Sophokles - Antigone - Vergleich der beiden Dramen Antigone I und II


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
4 Seiten

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Untersuchung und Vergleich der beiden Dramen ,,Antigone" von Jean Anouilh (1942) und Sophokles (442 v. Chr.)

Einleitend ist klarzustellen, dass es sich beim Drama von Jean Anouilh um eine Wiederaufführung des Stückes ,,Antigone" handelt. Da das Original von Sophokles 2000 Jahre früher geschrieben wurde ist es verständlich, dass sich die beiden Dramen in Sprache, Stil und teils Inhalt unterscheiden. Wobei man anmerken muss das Anouilh seine Version bewusst verändert hat um sie zu modernisieren.

Während beim Drama von Sophokles sich die Dialogführung einerseits durch lange Repliken anderseits durch den ständigen Schlagabtausch (Stichomythie) auszeichnet, ist im Drama von Jean Anouilh die Dialogführung bzw. die Länge der Repliken ausgeglichener.

Durch Verhöre vom König Kreon und Botenberichte erzeugt der Verfasser beim älteren Stück lange Dialoge (teils Monologe). Er schafft einen Konfliktaufbau durch eine dialektische Gegenüberstellung der Position von Protagonist und Antagonist. Dieses erzeugt ein ständiges hin und her von Rede und Gegenrede (Konfliktaustragung), man spricht allgemein von einem aktionistischen Dialog. Im neueren Drama vom Verfasser Anouilh ist jedoch keine klare Gliederung nach der Einleitung zu erkennen Es handelt sich nicht um eine dialektische Gegenüberstellung der Positionen und es ist keine Konfliktzuspitzung, wie bei Sophokles, zu erkennen. In diesem Drama handelt es sich eher um ein Überzeugungsgespräch und nicht um einen aktionistischen Dialog.

Die Bühnenhandlung (Handlungsebene) ist beim älteren Stück insgesamt geschlossen, selbst die Bemerkung des Chorführers richtet sich nicht, wie sonst üblich, ans Publikum. Das Stück von Anouilh hingegen wird durch die Einleitung und den Gebrauch eines Sprechers in der Handlungseben aufgebrochen, da er sich in der Funktion eins Erzählers direkt an das Publikum wendet. Gleichzeitig findet in diesem Stück jedoch auch eine Distanzierung zum Publikum statt.

Bei der Sprachanalyse handelt es sich beim altertümlichen Stück um ein rhetorische Kunstsprache mit einem emphatisch-pathetischen Ton. Es ist auf keinen Fall ein individuelle Sprache. Der Ton soll die Zuschauer zu Emotionen erregen und ein Einfühlen in die Figuren ermöglichen. In der Sprachabsicht ist keine Situationsabhängigkeit zu erkennen. Beim modernen Antigone hingegen ist die Sprachwahl hauptsächlich Umgangs -und Alltagssprache. Besonders auffällig ist die individuelle und situationsabhängige Sprach -und Wortwahl der Figuren (z.B. die Wächter untereinander im vergleich zum König Kreon gegenüber).

Auch die Argumentationsweisen der Dialogpartner in den beiden Dramen unterscheiden sich. Während bei Sophokles die Thesen und Forderungen dominieren und sich die Argumente hauptsächlich auf verbindlich gehaltene Werte beziehen (z.B. die göttlichen Gebote von Zeus und Dike) ist es bei Anouilh' s Antigone schwer eine Argumentationsstruktur festzustellen. In Anouilh' s Stück herrscht eine Verständnislosigkeit zwischen Antigone und Kreon, dass resultiert aus der Sturheit und Naivität Antigones die sich nicht auf Kreon's Überredungsversuche einlässt. Hierbei gibt es ein Parallele zum ältern Stück, wo sich beide eigentlich über die Sichtweise des anderen im Klaren sind, jedoch nicht bereit sind aufeinander zuzugehen und einzulenken. Außerdem ist klarzustellen, dass in Anouilh's Stück sich keiner der Charaktere auf Werte oder verbindliche Ordnungen beruft. Im zweiten Teil des Vergleiches der beiden Dramen wird mehr auf den Inhalt und die Figuren des Dramas eingegangen.

