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Verantwortung in der "Nikomachischen Ethik". Aristoteles‘ Verantwortungsbegriff und die Zurechenbarkeit von menschlichem Handeln

Titel: Verantwortung in der "Nikomachischen Ethik". Aristoteles‘ Verantwortungsbegriff und die Zurechenbarkeit von menschlichem Handeln

Hausarbeit , 2019 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jennifer Paatsch (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Hausarbeit wird näher untersucht, welche Rolle die menschliche Verantwortung in Aristoteles‘ Werk tatsächlich spielt und inwieweit wir Menschen, seiner Meinung nach, für unsere Handlungen und den eigenen Charakter zur Verantwortung gezogen werden können. Dazu werde ich mich zunächst allgemein mit der Bedeutung und der Verwendung des Begriffs "Verantwortung" auseinandersetzen und diese erläutern.

Im darauffolgenden Kapitel werden die Bedeutung und das Ausmaß von Vertrauen in der Nikomachischen Ethik thematisiert. Dazu beschäftigt sich die Autorin mit zwei zentralen Fragen und versucht diese zu beantworten, nämlich wie weit die menschliche Verantwortlichkeit nach Aristoteles reicht und ob wir für unsere Charakterdispositionen selbst verantwortlich sind. Die in der Arbeit gewonnenen Ergebnisse werden abschließend nochmals zusammenfassend und in Form eines Fazits dargelegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verantwortung – Bedeutung und Verwendung des Begriffes

3. Verantwortung in der Nikomachischen Ethik

3.1 Zurechenbarkeit von menschlichen Handlungen

3.2 Verantwortung für unsere Charakterdispositionen

4. Fazit und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der menschlichen Verantwortung im Werk des Aristoteles, insbesondere im Hinblick auf die Zurechenbarkeit von Handlungen und die Frage, inwieweit Menschen für ihre eigenen Charakterdispositionen verantwortlich gemacht werden können.

  • Grundlagen und Etymologie des Verantwortungsbegriffs
  • Die Bedeutung von Freiwilligkeit und Vorsatz (Prohairesis) bei Aristoteles
  • Die Zurechenbarkeit von Handlungen und Unterlassungen
  • Die Entstehung und moralische Zurechnung von Charakterdispositionen

Auszug aus dem Buch

3.1 Zurechenbarkeit von menschlichen Handlungen

Mit der Frage, wie weit Verantwortung nun tatsächlich reicht, beschäftigt sich Aristoteles insbesondere im siebten Kapitel des dritten Buches, in welchem es primär darum geht, ob wir für unsere Tugenden und Laster selbst verantwortlich sind.

Doch bevor im Folgenden erörtert wird, inwieweit uns Handlungen angerechnet werden können, ist zu klären, was man eigentlich unter „Zurechnung“ versteht: „Zurechnung in dem Sinne, in welchem wir das an sich ja nicht aristotelische Wort hier verstehen […], bedeutet Zuerteilung von Lob und Tadel an einen Menschen wegen der von ihm begangenen Handlungen.“ Zu Beginn des Kapitels wird zunächst ein Rückverweis auf die vorherigen Kapitel gemacht, in welchen der Vorsatz (prohairesis) thematisiert wurde. Ein Vorsatz oder eine vorsätzliche Handlung entstehen, indem ein Individuum eine Entscheidung trifft. In diesem Sinne „[…] hat eine Handlung […] einen ‚ersten‘ Bewegungsanfang im Handlenden, nämlich in einer Entscheidung […], dieses oder jenes zu tun.“ Aristoteles erläutert, dass alle Handlungen, welche aus einem Wunsch entstehen, auch einem Vorsatz entsprechen, für den wir uns also bewusst entschieden haben. Denn „ohne diese subjektive Bedingung auf der Seite des Handelnden wäre die Handlung [gar]nicht zustande gekommen.“ Alle Handlungen dieser Art sind laut Aristoteles daher gewollt (hekousios). Daraus lässt sich nun die Schlussfolgerung ziehen, dass unsere Tugenden bei uns liegen und wir demnach für diese selbst verantwortlich sind. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wenn uns werthafte Handlungen zugerechnet werden können, es auch bei uns liegt nicht zu handeln oder niedrig zu handeln. Wir tragen also auch für unsere Laster die Verantwortung. Dies bedeutet, dass der Vorsatz (prohairesis) in Verbindung mit einer gewollten Handlung (hekousios), wobei es nicht von Relevanz ist, ob diese tugendhaft oder niedrig ist, zu einer Handlung führt, welche in unserer eigenen Verantwortung liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Verantwortungsbegriffs in der Ethik ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur menschlichen Verantwortlichkeit und zur Charakterbildung bei Aristoteles.

