Wissensbilanzen. Funktionsweise und Architektur


Studienarbeit, 2021

29 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Abgrenzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Wissensbilanzen
2.1 Begriffserklärung
2.2 Kontext und Aufbau
2.3 Funktionsweise und Architektur
2.4 Nutzen
2.5 Arten
2.5.1 Intellectual Capital Statement – Made in Europe
2.5.2 Intangible Assets Monitor
2.5.3 Intellectual Capital Navigator
2.5.4 Zusammenfassung
2.6 Kritische Reflexion

3 Fazit und Ausblick

IV. Quellenverzeichnis
IV.I Literatur
IV.II Internet
IV.III Sonstige
IV.IV Abbildungen

V. Anhang

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1: Architektur und Kontext der Wissensbilanz

Abbildung 2.2: Vorgehen der Wissensbilanz

1 Einleitung

„ Miß alles, was sich messen läßt, und mach alles meßbar, was sich nicht messen läßt. “

Zitat Archimedes (287 - 212 v. Chr.)1

Auch Wissen soll gemessen werden, um seinen Nutzen bestimmen zu können. Bislang finden in Unternehmen meistens nur eine Finanzbilanz statt.2 Hierbei werden die materiellen Güter gelistet und dadurch Rückschlüsse auf das Unternehmen gegeben. Dies spiegelt jedoch nur eine Momentaufnahme wider. Langfristiger Erfolg resultiert aus immateriellen Gütern des Unternehmens.3 Wissen erzeugt neue Produkte, nicht die Maschinen und das Geld an sich. Wissen sorgt für den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Unternehmens. Das Standing von Wissen entwickelt sich stark aufwärts, aus genau diesen Gründen. Dies zeigt sich auch darin, dass die DIN-Norm 9001 in der neusten Fassung auch ein Wissensmanagement fordert.4 Dennoch wird das bestehende Wissen und Know-How nicht in der Jahresendabrechnung berücksichtigt.5 Oftmals ist der Grund dafür der Aufwand, aber auch die anscheinend fehlende Möglichkeit, immaterielle Güter, greifbar und bewertbar zu machen. Hierbei kommen wir auf das Zitat zurück, „Miss alles, was sich messen lässt“ bezieht sich auf die materiellen Güter, wie z. B. der Wert der Anlagen oder auch das Geld auf dem Bankkonto der Organisation. „Und mach alles messbar, was sich nicht messen lässt“; hierbei sind die immateriellen Güter des Unternehmens zu berücksichtigen. Machen wir also Wissen und Know-How messbar und ermöglichen dadurch eine vollständige Bewertung des Unternehmens. Wissensbilanzen helfen dabei die verschiedenen Kapitale des Unternehmens aufzuzeigen und sie messbar zu machen. Diese Tools wollen wir in dem vorliegenden Assignment betrachten.

1.1 Ziel der Arbeit

Wie ist die Funktionsweise und die Architektur der Wissensbilanzen? Dieser Forschungsfrage widmet sich dieses Assignment. Hierbei sollen der Aufbau und auch die Funktionsweise als Finalziel aufgezeigt werden. Als Modalziele soll der Begriff der Wissensbilanzen umrissen und mehrere Arten der Wissensbilanz exemplarisch dargestellt werden. Der Fokus besteht jedoch auch hier auf dem generellen Aufbau und der Funktionsweise der Arten, welcher mit Hilfe der Wissensbilanz – Made in Germany dargestellt werden soll.

1.2 Abgrenzung der Arbeit

Eine Abgrenzung ist aufgrund der Vielzahl an Arten der Wissensbilanz von Nöten. Das Assignment möchte hierbei einen generellen Überblick geben und nicht die verschiedenen Arten im Detail präsentieren. Hierbei wird sich auf die Wissensbilanz „Made in Germany“ des Arbeitskreises Wissensbilanz fokussiert. Zwar werden die weiteren Modelle kurz vorgestellt, jedoch möchte dieses Assignment keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Die ausgewählte Wissensbilanz-Methode steht hierbei exemplarisch für alle Varianten, da sie sich im Grundaufbau und der Funktionsweise stark ähneln.

