Die Reformen der Gracchen


Facharbeit (Schule), 2000
12 Seiten, Note: 14 Punkte

Gratis online lesen

Die Reformen der Gracchen

Teil I

Wissensfragen

1. Erklären Sie den Begriff der Diktatur

a) in der altrömischen Verfassung und
b) in bezug auf Sulla !

In der frühen römischen Republik war der Diktator ein Beamter, der im Ausnahmezustand für höchstens sechs Monate bestimmt wurde. Er hatte umfangreiche Befugnisse zur Abwendung von Gefahr für den Staat und wurde demzufolge in Krisenzeiten und insbesondere bei militärischer Bedrohung eingesetzt. Somit stand die Diktatur im Gegensatz zur normalen Regierung durch die Consuln, wobei immer zwei für den ein Jahr an der Macht waren.

Der Zeitraum von sechs Monaten entspricht der Dauer eines regulären Sommerfeldzuges1 des römischen Heers und war die ausdrückliche Höchstgrenze für die Amtszeit des Diktators. Da Dieser allerdings meist nur mit einer bestimmten Aufgabe betraut wurde, konnte seine Amtszeit auch schon früher enden. Seine Ernennung2 erfolgte durch einen Consul, der sich jedoch zuvor mit dem Senat absprechen musste. In seltenen Ausnahmefällen ernannte das Volk einen Diktator. Da der magister populi, so der ursprüngliche Titel für den außerordentlichen Magistratsposten des Diktators, als Führer des Fußheeres galt, unterlag er einem strengen Reitverbot. Daher war er verpflichtet, sofort nach seinem Amtsantritt einen Gehilfen, den magister equitum, zu bestimmen. Dieser war dem Diktator als Kommandant der Reiterei unterstellt, seine Amtszeit endete zusammen mit der des Diktators.

Wurde ein magister populi ernannt, entsprach das praktisch der Verhängung des Kriegsrechtes, da der Diktator absolute, beinahe königliche, Macht besaß und nicht durch einen Kollegen behindert werden konnte. Ab dem dritten Jahrhundert v. Chr. waren kleinere Einmischungen durch Volkstribunen und die Volksversammlung zugelassen.

Nachdem im Jahre 82 beide Consuln durch Sullas Rache umgekommen waren, ließ er L. Valerius Flaccus vom Senat zum sog. Interrex3 bestimmen. Dieser bereitete jedoch keine Neuwahlen vor, sondern berief die Centuriatscomitien4 ein, um Sulla zum dictator legibus scribundis et rei publicae constituendae5 wählen zu lassen..

" Die Diktatur Sullas unterschied sich von den herkömmlichen Diktaturen dadurch, dass sie nicht als Notstandsmaßnahme durch den Senat eingerichtet worden war, sondern durch ein Gesetz; sie war nicht auf ein halbes Jahr beschränkt, sondern für den vom Inhaber der Diktatur selbst zu bestimmenden Zeitraum, den er benötigten würde, den Staat zu ordnen."

(Ingemar König, Der römische Staat I - Die Republik, Reclam Verlag, Stuttgart 1992, Seite 99).

Somit war Sullas Diktatur mehr dem vom Senat verliehenen Imperium6 ähnlich, dessen Dauer ebenfalls nicht von vornherein beschränkt war. Dennoch war seine Ernennung durch das Volk legalisiert, sodass selbst der Jurist Cicero keine Anhaltspunkte für Illegalität sah.

Sullas Diktatur kommt mit ihren umfangreichen Befugnissen beinahe der Königswürde gleich und gilt daher als Vorstufe zum Prinzipat. Sulla wird daher in griechischen Quellen als Herrscher beschrieben.

2. Erklären Sie den Begriffprovincia

a) im ursprünglichen Sinn und
b) im erweiterten Sinn !

