Das Ziel dieser Arbeit ist es, Maßnahmen zu identifizieren, welche das Human Resource Management während einer Pandemie am Beispiel Covid-19 treffen kann. In der Vorbereitungsphase der Pandemie stehen die Maßnahmen zur Erstellung eines Vertretungsplans und der Festlegung der Krisenkommunikation. Ebenfalls relevant ist die Organisation des Betrieblichen Gesundheitsdienstes, vorbereitende Maßnahmen für Telearbeit, das Management der Arbeitenden im Ausland sowie die Dokumentation aller Maßnahmen im Vordergrund. Zudem sollten sich die Maßnahmen an den Regelungen des Arbeits- und Infektionsschutzgesetzes orientieren.
In der Hochphase der Pandemie getroffene Maßnahmen beinhalten die Beantragung von Kurzarbeit, den Ab- oder Aufbau von Überstunden sowie die Regelung von Anwesenheitspflichten und die mögliche Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden ausschließlich über digitale Medien. Weitere Maßnahmen sind zum Schutz der Mitarbeitendengesundheit zu treffen sowie zur psychischen Gesundheit. Auch physische Veränderungen bei der Arbeitsplatzgestaltung ebenso in Sanitär- und Pausenräumen sowie in den Betriebskantinen sind zu beachten. Je nachdem, ob das betroffene Unternehmen zu den Profiteuren oder Verlierern der Pandemie gehört, sind weitere Einsparungen nötig. Unter Berücksichtigung der virologischen Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen und der Meinungen der Expertenschaft aus der Praxis leiten sich daraus die Maßnahmen ab, welche eine Human Resource Abteilung während einer Pandemie treffen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
2.1 PESTEL-Analyse
2.2 Literature Review
2.3 Expertiseinterviews
3. Forschungsergebnisse
3.1 PESTEL-Analyse
3.2 Literature Review
3.3 Expertiseinterviews
4. Diskussion
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, konkrete Maßnahmen für das Human Resource Management zu identifizieren, die während einer Pandemie wie SARS-CoV-2 angewendet werden können, um sowohl die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit von Unternehmen zu sichern als auch die Gesundheit der Belegschaft zu schützen.
- Identifikation personalpolitischer Handlungsfelder mittels PESTEL-Analyse
- Integration virologischer Grundlagen zur Bewertung von Schutzmaßnahmen
- Zeitliche Einordnung von HR-Maßnahmen gemäß WHO-Pandemiephasen
- Empirische Validierung durch Experteninterviews mit verschiedenen Betriebsstrukturen
- Erstellung eines Blueprints für betriebliche Pandemiepläne
Auszug aus dem Buch
Krisenkommunikation und Informationskonzept
Auch wenn das individuelle Risiko einer COVID-19 Erkrankung gering scheint, so muss man vom gesellschaftlichen Risiko differenzieren. Denn durch eine ungebremste Ausbreitung des SARS-CoV-2 Erregers würde es zu einer Überlastung des Gesundheitssystems kommen. Das dann knappe Angebot von freien Intensivbetten würde auch bei Nicht-COVID-19-Intensivpatienten zu einer unzureichenden Versorgung führen. Dieses systemische Risiko ist der Grund, weshalb die Einhaltung der Hygienemaßnahmen von der Gesamtbevölkerung mitgetragen werden muss. (Leopoldina, 2020c, S. 7) Kommunizierte Pandemiemaßnahmen werden vor allem dann befolgt, wenn deren Einhaltung intrinsisch motiviert ist, zum Beispiel aus Fürsorge für die Risikogruppen.
