Der qualitative Forschungsprozess. Darstellung der einzelnen Schritte


Essay, 2020

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der qualitative Forschungsprozess
2.1 Ideenfindung und Formulierung der Forschungsfrage
2.2 Literaturrecherche
2.3 Auswahl des Untersuchungsdesigns
2.4 Auswahl der Interviewpartnern
2.5.1 Person 1
2.5.2 Person 2
2.5 Erstellung Interviewleitfaden
2.7 Transkription
2.8 Ableitung des Kategoriensystems
2.9 Interpretation der Ergebnisse
2.10 Schreiben der Seminararbeit

3 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1 Einleitung

Im Rahmen des Moduls Wissenschaftliche Methoden – Qualitativ wurde von mir in diesem Semester eine Seminararbeit zum Thema „Einfluss der Führungsstile auf die Motivation der Mitarbeiter“ geschrieben.

Da dieses Thema aufgrund hoher Anforderungen der modernen Arbeitswelt und damit verbundener Maßnahmen der Unternehmensführungen zur Entwicklung der Mitarbeitermotivation an Bedeutung zunimmt und gleichzeitig in einem engen Zusammenhang mit meiner beruflichen Praxis als Filialleiterin steht, führte es mich zur folgenden Forschungsfrage: Welchen Einfluss haben Führungsstile auf die Motivation der Mitarbeiter?

Ziel dieses Scientific Essays ist die Beschreibung des qualitativen Forschungsprozesses am Beispiel der oben genannten Seminararbeit.

2 Der qualitative Forschungsprozess

Qualitative Forschung wird zur Entdeckung neuer Sachverhalte angewandt und zeichnet sich durch empirisches Vorgehen bei der Erhebung, Auswertung von Daten und flexible Anpassung an den Forschungsgegenstand aus. Ziel der qualitativen Forschung ist Bildung von neuen oder Weiterentwicklung von bereits bestehenden Hypothesen.1 Im Folgenden werden die einzelnen Schritte dieses Forschungsprozesses dargestellt.

2.1 Ideenfindung und Formulierung der Forschungsfrage

Zunächst sollte die Idee bzw. das Thema gefunden werden, von welchem eine Forschungsfrage der Seminararbeit abgeleitet wird. Wie oben schon erwähnt wurde, wurde das Thema für die Seminararbeit aufgrund ihrer Aktualität in der modernen Arbeitswelt und eines engen Zusammenhangs mit der eigenen Berufspraxis gewählt. Die Forschungsfrage wurde als zentraler Ausgangspunkt gestellt und als W-Frage formuliert, nämlich „Welchen Einfluss haben Führungsstile auf die Motivation der Mitarbeiter?“

2.2 Literaturrecherche

Es wurde zum untersuchten Thema sowohl Primärquellen wie zum Beispiel von Kurt Lewin, Ronald Lippitt und Ralph K. White2, Robert Tannenbaum und Warren H. Schmidt3, Abraham Maslow4, Frederick Herzberg5, Heinz Heckhausen6 und Philipp Mayring7 benutzt, aber auch Sekundärquellen wie zum Beispiel von Georg Schreyögg, Jochen Koch8 und von Walter Hussy, Magrit Schreier und Gerald Echterhoff angewendet9, welche sowohl die theoretischen Grundlagen der Führungsstile und Motivation als auch qualitative Forschungsmethoden zusammenfassen und erklären, sodass diese sich beim Schreiben der Seminararbeit inhaltlich ergänzt haben. Außerdem wurde eine Internetquelle zum Thema Mitarbeitermotivation angewendet, welche die aktuellen und wichtigen Ansatzpunkte zur Problemstellung der Arbeit geliefert hat.10

2.3 Auswahl des Untersuchungsdesigns

Um die Forschungsfrage dieser Arbeit zu beantworten, wurden qualitative Forschungsmethoden angewandt, da diese es ermöglichen, den Probanden in einem kommunikativen bzw. verbalen Prozess Fragen zu stellen und dadurch ihre persönliche Einstellung in Bezug auf die gestellte Forschungsfrage zu identifizieren.11 Die Untersuchung von geschilderten Bedeutungen beider Probanden in Bezug auf den Führungsstil ihres Vorgesetzten und ihre Motivation spielte somit eine entscheidende Rolle in der Beantwortung der Forschungsfrage der Seminararbeit.