Als provincia galt zunächst der Geschäftsbereich eines römischen Beamten, der Begriff war also nicht unbedingt auf ein verwaltungstechnisches Gebiet bezogen. Consuln beispielsweise besaßen für die Dauer ihrer Amtszeit beinahe "königliche" Gewalt, nämlich imperium und potestas, d.h. die oberste militärische und zivile Amtsgewalt. Somit besaßen sie den größten Amtsbereich bzw. provincia. Da allerdings zur Verwaltung der außeritalischen Gebiete römische Magistrate eingesetzt wurden, galt bald darauf dieses Gebiet im erweiterten Sinn als deren provincia. Diese Magistrate waren zunächst ein Prätor sowie ein ihm unterstellter Quästor zur Finanzverwaltung, seit Sulla wurden die Provinzen von Promagistraten, früheren Prätoren oder Consuln, geleitet. 27 v. Chr. wurden die Provinzen in senatorische und kaiserliche geteilt.

Der Begriff hat sich also gewandelt und stand während und nach der außeritalischen Expansion für die geographisch - topographisch oder ethnisch gegliederten Verwaltungseinheiten.

Auch heute noch ist der Begriff zur Bezeichnung von Verwaltungseinheiten gebräuchlich und wird sogar offiziell verwendet. Gelegentlich wird er auch als etwas abfälliger Ausdruck für ländliche Gebiete benutzt.

3. Welche gegensätzlichen Lösungen zur Hebung der militärischen Kraft Roms hatten Tiberius Gracchus und Marius ?

Es bestand im zweiten und ersten Jahrhundert v. Chr. eine Krise im römischen Reich; grob beschrieben stellte sie sich folgendermaßen dar: Die Bauern verarmten zusehends und wurden in die Städte abgedrängt, das Heer war daraufhin seiner Grundlage beraubt und war geschwächt.

Tiberius Gracchus versuchte das Übel bei der Wurzel zu packen: er beabsichtigte, die Krise des Heeres durch Lösung der sozial - ökonomischen Krise zu beheben, indem er die Kleinbauern stärkte und den Einfluss des Senats und der Großgrundbesitzer zurückdrängte.

Dadurch wäre unmittelbar das Heer gestärkt worden, da es sich (als Milizheer) vorrangig aus Bauern rekrutierte. Einerseits hätten diese somit einen sozialen Rückhalt und eine Altersvorsorge gehabt, andererseits trägt eine großzügige Behandlung der Ärmeren zur Motivation der Truppe bei, für ein gerechtes Land zu kämpfen.

Wie in dem von mir entwickelten Schema7 ersichtlich, geriet er dadurch natürlich in einen Interessenkonflikt mit den Latifundienbesitzern und deren Vertretern im Senat. Dies versuchte er durch Zugeständnisse an den Ritterstand zu kompensieren, der aufgrund seiner herausragenden Stellung in Heer und Wirtschaft großes politisches Gewicht besaß und somit als Verbündeter hervorragend geeignet war. Dadurch war eine gefährliche Situation entstanden, die sozialistische bzw. marxistisch - leninistische Historiker sogar als Klassenkampf interpretieren, woraus vermutlich auch der Begriff "römische Revolution" entstand.

Dem entgegen versuchte der angesehene Feldherr Marius, die Leistung des Heeres durch eine Änderung der Taktik und eine neue Heerespolitik zu verbessern. Auf seinen Feldzügen gegen den Numiderkönig Jugurtha8 und gegen die Kimbern und Teutonen9 bewährte sich die neue Cohortentaktik und stellte sich gegenüber der alten Manipulartaktik als überlegen heraus.

Ursprünglich standen die römischen Legionäre in einer Phalanx10 auf dem Schlachtfeld, geordnet nach den Zensusklassen des Servius Tulius. Vorn, in den ersten vier Reihen standen die schwerbewaffneten Angehörigen der ersten Zensusklasse, es folgten in vier weiteren Reihen die leichter bewaffneten restlichen Zensusklassen. Diese Formation hatte jedoch einige Nachteile - sie war zu schwerfällig, entwickelte zu wenig Wucht beim Ansturm und konnte leicht zerstreut werden - und wurde nach der schweren Niederlage des römischen Heeres in der Schlacht bei den Caudinischen Pässen im zweiten Samnitenkrieg endgültig abgeschafft.

