (U10)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Entwicklungsbesonderheiten des späten Schulkindalters (U13)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Entwicklungsbesonderheiten der ersten puberalen Phase (U16)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Entwicklungsbesonderheiten der zweiten puberalen Phase (U19)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit Blick auf die verschiedenen Phasen der Entwicklung fallen deutliche physische und psychische Unterschiede auf. Jeder Altersabschnitt hat seine eigenen Besonderheiten und spezifischen Anforderungen. Diese gilt es bei der Gestaltung eines altersgerechten Trainings zu beachten.

Bei einer Einteilung der Kinder und Jugendlichen in Altersgruppen ist jedoch Vorsicht geboten. Rahmentrainingspläne geben eine wichtige altersspezifische Orientierung, sollten jedoch nie die individuelle Beurteilung des jungen Athleten verdrängen. Moody, Naclerio Fernando, Green Paul und Lloyd (2014) weisen unter anderem darauf hin, dass eine stark wachsende Anzahl an Kindern unterdurchschnittliche Bewegungsfähigkeiten aufweisen. Dies lässt sich auf verschiedenste Gründe zurückführen. Eine verstärkte Inaktivität durch einen primär sitzenden Lebensstil gilt hierbei jedoch als eine der Hauptursachen. Weiterhin können Jugendliche neben ,normal-entwickelnd' auch als ,früh-entwickelnd' oder als ,spät-entwickelnd' eingestuft werden. ,Früh-entwickelnde' Kinder beginnen die Pubertät in etwa 1,5 bis 2 Jahre früher als ,spät-entwi- ckelnde Kinder' (Lloyd & Oliver, 2012). Dieser Unterschied in der Entwicklung kann sich stark auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirken. Spätreife Kinder und Jugendliche sollten daher nicht zu Trainingsinhalten gedrängt werden, für die sie physisch oder psychisch noch nicht im Stande sind. Gleichzeitig sollten frühreife Kinder und Jugendliche nicht auf die Trainingsinhalte ihrer Altersklasse beschränkt werden, sondern können auch an fortgeschrittene Übungen und Methoden herangeführt werden (Lloyd & Oliver, 2012).

Diese unterschiedlichen Ausgangsbedingungen müssen berücksichtigt werden. Kinder und Jugendliche sollten somit entsprechend ihrer Bewegungserfahrung und Bewegungskompetenz gefördert und gefordert werden. Neben der heterogenen Entwicklung Kinder und Jugendlicher sollten auch weitere Besonderheiten wie etwa der ,relative age effect' beachtet werden, um eine faire und gleichsame Förderung aller Athleten sicher zu stellen.

2.5.2 Long-Term-Athlete-Development

Die Suche nach einer optimalen Struktur zur langfristigen Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit junger Athleten und Athletinnen ist bereits länger eine zentrale Forschungsfrage in der Sportwissenschaft. Den größten Einfluss auf die Entwicklung junger Athleten hatten hierbei das 'Developmental Model of Sports Performance' von Coté (1999), das 'Long-Term Athlete Development'-Modell von Balyi und Hamilton (2004) und das ,Youth Physical Development'- Modell von Llyod und Oliver (2012) (Pichardo, Oliver, Harrison, Maulder & Lloyd, 2018). Diese Modelle werden im folgenden Abschnitt vorgestellt und es wird ein passendes Modell ausgewählt, welches als Grundstruktur für den zu erarbeitenden Rahmentrainingsplan dienen wird.

Weiterhin werden jedoch aus allen Modellen Bestandteile und Empfehlungen entnommen, die in den finalen Rahmentrainingsplan implementiert werden.

Zunächst wird das 'Developmental Model of Sports Performance' von Coté (1999) näher beschrieben. Auf Basis von Interviews mit erfolgreichen Sportfamilien konnten in diesem Modell durch Coté (1999) drei zentrale Phasen der sportlichen Entwicklung herausgestellt werden. 'The Sampling Years' ist die Phase im Alter von 6 bis 13 Jahren, in denen die Teilnahme an einer Vielzahl von Sportarten und der Spaß an Bewegung sowie die Entwicklung der Begeisterung für Sport allgemein, im Vordergrund steht.

'The Specialising Years' betrifft das Alter von 13 bis 15 Jahren, in denen die Teilnahme auf ein oder zwei Sportarten reduziert wird. Die Rolle von fokussiertem Training rückt mehr in den Mittelpunkt.

'The Investment Years' beschreibt die finale Entwicklungsperiode ab dem Alter von 15 Jahren, in denen das zentrale Ziel das Erreichen eines hohen Leistungslevels in einer spezifischen Sportart ist. In diesen Jahren liegt der Fokus auf Taktik, Wettkampf und Technikentwicklung (Coté, 1999).

Mehrere wissenschaftliche Arbeiten konnten besonders den Vorteil von 'Sampling Years' nachweisen und den Nutzen sowohl für die Optimierung der Leistungsfähigkeit als auch für die Prävention von Burnout und Überlastungsverletzungen zeigen (Pichardo et al., 2018). Weiterhin weisen unter anderem Pichardo et al. (2018) darauf hin, dass das Durchführen vieler verschiedener Sportarten dabei helfen kann, die grundlegenden Bewegungsmuster (FMS) und die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit besser zu entwickeln. Diesen Punkt unterstreichen auch viele andere Modelle zur langfristigen Entwicklung junger Athleten (Pichardo et al., 2018). Pichardo et al. (2018) kritisieren jedoch die Kategorisierung nach chronologischem Alter und das Ignorieren von individuellen Entwicklungsunterschieden bei Kindern und Jugendlichen. Auch gibt das Modell keine spezifischen Auskünfte oder Vorgaben in Bezug auf das Athletiktraining. Trotzdem kann es als Orientierung für das Verständnis der allgemeinen Trainingsziele der verschiedenen Altersklassen in Betracht gezogen werden.

Als nächstes wird das 'Long-Term-Athlete-Development' (LTAD) - Modell, welches von Balyi et al. (2003) publiziert wurde, näher betrachtet. Das LTAD-Modell strukturiert die Entwicklung von jungen Athleten entweder durch das 'early specialization model' oder das 'late specialization model' (Balyi, 2003). Als Sportspiel wird American Football in diesem Model dem 'late specialization model' zugeordnet. Dieses setzt sich aus 6 Phasen der Entwicklung zusammen, wovon sich 4 Phasen auf die Entwicklung von Athleten im Kindes- und Jugendalter beziehen und im folgenden Abschnitt näher beleuchtet werden (Balyi, 2003). Die 'FUNdamental Stage' bezeichnet das Alter von 6 bis 9 Jahren, in der die Entwicklung aller Bewegungsmuster und das Erlernen von ganzheitlichen motorischen Fähigkeiten im Mittelpunkt steht. Darauf folgt die 'Learning to Train'-Phase, in der Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren die fundamentalen Techniken der Sportart kennen lernen. Die 'Training to Train'-Phase umfasst das Alter von 12 bis 16 Jahren und die Ausbildung physischer Qualitäten bei gleichzeitiger Förderung von sportspezifischen Techniken. In seiner Präsentation fasst Balyi (2003) die Phasen 'Learning to Train' und 'Training to Train' als die wichtigsten Phasen in der Entwicklung eines jungen Athleten zusammen. Als finale Phase der Entwicklung wird die 'Training to Compete'-Phase bezeichnet, die Jugendliche zwischen 16 und 18 umfasst. Zentrales Ziel ist die fortschreitende Entwicklung der physischen Qualitäten, die Förderung individueller und positionsspezifischer Techniken sowie der sportspezifischen Leistung (Balyi, 2003). Balyi (2003) gibt im Gegensatz zu Coté (1999) genauere Anweisung zu der Entwicklung der athletischen und sportlichen Leistungsfähigkeit. Es wird im LTAD-Model von Phasen der erhöhten Anpassung (,windows of accelerated adaption') ausgegangen, welche die Qualitäten beschreiben, die nach Balyi (2003) in spezifischen Altersstufen besser entwickelt werden können. Die Empfehlungen des LTAD-Modells werden in Abbildung 3 zusammengefasst und bei der Konzeption des Rahmentrainingsplan berücksichtigt und teilweise implementiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Long-term-Athlete-Development-Model-Übersicht

Das LTAD-Model von Bayli gilt als das in der Praxis meistgenutzte Model (Pichardo et al., 2018). Verschiedene Autoren kritisieren jedoch die im LTAD-Model vorgestellten 'Windows-of-Oppor- tunity' und weisen darauf hin, dass diese nicht wissenschaftlich gefestigt sind (Pichardo et al., 2018; Williams, Oliver & Lloyd, 2014). Gleiches gilt für die im LTAD-Modell präsentierte '10.000- hour-rule'. Pichardo et al. (2018) weisen auf die größere Relevanz von später Spezialisierung und qualitativem Training im Gegensatz zu einer Anhäufung von Stunden hin. Aufgrund seiner Unterteilung in die Altersklassen, lässt sich das LTAD-Model jedoch gut auf die im deutschen American Football vorherrschenden Altersstrukturen übertragen: U10: FUNdamental Stage, U13: Learning to Train, U16: Training to Train, U19: Training to Compete. Dies ermöglicht eine Orientierung an den im LTAD-Modell vorgestellten Trainingszielen, Trainingsempfehlungen und Trainingsinhalten (Abbildung 3) für die Erstellung des Rahmentrainingsplans.