Im ersten Text ist die Beziehung der Dialogpartner sehr stark durch ihre gesellschaftlichen Positionen und die damit verbundenen Machtverhältnisse geprägt. Die Personen sind Handlungsträger, deren Identität lediglich aus der Zugehörigkeit zu ihrem Stand und ihrem Stellenwert in der religiösen Ordnung resultiert. Sie sind sehr stark an den Mythos gebunden und handeln nach übergeordneten Normen und Moralvorstellungen. In Sophokles´Antigone geht es nur um die gesellschaftliche Rollenverteilung nach denen sich die Personen konform verhalten. Kreon fühlt sich durch die Götter und die Rangordnung gezwungen in einer bestimmten Art und Weise zu handeln, da es halt so zu sein hat. In dem Dialog fehlt es an Menschlichkeit besonders Kreons und das Fehlen der psychologischen Dimension macht eine persönliche Beziehung der Personen unmöglich. In dem ersten Dialog wird sich sehr stark auf die handelnden Personen konzentriert und der Wächter beispielsweise wird nur auf seine Funktion reduziert.

Im zweiten Dialog hingegen wird sich sehr stark an einer persönlichen Beziehung orientiert statt an der gesellschaftlichen Stellung und religiösen Normen und Werten. Trotzdem wird kein gegenseitiges Verstehen erreicht. Die Personen haben nun keinen klaren Bezugspunkt mehr sondern handeln aus Menschlichkeit. Es besteht keine so starke Bindung mehr zu dem Mythos sondern die Dialogpartner besonders Kreon handeln nach eigener Meinung und Überzeugung. Kreon übernimmt eine Art Vaterrolle, da er Antigone als kleines Mädchen bezeichnet und sie nicht ernst nimmt. Er hält sie für naiv und möchte sie vor einer Strafe bewahren. In dem Dialog besitzen auch die Nebenfiguren eine größere Bedeutung, da sie mit ihren Interessen und Beziehungen dargestellt werden.

Im ersten Text haben die Protagonisten feste Motive die an ihre gesellschaftliche und religiöse Stellung gebunden sind. Kreon fühlt sich von höherer Stelle verpflichtet so zu handeln wie er es tut und hält sich lediglich strikt an die damaligen Moral- und Wertvorstellungen. Er bestraft eine damals als Sünde angesehene Tat, da das vom Volk und den Göttern erwartet wird. Antigone handelt aus purem Familienstolz und besitzt eine vom Volk leicht abweichende Weltvorstellung. Ihr ist allerdings bewusst, dass sie bestraft werden muss, gesteht aber dennoch die Tat.

Im zweiten Dialog betrachtet Antigone es als ihre Pflicht ihren Bruder zu beerdigen um den Stolz ihrer Familie zu bewahren. Obwohl Kreon aus rein menschlichen Motiven handelt und Antigone vor einer Strafe bewahren möchte besteht sie darauf als die Schuldige zu gelten und bestraft zu werden. Kreon versucht Antigone zu beeinflussen und ihr die Taten auszureden. Sie besteht sogar noch weiterhin darauf ihren Bruder zu beerdigen um ihren und den Stolz ihres Bruders zu wahren. Kreon versucht sogar Antigone den Glauben an den Götterritus auszureden, hat damit allerdings keinen Erfolg.

Der Dialog Anouilh´s wirkt um einiges lebendiger als der Text von Sophokles, da es sich um einen Dialog mit sehr viel Rede und Gegenrede handelt, der als Konfliktaustragung selbst Handlung ist. Beim zweiten Dialog handelt es sich um ein offenes Drama während Sophokles´ Antigone ein geschlossenes Drama ist. Er ist länger, da er nicht an den Mythos und das damalige Weltbild gebunden ist. Hier steht der Konflikt, also die Rede und Wiederrede im Vordergrund, während der erste Text durch das Gesellschaftsbild und die gesellschaftliche Rollenverteilung geprägt ist. Somit gibt es im ersten Dialog kaum eine Diskussionsgrundlage, da ja alles vorbestimmt ist und sich an die übergeordneten Werte und Normen gehalten wird. Aus der unterschiedlichen Darstellung des Kreons resultiert ein Teil der Länge des zweiten Textes. Es gibt, wie schon erwähnt, viele kürzere Statements die das Drama abwechslungsreich gestalten.