Innerhalb des Forschungsdesigns wurde das explorative Design gewählt, welches es ermöglicht, die ersten Einsichten in ein Thema zu gewinnen, indem der Forschungsgegenstand möglichst nahe betrachtet wird, um neue Fragen und Hypothesen aufzustellen anstatt die bereits vorhandenen Beschreibungsdimensionen wie beim deskriptiven Design zu beobachten. Typischerweise werden im Rahmen des explorativen Designs Interviews durchgeführt wie auch in der Seminararbeit der Fall war.12

2.4 Auswahl der Interviewpartnern

Die Auswahl der interviewten Personen erfolgte auf Basis des Top-down-Verfahrens. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass Stichprobenpläne bereits vor Beginn der Untersuchung festgelegt werden, wodurch bekannt wird, welche Faktoren sich auf den Untersuchungsgegenstand auswirken13 So wurden zwei berufstätige Personen ausgewählt, die als angestellte Mitarbeiterinnen tätig sind und einen Vorgesetzten haben, mit dem sie auch regelmäßig in Kontakt treten.

2.5.1 Person 1

Die Person 1 ist 27 Jahre alt, weiblich, studiert zurzeit Bioverfahrenstechnik an der Fachhochschule im 7. Semester und arbeitet in Teilzeit als Verkäuferin in einem Biomarkt für Lebensmittel. Die Person arbeitet beim aktuellen Arbeitgeber seit zwei Jahren und interessiert sich zur Zeit des Interviews an der Beschäftigung im Unternehmen nur während der Studienzeit, obwohl ihr die Arbeit generell Spaß macht.

2.5.2 Person 2

Die Person 2 ist 26 Jahre alt, weiblich, studiert zurzeit Business Administration an der Fachhochschule im 5. Semester und arbeitet in Teilzeit als Mitarbeiterin in der Versicherungsabteilung in einem Chemiekonzern. Die Person arbeitet beim aktuellen Arbeitgeber seit vier Jahren und interessiert sich zur Zeit des Interviews an der langfristigen Beschäftigung im Unternehmen auch nach dem Studium.

2.5 Erstellung Interviewleitfaden

In der Seminararbeit wurde von mir das Leitfadeninterview verwendet, welches sich dadurch kennzeichnet, dass die relevanten Aspekte des Untersuchungsgegenstands bereits vor Beginn der Untersuchung festgelegt wurden. So wurde ein Interviewleitfaden formuliert, der sich auf die beiden Kern-Kategorien der Forschungsfrage der Seminararbeit bezieht, nämlich auf Führungsstil und Motivation. Durch diese Standardisierung konnten die beiden Interviews später miteinander verglichen und alle relevanten Aspekte der Forschungsfrage bereits vor Beginn des Interviews berücksichtig werden. Das Leitfadeninterview ist ein halbstandardisiertes Interview, das im Unterschied zum standardisierten Interview, welches eine bestimmte abgeschlossene Struktur hat, lediglich als Anhaltspunkt dient und im Laufe des Interviews nach Bedarf angepasst werden kann, indem zum Beispiel die Reihenfolge der Fragen geändert wird oder Nachfragen gestellt werden. Im Leitfadeninterview der Seminararbeit wurden drei Arten von Fragen gestellt: einleitende Fragen, welche zum Beginn des Interviews zum Warm-Werden gestellt wurden, Leitfadenfragen, die den Kern des Interviews ausmachten und Ad-hoc-Fragen, die nicht geplant, sondern spontan gestellt wurden, falls die interviewte Person zum Beispiel zu kurze Antwort gegeben hat, die erweitert werden sollte.14 Die Interviews wurden per Zoom-Plattform aufgenommen und mit vorheriger schriftlichen Einwilligung der interviewten Personen aufgezeichnet.15

2.7 Transkription

Nach der Aufzeichnung der Interviews lagen die verbalen Daten zunächst in auditiver Form vor. Diese mussten im nächsten Schritt verschriftlicht bzw. transkribiert werden, damit eine spätere systematische Auswertung der Daten durchgeführt werden konnte. Da die Dauer der Interviews auf ca. 10 Minuten beschränkt wurde und die Aufnahmen dadurch relativ kurz waren, erfolgten die beiden Transkriptionen vollständig, also die gesamten Aufnahmen wurden verschriftlicht, sodass genug Material für die spätere Interpretation sowie Kodieren zur Verfügung steht.16 Dabei wurden die Transkriptionsregeln nach Siegfried Lamnek und Claudia Krell eingehalten.17