Die dritte relevante Rahmenkonzeption zur Förderung junger Athleten ist das ,Youth-Physical- Development' (YPD)-Modell, welches von Lloyd und Oliver (2012) erstellt wurde. Das YPD-Model wurde eingeführt, um einen wissenschaftlich fundierten Ansatz für langfristige Athleten-Ent- wicklung zu bieten (Pichardo et al., 2018). Es wurde sowohl für die Entwicklung der sportlichen Leistungsfähigkeit bei männlichen Athleten als auch bei weiblichen Athleten erstellt. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird sich stets auf das ,YPD-Model for males' bezogen.

Ein zentraler Unterschied im Vergleich zu anderen Modellen ist, dass (gestützt auf wissenschaftliche Untersuchungen) davon ausgegangen wird, dass die meisten Bestandteile körperlicher Leistungsfähigkeit durch die gesamte Kindheit und Jugend hindurch trainier- und optimierbar sind, wobei die Mechanismen der Adaptionen variieren können. Dies steht im Gegensatz zu den bereits kritisierten 'Windows of Opportunity' des LTAD-Modells (Williams et al., 2014).

Die klassischen Hauptbeanspruchungsformen Beweglichkeit, Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer werden im YPD-Model durch die Beanspruchungsformen Agility, 'Power' (Schnellkraft) und 'Hypertrophy' (Hypertrophie) ergänzt, um eine ganzheitliche Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit sicherzustellen. Hinzu kommen zusätzlich noch die Kategorien 'FMS' (fundamental movement skills) und 'SSS' (sport-specific skills) (Williams et al., 2014). Ein besonderer Fokus wird im YPD-Modell auf die kontinuierliche Entwicklung von Kraft und FMS gelegt (Williams et al., 2014).

Ein weiteres Merkmal des YPD-Modells liegt darin, dass sich die Trainingsempfehlungen im YPD Model an dem Entwicklungsstand des Athleten und nicht an seinem chronologischen Alter orientieren. Lloyd und Oliver (2012) empfehlen regelmäßige Messungen der Größe und des Gewichts, um die Zeitpunkte der ,Peak-Height-Velocity' (PHV) und ,Peak-Weight-Velocity' (PWV) zu bestimmen und Trainingsempfehlungen an das individuelle biologische Alter anzupassen.

Das YPD-Modell ist die bestgeeignete Grundlage für den Rahmentrainingsplan. Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich in der wissenschaftlichen Fundierung des YPD-Modells, dem Fokus auf die Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit (analog zum Fokus des Rahmentrainingsplan) sowie den Anspruch der breiten Entwicklung aller Komponenten (ebenfalls analog zum Fokus des Rahmentrainingsplans).

Einzig die Orientierung am biologischen Alter im Gegensatz zum chronologischen erweist sich als unpassend für die Strukturierung im deutschen American Football. Die Jugend-Mannschaften sind stringent nach Altersklassen organisiert und eine Aufteilung nach biologischem Alter lässt sich in den meisten Mannschaften aufgrund der Größe der Mannschaft und der vergleichsweisen geringen Zahl an (Athletik-) Trainern kaum umsetzen. Die Orientierung am biologischen Alter könnte in der Arbeit mit Einzelathleten oder bei der Arbeit von American-Football-Akade- mien/Internaten (bspw. Football-Internat in Paderborn) von Bedeutung sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: The Youth Physical Development Model for males (aus Lloyd & Oliver, 2012, S. 63)

Die in Abbildung 4 dargestellte Übersicht des YPD-Modells wird als Orientierung für die Konzeption des Rahmentrainingsplans und die Gewichtung der einzelnen Trainingsbestandteile dienen.

Diese wird in den folgenden Kapiteln durch die einzelnen Komponenten des YPD-Models und die entsprechenden Trainingsempfehlungen ergänzt.

2.5.3 Altersspezifische Trainingsempfehlungen

2.5.3.1 Periodisierung

Gregory (2014) empfiehlt eine Periodisierung als Grundlage jedes Konzeptes zur langfristigen Athleten-Entwicklung. Weiterhin weist er darauf hin, dass sich jedes Konzept immer auch an die individuellen Athleten, ihren Entwicklungsstand sowie an Stärken und Schwächen anpassen sollte. Gleichzeitig maximiert eine strukturierte Periodisierung die Entwicklung der Athleten und wirkt Monotonie und Linearität im Training entgegen (Haff G. Gregory, 2014).

Bezüglich der übergreifenden Bestandteile einer Periodisierung, wie sie in einem Rahmentrainingsplan stattfinden, wurden bereits in Kapitel 2.1 Empfehlungen ausgesprochen. Gregory (2014) empfiehlt, dass jüngere Athleten eine längere Zeit in der Phase der allgemeinen Vorbereitung verbringen sollten, um allgemeine Bewegungsmuster zu festigen und allgemeine athletische Fähigkeiten zu entwickeln. Fortgeschrittene Athleten hingegen können die Phase der allgemeinen Vorbereitung schneller durchlaufen, da sie bereits über eine gut ausgeprägte Basis verfügen und sich somit früher der spezifischen Vorbereitung widmen.

Während der Wettkampfphase ist das zentrale Ziel der Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit. Es werden in Bezug auf die Weiterentwicklung hier keine weiteren Höhepunkte gesetzt. Bei jüngeren Sportlern stehen während dieser Phase jedoch weiterhin die Entwicklung und das Sammeln von Erfahrungen im Mittelpunkt. Erst bei älteren Athleten wird der Fokus graduell vermehrt auf den Erfolg im Wettkampf gesetzt (Haff G. Gregory, 2014)

Die Länge der Übergangsperiode sollte zwischen 2 und 6 Wochen liegen. Die jungen Athleten sollen sich in dieser Zeit sowohl physisch als auch psychisch von der Wettkamp-Belastung erholen (Haff G. Gregory, 2014). Es konnte gezeigt werden, dass Athleten, die das ganze Jahr über eine Sportart betrieben, eine um 42% höhere Prävalenz an Überlastungs-Verletzungen aufwiesen, als Athleten die eine Sportart nur zu maximal drei Viertel des Jahres betrieben (DiFiori et al. 2014). Dies weist auf die Wichtigkeit einer Übergangsperiode im Kinder- und Jugendalter hin. Die Vorbereitungsperiode sollte daher zunächst mit allgemeinen Bewegungen und Belastungen beginnen, um so eine Periode von mindestens 3 Monaten abseits der Zielsportart sicherzustellen.

In Bezug auf die Strukturierung der Mesozyklen empfiehlt Gregory (2014) eine Länge der Mesozyklen von circa 4 Wochen mit 3 Wochen Belastung und einer Woche Entlastung. Er deutet überdies darauf hin, dass besonders im jungen Trainingsalter nicht mit der Intensität und dem Volumen trainiert werden kann, wie es bei Erwachsenen üblich ist. Es wird ein Rhythmus von 2 Trainingstagen, gefolgt von einem Regenerationstag, empfohlen. Dies kann jedoch, in Abhängigkeit von den Voraussetzungen und Umständen variieren (Haff G. Gregory, 2014). Weiterhin weist Gregory (2014) darauf hin, dass zu Beginn der sportlichen Entwicklung ein Training pro Tag ausreicht. Er rät grundsätzlich davon ab, mehrere Trainingseinheiten an einem Tag auszuführen. Diese allgemeinen Periodisierungs-Empfehlungen sollten berücksichtigt werden, um das optimale Verhältnis von Belastung und Regeneration zu gewährleisten und so die langfristige physische und psychische Gesundheit der jungen Athleten sicherzustellen.

2.5.3.2 Motorische Fähigkeiten

Fundamentale Bewegungsfähigkeiten (FMS) werden als zentral für die spätere Entwicklung von sportspezifischen Bewegungsfähigkeiten (SSS) angesehen. FMS sind daher ein zentraler Bestandteil von Programmen zur Förderung der körperlichen Leistungsfähigkeit im frühen Kindes- und Jugendalter (Lloyd & Oliver, 2012). Mit Beginn der Pubertät kann dann die Vermittlung von sportspezifischen Bewegungsmustern (SSS) intensiviert werden (Lloyd & Oliver, 2012). Sowohl FMS als auch SSS bleiben jedoch während der gesamten Entwicklung Bestandteil des Trainings (Lloyd & Oliver, 2012). Die Entwicklung der FMS sollte insbesondere während der Periode der 'Adolescent Akwardness' erneut intensiviert werden (Moody et al., 2014).