Fokussiert wird sich aufgrund der limitierten Ressourcen auf die Wissensbilanz an sich. Grundlagenwissen im Bereich des Wissens und Wissensmanagement wird hierfür vorausgesetzt.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit besteht aus insgesamt drei Kapiteln. Anschließend an die Einleitung wird die Wissensbilanz vorgestellt. Hierbei wird Bezug genommen auf die Entwicklung, der Begriff wird umrissen und erläutert. Um das Grundprinzip erkenntlich zu machen, wird anschließend der Aufbau der Wissensbilanz aufgezeigt und der Kontext vorgestellt. Zudem wird die Funktionsweise und Architektur der Wissensbilanz – Made in Germany vorgestellt. Anschließend wird der Nutzen einer Wissensbilanz kurz genannt und es werden weitere Arten vorgestellt. Abschließen wird das zweite Kapitel mit einer kritischen Reflexion der Wissensbilanz. Im dritten Kapitel wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick in Bezug auf die Wissensbilanz gegeben.

2 Wissensbilanzen

Der Begriff der Wissensbilanz wird primär von dem Arbeitskreis Wissensbilanz (AK-WB) geprägt und hat daher inzwischen im deutschsprachigen Raum ein bedeutendes Standing. Erste Überlegungen, immaterielle Kapitale zu berücksichtigen entstanden jedoch bereits in den 60er Jahre. Schutz und Becker brachten hierbei erstmals den Begriff des Humankapitals auf, welcher im zweiten Abschnitt dieses Kapitels detailliert beschrieben wird.6 Wirkliche Bedeutung erhielten die immaterielle Kapitale jedoch erst mit der Entwicklung der „Balanced Scorecard“ von Kaplan und Norton in den 90er Jahren.7 Darauf folgten dann auch die ersten Entwicklungen einer Wissensbilanz im heutigen Sinne. In den späten 90er Jahren entwickelten Malone & Edvinsson einen „Intellectual Capital Report“, welcher die Aufspaltung in verschiedene intellektuelle Kapitale beinhaltete und als Zusatz zur rein wirtschaftlichen Betrachtung dienen sollte.8 Im nachfolgenden Abschnitt wird der Begriff der Wissensbilanz kurz erklärt. Danach folgt eine die Erklärung des Aufbaus und der Funktionsweise, gefolgt von einer kurzen Erläuterung des Nutzens einer Wissensbilanz. Zusätzlich wird noch ein kurzer Überblick über ein paar weitere Arten gegeben. Abschließen wird das Kapitel mit einer kritischen Betrachtung der Wissensbilanz.

2.1 Begriffserklärung

Die Wissensbilanz oder ursprünglich „Intellectual Capital Statement“ genannt, dient der Aufzeichnung und Bestandsaufnahme der Intellektuellen Kapitalen in einem Unternehmen. Eine standardisierte Definition des Begriffs gibt es bislang nicht. Der Begriff lässt jedoch eine Fehldeutung zu, indem mit dem Begriff „Bilanz“ automatisch der finanzwirtschaftliche Aspekt der Bilanzierung entsteht, welcher sich in Aktiva und Passiva unterteilt. Die Wissensbilanz möchte jedoch hier keine Vermögenswerte und Investitionsgrundlagen aufzeigen9, sondern eher den aktuellen Status und Wirkungszusammenhänge wiedergeben.10 Daher wird die Wissensbilanz auch in den Sektor der induktiv analytischen Ansätze eingeordnet. Diese beschreiben und bewerten die Wissensbasis, berücksichtigen jedoch gleichzeitig auch die finanziellen Indikatoren.11 Dabei dient die Wissensbilanz einer strukturierten Darstellung der Intellektuellen Kapitalen und deren Bewertung. Hierfür zeigt sie sich in einer strategischer Ausrichtung. Die operative Umsetzung erfolgt derweil im eigentlichen Wissensmanagement des Unternehmens. Mit Hilfe der Wissensbilanz können die Methoden, das Vorgehen und der Status gemessen und verglichen werden, um somit die Steuerung zu erleichtern.12 Sie ist damit ein Tool des strategischen Managements.13 Der Aufbau dieses Tools wird im anschließenden Abschnitt beschrieben.

