Der Einstieg in die Stunde findet über eine aktional präsentierte Lernaufgabe in Form eines szenischen Dialogs statt. Die Szene spielt in der Drogerieabteilung des Center Warenhauses vor einem leeren Regal. Der Auszubildende Tobias erhält von der Mitarbeiterin Marie den Auftrag, neue Ware in die leeren Regale einzuräumen. Die Schüler erkennen mit Hilfe der Einstiegssituation, dass die Warenplatzierung in den verschiedenen Regalzonen Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden hat. Im Verlauf der Stunde gestalten die Schüler in arbeitsteiliger Gruppenarbeit ein verkaufsaktives Regal für eine Warengruppe.
Sie berücksichtigen hierbei die Erkenntnisse über das vertikale und horizontale Blickverhalten der Kunden sowie die Verkaufsaktivität der vertikalen und horizontalen Regalzonen und wenden die daraus abgeleiteten Platzierungsempfehlungen an. In der geplanten Stunde liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Fach- und Sozialkompetenz.
Inhaltsverzeichnis
1. Rahmenbedingungen
1.1 Schulische und unterrichtliche Rahmenbedingungen
1.2 Didaktische Abschnittsplanung
1.3 Lerngruppe und Lernvoraussetzungen
2. Didaktische Entscheidungen und Entwicklung der Lernaufgabe
2.1 Analyse des Sachverhalts und didaktische Reduktion
2.2 Gestaltung der Lernaufgabe
3. Konzeptionelle Schwerpunktsetzung
3.1 Zielformulierung
3.2 Kompetenzen
4. Methodisch-didaktische Gestaltung der Lernhandlung
4.1 Einstieg und Motivation
4.2 Problemstrukturierung
4.3 Erarbeitungsphase
4.4 Präsentation
4.5 Reflexion
4.6 Transfer
4.7 Freiräume
5. Visuelle Darstellung der Lernhandlung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, Auszubildende dazu zu befähigen, Waren verkaufsfördernd, kundengerecht und betriebswirtschaftlich sinnvoll in Regalen zu platzieren, wobei die Forschungsfrage „Wie gestalten wir ein verkaufsaktives Regal für den Kunden?“ als zentraler roter Faden dient.
- Analyse des Kundenverhaltens in Bezug auf Regalzonen (vertikal/horizontal).
- Anwendung von Platzierungsempfehlungen für verschiedene Warengruppen.
- Förderung der Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz durch kooperative Lernformen.
- Verknüpfung theoretischer Grundlagen mit der betrieblichen Praxis der Auszubildenden.
Auszug aus dem Buch
2.1 Analyse des Sachverhalts und didaktische Reduktion
Die am häufigsten genutzten Warenträger im Einzelhandel sind Regale. Die Warenplatzierung in den Regalen im Einzelhandel ist abhängig von vielen Faktoren: der Betriebsform, eventuell vorhandenen vertraglichen Bindungen an Lieferanten, dem Umfang des Sortiments und dem Such- und Kaufverhalten der Kunden. Allerdings ist der Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg eines Unternehmens der Kunde. Ein großer Teil der Kaufentscheidungen wird direkt vor den Regalen getroffen, so dass Maßnahmen der Warenpräsentation und Warenplatzierung auf das Kundenverhalten auszurichten sind, um den Kunden gezielt zum Kauf anzuregen. Allerdings nimmt der Mensch durch sein eingeschränktes Blickfeld die Regalzonen unterschiedlich wahr, so dass bei der Platzierung der Artikel von vertikalen und horizontalen Regalwertigkeiten ausgegangen wird.