Die Kindheit gilt als zentrale Zeitspanne, um fundamentale Bewegungsmuster zu erlernen sowie die neuromuskuläre Koordination zu verbessern. Dies ist auf eine beschleunigte Entwicklung des zentralen Nervensystems (ZNS) und einem dadurch gestiegenen Potential für Fertigkeitsaneignung durch erhöhte neuronale Plastizität zurückzuführen (Moody et al., 2014). Die Konfrontation mit einer Vielzahl von verschiedenen Erfahrungen führt zur Entwicklung von schnellerer Entscheidungsfindung, erhöhter propriozeptiver Aufmerksamkeit durch die Kräftigung synaptischer Verbindungen und dem Eliminieren nicht genutzter Synapsen. Dies fördert weiterhin die Muster-Erkennung, Hand-Augen-Koordination und die kognitiven Fertigkeiten (Moody et al., 2014). Nach Beginn der Pubertät kommt es zu einer Verminderung der 'Grauen-Masse' im Gehirn, was die Fähigkeit, neue Bewegungsfertigkeiten zu erlernen vermindert (Moody et al., 2014). Die Kindheit bietet daher eine einmalige Möglichkeit, fundamentale Bewegungsmuster zu vermitteln und dadurch eine Basis für zukünftiges, fortgeschrittenes und intensiveres Training zu schaffen. Als Teil der FMS wird auch die Relevanz von 'freiem Spiel' für die Entwicklung junger Athleten genannt. Freies Spiel und andere unstrukturierte Formen körperlicher Aktivität fördern die Eigenmotivation, kreatives Denken, Autonomie, Motivation und den Spaß an körperlicher Aktivität (Ford, Ward, Hodges & Williams, 2009).

Diese Verbesserung allgemeiner Fertigkeiten durch eine Vielzahl von Erfahrungen bringt zusätzlich einen Transfer zu anderen Sportarten, was die Notwendigkeit einer frühen Spezialisierung eliminiert (Moody et al., 2014). Weiterhin konnte gezeigt werden, dass eine intensive Ausprägung der fundamentalen Bewegungsmuster die Prävalenz von Überlastungs-Verletzungen, Burnout und von allgemeinen Sportverletzungen senkt (Moody et al., 2014) sowie die Teilnahme an sportlicher Aktivität langfristig erhöht (Zwolski, Quatman-Yates & Paterno, 2017).

Um eine grundlegende Bewegungskompetenz ('physical literacy') zu erreichen, sollte der junge Athlet eine Vielzahl an Bewegungsfähigkeiten meistern. Dazu zählen Moody et al. (2014) unter anderem Rumpf-Stabilität, Gleichgewicht, propriozeptives Bewusstsein, Bewegungen in verschiedene Richtungen und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Dies führt in der zukünftigen Entwicklung des Athleten zu einem besseren Transfer zu komplexeren Bewegungen, wie Inter- Extremitäten-Koordination, Agilität und multidirektionaler Kraft und Schnellkraft (Moody et al., 2014). Mit den Komponenten der sportlichen Bewegungsfertigkeiten in Abbildung 5 stellen Moody et al. (2014) die verschiedenen Bewegungsformen dar, die Teil eines Trainings der FMS sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Components of Athletic Motor Skill Competencies (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 53)

Um das Training zu strukturieren, fassen Moody et al. (2014) die FMS-Trainingsinhalte in locomotion skills' (Fortbewegungs-Kompetenzen), stabilization sklills' (Stabilisierungs-Kompetenzen) und ,Manipulation skills' (manipulative Kompetenzen) zusammen.

Moody et al. (2014) empfehlen eine FMS-Übungsauswahl nach den Kriterien individualisiert, fordernd, erreichbar und ansprechend zu treffen. Bei jungen Athleten liegt der Fokus bei einem Training der FMS auf der korrekten Bewegungsausführung und einem Steigern der Kraft durch auf Spaß-basierenden Interventionen. Die Übungskomplexität kann mit Erfahrung und verbesserten Fähigkeiten gesteigert werden. Hierbei stehen jedoch immer die Individualität sowie die Unterschiedlichkeit der Entwicklungsgeschwindigkeit im Mittelpunkt. Übungen sollten erst dann in ihrer Komplexität gesteigert werden, wenn Qualität und Sicherheit in den Bewegungsausführungen sichergestellt sind (Moody et al., 2014). Es wird daher empfohlen die Übungen zunächst langsam und kontrolliert auszuführen, um die Bewegungsmuster zu verinnerlichen. Sobald die korrekte Ausführung sichergestellt ist, sollte die Übungsausführung variiert werden und auch explosive Bewegungen können Einzug in das FMS-Programm finden (Moody et al., 2014).

Eine Möglichkeit der Implementation des FMS-Trainings in den Trainingsablauf ist es, die ersten 20 Minuten einer Trainingseinheit für die Verbesserung der fundamentalen Bewegungsmuster zu nutzen. Hierbei wird das Durchführen variierender Übungen mit verschiedenem Equipment empfohlen sowie das regelmäßige Aussprechen von positivem Feedback (Moody et al., 2014).

In Bezug auf die Wahl der Trainingsparameter wird eine Belastung von 2-4 Sätzen bei 6-12 Wiederholungen vorgeschlagen. Eine Belastungssteigerung sollte in erster Linie durch eine Erhöhung der Komplexität erzielt werden. Bei komplexeren Bewegungen können die Wiederholungszahlen gesenkt und die Pausenzeiten erhöht werden. Die technische Kompetenz steht auch hierbei weiter im Vordergrund (Moody et al., 2014).

Allgemein wird tägliche körperliche Aktivität von mindestens einer Stunde empfohlen. Ein spezifisches FMS-Trainingsprogram sollte zwei- bis dreimal pro Woche an nicht aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt werden (Moody et al., 2014).

2.5.3.3 Kraft, Plyometrie

Wie in der in Abbildung 4 dargestellten Übersicht deutlich wird, ist Krafttraining nicht als alleinstehende Komponente, sondern weiter aufgeteilt in Kraft-, Hypertrophie- und Schnellkraft-Training ('Power') vertreten. Weiterhin wird an der Abbildung bereits deutlich, dass Krafttraining eine Konstante in der Entwicklung von jungen Athleten darstellt und Hypertrophie- sowie Schnellkraft-Training in ihrer Relevanz über die Entwicklung zunehmen. Zunächst weisen Lloyd und Oliver (2012) darauf hin, dass Kinder sicher und effektiv Krafttraining durchführen können, wenn dieses von einem kompetenten Trainer geplant, durchgeführt und überwacht wird. Dies steht im Gegensatz zu den Gerüchten, die weiterhin im Umlauf sind, dass Krafttraining schädlich für Kinder sei.6 Es konnte gezeigt werden, dass die Vorteile eines korrekt geplanten und von einem kompetenten Trainer angeleiteten Krafttrainings die potenziellen Risiken weit übertreffen (Faigenbaum et al., 2009). Ein weiterer Gegenstand der Debatte um Krafttraining im Kinder- und Jugendbereich ist die Frage nach dem passenden Alter zum Krafttrainingsbeginn. Ein konkretes Mindestalter für den Krafttrainingsbeginn wird nicht festgelegt. Kinder müssen in der Lage sein, Anweisungen zu befolgen und sie müssen Grundvoraussetzungen bei Gleichgewicht und Propriozeption erfüllen. Wenn sie im Stande sind, an organisiertem Sport teilzunehmen, sind sie grundsätzlich ebenfalls bereit ein strukturiertes Krafttraining zu beginnen. Dies ist im Normalfall zwischen 7 und 8 Jahren der Fall. Notwendig ist jedoch zusätzlich eine Absicherung durch einen Arzt, der das Kind für Krafttraining freigibt (Faigenbaum et al., 2009).

Wie bereits in der Übersicht deutlich geworden ist, empfehlen Lloyd und Oliver (2012), dass Krafttraining eine Priorität in allen Phasen der Entwicklung junger Athleten haben sollte. (Granacher et al., 2016). Neben direkten Effekten auf die Leistungsfähigkeit konnten auch positive Auswirkungen von Krafttraining auf andere Komponenten gezeigt werden (Granacher et al., 2016, Zwolski et al., 2017). Lesinski, Prieske und Granacher (2016) verweisen auf eine Vielzahl von Studien die moderaten Effekte von Krafttraining auf Muskelkraft und Sprungkraft sowie sogar kleinere Effekte auf die komplexen Komponenten ,linearer Sprint', Agility und auf weitere sportspezifische Leistungen nachweisen konnten. Krafttraining bietet zusätzlich eine Variation der körperlichen Aktivität und damit eine Abwechslung für junge Athleten, die nur eine Sportart ausüben (Zwolski et al., 2017).