2.2 Kontext und Aufbau

In Abbildung 2.1 wird der grundlegende Aufbau einer Wissensbilanz gezeigt bzw. in welchem Kontext sie sich bewegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Architektur und Kontext der Wissensbilanz14

Grundbaustein der Wissensbilanz sind die Intellektuellen Kapitale des Bilanzierungsbereichs (in der Abbildung 2.1 ist es die Organisation als Ganzes). Prinzipiell ist auch nur ein Bereich des Unternehmens als Bilanzierungs- bzw. Betrachtungsbereich denkbar. Wichtig ist nur, dass dies im Vorhinein definiert wird.15 Die Intellektuellen Kapitale bestehen typischerweise aus den drei Kapitalen: Humankapital, Strukturkapital und Beziehungskapital, welche nachfolgend kurz beschreiben werden:16

Humankapital: Wie das erste Wort „Human“ bereits angibt, geht es bei diesem Kapital um die humane Ressource, sprich die Mitarbeiter. Im Fokus stehen dabei die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Angestellten des Betrachtungsbereichs.17 Die Fähigkeiten und Kompetenzen sind hierbei im Besitz der Mitarbeiter. Das bedeutet, sollte der Mitarbeiter den Bereich verlassen, ginge dadurch die Kompetenz verloren und damit auch ein Anteil des Kapitals.18 Beispiel hierfür sind die Fachkompetenz, Führungskompetenz, Sozialkompetenz und die Mitarbeitermotivation.19

Strukturkapital: Auch die Strukturen im Unternehmen werden mit einem Kapital bewertet. Hierbei geht es um unternehmerische Werte wie z. B. die Unternehmenskultur oder auch Führungsinstrumente und dokumentiertes Wissen. Diese Strukturen sind im Unternehmen vorhanden, auch wenn ein Mitarbeiter dieses verlässt. Ziel der Strukturen ist es, die Arbeit der Mitarbeiter möglichst innovativ und effizient zu gestalten.20

Beziehungskapital: Hierbei geht es um Beziehungen des Unternehmens mit externen Personen und Gruppen. Dabei ist insbesondere das Geschäftsumfeld gemeint, welches sich unteranderem aus Lieferanten, Kunden und Staat zusammensetzt. Aber auch weitere Stakeholder, wie z. B. Kapitalgeber etc. werden hier mit ihrer Beziehung berücksichtigt.21 Dieses Kapital kann nicht ausschließlich auf das Unternehmen oder eine Person geprägt werden, da sowohl Beziehungen zum Unternehmen aufgebaut werden, aber auch Beziehungen zwischen Personen entstehen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Beziehung des Außendienstmitarbeiters mit einem Einkäufer des Kunden. Diese geht teilweise bereits in die Freundschaft über. Oftmals sind diese aber auch rein betriebswirtschaftlich geprägt, wobei hier dann wiederrum die Beziehung zum Unternehmen und nicht zur Person an sich geschieht.22

In Abbildung 2.1 wird zudem deutlich, dass das Intellektuelle Kapital, gemeinsam mit dem finanziellen und materiellen Kapital (welche sowohl hier, als auch in der Wissensbilanz nicht weiter berücksichtigt werden23 ), beeinflussend auf den Geschäftsprozess der Organisation auswirkt. Dieser ist dem Wissensprozess vor-, parallel- und nachgeschaltet ist. Aus dem Wissensprozess ergibt sich schließlich die eigentliche Wertschöpfung, durch Innovationsideen o. Ä. Ebenfalls in der Abbildung zu finden ist die Ausgangssituation. Diese bezieht sich auf das Geschäftsmodell.24 Hierbei gilt es die Vision und Ziele des Unternehmens, sowie die unterschiedlichen Strategien und Maßnahmen zur Erreichung dieser, zu identifizieren und gegebenenfalls zu beschreiben. Ebenfalls ist die externe Wirkung mit dem Geschäftserfolg, welcher aus dem Geschäftsprozess resultiert zu berücksichtigen und zu eruieren. Der Faktor des Geschäftsumfelds mit all seinen Möglichkeiten und Risiken umrahmt die Organisation und den Prozess. Das Umfeld hat hierbei auch einen maßgeblichen Einfluss auf die Wissensbilanz, denn das Umfeld stellt den Stand der Technik, die Personen (Humankapital) und das Umfeld, sowie auch deren Beteiligten wie z. B. Lieferanten, Kunden oder auch der Staat (Beziehungskapital) dar.25