Vergleicht man beide Texte, so stellt man trotz der gleichen Rahmenhandlung diverse Unterschiede fest. Die Motive der Personen beispielsweise sind in beiden Fassungen sehr verschieden. Außerdem variieren einige Handlungselemente oder es werden neue hinzugefügt oder weggelassen.

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Details

Titel
Sophokles - Antigone - Vergleich der beiden Dramen Antigone I und II
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V99708
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ein Vergleich der beiden Dramen Antigone von Sophokles (442 v. Chr) und Jean Anouilh (1924)
Schlagworte
Antigone, Anouilh, Sophokles
Arbeit zitieren
Timm Klöpper (Autor), 2000, Sophokles - Antigone - Vergleich der beiden Dramen Antigone I und II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99708

Kommentare

  • Gast am 6.5.2001

    später.

    Zahlendreher -nicht 1924, aber 1941/42

  • Gast am 30.10.2001

    Yo!.

    Hi Verfasser! Ich wollte dir mal danken, dass du diesen Vergleich geschrieben hast! Hastt mir echt ein Stück Arbeit abgenommen

  • Gast am 10.2.2002

    Danke.

    du hast meinen netzwerkebend gerettet und mir viel arbeit erspart

  • Gast am 20.3.2002

    Von wegen....

    Von wegen danke. Sorry, aber das is sowas von schlecht geschrieben...zum Großteil mags ja richtig sein, aber da sind fast nur Behauptungen und keine Begründungen zu finden...

    ...ausserdem hat das zeimlich viel gemein mit nem anderen Text über das Thema, der hier herumlungert...

  • Gast am 17.4.2002

    Thx.

    So einfach erledigen sich Hausaufgaben ;)

  • Gast am 10.5.2002

    Mittelprächtig.

    Deine Hausarbeit ist inhaltlich ja gar nicht mal so übel, aber stilistisch musst du echt noch einiges tun. Auch sprachlich gibts da so einige Stolpersteine ( z. B."beim Antigone" oder Kommasetzung und "dass / das"). Ich finde, das muss stimmen, wenn man etwas veröffentlicht.

  • Gast am 1.9.2002

    Was soll das?.

    Sag mal, kann das sein, dass ich "deine" Arbeit vor ca 2 Minuten schonmal in Stichpunktform bei nem anderen Referat auf dieser Seite gelesen habe? Das ist echt schwach!!!!

  • Gast am 21.11.2002

    McWalla.

    moinsen!
    wir haben heute eine arbeit über deine rezension hier geschrieben...unser deutschlehrer hat die hier gefunden und gleich genommen...da haben wir den text alle heftig auseinander gerupft und es kam nur negatives raus die meisten hatten dann als gesamt not eine 5- raus .. also tu was...klarheit,stil,vollständigkeit,richtigkeit,satzbau,wortwahl,rechtschreibung,zeichensetzung,etc ist alles grotten schlecht..

  • Gast am 22.11.2002

    ganz schön falsch.

    Das is ja wohl richtig schlecht!
    Ich weiß ja nicht in welcher Klasse du bist und es mag ja auf den ersten Blick danach aussehen, als ob der Schreiber hier richtig Ahnung hat, z.B. wegen der Fachbegriffe. Aber wenn man sich das Ganze mal richtig durchließt ist das Meiste einfach nur falsch. Außerdem gibt es überhaupt keine Struktur, so dass man nicht weiß auf welchen Text der Verfasser sich bezieht.
    Auch an der formalen Seite gibts noch viel zu tun.

  • Gast am 22.11.2002

    ganz schön schlecht.

    Diese Rezension ist Müll.
    Naja gut auf den ersten Blick hört sie sich ja vielleicht gut an; besonders wegen der vielen Fachbegriffe.
    Aber wenn man mal genauer reinschaut ist der Inhalt fast komplett falsch und die Struktur ist so mies, dass man fast nicht mehr weiß, zu welchem Text die Aussage denn nun zutrifft.
    Auch formal gibt es sehr viele Fehler.

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