Neben der Wichtigkeit von Krafttraining in Bezug auf die Leistungsverbesserung, ist Krafttraining ebenso in Bezug für die allgemeine Gesundheit sowie für die Prävention von Sportverletzungen relevant. Besonders die im Jugendalter häufigen Überlastungsverletzungen können durch ein entsprechendes Krafttraining um 50% reduziert werden (Lloyd & Oliver, 2012). French et al. (2014) zählen zusätzlich eine Reihe von weiteren gesundheitlichen Vorteilen auf, die auf Krafttraining zurückzuführen sind.7

Adaptionen im Krafttraining sind vielseitig und werden auf eine Kombination von muskulären, neuronalen und mechanischen Faktoren zurückgeführt (Lloyd & Oliver, 2012). Wie in Kapitel 2.5.1 bereits näher beschrieben, ist die Steigerung der Kraftfähigkeit vor der Pubertät primär auf neuronale Anpassungen zurückzuführen. Mit dem Anstieg der Sexualhormone während der Pubertät nimmt auch die strukturelle Anpassung der Muskulatur zu, was einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Muskelkraft und Muskelmasse zeigt. Die Intensivierung des Hypertrophie-Trainings sollte daher in etwa mit 14 Jahren beginnen (Lloyd & Oliver, 2012).

Zu Beginn des Krafttrainings sollte eine Kräftigung des gesamten Körpers durch ein Training der Hauptmuskelgruppen um jedes Gelenk angestrebt werden (French et al., 2014). In Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit sowie des Trainingsalters und den Voraussetzungen sollten die Trainingsparameter angepasst werden. Hierzu gehören die Trainingsfrequenz, die Übungsauswahl, die Art und Intensität des Widerstandes, das Übungsvolumen (die Zahl der Sätze und Wiederholungen) sowie die Pausenzeiten (French et al., 2014).

Zunächst sollte eine Frequenz von zwei- bis dreimal pro Woche an nicht-aufeinanderfolgenden Tagen gewählt werden. Dies erlaubt die notwendige Erholung bei gleichzeitiger effektiver Entwicklung von Kraft und Schnellkraft (French et al., 2014). Hierbei sollte Krafttraining nicht zusätzlich zum bestehenden sportspezifischen Training, sondern als Alternative gesehen werden (Zwolski et al., 2017). Es wird empfohlen, die Frequenz bei wachsender Erfahrung zu steigern. Hierbei sollte jedoch stets die Phase der Saison und die Frequenz der Sport-Trainingseinheiten beachtet werden.

Zu Beginn steht die Fähigkeit, die eigene Körpermasse in einer Vielzahl von Druck-, Zug-, Hebe- und Aufricht-Bewegungen zu kontrollieren, im Mittelpunkt. Von diesen Körpergewichtsübungen kann zur Verwendung von Bändern, Medizinbällen, manuellen Widerständen und Schlingen- Training übergegangen werden. Wenn die Techniken dieser Übungen gemeistert sind, können auch fortgeschrittene Übungen und die Verwendung von Freihanteln (Langhantel, Kurzhantel, Kettlebell) implementiert werden. Es wird empfohlen zunächst mit leichten Gewichten zu arbeiten und eine korrekte Technik zu vermitteln. Das Gewicht sollte dann geduldig und kontinuierlich gesteigert werden, wobei die korrekte Übungsausführung bei jeder Steigerung erneut sichergestellt werden sollte (French et al., 2014). Wenn die Jugendlichen in der Lage sind, auch diese Übungen technisch sicher auszuführen, können Übungen aus dem olympischen Gewichtheben (Umsetzen, Reißen, Stoßen) hinzugenommen, plyometrische Übungen intensiviert (French et al., 2014) sowie fortgeschrittene Methoden wie exzentrisches Training und KomplexTraining implementiert werden.8 Maschinen-basiertes Training hat sich im Vergleich zu Training mit freien Gewichten als weniger effektiv herausgestellt. Es bietet jedoch eine gute Alternative, wenn eine durchgehende korrigierende Begleitung der Kinder und Jugendlichen nicht sichergestellt werden kann (Lesinski et al., 2016).

In Bezug auf das Übungsvolumen raten French et al. (2014) zu Beginn zur Verwendung von 1 bis 3 Sätzen, da höhere Sätze sowohl zu einer zu hohen Belastung als auch zu einer zu niedrigen Variabilität führen. Die Anzahl der Wiederholungen sollte in Abhängigkeit von externen Belastungen, technischer Kompetenz und physischer Ermüdung zwischen 5 und 20 gewählt werden (French et al., 2014). Ähnliche Belastungsparameter werden auch bei Lesinski et al. (2016) (1- Satz Krafttraining), Zwolski et al. (2017) (2-3 x 8-15) und bei Granacher et al. (2016) (1-2 x 8-15) für das Krafttraining bei Anfängern empfohlen.

Wenn die Grundlagen für ein effektives Krafttraining durch sichere Übungsausführungen gelegt sind, wird von Lesinski et al. (2016) zur Steigerung der Muskelkraft bei jungen Athleten zu folgenden Belastungsparameter geraten: 5 Sätze a 6-8 Wiederholungen mit 80-89% des Einer-Wiederholungs-Maximum (1RM) und InterSatz-Pausen von 3 bis 4 Minuten. Zusätzlich weist Lesinski et al. (2016) jedoch auch daraufhin, dass trotz dieser Angabe stets die individuellen Unterschiede berücksichtigt werden sollten. Als allgemeine Angabe empfehlen French et al. (2014), entweder die Satzzahlen zu erhöhen oder Wiederholungszahlen zu verringern, wenn der Athlet in der Lage ist, schwerere Gewichte zu bewegen.

Pausenzeiten sollten so gewählt werden, dass eine ausreichende neuromuskuläre und metabolische Regeneration sowie eine korrekte Technik sichergestellt sind. Dies kann zwischen 30 und 120 Sekunden liegen (French et al., 2014). Lesinski (2016) empfiehlt eine Pausenzeit von 3 bis 4 Minuten bei fortgeschrittenen Athleten, wenn das zentrale Ziel die Kraftsteigerung ist.

Die optimale Periode zur Verbesserung der Schnellkraft startet ebenfalls mit dem Beginn der Pubertät und reicht bis ins Erwachsenenalter hinein. Es können jedoch auch bereits vor der Pubertät Trainings-induzierte Verbesserungen der Schnellkraft herbeigeführt werden. Dies sollte ebenfalls genutzt werden, um späteres Schnellkraft-Training adäquat vorzubereiten (Lloyd & Oliver, 2012). Neben angepasstem Krafttraining wird häufig plyometrisches Training zur Verbesserung der Schnellkraft genutzt.

Auch wenn die Adaption an plyometrisches Training altersabhängig ist, empfehlen Lloyd und Cronin (2014) eine Durchführung von plyometrischem Training in allen Phasen der AthletenEntwicklung. Vor der Pubertät sollte plyometrisches Training jedoch mit einem primären Fokus auf die richtige Technik ausgeführt werden. Es sollte zu diesem Zeitpunkt in erster Linie eine effektive Landetechnik trainiert werden. Wenn die Landung sicher ausgeführt werden kann, folgt eine Steigerung der exzentrischen Intensität sowie der Struktur, Komplexität und Intensität der plyometrischen Übungen bei gleichzeitiger Verminderung des Volumens (Lloyd & Cronin, 2014). In Bezug auf das Trainingsvolumen weisen Lloyd und Cronin (2014) darauf hin, dass die hohe Anzahl an Bodenkontakten in der Sportart im plyometrischen Training nicht einfach gespiegelt werden sollte. Vielmehr wird die Wichtigkeit der schnellen und kraftvollen Ausführung hervorgehoben und ein niedriges Volumen empfohlen. Sollte der Athlet nicht im Stande sein eine bestimmte Übung sicher oder technisch korrekt auszuführen, sollte er einer Regression zu einer früheren Übung folgen.

Eine Empfehlung für die Trainingsparameter des plyometrischen Trainings in den verschiedenen Phasen der Entwicklung wird in Abbildung 6 dargestellt. In der Literatur von Granacher et al. (2016) und Lesinski et al. (2016) lassen sich ähnliche Empfehlungen zur Ausführung von plyometrischem Training finden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Empfohlene Leitlinie zur Ausführung von plyometrischem Training in Abhängigkeit zum Entwicklungsstatus (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 99)

Abbildung 7 präsentiert eine von Granacher et al. 2016 veröffentlichte Übersicht, die den Aufbau von Krafttraining und plyometrischem Training in den verschiedenen Phasen der Entwicklung eines jungen Athleten strukturiert. Sie gibt eine Orientierung zu den verschiedenen Schwerpunkten und entsprechenden Trainingsmethoden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Konzeptionelles Model zur Implementation von Krafttrainings-Programmen während den Phasen der langfristigen Athleten-Entwicklung (aus Granacher et al., 2016)

2.5.3.4 Schnelligkeit

Meyers (2017) beschreibt Sprint-Schnelligkeit als zentral für die erfolgreiche Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen. Besonders die Entwicklung der Sprint-Schnelligkeit im Kindes- und Jugendalter scheint wichtig, da ein Versäumen der Optimierung dieser Komponente eine höhere Leistungsfähigkeit im Jugend- und Erwachsenenalter einschränken kann (Oliver & Rumpf, 2014). Trotz zweier definierter Phasen der erhöhten Anpassung - zwischen 5 und 9 Jahren durch eine erhöhte Entwicklung des zentralen Nervensystems (ZNS) und zwischen 12 und 16 Jahren durch einen Wachstumsschub und einen Anstieg der Hormon-Level (Oliver & Rumpf, 2014) - weisen Oliver und Rumpf (2014) darauf hin, dass junge Athleten zu jedem Zeitpunkt der Entwicklung durch Training Fortschritte in der Sprint-Geschwindigkeit erreichen können. Auch zeigt Schnelligkeit starke Effekte des Detrainings, wenn sie nicht regelmäßig trainiert wird. Sprinttraining sollte demnach während der gesamten Entwicklung und während der gesamten Saison in unterschiedlicher Intensität, Volumen und Umsetzung in einem ganzheitlichen Athletiktraining wiederzufinden sein.