An ihre Stelle trat nun die erwähnte Manipulartaktik. Wie in der untenstehenden Skizze zu sehen ist, wurden die Legion nun in drei mal zehn Manipel aufgeteilt. Außerdem kamen noch zehn mal dreißig Reiter und 400 velites11 hinzu. Auf dem Schlachtfeld standen vorn die jüngsten und unerfahrendsten Legionäre in der ersten Reihe (Hastatenmanipel), dahinter die älteren Jahrgänge (Prinzipsmanipel) und ganz hinten die Veteranen und Familienväter (Triariermanipel). Ein Triariermanipel war nur halb so groß wie die Hastaten- und Prinzipsmanipel, die Triarier stellten in der Schlacht eine Reserve dar, da die Reihen nacheinander kämpften. Die zehn Manipel einer Reihe standen mit einem gewisse Abstand, die Lücken wurden durch die nachfolgende Reihe geschlossen. Somit wurden auch die römischen Feldzeichen eingeführt, um dem Legionär den Standort seines Manipels zu signalisieren.

(aus: "Eine Beschreibung der römischen Legion vor und nach der Heeresreform des Marius", von René König)

Am schlimmsten zeigte sich die Unterlegenheit von Manipularlegionen, als im Krieg gegen die Kimbern und Teutonen fünf ganze Legionen12 vernichtet wurden! Eine Reihe von Gründen führte zur Schwächung der Legionen: Unfähigkeit der Kommandanten und Militärtribunen, wachsende Käuflichkeit und Verrohung in der Truppe, immer stärkere Eigenwilligkeit des Heeres und die veraltete Taktik. Auch war die Disziplin auf dem Tiefststand, da die Legionäre zu einem stetig wachsenden Prozentsatz aus den italischen Staaten stammten und keine Motivation mitbrachten. Hier setzte nun Marius mir seiner Heeresreform an: er machte die Rekrutierung nicht mehr vom Zensus abhängig, sondern ließ die Legionäre frei anwerben. Er schaffte die leichtbewaffneten Hilfstruppen13 und die Legionsreiterei ab und wandelte das Heer somit in eine schwer bewaffnete Infanteriearmee um. Es wurden nun immer drei Manipel14 - sie waren nun alle gleich groß15 - zu einer frei operierenden Cohorte zusammengefasst. Jedes Manipel bestand aber weiterhin aus zwei Centurien. (siehe untenstehende Skizze)

(aus: "Eine Beschreibung der römischen Legion vor und nach der Heeresreform des Marius", von René König)

Mit Hilfe dieser Taktik konnte der Feldherr nun sein Vorgehen besser auf die Umstände einstellen. Die Ausrüstung der Legionäre wurde vereinheitlicht16, die Kosten aus der Staatskasse bezahlt. Marius hob die Disziplin des Heeres durch gerechtere Strafen, durch Exerzieren und durch Straßen - und Bauarbeiten in Friedenszeiten. Nach einer halbjährigen Probezeit erhielt jeder Legionär das römische Bürgerrecht, wurde er nach sechzehn Jahren ehrenhaft entlassen, so erhielt er von seinem Feldherrn Land oder Geld. Dies war ein besonderer Anreiz für junge Italiker und Männer aus den Provinzen. Während des Heeresdienstes erhielt man eine Berufsausbildung, man durfte allerdings nicht heiraten. Außerdem sollte fortan kein Mann unter siebzehn Jahren rekrutiert werden.

Somit hatte Marius aus einem Milizheer mit unflexibler Phalanxtaktik ein modernes Söldnerheer mit ausgefeilter Taktik geschaffen.

4. Nennen Sie vier wichtige Maßnahmen der sullanischen Restauration !

Sulla erneuerte den Senat, in dem er ihn von 300 auf 600 Mitglieder aufstockte. Hierzu griff er auch auf den Ritterstand zurück. Er bestimmte des weiteren, dass der Senat nicht mehr von Censoren aufgefüllt werden, sondern sich durch Magistrate, die die Quästur erreicht hatten, selbst ergänzen sollte. Damit blieb das Amt des Censors lange Zeit unbesetzt, da es stark an Bedeutung verlor. Er festigte die Macht des Senats weiter, indem er dem Senat wieder die alleinige Kontrolle über die Gerichte gab. Es wurden sogenannte stehende Gerichtshöfe17 eingerichtet, wobei jeder der sieben für einen Bereich der Rechtsprechung zuständig war. Somit war der Einfluss des Senats wieder hergestellt und wurde sogar noch erweitet.

