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Entwicklungen des Parteiensystems der BRD

Title: Entwicklungen des Parteiensystems der BRD

Term Paper , 2002 , 40 Pages , Grade: 2,4

Autor:in: Gero Birke (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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„Die Geschichte der ganzen bisherigen Gesellschaft bewegte sich in Klassengegensätzen, die in den verschiedenen Epochen verschieden gestaltet waren.“ (Karl Marx)

Haben die jeweiligen gesellschaftlichen Konfliktlinien Auswirkungen auf das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland gehabt und wenn ja, welche Tendenzen kann man daraus für die Zukunft ableiten?
Punkte, deren Klärung zum allgemein besseren Verständnis der Problematik beitragen, sind Rolle und Aufgaben von Parteien sowie ihre verfassungsrechtliche Stellung. Zudem erscheint eine nähere Betrachtung ihrer Funktionen in Bezug auf die Ge¬sellschaft sowie die von ihr erbrachten Leistungen für das demokratisch-pluralistische System sinnvoll. Letztendlich sind noch die Funktionsgegensätze, also Probleme denen sich Parteien gegenübersehen, bedeutsam.
Die eigentliche Untersuchung erfolgt in Anlehnung an Oskar Niedermayers zeitliche Unterteilung der „Entwicklungen des Parteiensystems“, der mittels ausgewählter Systemeigenschaften eine reine Funktionsanalyse des Parteiensystems durch¬führt. Dieses Konzept wird allerdings um die historischen Zusammenhänge zu verdeutlichen, um eben diese Variante erweitert, sodass der vorab ein historischer Rück¬blick beginnend im Kaiserreich über die Weimarer Republik sowie die NS-Zeit hin zur Zeit nach dem 2. Weltkrieg und der Gründung der BRD erfolgt. Darauf aufbauend schließt sich die eigentliche Analyse des Parteiensystems der BRD an, wobei es nicht allein bei einer reinen Funktionsanalyse bleibt, sondern zudem auf die gesellschaftlichen Konfliktlinien und deren Auswirkungen auf das Parteiensystem eingegangen wird. Denn letztlich ist es die Bevölkerung, die den Parteien und somit folglich auch dem Parteiensystem ihre Legitimation erteilt. Folglich ist das Parteiensystem stark mit den Konflikten innerhalb der Gesellschaft verbunden. Diese gesellschaftlichen Konfliktlinien und ihre Wirkung auf die Parteien und deren ideologische Flügel sowie daraus resultierend auf das Parteiensystem werden abschleißend betrachtet. Hieraus lassen sich dann auch möglichen zukünftige Entwicklungen des Parteiensystems ableiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Rolle und Aufgaben von Parteien

1.2.1. Gesetzliche Grundlagen

1.2.2. Hauptfunktionen von Parteien

2. Entwicklungen des Parteiensystems

2.1. Systemeigenschaften

2.2. Das Parteiensystem der BRD

2.2.1. 1945-1950

2.2.2. Die Konsolidierungsphase der 50er Jahre

2.2.3. Die Phase des stabilen „Zweieinhalbparteiensystems“ der 60er und 70er Jahre

2.2.4. Die Pluralisierungsphase der 80er Jahre

2.2.5. Das gesamtdeutsche Parteiensystem

2.2.5.1. Die DDR in den Jahren 1989/1990

2.2.5.2. Die 90er Jahre

3. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entwicklungen des Parteiensystems der Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob und wie gesellschaftliche Konfliktlinien das Parteiensystem beeinflussen und welche Tendenzen sich daraus für die zukünftige Entwicklung ableiten lassen.

  • Historische Entwicklung des Parteiensystems von 1945 bis in die 90er Jahre
  • Die verfassungsrechtliche Stellung und Funktionen von Parteien
  • Analyse gesellschaftlicher Konfliktlinien (Cleavages) und deren Auswirkungen
  • Vergleich der Systemphasen (Konsolidierung, Zweieinhalbparteiensystem, Pluralisierung)
  • Herausforderungen der Wiedervereinigung für das Parteiengefüge

Auszug aus dem Buch

2.2.1. 1945-1950

Nachdem das NS-Regime vernichtend geschlagen war, übernahm am 30.08.1945 der Alliierten Kontrollrat, wie es die „Berliner Deklaration“ (05.06.1945) vorsah, die Administration des besetzten, geographisch-dezimierten Deutschlands. Bereits am 09.06.1945 hatte der sowjetische Stadtkommandant die Verwaltung Berlins übernommen. Stalinistischen Machtinteressen folgend wurden Mitte Juni 1945 in den sowjetischen Proteges KPD, SPD, CDU und LDP zur „Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien” verschmolzen. Bereits Ende 1945 ließen zunehmende Eingriffe der SMAD in das Parteiengefüge befürchten, dass von Seiten der UdSSR ein demokratisches Staatswesen nicht angedacht war. Befürchtungen, die mit der Zwangsvereinigung zwischen SPD und KPD zur SED am 21.04.1946 wahr wurden.

