Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema, was Wissenschaft überhaupt ist.
"Eins weiß ich: dass ich nichts weiß". Mit diesem Satz gab Sokrates vor knapp zweieinhalbtausend Jahren zu denken. Er warf mit dieser Aussage Fragen auf, die auch heute noch die Menschheit beschäftigen. Was heißt es also, wenn jemand von sich behauptet etwas zu wissen?
Über Radio, Fernsehen, Presse und immer mehr auch speziell über das Internet, erreicht uns täglich ein nahezu unkontrollierter Fluss von Informationen über aktuelle Entwicklungen in der Politik, Medizin und Technik, Kunst und Literatur, über historische Ereignisse oder Fortschritte in den Wissenschaften. Das Wissen aus all diesen Quellen beeinflusst uns zweifellos.
Es bestimmt unser Weltbild, unser Denken und auch unser politisches Verhalten. Doch um was für eine Art von Wissen handelt es sich dabei? Wie steht es mit dem Gehalt an Wahrheit? Besteht die Möglichkeiten die Qualität von Wissen zu überprüfen?
Ziel jedes Wissenschaftlers ist eine anerkannte wissenschaftliche Theorie zu entwickeln die gesetzgebend ist. So sprach bereits der chinesische Philosoph Konfuzius „Der Weg ist das Ziel“. Doch der Weg zu diesem Ziel ist nicht einfach. Welcher Weg zur Zielerreichung wird genutzt, um dieses Ziel zu erreichen? Welche Methoden und unterschiedlichen Perspektiven gibt es und welche ist die Beste? Der Weg, wie man zu neuem Wissen gelangt, ist ein Thema, mit dem sich die Wissenschaftstheorie beschäftigt und macht damit die Wissenschaft selbst zur Wissenschaft. Der Umfang an Fragen lässt erahnen, dass es nicht so einfach ist zu erklären, was „Wissenschaft“ eigentlich ist und beinhaltet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - Einführung in das Thema
1.1. Grundfragen wissenschaftlicher Erkenntnis
1.2. Begrifflichkeiten der Wissenschaft, ihre Denkschulen und Vertreter
1.2.1. Positivismus / Neopositivismus
1.2.2. Induktivismus
1.2.3. Deduktivismus/ kritischer Rationalismus
1.2.4. Kritische Theorie
1.3. Verschiedene Methoden der Forschung
1.3.1. Qualitative Methode
1.3.2. Quantitative Methode
1.4. Wesen der Wissenschaft als geregeltes Erkenntnissystem
2. Schluss
2.1. Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, das Wesen der Wissenschaft zu ergründen, indem sie die historische Entwicklung der Wissenschaftstheorie, verschiedene Denkschulen sowie unterschiedliche Forschungsmethoden und deren erkenntnistheoretische Grundlagen analysiert und kritisch hinterfragt.
- Grundfragen und Definitionen der wissenschaftlichen Erkenntnis
- Vergleichende Analyse bedeutender wissenschaftstheoretischer Denkschulen
- Unterscheidung und Anwendung qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden
- Reflexion über die Rolle der Wissenschaft als geregeltes Erkenntnissystem
- Kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen Objektivität, Falsifizierbarkeit und Verifizierbarkeit
Auszug aus dem Buch
1.2.3. Deduktivismus/ kritischer Rationalismus
Eine ausschließlich auf Regeln der deduktiven Logik aufbauende Methodologie. Die deduktive Methode leitet aus Theorien Einzelprognosen ab: treffen sie zu, gilt eine Theorie als belegt; treffen sie nicht zu, gilt die Theorie als widerlegt.
Beispiel deduktiven Schließens wäre: 1) Alle Hausarbeiten über Wissenschaft sind langweilig. 2) Die ist eine Hausarbeit über Wissenschaft. 3) Diese Hausarbeit ist langweilig. Eine positive Prognose, kann eine Theorie jedoch immer nur vorläufig stützen und durch spätere negative Prognosen umgestoßen werden. Gegenteilige Fälle sind also nicht auszuschließen. (Wittschier 2008, S.152)
Karl Popper gilt als der Begründer des kritischen Rationalismus und Vertreter des Deduktivismus. Er kritisierte das Prinzip der Verifikation und war ein Gegner des Induktivismus. Er versuchte aufzuzeigen, dass es ausreichend sei, wenn man deduktiv vorgeht und induktives ableiten unrealistisch ist. Als Grundsatz des kritischen Rationalismus steht fest, dass in einer empirischen Wissenschaft jede Aussage an der Erfahrung scheitern kann. Dies bedeutet, dass diese Aussagen falsifizierbar (widerlegbar) sein müssen und mit einem geeigneten Basissatz gewonnenen Erkenntnisse endgültig als unzutreffend verworfen werden können. (Halbmayer 2010b) Sie haben somit keinen Engültigkeitscharakter.