Ein zweiter Bereich von Maßnahmen betraf den Magistrat: Die Anzahl der Quästoren wurde auf 20 erhöht und die der Prätoren auf acht, was eine automatische Rekrutierung des Senats aus dem Magistrat ermöglichte. Somit war die Möglichkeit für homines novi18 , das Amt des Consul zu erreichen, ungleich schwerer geworden, da die Anzahl der Consulatsposten auf zwei beschränkt blieb. Dies hatte zur Folge, dass der enge Zirkel der Nobilität seine Kontrolle über den Staat über alle Maßen festigte und somit zu einer Art Oligarchie wurde.

Auch regelte Sulla Reihenfolge und Auflagen der Ämter neu. Er verfügte das Mindestalter für den Consulat solle 42 Jahre betragen, Patrizier konnten das Amt ein Jahr früher erreichen. Es wurde ferner bestimmt, dass zwischen zwei Bekleidungen des Consulats eine Pause von zehn Jahren einzuhalten sei. Die Reihenfolge der Ämter wurde wie folgt festgesetzt: Vigintisexvirat19, Quästur, Prätur, Consulat. Nur die Ädilität konnte beliebig bekleidet werden. Praetoren und Consuln sollten ihre Amtszeit fortan ausschließlich in Italien verbringen. Im Anschluss daran gingen sie als Proprätor bzw. Proconsul in eine Provinz, wiederum für ein Jahr. Dort hatten diese beiden Posten beinahe uneingeschränkte Macht über Rechtsprechung und Militär. Direkt nach der einjährigen Amtszeit mussten sie direkt nach Rom zurückkehren, um eine Mobilisierung der (Heeres- ) Klientel zu vermeiden ( Gefahr eines Staatsstreiches ).

Vermutlich um eine Wiederholung der Vorgänge während des Tribunats der Gebrüder Gracchus zu vermeiden, beschnitt der Optimat Sulla vor allem die Kompetenzen der Volkstribunen. Ihre legislative Funktion, d.h. ihr Veto gegen Gesetzesvorlagen des Senats sowie ihr Recht, der Volksversammlung Gesetze ohne Billigung des Senats vorzulegen, wurde den Volkstribunen aberkannt. Nur noch die von einem Consul geleiteten Centuriatscomitien20 stimmten über Gesetze ab, nicht mehr die Tribuscomitien21. Nach dem Tribunat war es untersagt, sich um ein weiteres Amt zu bewerben, wodurch das Amt unattraktiv gemacht werden sollte, da es somit keine Karrierechancen bot. Allerdings blieb den Volkstribunen die Mitgliedschaft im Senat erhalten.

Sullas Maßnahmen veränderten also die Belange aller wichtigen republikanischen Institutionen. Der dictator festigte die Macht des Senats und der Nobilität und beschnitt massiv die Befugnisse der Volkstribunen, wodurch ein ähnlicher Zustand wie vor dem Tribunat des Tiberius Gracchus im Jahre 133 v. Chr. hergestellt wurde.

Teil II

Quelleninterpretation

1. Welche unbedingt notwendigen bibliographischen Angaben fehlen ?

Dem vorliegenden Text " Die Reformen der Gracchen " von Sallust22 sind bibliographische Angaben wie ungefähres Entstehungsjahr, Autor und Bearbeiter beigefügt, allerdings fehlen Informationen zur Form und Zeit der Veröffentlichung ( Verlag, Erscheinungsort und -jahr ). Auch ist unklar, ob es sich um eine selbstständige oder um eine unselbstständige Schrift handelt.

2. Erläutern und beurteilen Sie - im Hinblick auf die gesamte römische

Revolutionszeit - den Quellenwert des Textes unter Berücksichtigung

a) der Entstehungszeit und
b) der Person des Autors !

Zunächst ist die Frage zu klären, welchen Zeitraum die römische Revolution umfasst. Viele Historiker setzen hierbei nach der Zerstörung Karthagos im dritten Punischen Krieg ( 149 - 146 v. Chr.) und der Unterwerfung Griechenlands im gleichen Zeitraum an.