Anders verlief die Entwicklung in den drei Westzonen, die durch den sowjetischen Vorstoß gewissermaßen in Zugzwang geraten waren. Die Amerikaner gestatteten im August 1945 die Gründung von Parteien, im September folgten die Briten und schließlich im Dezember auch die Franzosen. Jeweils vier Parteien waren von den Besatzungsmächten erlaubt. Diese gründeten sich vorerst unabhängig voneinander in den jeweiligen Zonen. Neben den auch in der Sowjetischen Besatzungszone vorhandenen Parteien CDU, SPD und KPD sowie der FDP, dem West-Pendant zur LDP, bildeten sich in den Westzonen zudem noch „[...] eine Reihe rechtsextremer Splittergruppen, bürgerlicher Regionalparteien und Vertriebenenparteien [...].“ Eine Besonderheit stellte der BHE dar. Er vertrat ein nicht unbeachtliches politisches Gewicht – die große Zahl der Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutsches Reichs.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Aufgabenstellung, stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss gesellschaftlicher Konfliktlinien und erläutert die methodische Herangehensweise.

1.1. Problemstellung: Präzisiert die inhaltliche Ausrichtung und begründet die Wahl einer funktionsanalytischen Betrachtungsweise nach Oskar Niedermayer.

1.2. Rolle und Aufgaben von Parteien: Erläutert das Grundverständnis des Parteienbegriffs und die rechtlichen Rahmenbedingungen.

1.2.1. Gesetzliche Grundlagen: Analysiert die verfassungsrechtliche Verankerung der Parteien durch das Grundgesetz und das Parteiengesetz von 1967.

1.2.2. Hauptfunktionen von Parteien: Detailliert die sieben Kernfunktionen wie Partizipation, Transmission, Selektion und Integration, die zur Systemstabilität beitragen.

2. Entwicklungen des Parteiensystems: Überführt die theoretischen Grundlagen in eine historische Analyse der Systementwicklung in der BRD.

2.1. Systemeigenschaften: Definiert die analytischen Dimensionen wie Fragmentierung, Polarisierung und Segmentierung zur Charakterisierung des Parteiensystems.

2.2. Das Parteiensystem der BRD: Betrachter den zeitlichen Verlauf des Parteiensystems von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart.

2.2.1. 1945-1950: Beschreibt die Wiedergründung der Parteienlandschaft und die unterschiedliche Entwicklung in den Besatzungszonen.

2.2.2. Die Konsolidierungsphase der 50er Jahre: Analysiert den Konzentrationsprozess, die Fünf-Prozent-Hürde und den Wandel zur Volkspartei.

2.2.3. Die Phase des stabilen „Zweieinhalbparteiensystems“ der 60er und 70er Jahre: Dokumentiert die Ära der Großen Koalition, den Aufstieg der außerparlamentarischen Opposition und den Machtwechsel 1969.

2.2.4. Die Pluralisierungsphase der 80er Jahre: Untersucht das Ende des Zweieinhalbparteiensystems durch das Erstarken neuer politischer Akteure wie Die Grünen.

2.2.5. Das gesamtdeutsche Parteiensystem: Beleuchtet die Auswirkungen der Wiedervereinigung auf die Struktur des Parteienwettbewerbs.

2.2.5.1. Die DDR in den Jahren 1989/1990: Analysiert den Transformationsprozess vom SED-Hegemonialsystem hin zu demokratischen Strukturen.

2.2.5.2. Die 90er Jahre: Diskutiert die Herausforderungen der 90er Jahre, wie Legitimitätsdefizite, den Einfluss der PDS und die Problematik der Nichtwähler.

3. Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und bejaht die zentrale Forschungsfrage nach der Relevanz gesellschaftlicher Konfliktlinien.

Schlüsselwörter

Parteiensystem, Bundesrepublik Deutschland, gesellschaftliche Konfliktlinien, Cleavages, Volksparteien, Systemstabilität, Funktionsanalyse, Pluralisierung, Wiedervereinigung, Politische Partizipation, Parteienwettbewerb, Wahlverhalten, Demokratie, Regierungsstabilität, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen Entwicklungen des Parteiensystems der Bundesrepublik Deutschland von 1945 bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Rolle und Funktionen von Parteien, die Auswirkungen gesellschaftlicher Konfliktlinien auf die Parteienlandschaft sowie der Wandel der Systemstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob gesellschaftliche Konfliktlinien das Parteiensystem bestimmen und welche Zukunfts-Tendenzen sich daraus ableiten lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen funktionsanalytischen Ansatz nach Oskar Niedermayer, um die Entwicklungen entlang verschiedener Systemphasen systematisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der verschiedenen Systemphasen – von der Nachkriegszeit über die Konsolidierung und das Zweieinhalbparteiensystem bis hin zur Pluralisierung nach der Wiedervereinigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Parteiensystem, gesellschaftliche Konfliktlinien, Volksparteien, Transformation und Stabilität.

Wie wirkte sich die Wiedervereinigung auf das Parteiensystem aus?

Die Wiedervereinigung führte zu einer Transformation des Systems, einem Anstieg der Fragmentierung sowie einer neuen Polarisierung durch den Einzug der PDS und das Aufkommen der Ost-West-Konfliktlinie.

Warum wird die Rolle der Volksparteien in der Arbeit kritisch beleuchtet?

Die Arbeit beleuchtet die Erosion der traditionellen Milieus, die den Volksparteien (CDU/SPD) zusetzen, sowie den damit einhergehenden Vertrauensverlust und die Zunahme von Nichtwählern.

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Details

Title
Entwicklungen des Parteiensystems der BRD
College
Technical University of Braunschweig  (Sozialwissenschaften)
Grade
2,4
Author
Gero Birke (Author)
Publication Year
2002
Pages
40
Catalog Number
V9976
ISBN (eBook)
9783638165495
ISBN (Book)
9783638676311
Language
German
Tags
Entwicklungen Parteiensystems
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gero Birke (Author), 2002, Entwicklungen des Parteiensystems der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9976
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