Problem der Logik des deduktiven Vorgehens ist, dass allgemeine wissenschaftliche Gesetze niemals aus einer endlichen Zahl an Beobachtungen abgeleitet werden können. Ein Gesetz kann aus einer einzigen, widersprechenden Beobachtung verworfen werden. Wird nur ein einziger schwarzer Schwan beobachtet, wird die Aussage „Alle Schwäne sind weiß" widerlegt. (Chalmers et al. 2007, S.73) Damit ist der Wahrheitsgehalt einer wissenschaftlichen Theorie erst dann als relativ sicher anzusehen, wenn alles darangesetzt wurde, diese zu falsifizieren. (Wittschier 2008, S.152)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung - Einführung in das Thema: Hinführung zum Thema Wissenschaft, Darstellung der Problematik von Wissen und Erkenntnis sowie Erläuterung der Motivation für die wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung.
1.1. Grundfragen wissenschaftlicher Erkenntnis: Erläuterung des historischen Fundaments der modernen Wissenschaft und Kategorisierung der verschiedenen Disziplinen und Erkenntnisformen.
1.2. Begrifflichkeiten der Wissenschaft, ihre Denkschulen und Vertreter: Detaillierte Darstellung theoretischer Strömungen wie Positivismus, Induktivismus, kritischer Rationalismus und Kritische Theorie.
1.3. Verschiedene Methoden der Forschung: Abgrenzung von Grundlagenforschung und angewandter Forschung sowie Gegenüberstellung qualitativer und quantitativer Methoden.
1.4. Wesen der Wissenschaft als geregeltes Erkenntnissystem: Definition der Wissenschaft als methodisches Erkenntnissystem und Bedeutung von Forschung und Lehre an Universitäten.
2. Schluss: Synthese der zuvor behandelten Theorien und Methoden sowie ein Ausblick auf die zukünftige Dynamik wissenschaftlicher Erkenntnis.
2.1. Fazit & Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Grenzen und die notwendige stetige Hinterfragung wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Wissenschaftstheorie, Erkenntnis, Positivismus, Induktivismus, Deduktivismus, kritischer Rationalismus, Falsifizierbarkeit, Qualitative Methode, Quantitative Methode, Wissenschaft, Forschungsmethodik, Empirismus, Frankfurter Schule, Erkenntnissystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die philosophischen und methodischen Grundlagen der modernen Wissenschaft und untersucht, wie wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen und überprüft werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Wissenschaftstheorie, der Vergleich bedeutender Denkschulen sowie die methodische Unterscheidung zwischen qualitativer und quantitativer Forschung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Wesen der Wissenschaft zu vermitteln und die Bedeutung einer kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Aussagen hervorzuheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um die verschiedenen Wissenschaftstheorien und Forschungsmethoden einander gegenüberzustellen und deren Stärken sowie Schwächen zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der wissenschaftlichen Disziplinen, die Erläuterung philosophischer Schulen wie des Positivismus oder der Kritischen Theorie und die Analyse von Forschungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Wissenschaftstheorie, Falsifizierbarkeit, Deduktivismus, Induktivismus sowie qualitative und quantitative Forschungsmethodik.
Was unterscheidet den Positivismus vom kritischen Rationalismus?
Während der Positivismus auf der empirischen Verifikation basiert, betont der kritische Rationalismus nach Karl Popper die Falsifizierbarkeit von Theorien als zentrales Kriterium der Wissenschaftlichkeit.
Warum ist die Unterscheidung zwischen qualitativer und quantitativer Forschung wichtig?
Die Methoden unterscheiden sich in ihrem Vorgehen: Qualitative Ansätze sind stärker induktiv und sinnverstehend, während quantitative Methoden deduktiv und statistisch-formalistisch ausgerichtet sind.
- Arbeit zitieren
- Manuela Hopper (Autor:in), 2018, Was ist Wissenschaft? Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997490