Georg Büchner - Woyzeck


Hausarbeit, 2000
4 Seiten

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EXPOSÉ ZUM PROSEMINAR "EINFÜHRUNG IN DRAMENANALYSE"

GEORG BÜCHNER - WOYZECK (1836)

Eine eindringliche Untersuchung von Georg Büchners Drama "Woyzeck" bietet sich sowohl inhaltlich wie auch stilistisch an. In Bezug auf Thema und Gattung nämlich werden klassische Forderungen an das Drama nicht nur vernachlässigt, sondern in höchstem Maße umgekehrt.

Die folgende Darstellung soll kurz die wichtigsten Fragestellungen aufwerfen und die wesentlichen Problempunkte anschneiden.

THEMA

Der "Held" (bzw. die Hauptfigur) des Dramas ist weder ein Adeliger noch eine anderweitig höherstehende Person. Woyzeck ist gerade einmal ein kleiner Stadtsoldat, der mit Müh und Not Geld für sich, seine Freundin Marie und ihr gemeinsames Kind verdient. Er ist einer der "Geringsten unter den Menschen", einer, der seiner Umwelt und seiner Natur entfremdet ist. Man kann also Woyzeck als neue Form eines Helden sehen: als passiven Held.

Und, abgelöst von Phasen relativ "normalen" Verhaltens, wird er vom Wahnsinn heimgesucht. In unregelmäßigen Abständen hört er Stimmen, hat paranoide Vorstellungen und redet wirres Zeug. Die Frage, worauf dieser Wahnsinn zurückführt, welchen Auslöser sie hat, läßt Büchner allerdings offen.

Darüber hinaus spricht er in einer Sprache, die in ihrer volkstümlichen Schlichtheit das Bildungsbürgertum nicht nur der damaligen Zeit zusammenzucken läßt. Woyzeck - wie auch andere Protagonisten - spricht nicht die feierliche Hochsprache der deutschen Klassik, sondern den knappen, mundartlichen Jargon des Außenseiters.

Eine Untersuchung wert ist sicher auch die Beziehung Woyzecks zur "normalen" Welt:

Einerseits zu Frau und Kind, für die er zu sorgen hat. Dies schafft er allerdings nur durch zusätzliche "Arbeit" als Versuchskaninchen des Doktors, der ihn menschenunwürdig erforscht und bloßstellt. Eine andere ihm höhergestellte Personen, der Hauptmann, nützt ihn auch aus und macht sich ständig über ihn lustig.

Der Tambourmajor schließlich, für den die Beziehung zu Marie nur einen kleinen Flirt bedeutet, ohne daß er sich bewußt wird, daß er das Leben anderer zerstören könnte, ist am Ende auch ein Auslöser für die Katastrophe.

Meines Erachtens als wichtig einzuschätzen ist auch die Beziehung zu Andres, der ihm unterlegen ist. Dies nämlich ergibt dann ein umfassendes Bild über den Umgang mit und das Verhalten gegenüber ihm höhergestellten, ihm gleichgestellten sowie ihm unterlegenen Personen.

GATTUNG

Dieser Woyzeck also soll ein Dramenheld sein?

Eine sehr zentrale Fragestellung ist sicher Büchners Einstellung zu der Welt, in der er lebte. Welche Gedanken muß man von einer Welt haben, die man auf diese Weise präsentiert? Warum bricht der Dichter mit der traditionellen Übereinkunft und präsentiert uns diesen Außenseiter als Dramenhelden? Welche versteckten (und wohl auch offenen) Hinweise kann uns allein die Wahl der Titelfigur geben?

Nimmt Georg Büchners Drama etwa schon die erst viel später aufblühende Epoche des Naturalismus (~ 1870 -1900) vorweg? Es gibt sicher zahlreiche Übereinstimmungen und Überschneidungen, die diese These bestätigen oder zumindest nicht widerlegen können. Es liegt an uns, diese Stellen zu sichten, zu vergleichen und sie zu interpretieren. Wurde Büchners Werk aus diesem Grund erst etwa zur Jahrhundertwende aufgeführt?

Eine andere Fragestellung wäre demnach, welcher Epoche man "Woyzeck" sonst zurechnen müsse. Eine sehr gebräuchliche, wenn auch etwas fragwürdige Zuordnung zu einer Epoche erscheint es mir wert, noch einmal überdacht zu werden. Kann ein einzelner Schriftsteller eine ganze Epoche begründen und deren einziger Vertreter sein? Gibt es die "Epoche Büchner"?

Sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit ist sicher auch die Anordnung des Dramas. Die Szenen werden nicht in Akte gegliedert (bzw. die Akte nicht in Szenen unterteilt), sondern die Szenen einfach aneinandergehängt. Auch hier also der Bruch mit der üblichen Dramentradition.