Die soziale und ökonomische Struktur des römischen Reiches änderte sich damals drastisch: Das Kapital aus den reichen eroberten Gebieten floss fast ausschließlich in die Tasche der ohnehin schon reichen nobilis23 und der equites24 . Die Großgrundbesitzer strebten in kapitalistischer Manier nach Gewinnsteigerung. Diese war nur durch Intensivierung oder Extensivierung der agrarischen Produktion möglich. Intensivieren konnten sie die Produktion durch Optimierung, z. B. durch den massenhaften Einsatz von Sklaven, den 'billigsten' Arbeitern, Extensivieren durch Okkupation von Staatsland oder Verdrängung der ansässigen Kleinbauern. Daraufhin verarmten die Bauern, wanderten in die Städte ab und die Schicht der proletarii25 wuchs. Dies hatte fatale Auswirkungen auf die militärische Macht Roms, da sich das Heer vorrangig auf die Bauern stützte.

Diese Symptome der Krise und mehrere zermürbende Kriege26 führten trotz vieler Versuche zur Stabilisierung im Laufe des zweiten und ersten Jahrhunderts v. Chr. zu mehreren Bürgerkriegen, zu sozialen Unruhen und schließlich, am Ende der "römischen Revolution", zur Errichtung des Kaiserreichs und des Prinzipats27. Im Text kommen keine eindeutigen Hinweise auf den besprochenen Zeitraum vor, außer, dass die Zerstörung Karthagos bereits in der Vergangenheit liegt.

Der Autor Sallust ist Zeitzeuge dieser Epoche der römischen Geschichte. Der Text entstand etwa im Jahre 40 v. Chr., also bereits nach der Ermordung des Diktators Caesar28 und während des Bürgerkriegs um dessen Nachfolge. Sallust gehörte während seiner politischen Laufbahn ( 54 Quästor, 52 Volkstribun, 46 Prätor der Provinz Africa) der Partei der Populares29 an und war ein Günstling Caesars. Er gelangte während seiner Prätur zu großem Reichtum und ließ sich in Rom prächtige Gärten (horti Sallustiani) anlegen. Nach Caesars Ermordung im Jahre 44 v. Chr. zog er sich enttäuscht aus dem politischen Leben zurück und widmete sich der Geschichtsschreibung. Zu seinen Werken zählt "Coniuratio Catilinae"30, "Bellum Jugurthinum"31 und "Historiae"32. Auch ist eine Korrespondenz mit Caesar selbst erhalten.33 Des weiteren sind verschiedene Reden und Briefe überliefert, eine Schmähschrift gegen Cicero34 lässt keinen Zweifel an seinen politischen Ansichten zu.

" Als Gegenstand seiner Monographien wählte [Sallust] daher solche Ereignisse aus, die [den] inneren Verfall [Roms] beispielhaft machen konnten: den Weg des hochbegabten, aber haltlosen und moralisch verdorbenen Catilina35 zum Staatsverbrecher und den Jugurthinischen Krieg, dessen siegreiche Beendigung immer wieder durch die Korruption und Bestechlichkeit der Nobilität und durch innenpolitische Zwistigkeiten in Frage gestellt wurde. In dem letzten und reifsten Werk des Sallust, den "Historiae", trat seine pessimistische Geschichtsauffassung insofern noch deutlicher zu tage, als er jetzt bereits in der republikanischen Frühzeit bald nach der Vertreibung der Könige den Verfall beginnen ließ, der nur während des zweiten Punischen Krieges unter dem Zwang der äußeren Not und Gefährdung durch eine kurze Periode der inneren Eintracht und Stärke unterbrochen wurde. " ( Johannes Irmscher, Lexikon der Antike, 1 Band, Heyne Verlag, Leipzig/München, 1987, Seite 483 ).

Als Textbelege für die genannten Eigenheiten und Ansichten des Autors ist zunächst die Zeitform zu nennen, in der der Text verfasst ist: das Präteritum, eindeutiger Indikator für (relativ) weit zurückliegende Ereignisse (z.B. die Zerstörung Karthagos). Sallust wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. geboren, und blickt somit auf die Zeit unmittelbar nach dem dritten punischen Krieg, die er als Ausgangspunkt des von ihm beschriebenen Prozesses gewählt hat, zurück, auch wenn er wegen der Ausdehnung der Krise bis in seine Lebensspanne hinein als Zeitzeuge gelten kann. Sallusts politische Attitüde ist eindeutig an seiner Darstellung der im Text aufgeführten Missstände zu erkennen (dazu siehe Aufgabe 3!).