2.3 Funktionsweise und Architektur

Wir wollen zuerst den Ablauf der Erstellung einer Wissensbilanz näher erläutern. Der Weg zur fertigen Wissensbilanz lässt sich in acht Schritten beschreiben, welche wir nachfolgenden genauer vorstellen. Dabei orientieren wir uns an folgender Abbildung 2.2. Vor Beginn des Vorgangs ist zu allererst ein Team für die Wissensbilanzerstellung zu definieren, welches von einem Moderator geleitet wird. Das Team kümmert sich dabei um verschiedene Workshops zwischen den Phasen.26 Eine detaillierte Betrachtung dieser Workshops bleibt bei diesem Assignment außenvor. Wir konzentrieren uns hierbei auf den generellen Ablauf.27

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2: Vorgehen der Wissensbilanz28

Nun aber zu den acht Schritten aus Abbildung 2.2, welche der Arbeitskreis Wissensbilanz für die Erstellung vorgibt und empfiehlt. Alle Schritte bauen hierbei aufeinander auf und geben wichtige Informationen für den folgenden Schritt und damit auch für die gesamte Wissensbilanz.29 Als Zusatz gibt es noch die Einstufung in vier Meilensteine, welche mit den Schritten erreicht werden. Diese werden nachfolgend bei den jeweiligen Schritten ebenfalls genannt.30

1. Geschäftsmodell beschreiben:

Im ersten Zug muss die Ausgangsituation betrachtet werden. Hierbei sollte die Vision, Strategie und deren Ziele im Fokus stehen. Des Weiteren bietet sich eine Betrachtung des Geschäftsprozesses, des Geschäftsumfelds und insbesondere des Geschäftserfolgs an. All dies bezieht sich auf den ausgewählten Bilanzierungsbereich. Wie bereits vorangestellt angedeutet, muss sich das Unternehmen im Vorhinein überlegen, ob es die gesamte Organisation oder nur einen Teilbereich betrachten möchte. Darauf aufbauend können dann die besagten Faktoren analysiert und bezeichnet werden.31 Zu beachten ist, dass die Ziele und Anforderungen klar sind, jedoch auch nicht zu viel Zeit des gesamten Projektes auf diesen Schritt verwendet wird.32

2. Intellektuelles Kapital definieren:

Hierfür nehmen wir wieder Bezug auf das vorangegangen Kapital. In diesem Schritt werden die Kapitalarten definiert und mit Hilfe von Einflussfaktoren untermauert. Diese Einflussfaktoren wurden teilweise auch schon genannt und sind unteranderem Führungskompetenz (Humankapital), Dokumentiertes Wissen (Strukturkapital) und Kundenbeziehungen (Beziehungskapital).