Sowohl die Beschleunigung als auch das Halten der maximalen Geschwindigkeit sind relevante Komponenten der Schnelligkeit, die es zu trainieren gilt.

Viele Trainingsformen können die Schnelligkeit bei Kindern und Jugendlichen verbessern. Reines Sprinttraning, plyometrisches Training, Krafttraining und kombiniertes Training haben einen positiven Einfluss auf die Sprint-Schnelligkeit (Rumpf, Cronin, Pinder, Oliver & Hughes, 2012) sowie auch horizontale und vertikale Schnellkraft (Meyers, 2017). Das Ausmaß der Effekte der Trainingsinterventionen zeigte sich jedoch abhängig von der Entwicklungsphase des Athleten.

Als fortgeschrittene Möglichkeit der Optimierung von Schnelligkeit, werden Schlittensprints sowie Sprints gegen einen Widerstand ('resisted Sprints') empfohlen. Diese Interventionen konnten positive Effekte bei jungen Athleten während und nach der PHV zeigen. Präpubertär zeigten diese Methoden jedoch einen negativen Effekt auf die Sprint-Schnelligkeit (Meyers, 2017).

Die Effekte der einzelnen Trainingsmethoden sind - wie beschrieben - stark abhängig von der Phase der Entwicklung. So profitieren junge Athleten auch beim Training der Schnelligkeit vor der PHV primär von neuronal-fokussiertem Training. Nach der PHV sind die Verbesserungen in der Sprint-Geschwindigkeit hauptsächlich auf morphologische Adaptionen zurückzuführen (Meyers, 2017). Bezüglich der altersspezifischen Unterschiede in Trainingsstruktur und -inhalt geben Oliver und Rumpf (2014) folgende Empfehlungen:

In der frühen Kindheit (0-7 Jahre) sollte der Fokus des Schnelligkeitstrainings auf der Entwicklung der FMS und der allgemeinen Bewegungsfähigkeit des gesamten Bewegungsapparates liegen. Kinder sollten durch das Training für körperliche Aktivität allgemein begeistert werden. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Vermittlung technisch korrekter Bewegungsmuster durch einen kompetenten Trainer. Eine Periodisierung des Trainings ist nicht notwendig, eine logische Strukturierung hingegen schon.

Vor der PHV - im Alter von 8 bis 12 Jahren - sollte der Trainingsfokus auf der Entwicklung der Sprinttechnik liegen mit gleichzeitiger Einführung von Komplementär-Training. Zunächst sollte mit einfachen Übungen begonnen werden und entsprechend der Entwicklung und der Leistung kann eine Progression zu komplexeren Übungen stattfinden. Um eine breite Bewegungskompetenz auszubilden und die Motivation der jungen Athleten zu erhalten, sollte der Trainer eine Vielzahl von Variationen und Methoden anwenden. Weiterhin sollten kürzere Sprintdistanzen (15-30 m) verwendet werden, da diese ausreichend für das Training beider Sprintphasen sind und gleichzeitig zu keiner unnötigen Ermüdung führen. Das Komplementärtraining sollte aus einer Einführung in Krafttraining und in plyometrische Übungen bestehen. Auch die allgemeinen Koordinations- und Bewegungsfertigkeiten sollten weiter gefördert werden.

In der Zeit um die PHV (12-16 Jahre) steht die technische Entwicklung und das Durchführen maximaler Sprints im Zentrum des direkten Schnelligkeits-Trainings. Komplementärtraining nimmt einen größeren Raum in der Trainingsplanung ein. Es setzt sich aus plyometrischem Training, Krafttraining - mit einem Fokus auf Hypertrophie gegen Ende der Phase - sowie Koordinationstraining während des Wachstumsschubs zusammen. Besonders Übungen zur horizontalen (beispielsweise Schlittensprints) und vertikalen Kraftentwicklung sollten während dieser Phase im Mittelpunkt stehen. Auch Unterstützungs- und Widerstandssprints können in das Training implementiert werden. Hierbei sollte der externe Widerstand jedoch nicht 10% des Körpergewichts des Athleten übertreffen.

Nach der PHV (ab dem 17. Lebensjahr) sollte der Fokus auf maximale Sprints und Komplementärtraining gelegt werden. Der technischen Entwicklung kann nun weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden, sofern diese bereits ausreichend entwickelt wurde. Das Sprinttraining kann nun - sofern notwendig - auf weite Distanzen (>60m) ausgeweitet werden. Hierbei muss jedoch stets die nötige Regeneration sichergestellt werden. Das Komplementärtraining sollte aus Hypertrophie-Training als Basis für die Kraftentwicklung, aus Kraft- und Schnellkrafttraining sowie aus Komplex-Training bestehen (Oliver & Rumpf, 2014).

Genauere Empfehlungen bezüglich der Belastungsparameter und der altersspezifischen Unterschiede des reinen Sprinttrainings stellen Oliver und Rumpf (2014) in einer Tabelle dar. Diese findet sich in Abbildung 8 wieder. Die hier dargestellten Trainingsempfehlungen beziehen sich jedoch auf isolierte Trainingseinheiten zur reinen Förderung der Schnelligkeit. Da diese im TeamSetting des American Football selten stattfinden und der Entwicklung der Schnelligkeit meist im allgemeinen American-Football-Training nachgegangen wird, dienen diese Angaben lediglich als Orientierung und werden zur Implantation in den Rahmentrainingsplan entsprechend angepasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Leitfaden zur Strukturierung eines Sprinttrainings für die verschiedenen Entwicklungsstufen der Kindheit und Jugend (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 90)

2.5.3.5 Agilität

Wie bereits beschrieben, wird unter Agility die Fertigkeit verstanden, schnelle Bewegungen, Richtungswechsel und Sprints in Reaktion auf einen sportspezifischen Reiz auszuüben. Als relevant für die Richtungswechsel-Geschwindigkeit, beschreiben Lloyd und Oliver (2012) die korrekte Technik, die lineare Sprint-Geschwindigkeit, die Unterkörperkraft und Anthropometrie. Der kognitive Anteil der Agility wird von der Fähigkeit des visuellen ^Scannings', der Kenntnis der Situation, der Erkennung von Mustern und der Antizipation beeinflusst (Lloyd, Read, Oliver, Meyers, Nimphius & Jeffreys, 2013). Durch die starke kognitive Komponente wird die Relevanz des ZNS für Agility deutlich, die auch von Jeffreys (2014) unterstrichen wird. Das ZNS spielt eine zentrale Rolle, da es für die Wahrnehmung von Reizen, für die Filterung relevanter Informationen und die Auswahl und Umsetzung eines entsprechenden motorischen Programms verantwortlich ist. Diese Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse sind trainerbar (Serpell, Young & Ford, 2011). Wiederholtes Reagieren auf einen bestimmten Reiz führt hierbei zu schnelleren Reaktionszeiten und verbesserten sportspezifischen kognitiven Fähigkeiten. Lloyd et al. (2013) führen dies auf eine Verbesserung der bereits existierenden Synapsen zurück. Dies weist auf die Wichtigkeit hin, jungen Athleten einer Bandbreite an verschiedenen Erfahrungen und Situationen sowie verschiedenen sportlichen Aktivitäten auszusetzen, um langfristig ihre Entscheidungsfindung im Sport zu fördern.

