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Klimapolitische Parteiendifferenz in der Ära Lula (2003-2010). Analyse der Parteieneffekte in der brasilianischen Klimapolitik

Title: Klimapolitische Parteiendifferenz in der Ära Lula (2003-2010). Analyse der Parteieneffekte in der brasilianischen Klimapolitik

Term Paper , 2020 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Wallerer (Author)

Politics - Environmental Policy
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Diese Arbeit will die Frage beantworten, ob Lula innerhalb seiner Regierungszeit tatsächlich ökologische Politik betrieb, die auf die Ideologie seiner Partei zurückzuführen ist. Um zu beantworten, ob die Klimapolitik durch die Ideologie der Partei beeinflusst wurde, muss zunächst beantwortet werden, ob die Partei überhaupt Einfluss auf die Klimapolitik hatte oder ob andere Faktoren das verhinderten. So soll der potentielle Einfluss der Regierungspartei und deren Ideologie auf die Klimapolitik untersucht werden. Der Fokus liegt dabei auf der Wald- und Energiepolitik als die für Brasilien entscheidenden Variablen. Die Analyse soll Hinweise darauf geben, wie anwendbar die Parteidifferenzthese im Bereich der Klimapolitik auf ein Schwellenland wie Brasilien ist mit seinen besonderen historischen, politischen, und sozioökonomischen Merkmalen und zusätzlichen globalen Einflüssen oder inwiefern man die Theorie unter solchen Bedingungen variieren muss. Um den Einfluss der Partei auf die Klimapolitik zu bestimmen, muss untersucht werden, welchen Effekt diese anderen Faktoren darauf haben. Der methodische Vorgang besteht darin, dass die Auswertung der Fachliteratur über die brasilianische Klimapolitik in die Kategorien der Theorie eingeordnet wird.

Als Luiz Inácio Lula da Silva, kurz Lula, Spitzenpolitiker der Partei Partido dos Trabalhadores (PT), im Jahr 2002 die brasilianische Präsidentschaftswahl gewann, signalisierte dies die Hoffnung Brasiliens armer Bevölkerungsschichten auf einen linken Paradigmenwechsel. Lula personifizierte den Traum sozialen Wandels. Unter diesen Bedingungen wurde Lula 2003 und 2006 zum Präsidenten und seine Agenda zum Leitziel gewählt: ökonomische Umverteilung, aber auch ökologische Nachhaltigkeit. Diese Politik würde man anhand der Parteiendifferenzthese, die die Bedeutung der Partei im politischen System betont, erwarten. Indes war die Realpolitik natürlich nicht derartig eindeutig. Die Komplexität ergab sich unter anderem durch verschiedene Veto-Spieler in einem komplexen, fragmentierten politischen und wirtschaftlichen System, einem prägenden internationalem Umfeld sowie systeminhärenten Pfadabhängigkeiten vergangener Politiken. Auch sind nicht alle sozialen Projekte automatisch mit Klimaschutz vereinbar, was weitere Konfliktlinien produziert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Parteiendifferenzthese

2.1 Grundlagen brasilianischer Politik

2.2 Grundlagen brasilianischer Klimapolitik

2.3 Ausrichtung und Grundlagen der PT

3. Emissionen in der Ära Lula

3.1 Parteieneffekte der PT in der Klimapolitik der Ära Lula

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Klimapolitik Brasiliens während der Regierungszeit von Luiz Inácio Lula da Silva (2003–2010) durch die ideologische Ausrichtung seiner Partei, der Partido dos Trabalhadores (PT), beeinflusst wurde, oder ob andere Faktoren den parteipolitischen Handlungsspielraum überlagerten.

  • Analyse der Anwendbarkeit der Parteiendifferenzthese auf Schwellenländer.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen ökologischer Transformation und wirtschaftlicher Wachstumslogik.
  • Bewertung der Rolle des politisch-institutionellen Settings und struktureller wirtschaftlicher Abhängigkeiten.
  • Analyse der Wald- und Energiepolitik als zentrale Felder brasilianischer Klimapolitik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Parteieneffekte der PT in der Klimapolitik der Ära Lula

Ökologische Nachhaltigkeit stand von Anfang an auf der Agenda von Lulas Regierung. So wurde sie von einigen Umweltbewegungen unterstützt und die Ernennung von Marina Silva als Umweltministerin galt als wichtiges Zeichen (Coy/Zirkl 2017: 390). Allerdings war die Partei hinsichtlich der Notwendigkeit von Klimaschutz gespalten, „most of ist cabinet members had little or no intersest in climate issues“ (Viola/Franchini 2018: 114), was sich später durch den Machtzuwachs des MMA wegen des Erfolgs bei der reduzierten Entwaldung änderte (ebd.: 120). Wirklich Fahrt aufgenommen haben die Bemühungen im Klimaschutz erst durch den IPCC-Bericht im Jahr 2007 (Coy/Zirkl 2017: 391, Scholz 2010), also nicht durch den Parteieneffekt ausgelöst, sondern durch einen internationalen Faktor.

