Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um einen Unterrichtsentwurf für eine Lehrprobe aus dem Fach Betriebswirtschaftslehre für Kaufleute im Groß- und Außenhandel an einer Berufsbildenden Schule.
Der fachliche Schwerpunkt der zugrundeliegenden Lernsituation liegt in der Durchführung eines Beschaffungsvorganges für 200 Herren-Trekking-Hosen, ausgehend von der externen Bezugsquellenermittlung bis zur Bestellung durch die Spindler KG. In der geplanten Unterrichtsstunde steht die Auswahl eines geeigneten Lieferanten hinsichtlich quantitativer und qualitativer Kriterien im Vordergrund.
Inhaltsverzeichnis
1 Schulische und unterrichtliche Rahmenbedingungen
1.1 Verortung im Lehrplan
1.2 Lerngruppe und Lernvoraussetzungen
1.3 Didaktische Abschnittsplanung
2 Didaktische Entscheidungen und Entwicklung der Lernaufgabe
2.1 Analyse des Sachverhalts und didaktische Reduktion
2.2 Gestaltung der Lernaufgabe
3 Konzeptionelle Schwerpunktsetzung
3.1 Zielformulierung
3.2 Kompetenzen
4 Methodisch-didaktische Gestaltung der Lernhandlung
4.1 Einstieg und Motivation
4.2 Problemstrukturierung und Auftragsübergabe
4.3 Erarbeitung
4.4 Präsentation
4.5 Besprechung und Transfer
4.6 Reflexion
4.7 Freiräume
5 Lernschleife
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, einen handlungsorientierten Unterrichtsentwurf für das Fach Betriebswirtschaft zu präsentieren, in dem Auszubildende lernen, Lieferantenentscheidungen nicht nur über den Preis, sondern mittels einer fundierten Nutzwertanalyse ganzheitlich zu treffen.
- Handlungsorientierte Beschaffungsprozesse im Großhandel
- Methodik der Nutzwertanalyse zur Lieferantenbewertung
- Differenzierung zwischen quantitativen und qualitativen Auswahlkriterien
- Förderung von Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz
- Verknüpfung von theoretischem Wissen mit betrieblicher Praxis
Auszug aus dem Buch
2.1 Analyse des Sachverhalts und didaktische Reduktion
Der fachliche Schwerpunkt der zugrundeliegenden Lernsituation liegt in der Durchführung eines Beschaffungsvorganges für 200 Herren-Trekking-Hosen, ausgehend von der externen Bezugsquellenermittlung bis zur Bestellung durch die Pirma KG. In der geplanten Unterrichtsstunde steht die Auswahl eines geeigneten Lieferanten hinsichtlich quantitativer und qualitativer Kriterien im Vordergrund. Bereits in der Vorstunde erhielten die Schüler drei Angebote von verschiedenen Lieferanten. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, wurden mithilfe einer Einkaufskalkulation die Bezugspreise ermittelt (sog. quantitativer Angebotsvergleich). Der preisgünstigste Lieferant, in diesem Fall die Leinemeister GmbH, wurde dadurch ermittelt. Allerdings ist der Preisvergleich nur ein Kriterium für die Auswahl von Lieferanten; der billigste Lieferant ist nicht immer der Beste.