Lloyd et al. (2013) beschreiben drei verschiedene Möglichkeiten, Agility direkt zu trainieren. Diese Möglichkeiten sind das Training der allgemeinen Bewegungskompetenz (FMS), das direkte Richtungswechsel-Training (COD) und das reaktive Agility-Training (RAT). Sie empfehlen, dass Athleten in jeder Entwicklungsstufe allen drei Formen von direktem Agility-Training ausgesetzt werden sollten. In Abhängigkeit von der Phase der Entwicklung sollten hierbei jedoch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden (Lloyd et al., 2013). Eine Übersicht zu diesen Empfehlungen wird in Abbildung 9 dargestellt. Zur vollständigen Entwicklung von Agility wird auch auf die Wichtigkeit von Komplementär-Trainingsmethoden wie die Verbesserung von Kraft, Schnellkraft, Schnelligkeit und anderen Komponenten der physischen Leistungsfähigkeit hingewiesen (Lloyd et al., 2013).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Progression des Agility-Trainings über die Entwicklung (aus Lloyd et al., 2013, S. 4)

Die direkte Entwicklung der Agility kann vor der Pubertät, zwischen 9 und 12 Jahren begonnen werden (Jeffreys, 2014). Während dieser Phase sollte das Training zum Großteil (60%) aus der Entwicklung der FMS bestehen. Elemente des COD-Training (25%) und des RAT-Trainings (15%) sowie sportspezifische Bewegungen können jedoch bereits ebenfalls implementiert werden. Allgemein steht die technisch-korrekte Ausführung der Bewegungsabläufe im Mittelpunkt, ebenso wie die Umsetzung des Trainings in einem spaßigen und spielerischen Umfeld (Lloyd et al., 2013). Die aufzunehmende Informationsmenge sowie die Bewegungsoptionen sollten zunächst beschränkt sein. Es wird daher zu geschlossenen, relativ einfachen Übungen geraten, welche häufig wiederholt werden sollten. Diese Übungen, merkt Jeffreys (2014) an, sollten jedoch nicht (ausschließlich) in isolierter Form durchgeführt werden. Besonders im präpubertären Alter, hält Jeffreys (2014) die Einordnung in den Gesamtkontext für relevant, um die jungen Athleten auf die Auswirkungen der entsprechenden Bewegungen im Sport aufmerksam zu machen. Lloyd et al. (2013) weisen zusätzlich auf die hohe Krafteinwirkung hin, die in diesem Alter bei ungeplan- ten Richtungswechseln auf das Knie einwirkt. Um die Knie adäquat auf diese Belastung vorzubereiten, wird empfohlen, in der Entwicklung der FMS besonders auf die Förderung der Knie-, Hüft- und Sprunggelenksstabilität einzugehen sowie die Rumpfstabilität zu fördern (Lloyd et al., 2013).

Während der Pubertät sollten junge Athleten den Großteil des Agility-Trainings mit COD-Training (40%) verbringen. Die Athleten sollten lernen, rapide zu be- und entschleunigen. Dies geschieht zunächst in einem kontrollierten und geplanten Umfeld. Die Entwicklung der FMS (30%) ist weiterhin präsent. Die bereits gelernten Bewegungsmuster sollten weiter gefestigt werden und besonders während der Phase der 'Adolescent Akwardness' (wenn notwendig) erneut intensiviert werden. Auch der Entwicklung der reaktiven Agilität wird nun mehr Aufmerksamkeit (30%) gewidmet (Lloyd et al., 2013). Weiterhin sind in dieser Phase bereits die ersten Bewegungsmuster automatisiert, was die Herausforderung mit sich bringt, ausreichende Stimuli und kognitive Herausforderungen zu liefern, um weitere Adaptionen sicherzustellen (Jeffreys, 2014). Der Fokus schwenkt so mehr zu offenen Übungen mit höheren Freiheitsgraden und Bewegungsmöglichkeiten. Gleichzeitig können die Bewegungsaufgaben auch kontext- und sportspezifischer werden (Jeffreys, 2014).

Nach der Pubertät liegt der Schwerpunkt zu einem großen Teil auf der Entwicklung der reaktiven Agility (60%). Das Training dieser muss weiterhin komplexer werden, um kontinuierliche Adaptionen sicherzustellen. Sowohl COD-Training (20%) als auch ein Training der FMS (20%) ist weiterführend Bestandteil des Agility-Trainings. Hierbei sollte auch weiterhin auf eine korrekte Technik und Bewegungsausführung geachtet werden (Lloyd et al., 2013).

Jeffreys (2014) macht darauf aufmerksam, dass die Umsetzung eines Agility-Trainings ein gutes Verständnis von Bewegungsmustern voraussetzt. Zusätzlich empfiehlt er, dass ein Lehrplan entwickelt werden kann, der eine Struktur zur graduellen Entwicklung der verschiedenen allgemeinen und sportspezifischen Bewegungsfähigkeiten angibt. Die Erstellung eines solchen Lehrplans sollte weiterverfolgt werden und kann als Aufgabe für eine zukünftige Arbeit im Bereich AgilityTraining im American Football definiert werden.

Ebenso müssen Trainer im Stande sein, die Komplexität und Herausforderung von Agility-Übun- gen anpassen zu können, um langfristige Adaptionen sicherzustellen. Das kontinuierliche Variieren der Agility-Übungen ist hierfür zwingend notwendig und kann durch eine Manipulation der Freiheitsgrade, der Athleten pro Übung sowie durch eine räumliche (Distanz, Richtung) oder zeitliche (Timing des Stimulus) Anpassung erreicht werden (Jeffreys, 2014).

In Bezug auf die Trainingsumsetzung wird empfohlen, das Training der Agility an den Beginn einer Trainingseinheit zu setzen, um eine Ermüdungsfreiheit sicherzustellen und ermüdungsinduzierte Verletzungen zu vermeiden (Lloyd et al., 2013). Explizite Anweisungen bezüglich der altersspezifischen Trainingsparameter werden nicht gegeben, da sich Agility-Übungen in ihrer Belastung stark unterscheiden und nur schwer verglichen werden können. Außerdem ist die Anforderung der Übungen stark abhängig vom Bewegungsprofil der Positionen und somit schwer zu verallgemeinern.

2.5.3.6 Beweglichkeit

Im YPD-Model weisen Lloyd und Oliver (2012) darauf hin, dass Beweglichkeit zu keinem Zeitpunkt der Entwicklung der Hauptfokus des Trainingsprogramms sein sollte. Gleichwohl sollte das Erreichen der für die Sportart notwendigen Beweglichkeit ein anhaltendes Ziel bei der Förderung junger Athleten sein. Aufgrund der mit dem Wachstumsschub sinkenden Beweglichkeit (verstärkt bei Jungen) empfehlen Sands und McNeal (2014) eine Intensivierung des Beweglichkeitstrainings im Alter von 10 bis 14 Jahren. Diesbezüglich raten sie an, zu diesem Zeitpunkt der Entwicklung tägliche Dehnübungen durchzuführen. Zentrales Ziel ist hierbei das Erreichen der für den Sport notwendigen Bewegungsamplitude. Sowohl während als auch nach der Pubertät ist lediglich ein Erhalt der Beweglichkeit das Ziel des Beweglichkeitstrainings (Sands & McNeal, 2014).

Um eine verbesserte aktive Beweglichkeit zu erreichen, sollte zunächst der passive Bewegungsradius ausgeweitet werden, um in diesem anschließend Kraft entwickeln zu können (Sands & McNeal, 2014). In Bezug auf die Trainingsparameter empfehlen Sands und McNeal (2014) eine Frequenz von mindestens zwei- bis dreimal pro Woche. Wie bereits beschrieben, kann sich eine Erhöhung der Frequenz in der Phase des Wachstums anbieten. Jede Übung sollte für 10-30 Sekunden durchgeführt und für 3 Sätze wiederholt werden (Sands & McNeal, 2014). Sands und McNeal (2014) empfehlen weiterhin zu Beginn einer Trainingseinheit auf statische Dehnübungen zu verzichten, wenn in der folgenden Trainingseinheit Explosiv- und Schnellkraft von zentraler Wichtigkeit sind. Zu Beginn einer Trainingseinheit wird daher eher zu dynamischen Dehnübungen geraten. Neben statischem und dynamischem Dehnen bieten sich auch weitere Dehnmethoden wie das ballistische Dehnen, die Methode der propriozeptiven neuromuskulären Fa- zilitation (PNF) und das Dehnen mit Vibrations-Unterstützung an (Sands & McNeal, 2014).

2.5.3.7 Ausdauer

In Bezug auf die Förderung der Ausdauer im YPD-Model ist zentral, dass diese nicht auf einen bestimmten Teil der Entwicklung begrenzt sein sollte. Es konnte gezeigt werden, dass sowohl präpubertär, intrapubertär als auch postpubertär signifikante Verbesserungen in der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit erzielt werden können (Baquet, van Praagh & Berthoin, 2003), was eine kontinuierliche Entwicklung der Ausdauerleistungsfähigkeit nahelegt. Weiterhin ist eine Entwicklung der Ausdauer-Komponente bis ins Erwachsenenalter möglich (Baquet et al., 2003). Eine unzureichende Entwicklung der Ausdauer im Kindes- und Jugendalter führt daher nicht zu einer langfristigen Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, wie es bei anderen Komponenten der Fall ist. Aufgrund dieser Ergebnisse empfiehlt Gamble (2014), die Förderung der Ausdauerleistungsfähigkeit zu keinem Zeitpunkt der Entwicklung junger Athleten in den Mittelpunkt des Athletiktrainings zu stellen. Dies stehe zwar im Kontrast zu der Wichtigkeit der Ausdauerleistungsfähigkeit in vielen Sportarten, jedoch wird die Ausdauer bei richtiger Trainingsplanung bereits im sportspezifischen Training zu einem gewissen Grad trainiert (Lloyd & Oliver, 2012).

