Kritik der politischen Ökonomie. Der Wert der Ware


Essay, 2020

9 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
1. Die Ware
2. Tausch- und Gebrauchswert
3. Gesellschaftliches Problem des Tauschwertes
4. Durchschnittliche Arbeitszeit, Arbeiter und Wertform

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Titel „Kritik der politischen Ökonomie“ von Karl Marx beinhaltet eine zeitunabhängige Abhandlung der Merkmale einer kapitalistischen Produktionsweise. Er ist Untertitel aus dem wissenschaftlichen Hauptwerk „Das Kapital“, welches 1867 veröffentlicht wurde. Dieser Essay beruht auf dem ersten Kapitel „Die Ware“, welcher im ersten Buch des ersten Abschnittes zu finden ist. Das Werk an sich befasst sich mit der Analyse der Vergesellschaftung inmitten dieser kapitalistischen Produktion. Somit schaffte Marx mit seiner „Kritik der politischen Ökonomie“ eines der meist kritisiertesten und dennoch zugleich einflussreichsten Werke in der ökonomischen Theorie.

In den Abschnitten über Ware und Geld in „Das Kapital 1“, befasst sich Karl Marx mit der Einführung einer Marktstruktur in der Gesellschaft. Dabei bezieht er Begriffe wie Gebrauchswert und Tauschwert in seine Arbeit mit ein und grenzt diese voneinander ab. Dadurch wird verdeutlicht, welche Beschaffenheiten zur Ausprägung eines kaufmännischen Handelns und die Nutzung des Geldes als Tausch- und Zahlungsmittel geführt haben. Darauf beruhend werde ich mein Thema dieses Essays, der Wert der Ware, genauer erläutern. Dabei werde ich unter anderem auf Themen wie gesellschaftliche Probleme des Tauschwertes innerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft oder die durchschnittliche Arbeitszeit der Arbeiter an sich und der Wertform eingehen. Daraus schließt sich zudem meine Leitfrage: „Was macht den Wert der Ware überhaupt aus?“. Diese gilt es im Folgenden zu bearbeiten und zu beantworten.

2. Hauptteil

1. Die Ware

„D[as] bürgerliche Reichtum [ … erscheint] als eine ungeheure Warenansammlung, die einzelne Ware als sein elementarisches Dasein.“ (Marx 1859, Zur Kritik der Politischen Ökonomie, S. 15). Dieses Zitat von Marx sagt aus, dass der Wohlstand einer kapitalistischen Gesellschaft an der Warensammlung dieser gemessen wird und die Ware als Ganze den Analysegegenstand für Marx bildet.

„Ware“ stellt einen anderen Begriff oder ein Ding für ein im gesellschaftlichen Produktionsprozess entwickeltes Objekt dar. Dies wird nicht wie möglicherweise angenommen durch Konsum, sondern durch Tauschprozesse zu einem Produkt. Damit besitzt die Ware einen gewissen Doppelcharakter, da sie sowohl den Tauschwert als auch den Gebrauchswert innehat. Der Gebrauchswert ist dabei die Bedeutsamkeit eines Gegenstandes, losgelöst von der dafür aufgebrachten Arbeit. So hat zum Beispiel ein Stuhl den Gebrauchswert, dass darauf gesessen werden kann. Die Eigenschaft des Gebrauchswerts scheint eine Notwendigkeit für die Ware zu sein, ebenso wie die Ware für den Gebrauchswert. Der Tauschwert wiederum ist eine feststehende Beziehung für den Tausch von Gebrauchswaren, welche erst in gesellschaftlichen Zusammenhängen entsteht. Somit besitzt der Tauschwert eine Gleichgültigkeit gegenüber seiner ursprünglichen Existenz. Für Menschen, welche nicht direkt in das Geschehen und Verstehen von Marktstrukturen involviert sind, bildet die Ware lediglich einen lebenserhaltenden Gegenstand, welcher jenen als nützlich und wichtig erscheint. So zum Beispiel Nahrung, bestimmte Möbel, Werkzeuge oder Maschinen. Durch steigende Entwicklungsstufen der Menschheit wurden die sozialen Netzwerke innerhalb der Gesellschaft von Zeit zu Zeit stets ausgebaut. Somit waren die Menschen zum Überleben nicht mehr auf sich allein gestellt, sondern konnten Waren tauschen, welche zwei verschiedene Parteien im Überfluss besaßen oder einen anderen Stellenwert darstellen. Dadurch ist es unserer heutigen Gesellschaft möglich geworden, ihren sozialen Zusammenhalt durchweg weiter auszubauen und damit ihr alltägliches Leben stetig zu begünstigen.