2.8 Ableitung des Kategoriensystems

Um eine qualitative Inhaltsanalyse durchzuführen, sollte zunächst ein Kategoriensystem definiert werden, um die Bedeutung eines Textes zu erfassen. Dafür sollte zunächst ein Kategoriensystem definiert werden, sodass die Textstellen im nächsten Schritt jeweiligen Kategorien zugeordnet werden konnten. Ein klar definiertes Kategoriensystem ermöglicht es, Textstellen bei späterer Analyse deutlich zuzuordnen. In der Seminararbeit wurden für die Inhaltsanalyse der Interviews sieben Unterkategorien und zwei Oberkategorien durch deduktives Vorgehen gebildet, indem die Basisemotionen der befragten Personen bezüglich des Führungsstils ihren Vorgesetzten und ihrer Motivation angesetzt wurden:18 So wurden die Unterkategorien „Aufgabenorientierung“ und „Mitarbeiterorientierung“ gebildet, die der Oberkategorie „Führungsstil“ zugeordnet werden konnten. Des Weiteren wurden Unterkategorien „Arbeitsfreude“, „Bindung an das Unternehmen“, „Bindung an den Vorgesetzten“, „Binding an Team“ und „Leistungsbereitschaft“ definiert. Diese fünf Unterkategorien wurden der Oberkategorie „Motivation“ zugeordnet.19

[...]


1 Vgl. Hussy, W. u.a., Forschungsmethoden, 2013, S. 186

2 Vgl. Lewin, K.u.a., An Experimental Approach, 1938, S. 292-300; Lippitt, R., An Experimental Study, 1940, S. 43 ff.; Lippitt, R. u.a., The social Climate of Children´s Groups, 1943, S. 485 ff.

3 Vgl. Tannenbaum, R., Schmidt, W.H., How to choose a leadership pattern, 1958, S. 95 ff.

4 Vgl. Maslow, A.H., Motivation and personality, 1954, S. 80 ff.

5 Vgl. Herzberg, F. u.a., The Motivation to Work, 1959, S. 3 ff.

6 Vgl. Heckhausen, H., Eine Rahmentheorie der Motivation, 1963, S. 604 ff.; Heckhausen, H., Leistungsmotivation, 1965, S. 603 ff.

7 Vgl. Mayring, P., Einführung in die qualitative Sozialforschung, 2016, S. 19

8 Vgl. Schreyögg, G., Koch, J., Grundlagen des Managements, 2014, S. 337 ff.

9 Vgl. Hussy, W. u.a., Forschungsmethoden, 2013, S. 186

10 Vgl . https://www.cio.de/a/erfolgsfaktor-mitarbeitermotivation,3590437, Zugriff am 28.07.2020

11 Ebd.

12 Vgl. Hussy, W. u.a., Forschungsmethoden, 2013, S. 305

13 Vgl. Hussy, W. u.a., Forschungsmethoden, 2013, S. 196

14 Vgl. Hussy, W. u.a., Forschungsmethoden, 2013, S. 225 ff.

15 Vgl . https://zoom.us , Zugriff am 31.08.2020; Anhang I „Erklärung zur Teilnahme am Interview“ der Seminararbeit „Einfluss der Führungsstile auf die Motivation der Mitarbeiter“

16 Vgl. Hussy, W. u.a., Forschungsmethoden, 2013, S. 247

17 Vgl. Lamnek, S., Krell, C., qualitative Sozialforschung, 2016, S. 42

18 Vgl. Hussy, W. u.a., Forschungsmethoden, 2013, S. 256; Mayring, P., Qualitative Inhaltsanalyse, 2010, S. 63 ff.

19 Vgl. Kapitel 4.1. der Seminararbeit „Einfluss der Führungsstile auf die Motivation der Mitarbeiter“

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der qualitative Forschungsprozess. Darstellung der einzelnen Schritte
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
10
Katalognummer
V996804
ISBN (eBook)
9783346368065
Sprache
Deutsch
Schlagworte
forschungsprozess, darstellung, schritte
Arbeit zitieren
Lana Kucher (Autor), 2020, Der qualitative Forschungsprozess. Darstellung der einzelnen Schritte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/996804

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