Baquet, Gamelin, Mucci, Thévenet, van Praagh und Berthoin (2010) konnten zeigen, dass sowohl die Dauer- als auch die Intervallmethode zu signifikanten Verbesserungen der aeroben Ausdauer-Leistungsfähigkeit bei präpubertären Kindern führte. Daher wird für die Entwicklung der aeroben Ausdauer ein gemischter Ansatz empfohlen, der verschiedene Methoden nutzt, um die Ausdauerleistungsfähigkeit zu verbessern. Bei präpubertären Athleten sollte jedoch das Gesamtvolumen des Ausdauertrainings reduziert sein, um Ermüdung zu minimieren und 'functional overreaching' zu vermeiden (Gamble, 2014). In Bezug auf anaerobes Ausdauertraining sollte in jungen Phasen der Entwicklung auch die limitierte Adaptionskapazität an diese Form des Trainings beachtet werden. Daher wird von einer spezifischen Entwicklung der anaeroben Ausdauerleistungsfähigkeit vor der Pubertät abgeraten (Gamble, 2014). Beim Training der Ausdauerleistungsfähigkeit junger Athleten sollte allgemein weiterhin die Förderung der Freude an Bewegung im Mittelpunkt stehen. Ausdauertraining sollte in dieser Phase daher größtenteils mit spielerischen und zu einem kleinen Teil auch technischen sowie taktischen Elementen kombiniert werden (Harrison, Gill, Kinugasa & Kilding, 2015). Auch Gamble (2014) empfiehlt eine höhere Variabilität an Trainingsmethoden, -stimuli und -modalitäten. Neben der Freude an Bewegung fördert dieser Ansatz auch die neuromuskuläre Koordination und verringert die Wahrscheinlichkeit von Überlastungsverletzungen (Gamble, 2014).

In Bezug auf die Trainingsparameter empfehlen Harrison et al. (2015) eine Belastung von 45 Minuten moderater und 10 Minuten intensiver Belastung an 6 Tagen pro Woche. Dies sollte wie beschrieben aus gemischten Trainingsmethoden mit einem zentralen Fokus auf Spielen bestehen (Harrison et al., 2015). Die Empfehlungen von Gamble (2014) sind ähnlich, beziehen sich jedoch eher auf das spezifische Training der Ausdauer vor der Pubertät. Diese Trainingsempfehlungen werden in Abbildung 10 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Ausdauertraining vor der Pubertät (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 127)

Während der Pubertät sollte das Ausdauertraining größtenteils aus Small-Sided-Games (SSG) bestehen und um weitere sportspezifische Trainingsinterventionen ergänzt werden. Auch kann und sollte aerobes Ausdauertraining dazu genutzt werden, gleichzeitig technische Verbesserungen zu erzielen. Die Trainingsinterventionen können aus einer Mischung aus Ballspielen, Zirkeltraining und anderen Aktivitäten bestehen. Zusätzlich kann auch eine Implementation von HIIT (High-Intensity-Interval-Training) stattfinden. Hierbei merken Harrison et al. (2015) allerdings an, dass bei einer Implementation dieser Methoden stets darauf geachtet werden muss, dass die gesamte Trainings- und Wettkampfbelastung des jungen Athleten seine Kapazitäten nicht übersteigen darf (Harrison et al., 2015). Harrison et al. (2015) weisen in Bezug auf SSG darauf hin, dass diese aufmerksam strukturiert und durchgeführt werden sollten. Diese Empfehlungen zur Durchführung von SSG sollten vor deren Implementation in der entsprechenden Quelle nachgelesen werden. Die von Gamble (2014) empfohlenen spezifischen Trainingsparameter für das Training der Ausdauerleistungsfähigkeit während der Pubertät können der Abbildung 11 entnommen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Ausdauertraining während der Pubertät (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 127)

Zur Entwicklung der Ausdauerleistungsfähigkeit nach der Pubertät empfehlen Harrison et al. (2015) den Fokus auf SSG mit langen Laufwegen zu setzen. Zusätzlich hierzu kann 2- bis 3-mal pro Woche hochintensives Intervall-Training (HIIT) sowie an 1 bis 2 Tagen pro Woche ein Training der Repeated-Sprint-Ability (RSA) implementiert werden (Harrison et al., 2015). Gamble (2014) spricht auch hierzu ähnliche Ansichten aus. Die von ihm empfohlenen Trainingsparameter finden sich in Abbildung 12 wieder. Diese allgemeinen Trainingsempfehlungen müssen jedoch stets auf das spezifische Anforderungsprofil der Sportart angepasst werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Ausdauertraining nach der Pubertät (aus Lloyd & Oliver, 2014, S. 128)

2.5.3.8 Verletzungsprävention

Auf die Wichtigkeit der Prävention von Sportverletzungen wurde bereits in Kapitel 2.4.2.6. verwiesen. Der folgende Abschnitt wird einen kurzen Überblick über die Verletzungsbesonderheiten im Jugendalter und auf mögliche Präventionsmöglichkeiten dieser und der für American- Football-spezifischen Verletzungen geben. Im Kinder- und Jugendalter liegt eine hohe Prävalenz an Überlastungsverletzungen vor. Verletzungen auf Grund von übermäßigem Training und re- petitiven Traumata sind für 50% aller Verletzungen im Kindes- und Jugendalter (6-18 Jahre) verantwortlich (Valovich McLeod et al., 2011).9

In Anlehnung an die in Kapitel 2.4.2.6. herausgestellten Faktoren können folgende Empfehlungen in Bezug auf die Prävention von American-Football-spezifischen Sportverletzungen zusammenfassend dargestellt werden:

Verletzungsprävention vor und während der Pubertät:

- Vermitteln der richtigen Technik und Sicherstellung des richtigen Equipments (Adickes & Stuart, 2004; Hume & Russel, 2014; Radelet et al., 2002)
- Beachten der Paarung von Spielern im Training aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung, Kraft und Erfahrung (gilt besonders für Kontakt-Drills)
- Sicherstellen einer strukturierten Trainingsplanung mit einer langsamen und logischen Progression der Belastung (Hume & Russel, 2014)
- Implementation von Krafttraining (Lloyd & Oliver, 2012)
- Verbesserung aller anderen Faktoren der körperlichen Leistungsfähigkeit (Zwolski et al., 2017)
- Aufwärmen10 (Warm-Up) vor sportlicher Aktivität (Barengo, Meneses-Echavez, Ramfrez-Vélez, Cohen, Tovar & Bautista, 2014; Malliou, Rokka, Beneka, Mavridis & Godolias, 2007)

Verletzungsprävention während und nach der Pubertät:

- Implementation von Krafttraining (Lauersen, Andersen & Andersen, 2018)
- Implementation von propriozeptivem Training (Lauersen et al., 2014)
- Dehntraining mit dem Ziel der Verletzungsprävention wird nicht empfohlen (Lauersen et al., 2014)
- Aufklärung zu Schlaf und Ernährung (Milewski et al. 2014; Rosen et al., 2017)
- Sicherstellen ausreichender Erholung (optimales Regenerationsmanagement) (Hume & Russel, 2014)
- Sicherstellen einer korrekten Technik und des richtigen Equipments (Dick et al., 2007; Radelet et al., 2002)
- Aufwärmen vor sportlicher Aktivität (Barengo et al., 2014; Malliou et al., 2007)

In Bezug auf die Prävention spezifischer Verletzungen gibt es bereits eine große Anzahl an wissenschaftlichen Analysen, Studien und Empfehlungen, die für die Planung eines optimalen Präventionstrainings herangezogen werden können.

3 Rahmentrainingsplan

Im folgenden Abschnitt werden die in den vorherigen Kapiteln ausgearbeiteten Empfehlungen zusammengefasst und in Abbildungen dargestellt, um sowohl die Praktikabilität zu maximieren als auch eine übersichtliche und schnelle Vergleichbarkeit sicherzustellen.