Zwar ist Sallusts Darstellung der Zustände auf keinen Fall objektiv, da gerade er seine ausschmückende Sprache kunstvoll zum Vermitteln eigener Ansichten einsetzt, jedoch entspricht sie wohl mehr den Gefühlen der Masse der Römer zu dieser Zeit, als es die Darstellung eines nobilis oder eines Vertreters der Optimaten36

- Partei getan hätte. Ich bin dieser Ansicht, da die einflussreichen Popularen die Sache des Volkes , zumindest offiziell, zu ihrer Sache erklärt hatten, während die Optimaten an der Aufrechterhaltung des status quo interessiert waren und vor allem die reiche Oberschicht, die nobilis und equites, vertrat. Aus diesem Grunde ist der Wert der vorliegenden Quelle sehr hoch einzuschätzen, besonders da man mit dem nötigen Hintergrundwissen zu Entstehungszeit und zu den Eigenarten des Autors die wichtigsten Fakten bzw. die Grundzüge der damaligen Situation herauslesen kann.

a) Suchen Sie im Text die Kernstellen, welche Missstände im römischen Staat kennzeichnen!
b) Konkretisieren Sie sie durch die Ihnen bekannten Fakten und systematisieren Sie sie gleichzeitig nach den Ihnen bekannten Kategorien in einem Schema!
c) Weisen Sie die Interdependenz graphisch im Schaubild auf und verbalisieren Sie dies!

Einerseits spricht Sallust im Text ziemlich allgemein von "Cliquen im Senat" (Zeile 1), was eine eindeutig negative Wertung darstellt. Diese ist gewiss auf die Senatspartei, d.h. die Optimaten, bezogen. Auch verwendet er Ausdrücke wie "[schlimme] Umtriebe" (Zeile 2) und "Unwesen" (Zeile 3). Er geht vor allem auf Habsucht und Unvernunft ein und behauptet, dass zur damaligen Zeit "jeder beanspruchte, nahm [und] für sich allein [raubte], wie er nur konnte," ( Zeile 14 f).

Speziell kritisiert er jedoch den Adel und das Volk (die Volksversammlung), die ihre Befugnisse missbrauchten und "in Willkür ausarten [ließen]" (Zeile 14), also vor allem die republikanischen Staatsträger bzw. Verfassungsorgane, sowie auch die herausgehobene und bevorzugte Stellung des Adels, die im Gegensatz zur Ohnmacht des Volkes stand. Sallust spricht auch vom "Senat, als geschlossene[r] Körperschaft, [mit dem] Übergewicht" (Zeile 17), d.h. mit der größeren politischen Gewichtung verglichen mit der Volksversammlung. Ein ähnliches Verhältnis der Machtfülle von nobilis und Bauern stellt Sallust dar, indem er herausstellt, dass "[einige wenige] den Staatsschatz, die Provinzen, die hohen Ämter, Auszeichnungen und Triumphe in Händen [hielten]" ( Zeile 19 f).

Besonders hebt Sallust die Verhältnisse im Krieg hervor: Er ist der Ansicht, "von der Willkür einiger weniger [hinge] im Krieg [und Frieden] alles ab." (Zeile 18 f). Auch bemängelt er, dass "[...] die Eltern und kleinen Kinder der Soldaten [...] von ihren Gütern vertrieben wurden". Des weiteren geht Sallust ein auf die Habsucht der Feldherren, die "[die Kriegsbeute mit wenigen anderen an sich rissen]" (Zeile 21 f).

Schema zu Aufgabe 3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zunächst sind auf dem von mir entwickelten Schema verschiedene Rechtecke zu sehen, jedes repräsentiert einen wichtigen Teil der römischen Gesellschaft bzw. Politik.

Die blauen Pfeile veranschaulichen die sozial - ökonomische Krise in der späten römischen Republik. Die roten Pfeile zeigen Gründe für die Krise im militärischen Bereich.

Die schwarzen Pfeile verdeutlichen die Zusammenhänge zwischen Politik und den gesellschaftlichen Schichten.

Wichtig sind die blau/rot gestreiften Pfeile: Sie sind Teil sowohl des blauen als auch des roten Bereichs, d.h. sie stellen das Kernproblem dar!