Krisenkommunikation sollte während einer Pandemie an erster Stelle stehen. Sie sollte eine realistische Darstellung der Ansteckungsgefahren wiedergeben und gleichzeitig nicht zu falschen Ängsten führen. (Leopoldina, 2020c, S. 7) Das Gefühl der Mitarbeitenden, selbst aktiv Teil der Lösung zur Eindämmung des Viruserregers zu sein, reduziert das Gefühl von Ohnmacht und stärkt das Gefühl der Beherrschbarkeit der Situation (Leopoldina, 2020c, S. 9). Die kommunizierten Informationen bezüglich des Status der Pandemie müssen unmissverständlich, kontextbezogen und zur Aufklärung beitragen. (Leopoldina, 2020c, S. 7) Des Weiteren sollte die Kommunikation „klar, eindeutig und nachvollziehbar“ sein. Für Ältere, weniger gebildete sowie für Menschen ohne oder mit schlechten deutschen Sprachkenntnissen müssen besondere Kommunikationsbedürfnisse berücksichtigt werden. (Leopoldina, 2020c, S. 8) Fremdsprachige Angestellte sollten wichtige Kundmachungen in ihrer Muttersprache zur Verfügung gestellt bekommen (BBK, 2020, S. 57). Je besser man informiert ist, desto besser lassen sich für Einzelne die Risiken abschätzen. Dies gibt den Menschen das Gefühl von Kontrolle über die Situation. Wichtig ist es zudem Beispiele zu kommunizierten Maßnahmen zu nennen, da Menschen stärker durch exemplarische als durch statistische Evidenz geprägt werden. (Leopoldina, 2020c, S. 9)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Pandemieplanung für Unternehmen und definiert die Forschungsfrage sowie die Forschungslücke angesichts bisheriger Studien.
2. Methodik: Es werden die angewandten qualitativen Forschungsmethoden, namentlich die PESTEL-Analyse, das Literature Review und Experteninterviews, detailliert beschrieben und begründet.
3. Forschungsergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die identifizierten personalpolitischen Maßnahmen in den PESTEL-Bereichen, virologische Grundlagen und die empirischen Ergebnisse aus den Interviews.
4. Diskussion: Hier erfolgt die Zusammenführung der theoretischen Erkenntnisse mit den Expertenmeinungen, um Handlungsempfehlungen für das Human Resource Management zu formulieren.
5. Fazit: Das Kapitel schließt mit einem Resümee, eigenen Schlussfolgerungen und einer zusammenfassenden Beantwortung der Forschungsfrage sowie einem Ausblick.
Schlüsselwörter
SARS-CoV-2, COVID-19, Human Resources, Human Resource Management, betrieblicher Pandemieplan, PESTEL-Analyse, Krisenkommunikation, Mitarbeitendengesundheit, Telearbeit, Pandemiephasen, Infektionsschutz, Arbeitsschutzgesetz, Kurzarbeit, Virologie, Unternehmenskrisenmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein Human Resource Management während einer Pandemie, konkret am Beispiel von SARS-CoV-2, effektiv reagieren und personalpolitische Entscheidungen treffen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die betriebliche Pandemieplanung, die gesundheitliche Absicherung der Belegschaft, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die psychische Stabilität der Mitarbeitenden in Krisenzeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, wie man im Human Resource Management in einer Pandemie reagieren sollte und wie die getroffenen Maßnahmen zeitlich in Pandemiephasen einzuordnen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, bestehend aus einer PESTEL-Analyse zur Identifikation von Maßnahmen, einem Literature Review zu virologischen Grundlagen und Experteninterviews zur Validierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze zur Pandemieprävention und -bekämpfung als auch die tatsächlichen Erfahrungen von Unternehmen aus verschiedenen Branchen in Bezug auf die COVID-19-Pandemie analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen SARS-CoV-2, Pandemieplanung, Krisenkommunikation, Homeoffice, Arbeitsschutz und betriebliche Kontinuität.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „Preparedness“ und „Containment“ für Personaler wichtig?
Diese Unterscheidung hilft bei der zeitlichen Steuerung: Während der „Preparedness“-Phase stehen langfristige Vorsorgemaßnahmen im Fokus, während in der „Containment“-Phase akute operative Entscheidungen zur Infektionsvermeidung priorisiert werden müssen.
Welche Rolle spielt die Dokumentation laut der Studie?
Die Dokumentation ist essenziell für die Rechtssicherheit („gerichtsfeste Organisation“), da sie Auswahlentscheidungen, Anweisungen und durchgeführte Hygienemaßnahmen nachvollziehbar macht.
Warum sind psychische Belastungen ein relevanter Faktor für das Personalmanagement?
Die Arbeit zeigt, dass psychischer Stress durch Isolation, Angst und Leistungsdruck die Unfallgefahr erhöhen und die Arbeitsqualität sowie die Gesundheit der Belegschaft nachhaltig beeinträchtigen kann.
- Citar trabajo
- Maximilian Heinemann (Autor), 2021, Human Resource Management in der Pandemie am Beispiel von COVID-19. Eine qualitative Analyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996693