Wesentliche Strukturierungselemente sind:

- Organisation nach den Altersklassen U10, U13, U16 und U19
- Zentrale Ziele die in der entsprechenden Entwicklungsperiode im Training verfolgt werden
- Physische und psychische Besonderheiten der Athleten in den jeweiligen Altersklassen
- Daraus resultierende Konsequenzen für das Trainerverhalten in Planung und Durchführung der Trainingseinheiten
- Empfehlungen für die Prävention von alterstypischen und American-Football-spezifi- schen Sportverletzungen
- Empfehlungen zur Periodisierung der Makro-, Meso- und Mikrozyklen sowie zur Strukturierung der Trainingseinheiten
- Gewichtung der Trainingskomponenten nach Eignung für und Trainierbarkeit in den Altersklassen
- Empfehlungen zu Trainingsmethoden, -inhalt und -parameter in den einzelnen Trainingsbestandteilen

Die Inhalte zu den Empfehlungen in den Altersklassen können folgenden Abbildungen entnommen werden:

U10: Abbildung 13 (Allgemeines) und Abbildung 14 (Trainingsempfehlungen)

U13: Abbildung 15 (Allgemeines) und Abbildung 16 (Trainingsempfehlungen)

U16: Abbildung 17 (Allgemeines) und Abbildung 18 (Trainingsempfehlungen)

U19: Abbildung 19 (Allgemeines) und Abbildung 20 (Trainingsempfehlungen)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 13: Rahmentrainingsplan U10 – Allgemeines

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 14: Rahmentrainingsplan U10 – Trainingsempfehlungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 15: Rahmentrainingsplan U13 – Allgemeines

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 16: Rahmentrainingsplan U13 – Trainingsempfehlungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 17: Rahmentrainingsplan U16 – Allgemeines

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 18: Rahmentrainingsplan U16 – Trainingsempfehlungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 19: Rahmentrainingsplan U19 – Allgemeines

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 20: Rahmentrainingsplan U19 – Trainingsempfehlungen

4 Abschluss

4.1 Fazit

Ziel der Arbeit war das Erstellen eines Rahmentrainingsplans zur langfristigen Strukturierung des Athletiktrainings im Jugendbereich des deutschen American Footballs. Hierfür konnten die Empfehlungen in Bezug auf die Trainingsstrukturierung von Weineck (2010) und eine Orientierung an Rahmentrainingsplänen aus Handball und Eishockey einen inhaltlichen Rahmen vorgeben. Weiterhin konnten altersspezifische- sowie American-Football-spezifische Besonderheiten herausgestellt werden. Das ,Youth-Physical-Development-Model' von Lloyd und Oliver (2012) wurde anschließend als passende Grundstruktur für die Erstellung des Rahmentrainingsplans identifiziert. Die hier präsentierten altersspezifischen Trainingsempfehlungen wurden mit komponentenspezifischen Trainingsempfehlungen anderer Autoren ergänzt, um einen ganzheitlichen Überblick sicherzustellen.

Im Anschluss wurde der Rahmentrainingsplan erstellt, der Empfehlungen in Bezug auf die Trainerpraxis, Periodisierung, Trainingsinhalt, -methoden und -parameter ausspricht und so in Zukunft als Orientierung für die Strukturierung des Athletiktrainings im deutschen Jugend-Ameri- can-Football dienen kann.

Im Verlauf der Arbeit sind mehrfach die deutlichen Unterschiede in Entwicklung und Trainier- barkeit in den verschiedenen Altersklassen aufgezeigt worden. Weiterhin wurde auch deutlich, dass eine überwiegende Anzahl der Komponenten der physischen Leistungsfähigkeit über die gesamte Entwicklung hin trainiert und verbessert werden können. Dies zeigte wiederholt die Wichtigkeit altersspezifischer Trainingsempfehlungen in Bezug auf alle Komponenten der physischen Leistungsfähigkeit auf, wie sie der Rahmentrainingsplan abschließend präsentiert.

4.2 Methodenkritik und Ausblick

Ein zentrales Problem bei der Erstellung der Arbeit war die Herausforderung, sowohl eine verständliche Übersicht zu präsentieren, die innerhalb der Vorgaben in Bezug auf die empfohlene Seitenzahl bleibt, als auch alle für die Thematik relevanten Unterthemen ausreichend zu untersuchen und darzustellen. Besonders die Themen der Anforderungsanalyse des American-Foot- balls sowie die altersspezifischen Trainingsempfehlungen könnten Inhalte eigener wissenschaftlicher Arbeiten sein. Trotz mehrfachen und intensiven Kürzens nach Abschluss der Arbeit, konnten die anvisierten 50 Seiten nicht erreicht werden. Diese Vorgabe wurde überschritten, um eine gewisse Vollständigkeit der Betrachtung sicherzustellen.

Um das Ausmaß der Arbeit weiter zu begrenzen, beziehen sich viele der zitierten Inhalte auf Reviews und Metaanalysen und es werden nicht die entsprechenden Originalquellen zitiert. In einer zukünftigen wissenschaftlichen Arbeit, die eine intensivere und umfangreichere Auseinandersetzung mit der Thematik ermöglicht, könnten einzig die Originalquellen als Literatur herangezogen werden.

Auch könnten in zukünftigen themenbezogenen Arbeiten die einzelnen Trainingsempfehlungen detaillierter beschrieben werden und Empfehlungen sowie Beispiele für den Aufbau und Inhalt einzelner Trainingseinheiten in Abhängigkeit von Alter, Saisonphase und Position ausgesprochen werden, um eine praxisnahe Implementation der in dieser Arbeit dargestellten Ergebnisse zu ermöglichen.

Weiterhin könnte der Rahmentrainingsplan auf das Athletiktraining der Herren-Mannschaften ausgeweitet werden und auch hierfür Empfehlungen aussprechen. Dies würde eine intensivierte Auseinandersetzung mit der Belastung im American-Football voraussetzen und daraus resultierend umfangreiche und sportspezifische Trainingsempfehlungen näher beschreiben.

Wie bereits in Kapitel 1.2 beschrieben, könnte sich eine zukünftige Arbeit auch mit der Anpassung des Rahmentrainingsplans an weibliche jugendliche Athletinnen befassen, hierbei die spezifischen physiologischen Unterschiede sowie Entwicklungsunterschiede herausstellen und passende Trainingsempfehlungen für weibliche Athleten aussprechen.

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[...]


1 Für ein besseres Verständnis der Hauptbeanspruchungsformen wird auf die Seiten 225 bis 830 in Weinecks 'Optimales Training' (2010) verwiesen.

2 KZA = Kurzzeit-Ausdauer, MZA = Mittelzeit-Ausdauer, LZA = Langzeit-Ausdauer

3 Der dritte Mannschaftsteil der ,Special-Teams' kommt nur für bestimmte Aufgaben auf das Spielfeld (beispielsweise das Schießen eines ,Field-Goals' oder das Zurücktragen des Balles nach einem Kickoff). Aus diesem Grund und dadurch, dass die Special-Teams im deutschen American Football zumeist gleichmäßig aus Offense- und Defense-Spielern bestehen und als deren sekundäre Aufgabe neben der Rolle in Offense oder Defense angesehen werden, werde ich im weiteren Verlauf dieser Bachelorarbeit nicht weiter auf die spezifischen Anforderungen der Special-Teams eingehen.

4 Devensive-Back (DB), Wide-Receiver (WR), Runningback (RB), Linebacker (LB), Defensive Lineman (DL), Offensive Lineman (OL)

5,Athlete exposure' (A.E.) dient als Maßeinheit um die Inzidenz von Verletzungen anzugeben. Eine A.E. bezeichnet eine Stunde der sportlichen Betätigung im Training oder Spiel, bei der ein Spieler einem theoretischen Verletzungsrisiko ausgesetzt ist. 36 Verletzungen pro 1000 A.E. bedeuten demnach, dass bei - durch beliebig viele Spieler akkumulierten - 1000 Stunden der sportlichen Betätigung 36 Verletzungen anfallen.

6 Zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dieser Thematik wird an dieser Stelle auf das Kapitel 12 'Dispelling the myths of resistance training for youths' aus dem Buch 'Strength and Conditioning for young athletes' von Lloyd und Oliver (2014) verwiesen.

7 Diese können in Kapitel 5 'Strength development in youths' aus dem Buch 'Strength and Conditioning for young athletes' von Lloyd und Oliver (2014) nachgelesen werden.

8 Zur intensiveren Auseinandersetzung mit diesen Trainingsmethoden wird auf die einschlägige Literatur verwiesen Fleck und Kontor (1986); Granacher et al. (2016); Lesinski, Prieske und Granacher (2016) und Mike, Kerksick und Kravitz (2015).

9 Zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Ursachen und möglichen Lösungsmöglichkeiten dieser Thematik wird an dieser Stelle geraten. Hierfür kann die Arbeit von Valovich McLeod et al. (2011), Jayanthi, LaBella, Fischer, Pasulka und Dugas (2015) und das Kapitel 14 'Overuse injuries and injury prevention strategies for youths' aus dem Buch 'Strength and Conditioning for young athletes' von Lloyd und Oliver (2014) herangezogen werden.

10 Praktische Empfehlungen für den optimalen Aufbau eines ,Warm-Ups' können folgendem Artikel entnommen werden: https://www.scienceforsport.com/warm-ups/

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Details

Titel
Athletiktraining im Jugendbereich des deutschen American Footballs. Erstellung eines Rahmentrainingsplans zur Strukturierung
Hochschule
Universität Paderborn  (Sportwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
71
Katalognummer
V996474
ISBN (Buch)
9783346367518
Sprache
Deutsch
Schlagworte
athletiktraining, jugendbereich, american, footballs, erstellung, rahmentrainingsplans, strukturierung
Arbeit zitieren
Markus Hachenberg (Autor), 2019, Athletiktraining im Jugendbereich des deutschen American Footballs. Erstellung eines Rahmentrainingsplans zur Strukturierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996474

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