2. Verantwortung – Bedeutung und Verwendung des Begriffes: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Verantwortungsbegriffs und diskutiert die notwendigen Bedingungen wie Zurechnungsfähigkeit und Intentionalität, unter denen ein Mensch für seine Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden kann.

3. Verantwortung in der Nikomachischen Ethik: Das Kapitel analysiert Aristoteles' Verständnis von Freiwilligkeit, Vorsatz und Zurechenbarkeit innerhalb seines Werkes.

3.1 Zurechenbarkeit von menschlichen Handlungen: Hier wird untersucht, wie Handlungen aus Vorsatz und Wille entstehen und warum Aristoteles den Menschen für seine Tugenden und Laster sowie für seine Handlungen verantwortlich macht.

3.2 Verantwortung für unsere Charakterdispositionen: Dieser Abschnitt erörtert, wie durch wiederholtes Handeln Charakterdispositionen entstehen und inwieweit der Mensch für die Formung dieser Dispositionen selbst verantwortlich ist.

4. Fazit und Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Aristoteles den Menschen für seine Handlungen, die daraus resultierenden Charakterdispositionen sowie die Entscheidung, gut oder schlecht zu sein, zur Verantwortung zieht.

Schlüsselwörter

Verantwortung, Aristoteles, Nikomachische Ethik, Zurechenbarkeit, Vorsatz, Prohairesis, Freiheit, Handlungen, Charakterdispositionen, Tugenden, Laster, Hekousios, Moral, Ethik, Freiwilligkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem philosophischen Verantwortungsbegriff bei Aristoteles, insbesondere wie dieser in der „Nikomachischen Ethik“ angewendet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Zurechenbarkeit menschlicher Handlungen, die Rolle von Freiwilligkeit und Vorsatz sowie die Frage der Verantwortung für den eigenen Charakter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit Aristoteles den Menschen als verantwortlich für sein Handeln und für die Entwicklung seiner Charakterdispositionen betrachtet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine philosophische Textanalyse der „Nikomachischen Ethik“ unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zur aristotelischen Zurechnungslehre.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Begriffe „Gewolltes“ und „Vorsatz“ (Prohairesis), die Zurechenbarkeit von Handlungen und Unterlassungen sowie die Entstehung von Charakterdispositionen durch Gewohnheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Verantwortung, Aristoteles, Nikomachische Ethik, Zurechenbarkeit, Prohairesis und Charakterdispositionen.

Wie definiert Aristoteles den Vorsatz (Prohairesis)?

Aristoteles beschreibt den Vorsatz als das Ergebnis einer Entscheidung nach einer ausführlichen Überlegung, welche die Handlung in Bewegung setzt.

Sind wir nach Aristoteles für unsere Charakterdispositionen verantwortlich?

Ja, da Aristoteles davon ausgeht, dass Dispositionen durch wiederholtes Handeln entstehen und der Mensch für seine Handlungen verantwortlich ist, trägt er auch die Verantwortung für die daraus resultierenden Charakterzüge.

Welche Rolle spielen Unterlassungen in der Verantwortungsethik?

Unterlassungen können laut Aristoteles dann zurechenbar sein, wenn das Individuum sowohl physisch als auch psychisch in der Lage war, die unterlassene Handlung auszuführen.

Gibt es Grenzen der menschlichen Verantwortung bei Aristoteles?

Ja, Aristoteles nennt menschliche Grundbedürfnisse wie Hunger oder Müdigkeit sowie angeborene Eigenschaften als Bereiche, die außerhalb der menschlichen Verantwortung liegen können.

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Details

Titel
Verantwortung in der "Nikomachischen Ethik". Aristoteles‘ Verantwortungsbegriff und die Zurechenbarkeit von menschlichem Handeln
Note
2,0
Autor
Jennifer Paatsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
11
Katalognummer
V997767
ISBN (eBook)
9783346371119
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verantwortung nikomachischen ethik aristoteles‘ verantwortungsbegriff zurechenbarkeit handeln
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Paatsch (Autor:in), 2019, Verantwortung in der "Nikomachischen Ethik". Aristoteles‘ Verantwortungsbegriff und die Zurechenbarkeit von menschlichem Handeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997767
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