Dies ist auch insofern wichtig, da aus diesem Grund Szenen untereinander vertauschbar gemacht worden sind. (Grund dafür ist die Tatsache, daß das Werk lediglich als Fragment besteht.) Es gibt keine allgemein anerkannte Zusammenstellung dieser Szenen; so unterscheiden sich beispielsweise die Ausgaben von Klett und Reclam vor allem im Schluß: Begeht Woyzeck Selbstmord, nachdem er Marie ermordet hat, oder wird er festgenommen und eingesperrt? Welcher Schluß erscheint logischer, welcher paßt eher zu Büchner?

Die Szenen selbst haben unterschiedlichste Aufgaben:

In ihnen spielt sich zum einen das Eifersuchtsdrama, die Dreierbeziehung Woyzeck - Marie - Tambourmajor ab.

Zum anderen wird die Verachtung Woyzecks durch die Umwelt (v. a. Hauptmann und Doktor, aber auch Tambourmajor) sichtbar.

Und schließlich gibt es noch, wie zufällig eingestreut, Szenen, die für diese beiden Handlungsstränge eigentlich ohne Bedeutung sind und "nur" als Kommentar- oder Milieuszenen zu werten sind: v. a. das Märchen, der Handwerksbursche, die Narrenpredigt, der Marktschreier.

Zusammengehalten werden diese Szenen wie auch die der beiden echten Handlungsstränge allein durch Woyzeck. Er also ist nicht nur Hauptperson ("Held"), sondern auch die zentrale Gestalt des Dramas, eine Art zentrales Ich.

Es gäbe sicher noch etliche Betrachtungsweisen, wie z.B.

- eine Charakterisierung Woyzecks in Hinblick auf seine Einstellung zu Gott und Himmel
- eine Gegenüberstellung der Merkmale eines klassischen Helden mit diesem passiven Helden
- eine eindringliche Betrachtung der Leitmotive (Stimmen, Kontrast heiß / kalt, Uhrmotiv, "immer zu" etc.)
- eine Untersuchung der beteiligten Gesellschaftsschichten mit dementsprechendem Augenmerk auf die im einzelnen verwendete Sprache
- eingebaute lyrische Elemente: Gedichte, Volksliedelemente, auch das Märchen, u.U. auch die Bibelelemente
- Untersuchung des Märchens im Hinblick auf den Zusammenhang zum restlichen Drama
- Vergleich des historischen Woyzeck mit der Dramenfigur Woyzeck

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Georg Büchner - Woyzeck
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V99730
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Georg, Büchner, Woyzeck
Arbeit zitieren
Martin Obermüller (Autor), 2000, Georg Büchner - Woyzeck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99730

Kommentare

  • Gast am 29.5.2001

    Ja also....

    Ja also...dein Aufsatz ist im Grunde genommen gut geschrieben, bloß pasagen weiße sehr langweilig! wenn du denkst das so ein Hausaufsatz oder aufsatz mit guter Bewertung davon kommt naja dann eben mein was du denkst! Ich für meinen Fall finde jedoch das du besser hättest schreiben können!
    Ich finde Woyzeck ist auch kein gutes stück über den man eine Arbeit schreiben sollte!
    Wenn man bedenkt das dieses Stück auf verrückter Basis geschrieben und auch bewertet wird...na dann!
    Aber von einer anderen Perspektive gesehen ist er gut
    aber ich finde immernoch das du das hättest besser machen können!!!

  • Gast am 5.11.2001

    Re: Ja also....

    Also ich weiß ja nicht, aber Dein kommentar zu diesem Aufsatz hört sich sehr wage an. "Auf verrückter Basis"? "Von einer anderen Sicht aus gesehen..." (- von welcher Sicht?) Was soll denn das heißen...

    Wenn Du schon Kritik übst, solltest Du vielleicht mal nachdenken, bevor Du was schreibst...

  • Gast am 13.12.2001

    Re: Ja also....

    Eigentlich sollte ich meinen "Kommentar zum Kommentar" ja zensieren! Aber wenn man Kritik anbringt, sollte man diese auch begründen können und mit dem jeweiligen Stück auch hinreichend vertraut sein.
    Und warum sagst du, man solle über den "Woyzeck" keine Arbeit schreiben? Erst einmal kann sich der Referent sein Thema oftmals nicht aussuchen und zweitens ist das relativ. Nur weil dir das Buch nicht gefällt, heißt das doch nicht, dass es anderen auch nicht zusagt.
    Ausserdem sind deine Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse äußerst dürftig!

  • Gast am 29.5.2002

    Re: Ja also....

    Hahahahahaha!
    lol
    Das ist echt auf verrückter Basis geschrieben worden!
    Heiliger Bimmbamm

  • Sean Kettler am 31.3.2011

    Also Karen ich muss schon sagen,dass ich noch nie so ein schlechtes und sinnloses Kommentar zu einem Aufsatz gelesen habe. Jeder Satz ist abgehackt und enthält keine Begründung oder ein Argument, was aufschlussreich ist oder erklärt, was genau dir nicht gefällt und was man hätte besser machen können. Denk gefälligst nach bevor du sprichst oder schreibst und fabriziert nicht so einen niveaulosen scheiß.

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