Darüber hinaus müssen neben dem Bezugspreis weitere qualitative Kriterien bei der Auswahl eines Lieferanten berücksichtigt werden (sog. qualitativer Angebotsvergleich). Dies können bspw. sein: Qualität der Ware, Termintreue und Kulanz bei der Abwicklung von Leistungsstörungen. Die Nichtbeachtung könnte negative Auswirkungen auf den Handelsbetrieb (z. B. Imageschaden, verspätete Liefertermine) haben. Die benötigen Informationen liefern bei bestehenden Geschäftsbeziehungen interne Bezugsquellen. In diesem Fall ist die Pirma KG auf der Suche nach Erstlieferanten; Informationen müssen aus externen Bezugsquellen ermittelt werden. Dieser Auswahl- und Bewertungsprozess bildet den Schwerpunkt der geplanten Unterrichtsstunde. Dies wird mit Hilfe einer Nutzwertanalyse, auch Entscheidungsbewertungstabelle genannt, durchgeführt. Dazu werden neben dem Bezugspreis qualitative Kriterien von den Schülern erarbeitet. Diese Kriterien werden in der Nutzwertanalyse nach ihrer Bedeutsamkeit für das Unternehmen gewichtet. Anschließend werden die Lieferanten bewertet, inwieweit sie diesen Ansprüchen gerecht werden. Die notwendigen Informationen gewinnen die Schüler aus Ergebnissen einer Lieferantenrecherche und den vorliegenden Angeboten. Der Lieferant mit dem höchsten Gesamtwert wird letztlich ausgewählt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Schulische und unterrichtliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel verortet das Thema im Lehrplan der Berufsschule und beschreibt die soziokulturelle Struktur der Lerngruppe.
2 Didaktische Entscheidungen und Entwicklung der Lernaufgabe: Hier wird der fachliche Inhalt reduziert und das methodische Vorgehen bei der Gestaltung der Lernaufgabe begründet.
3 Konzeptionelle Schwerpunktsetzung: Dieses Kapitel definiert die Lernziele und die angestrebten Fach-, Sozial- und Methodenkompetenzen der Auszubildenden.
4 Methodisch-didaktische Gestaltung der Lernhandlung: Hier wird der konkrete Ablauf der Unterrichtseinheit vom Einstieg bis zur Reflexion detailliert dargestellt.
5 Lernschleife: Dieses Kapitel visualisiert den zeitlichen Ablauf der Unterrichtseinheit in einer übersichtlichen Prozessgrafik.
Schlüsselwörter
Beschaffungsprozesse, Großhandel, Lieferantenauswahl, Nutzwertanalyse, Einkaufskalkulation, Handlungsorientierung, Angebotsvergleich, Fachkompetenz, Lernsituation, Pirma KG, Betriebswirtschaft, Unterrichtsentwurf, qualitative Kriterien, quantitative Kriterien, Berufsschule.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem Unterrichtsentwurf für angehende Kaufleute im Groß- und Außenhandel zum Thema der professionellen Lieferantenauswahl.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Abwicklung von Beschaffungsvorgängen, die Durchführung von Angebotsvergleichen sowie die Anwendung einer Nutzwertanalyse zur fundierten Entscheidungsfindung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schüler sollen lernen, dass eine fundierte Lieferantenentscheidung über den reinen Preisvergleich hinausgeht und qualitative Bewertungskriterien erfordert.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Problemlösung verwendet?
Es wird die Nutzwertanalyse (Entscheidungsbewertungstabelle) eingesetzt, um verschiedene Angebote anhand von gewichteten Kriterien vergleichbar zu machen.
Was wird im Hauptteil des Entwurfs behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die methodisch-didaktische Gestaltung, angefangen bei der Motivation durch eine Karikatur bis hin zur eigenständigen Gruppenarbeit und Ergebnispräsentation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Beschaffungsprozesse, Nutzwertanalyse, Lieferantenauswahl, Handlungsorientierung und Kompetenzförderung.
Warum ist der "billigste Lieferant" laut dem Entwurf nicht immer die beste Wahl?
Der Autor argumentiert, dass Faktoren wie Termintreue, Qualität der Ware und Kulanz bei Leistungsstörungen eine ebenso große Rolle für den langfristigen Erfolg eines Handelsbetriebs spielen.
Wie gehen die Schüler mit den unterschiedlichen Erwartungen des Einkaufsleiters um?
Die Schüler nutzen die Einwände des Einkaufsleiters als Impuls, um die Notwendigkeit qualitativer Kriterien zu erkennen und ihre Vorgehensweise bei der Lieferantenwahl systematisch anzupassen.
- Quote paper
- Caroline Süßmut (Author), 2013, Unterrichtsentwurf in Betriebswirtschaft. Wie führt man einen Lieferantenvergleich durch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997283