Gezeigt hat sich dies in der Klimakonferenz in Bali im selben Jahr. Erstmal wurde die gemeinsame Verantwortung aller Länder zum Klimaschutz betont; entsprechend wurde erstmals die Thematisierung der Waldpolitik auf internationaler Ebene akzeptiert (ebd.). 2008 wurde in der Folge ein nationaler Plan zum Klimawandel vorgelegt, der unter anderem vorsah, bis 2020 die Entwaldung um 80 % zu reduzieren und die Energieeffizienz bis 2030 um 10 % zu erhöhen. So hohe Ziele waren für ein Schwellenland einzigartig (Viola/Franchini 2018: 120 Detsch; 2010).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die politische Ausgangslage Lulas bei seinem Amtsantritt und führt die Forschungsfrage ein, ob die Klimapolitik Brasiliens ideologisch durch die PT geprägt war.

2. Parteiendifferenzthese: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen des Parteieneffekts und kontextualisiert diese mit der politischen, ökonomischen und ökologischen Situation Brasiliens sowie der Ausrichtung der PT.

3. Emissionen in der Ära Lula: Dieses Kapitel analysiert die reale Entwicklung der Treibhausgasemissionen und die spezifischen Auswirkungen der Regierungspolitik der PT in den Bereichen Wald- und Energiepolitik.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Parteieneffekte zwar existierten, aber häufig durch strukturelle wirtschaftliche Zwänge und institutionelle Faktoren überprägt wurden.

Schlüsselwörter

Brasilien, Lula, Partido dos Trabalhadores, Parteiendifferenzthese, Klimapolitik, Amazonasregenwald, Entwaldung, Energiepolitik, Agrobusiness, Nachhaltigkeit, Wirtschaftswachstum, Governance, Sozialpolitik, Treibhausgasemissionen, Schwellenland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Regierungspartei PT auf die brasilianische Klimapolitik zwischen 2003 und 2010 unter der Präsidentschaft von Lula da Silva.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich primär auf die Bereiche Waldpolitik (insbesondere Entwaldung im Amazonas) sowie die Energiepolitik unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Wachstumsziele.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, ob die ökologische Bilanz Lulas ideologisch auf die PT zurückzuführen ist oder durch externe Faktoren wie wirtschaftliche Zwänge begrenzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer methodischen Auswertung und Einordnung von Fachliteratur in die Kategorien der Parteiendifferenzthese.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Rahmenbedingungen, der Kontext der brasilianischen Politik und eine detaillierte Analyse der Emissionsentwicklung und parteipolitischer Effekte analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Parteieneffekt, Klimapolitik, Brasilien, Amazonas, Agrobusiness und nachhaltige Entwicklung.

Welche Rolle spielte das Amazonas-Moratorium für die Klimabilanz?

Das Soja-Moratorium von 2006 war ein entscheidendes Instrument, das durch Druck auf Unternehmen den Waldschutz effektiv förderte, wobei die Regierung nur einer von mehreren Akteuren war.

Warum war die Klimapolitik trotz PT-Regierung ambivalent?

Die Ambivalenz entstand durch den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach einer progressiven ökologischen Agenda und dem Zwang zur Finanzierung von Sozialprogrammen durch exportorientiertes Wachstum, welches oft ökologisch schädliche Industrien begünstigte.

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Details

Title
Klimapolitische Parteiendifferenz in der Ära Lula (2003-2010). Analyse der Parteieneffekte in der brasilianischen Klimapolitik
College
Technical University of Darmstadt
Grade
1,0
Author
Christian Wallerer (Author)
Publication Year
2020
Pages
21
Catalog Number
V997907
ISBN (eBook)
9783346369680
ISBN (Book)
9783346369697
Language
German
Tags
klimapolitische parteiendifferenz lula analyse parteieneffekte klimapolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Wallerer (Author), 2020, Klimapolitische Parteiendifferenz in der Ära Lula (2003-2010). Analyse der Parteieneffekte in der brasilianischen Klimapolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/997907
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