Es wird angenommen, dass in vertikaler Richtung die Sicht- und Greifzone eine höhere Verkaufsaktivität aufweist, während die Reck- und Bückzone eine geringere Verkaufsaktivität aufweist. In horizontaler Richtung liegt das Hauptaugenmerk der Kunden auf der Regalmitte und bewegt sich auf die rechte Seite des Regals, wodurch es auch hier verschiedene Verkaufswirksamkeiten gibt. Es finden sich Empfehlungen über die vertikale und horizontale Warenplatzierung in den Regalen, z. B. Niedrigpreisartikel und Suchartikel in der Bückzone, Artikel mit hoher Handelsspanne oder neue Artikel in der Sichtzone. In der geplanten Stunde geht es um das Bestücken eines Regals unter Berücksichtigung der Verkaufswirksamkeit der einzelnen Zonen, um ein verkaufsaktives Regal für den Kunden zu gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die curriculare Verankerung des Themas im Rahmenlehrplan sowie die spezifischen Rahmenbedingungen der Lerngruppe und der Unterrichtssituation.
2. Didaktische Entscheidungen und Entwicklung der Lernaufgabe: Hier wird der fachliche Sachverhalt zur Warenplatzierung analysiert, didaktisch reduziert und die handlungsorientierte Lernaufgabe auf Basis eines szenischen Dialogs konzipiert.
3. Konzeptionelle Schwerpunktsetzung: Dieses Kapitel legt die Lernziele fest und spezifiziert die zu erwerbenden Fach-, Sozial- und Methodenkompetenzen der Auszubildenden.
4. Methodisch-didaktische Gestaltung der Lernhandlung: Hier wird der detaillierte Ablauf der Unterrichtsstunde beschrieben, von der Motivationsphase bis hin zur Präsentation und Reflexion der Gruppenergebnisse.
5. Visuelle Darstellung der Lernhandlung: Dieses Kapitel veranschaulicht den zeitlichen und inhaltlichen Verlauf der Unterrichtseinheit in einer übersichtlichen graphischen Darstellung.
Schlüsselwörter
Warenpräsentation, Regalplatzierung, Einzelhandel, Kundenverhalten, Verkaufswirksamkeit, Blickverhalten, Regalzonen, Handlungsorientierung, Auszubildende, Warengruppen, Fachkompetenz, Think-Pair-Share, Lernfeld, Warenmanagement, Betriebswirtschaftslehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um einen Unterrichtsentwurf für das Fach Betriebswirtschaft an einer Berufsschule, der sich mit der verkaufsaktiven Gestaltung von Regalen im Einzelhandel beschäftigt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Warenplatzierung, das Verständnis für das Kundenblickverhalten sowie die Optimierung von Verkaufsflächen in Abhängigkeit von Regalzonen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Ziel ist es, dass die Auszubildenden lernen, wie sie Artikel unter Berücksichtigung verkaufswirksamer Regeln in einem Regal platzieren können, um den Kunden gezielt zum Kauf anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird handlungsorientierter Unterricht praktiziert, insbesondere unter Anwendung der kooperativen Think-Pair-Share-Methode, um die Eigenverantwortung der Lernenden zu stärken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Regalwertigkeiten, die Entwicklung einer praxisnahen Lernaufgabe sowie die methodische Ausarbeitung der Erarbeitungs-, Präsentations- und Reflexionsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Warenpräsentation, Regalplatzierung, Verkaufswirksamkeit, Kundenverhalten und Handlungsorientierung.
Warum wurde eine "Drogerieabteilung" für den szenischen Dialog gewählt?
Die gewählte Szene dient als authentischer Ankerpunkt, um eine komplexe, aber lebensnahe berufliche Situation zu schaffen, mit der sich die Auszubildenden leicht identifizieren können.
Wie gehen die Schüler in der "Think-Pair-Share"-Phase vor?
Zunächst lesen die Schüler in Einzelarbeit einen Informationstext (Think), tauschen sich dann in der Gruppe über die Platzierung aus (Pair) und präsentieren anschließend ihre Ergebnisse vor der Klasse (Share).
- Quote paper
- Caroline Süßmut (Author), 2013, Warenplatzierung: Wie gestalten wir ein verkaufaktives Regal für den Kunden? (Berufsschule, Kaufleute im Einzelhandel, 1. Lehrjahr), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/998845