2. Tausch- und Gebrauchswert

Durch bestehende soziale Netzwerke gab es die Möglichkeit, lebensnotwendige Dinge durch Tausch aufzubringen. Dabei hatten zwei involvierte Parteien die von dem Anderen benötigte Ware im Überfluss vorhanden, sodass innerhalb dieses Netzwerkes jene Ware ausgetauscht werden kann. Damit wird auch deutlich, dass bereits früher gewisse gesellschaftliche Arbeitsteilungen vorhanden waren. Allerdings nicht in konkreten Berufszweigen, sondern im Allgemeinen. Um bestimmte Produkte tauschen zu können, müssen sie einen Wert für jedermann besitzen, wodurch diese Produkte schließlich ihren Status als Gebrauchswert erlangen. Denn der qualitative, persönliche Wert der Ware bildet eben jenen Gebrauchswert. Dieser gründet sich aus der Nützlichkeit einer Ware heraus und ist an der Konsumierung und dem Gebrauch der Ware auszumachen. Der Gebrauchswert muss zudem gleichsam als gesellschaftlicher Gebrauchswert fungieren, seine Nützlichkeit muss durch menschliche Arbeit wiedergegeben werden und er muss stets von Nutzen sein. Des Weiteren benötigt es ein festes Verhältnis für den Tausch der Gebrauchswaren, welches der Tauschwert bildet. Marx spricht in seinem Text wie folgt darüber: „Der Gebrauchswert hat nur Wert für den Gebrauch und verwirklicht sich nur im Prozeß der Konsumtion. Derselbe Gebrauchswert kann verschieden vernutzt werden. Die Summe seiner möglichen Nutzanwendungen jedoch ist zusammengefaßt in seinem Dasein als Ding mit bestimmten Eigenschaften. Er ist ferner nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ bestimmt.“ (Marx 1859, Zur Kritik der Politischen Ökonomie, S. 15). Der Tauschwert ist die quantitative Beziehung verschiedenster Gebrauchswaren untereinander, sprich die Abstraktion jener. Er besitzt keine Relation zur Beschaffenheit der Ware, sondern ist nur aus dem Gebrauchswert ableitbar. Wenn die Ware also einen Gebrauchswert für alles besitzt, dann hat sie auch den Tauschwert inne. Somit bilden die verschiedensten Proportionsangaben unterschiedlichster Dinge, welche letztendlich den gleichen Wert besitzen, den Tauschwert. „Als Tauschwert ist ein Gebrauchswert grade so viel wert wie der andere, wenn nur in richtiger Portion vorhanden.“ (Marx 1859, Zur Kritik der Politischen Ökonomie, S. 16).