3. Intellektuelles Kapital bewerten:

Die ausgewählten Einflussfaktoren werden in diesem Schritt anhand des Status Quo bewertet. Hierbei werden die Dimensionen Quantität, Qualität und Systematik (QQS) empfohlen. Dabei kann es auch sein, dass ein Faktor im QQS-Schema überbewertet ist, sprich über 100 % erhält. Dies kann dazu genutzt werden, dieses dezent zu rationalisieren und die Ressourcen in einen niedriger bewerteten Einflussfaktor bzw. das zugehörige Kapital zu investieren. Wichtig ist dabei immer die Begründung, um Subjektivität zu vermeiden. Zudem sollte das gesamte Team miteinbezogen werden, so dass unterschiedliche Meinungen und Perspektiven in die Bewertung einfließen. Aus der Bewertung ergibt sich dann ein aktueller Status der jeweiligen Kapitale und insbesondere auch ein Stärken/Schwächen Profil des Bilanzierungsbereichs. Dies kann nützlich sein für die interne Nutzung und Verbesserung, auf welche wir im letzten Schritt detaillierter eingehen werden. Dieser Schritt schließt den ersten Meilenstein ab. Dieser ist primär für das obere Management einer Organisation geeignet und kann auch für sich alleine stehen als eine erste grobe Wissensbilanz.33

4. Intellektuelles Kapital messen:

Um die Bewertung mit quantifizierbaren Werten zu belegen bzw. zu stützen, werden in diesem Schritt Indikatoren für die Einflussfaktoren eruiert. Diese können absolute oder relative Kennzahlen sein. Die Auswahl der richtigen Kennzahlen für die einzelnen Einflussfaktoren und deren QQS-Schema sind entscheidend. Hierbei können auch Kennzahlen doppelt verwendet werden, falls sie auf mehrere Faktoren passen. Anschließend lässt sich auch hier wieder der Status Quo anhand der gewählten Indikatoren messen. Mit diesem Schritt wird der zweite Meilenstein erreicht, in dem er den ersten noch mit Fakten unterlegt und somit die Wissensbilanz etwas detaillierter gestaltet. Nun kann die Bilanz bereits für Kommunikationszwecke verwendet werden.34

5. Wirkungszusammenhänge erfassen:

In diesem Schritt werden die Auswirkungen bzw. der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang der einzelnen Einflussfaktoren aufeinander analysiert. Dabei werden zwei Aspekte berücksichtigt: die Wirkungsstärke (keine, schwache, mittlere und starke Wirkung) und der Wirkungszeitraum (sofort, kurz-, mittel- oder langfristig). Hierbei bietet sich eine Wirkungsmatrix an, dort werden die Einflussfaktoren dann im Team durchgegangen und es werden die Wirkungsstärken von „0-3“ durchbewertet.35 Anschließend lässt sich dies analog für den Wirkungszeitraum erstellen. Üblicherweise wird jedoch primär die Wirkungsstärke zuerst analysiert und dann überprüft, inwieweit hier die zeitliche Perspektive bei den Einflussfaktoren zu berücksichtigen ist. Theoretisch möglich wäre auch eine Kombination der beiden Dimensionen Stärke und Zeit, so dass sich eine Art Prioritätszeit für jeden Einflussfaktor herauskristallisieren würde, ähnlich dem Vorgehen einer Risikoanalyse.36 Vom Arbeitskreis greift dies bislang lediglich teilweise im Schritt der Auswertung auf. Für eine geeignete Priorisierung könnte sich dies jedoch bereits in diesem fünften Schritt eignen. Jedoch wird dieser Gedanke hier nicht weiter ausgeführt. Er dient lediglich als Inspirationsgrundlage.

6. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse:

In diesem Schritt werden die Ergebnisse der drei vorangegangenen Schritte zusammengefasst, analysiert, ausgewertet und interpretiert. Dabei werden das QQS-Schema, die Indikatoren und die Wirkungszusammenhänge betrachtet. Aus den Ergebnissen können dann Schlüsse gezogen werden. Dafür bieten sich einige Visualisierungsmöglichkeiten an, wie z. B. Portfolioanalysen mit Bubble Charts für das QQS oder auch das Potenzial, Tabellen für das QQS oder auch einfache Balkendiagramme.37 Hiermit ist der dritte Meilenstein erreicht und die Ergebnisse können zusammengefasst in einem Dokument aufbereitet und an die entsprechende Zielgruppe kommuniziert werden.38

7. Maßnahmen ableiten:

Aus der Analyse und der Interpretation müssen nun konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, welche wiederrum auch überprüfbar sein sollten. Bestenfalls sind diese mit denselben Indikatoren abdeckbar, so dass die Wissensbilanz in zyklischen Abständen nur noch aktualisiert werden muss und nicht vollständig überarbeitet.39 Da die Wissensbilanz ein strategisches Tool ist, gilt es hier lediglich die Maßnahmen zu planen und zu definieren. Die eigentliche Umsetzung bleibt dem operativen Wissensmanagement vorbehalten. Hiermit ist auch der vierte Meilenstein erreicht, welcher die vollständige Wissensbilanz beinhaltet, welche wie nachfolgend vorgestellt, intern und extern genutzt werden kann.40

[...]


1 Zitat Archimedes (o. J.)

2 Vgl. Pfitzer (2018)

3 Vgl. Müller (2009), S. 10 ff.

4 Vgl. DIN EN ISO 9001:2015

5 Vgl. Pfitzer (2018)

6 Vgl. Lind-Braucher (2013), S. 306

7 Vgl. BMWi (2013), S. 51 f.

8 Vgl. Lind-Braucher (2013), S. 306

9 Vgl. Hubert (2020), S. 31 ff.

10 Vgl. Mertins (2016), S. 75

11 Vgl. North (2016), S. 210 f.

12 Vgl. Lind-Braucher (2013), S. 305 f.

13 Vgl. Will (2007), S. 615 ff.

14 Quelle befindet sich im Quellenverzeichnis

15 Der genaue Ablauf wird im nachfolgenden Unterkapitel im Detail behandelt

16 Vgl. BMWi (2013), S. 18 f.

17 Vgl. Mertins (2016), S. 74

18 Vgl. Wohltmann (2018)

19 Vgl. BMWi (2013), S. 18, Vgl. auch AKWB (2021)

20 Vgl. Ebenda., Vgl. auch AKWB (2021)

21 Vgl. Ebenda, S. 19, Vgl. auch AKWB (2021)

22 Vgl. Schulze (2009), S. 5 f.

23 Vgl. North (2016), S. 219

24 Das Geschäftsmodell wird im anschließend Abschnitt detaillierter erklärt

25 Vgl. Ebenda., S. 218 f.

26 Vgl. Mertins (2016), S. 74 ff. und BMWi (2013), S. 11 f.

27 Für detaillierte Informationen über die Workshops ist BMWI (2013), S.11—50, sowie Fraunhofer Workshop (2020) zu empfehlen

28 Eigene Abbildung in Anlehnung an BMWi (2013), S. 12

29 Vgl. BMWi (2013), S. 11-50 und Mertins (2016) S. 74 ff.

30 Vgl. North (2016), S. 2019 f.

31 Begriffsdefinitionen befinden sich im Anhang 1: Glossar

32 Hilfestellung bietet hier der Leitfaden Strategische Ziele (2014), Vgl. auch Mertins (2016), S. 79 ff.

33 Vgl. North (2016), S. 219

34 Vgl. North (2016), S. 219

35 Ein Beispiel einer Wirkungsmatrix befindet sich in Anhang 2: Beispiel einer Wirkungsmatrix

36 Weiterentwicklungsgedanken des Autors in Anlehnung an FMEA à Vgl. beispielsweise Bremer (2020), S.49

37 Einige Beispiele der Visualisierungsmöglichkeiten befindet sich in Anhang 3: Visualisierungsmöglichkeiten

38 Vgl. North (2016), S. 220

39 Vgl. Leitfaden Kontinuierliche Wissensbilanz (2014), S. 8-16

40 Vgl. North (2016), S. 220

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Wissensbilanzen. Funktionsweise und Architektur
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
29
Katalognummer
V997164
ISBN (eBook)
9783346374257
ISBN (Buch)
9783346374264
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensbilanz, Intellectual Capital Statement, Intellectual Capital, Intellektuelles Kapital, Intellectual Capital Report, Wissensbilanz - Made in Germany, Wissensbilanzen, Humankapital, Strukturkapital, Beziehungskapital
Arbeit zitieren
Tim Glaser (Autor), 2021, Wissensbilanzen. Funktionsweise und Architektur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997164

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