3. Gesellschaftliches Problem des Tauschwertes

„Als Tauschwert sind alle Waren nur bestimmte Maße festgeronnener Arbeitszeit.“ (Marx 1859, Zur Kritik der Politischen Ökonomie, S. 18). An dieser Stelle tritt das gesellschaftliche Problem des Tauschwertes zum Vorschein. Denn der Mensch abstrahiert von der Nützlichkeit des Tauschwertes einer Ware, indem er sich fragt, wie viel man dafür bekommen kann. Die Antwort auf diese Frage findet man durch die Ansicht der Waren als Produkte menschlichen Arbeitens. Jene wird jedoch auf die abstrakte menschliche Arbeit reduziert, welche allein nur einen quantitativen Maßstab bilden kann. Dies hat nach Karl Marx‘ Auffassung große Ausmaße in der kapitalistischen Gesellschaft angenommen. Wenn der Tauschwert keinen Gebrauchswert innehat, entsprechen die Eigenschaften von Produkten innerhalb des Tauschwertes denen der Arbeitsprodukte. Somit vertritt Marx die Ansicht, dass wenn Arbeitsprodukte unabhängig von ihrem Gebrauch beobachtet werden, folglich auch der Gegensatz der Produktionsweisen jener verloren geht. Somit wäre das entstandene Produkt, wie oben bereits genauer erläutert, lediglich ein Produkt abstrakten menschlichen Arbeitens und wird deshalb auch darauf reduziert. Denn nur so kann ein quantitativer Maßstab geschaffen werden. An dieser menschlichen Arbeit wird also der Tauschwert gemessen, welcher bei der Gebrauchsware gleichsam die für die Produktion benötigte Zeit darstellt.

4. Durchschnittliche Arbeitszeit, Arbeiter und Wertform

Die Zeit, welche zur Produktion der Gebrauchsware angesetzt wird, ist die durchschnittliche Arbeitszeit eines durchschnittlichen Arbeiters für eine durchschnittliche Ware. Jene Zeit wird als abstrakte Arbeit benannt und „ist eine abstrakt-generelle Dimension, welche diese konkreten Arbeiten darstellt und durch diese dargestellt wird.“ (vgl. Postone 1993; Time, labour and social domination, S. 192). Jedoch entstehen daraus auch Probleme: Arbeiter werden, unabhängig von ihren Fähigkeiten und Qualifikationen, auf einen gewissen Durchschnitt reduziert. Somit wurden zudem die verschiedensten Geschäftszweige vereinigt und sind nicht mehr unterscheidbar. Ein anderes Problem besteht bei der Produktivität: die Wertgröße einer Ware ist abhängig von der dafür aufgewendeten Arbeitszeit. Diese fluktuiert jedoch mit dem Wechsel der Produktivität. Diese sogenannte Produktivkraft ist abhängig von äußeren Einflüssen, wie beispielsweise die „richtigen“ Jahreszeiten bei Berufen aus dem Agrarbereich. Wenn man sich an diesem Punkt die bereits getätigte Definition vom Wert der Arbeitszeit heranzieht, dann folgt daraus, dass ein Artikel umso schneller und günstiger entwickelt wird, desto höher die Produktionskraft dabei ist. Ebenso ist diese Aussage umgekehrt auch gültig. Marx möchte an diesem Punkt deutlich machen, dass der Arbeiter an sich von diesem Fortschritt nicht profitiert, im Gegenteil. Auch wenn die Maschinen der Arbeiter nun die doppelte Menge innerhalb der gleichen Arbeitszeit produzieren, ist die Arbeit, die der Arbeiter dafür investiert, immer noch die Gleiche. Dies folgt daraus, dass sich der Wert seiner produzierten Ware zwar halbiert hat, er jedoch die doppelte Menge als zuvor erwirtschaften muss, um die gleiche Summe an Geld dafür zu erhalten. Wenn der Fortschritt dem Arbeiter nichts nützt, wie in diesem Fall, stellt sich nach einer Zeit ein Bremse der Produktion ein. Dass die menschliche Arbeitskraft auf einen allgemeinen Durchschnitt reduziert wird und daraus weitere gesellschaftliche Probleme einhergehen, ermöglicht es den Produzenten durch ihre Machtposition dies auszunutzen und zunehmend immer weiter zu verstärken.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Kritik der politischen Ökonomie. Der Wert der Ware
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Philosophie)
Note
2,0
Jahr
2020
Seiten
9
Katalognummer
V998022
ISBN (eBook)
9783346370495
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritik, ökonomie, wert, ware
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Kritik der politischen Ökonomie. Der Wert der Ware, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/998022

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