Schließlich ist der waagerechte gelb/rote Pfeil die Folge aller Missstände.

4. Welche der im Text erwähnten Missstände versuchte Gaius Gracchus zu beheben? Geben Sie dabei an...

a. Art der Gesetze
b. betroffene Gruppe(n)
c. Folgen

Gaius versuchte zunächst die Not der mittellosen proletarii bzw. plebs frumentaria37 zu lindern, indem er den Getreidepreis im Zuge der lex Sempronia frumentaria auf 6? Asses pro Scheffel38 Brotgetreide festlegte. Die Armen erhielten Getreide zum halben Preis, was durch das Steueraufkommen der Provinz Asia finanziert wurde. Auch setzte er nun in der lex Sempronia agraria das Ackergesetz seines Bruders Tiberius durch. Es war nach dessen Ermordung durch die aufgebrachten Senatsmitglieder wieder abgeschafft worden. Das Gesetz sah auf Grundlage der lex agraria Licinia Sextia von 367 v. Chr. vor, die Okkupation des Staatslandes auf 500 Morgen39 (iugera) pro Person plus 250 Morgen für jedes männliche Kind zu beschränken. Das freigewordene Land sollte landlosen Bauern zur Erbpacht überlassen werden. Außerdem sollte fortan niemand mehr als 1000 Morgen Land besitzen.

Staatsrechtlich erließ er unter anderem die lex Sempronia de capite civis Romani, welche Todesurteile eindeutig zum Privileg der Comitien erklärte und Zuwiderhandlung durch Magistrate unter Strafe stellte. Wichtig ist die Einbeziehung des ordo equester40 in Gaius' Reformen: sie wurden durch die lex Sempronia iudiciaria als Geschworene zugelassen und hatten nun den Richterposten inne. Die lex Sempronia de provinciis consularibus regelte die Feststellung der Kompetenzen der Consuln: Diese mussten nun immer vor der Wahl durch ein Senatsconsultum festgelegt werden. Desweiteren übertrug Gaius Gracchus den Rittern auch die Verwaltung der besonders reichen Provinz Asia, wodurch diese zu besonderem Reichtum gelangten.

In militärischer Hinsicht änderte sich ebenfalls einiges: Aushebungen von Rekruten unter 17 Jahren wurden verboten, Kleidung und Verpflegung der Soldaten wurden nun aus Mitteln der Staatskasse bezahlt (lex Sempronia militaris ). Angesichts der allumfassenden Staatskrise erscheinen solch tiefgreifende Veränderungen des Staatswesens nicht als übertrieben, sondern eher als dringend notwendig.

Betroffen waren somit nahezu alle Gruppen des Staates. Vorteile konnten sich nach den Gesetzen des Gaius Gracchus vor allem die Ritter, Bauern bzw. proletarii sowie das Heer ausrechnen. Die bisherigen Machthaber, der ordo senatorius bzw. die nobilis, sahen ihre führende Rolle im Staat und ihre Privilegien gefährdet - und das zu Recht.

Daraufhin verschärfte sich der Konflikt zwischen Popularen und Optimaten drastisch, der Senat brachte den Volkstribunen M. Octavius auf seine Seite, der durch sein Veto die Gesetze zu verhindern versuchte. Gaius vollzog deswegen einen folgenschweren Schritt: rechtswidrig ließ er ihn ohne Zustimmung des Senats des Amtes entheben, mit dem Rückhalt aller 35 Triben.

Als Folge dessen wurde Gaius massiv vom Senat in seiner Arbeit behindert: M. Livius Drusus wurde zusammen mit Gaius 122 v. Chr. zum Volkstribun gewählt nachdem es dem Senat nicht gelungen war, Gaius' Wiederwahl zu verhindern. Drusus stand auf Seite des Senats, da er aus einem Geschlecht der plebejischen Nobilität stammte. Als nun Gaius einen Antrag auf Verleihung des römischen Bürgerrechts an alle italischen Bundesgenossen einbrachte, zog Drusus das gesamte Volk, das den Verlust seiner Privilegien befürchtete, auf seine Seite und entzog Gaius somit seiner Machtgrundlage. Somit gewann der Senat seine Macht zurück, und als Gaius vor einem senatus consultum ultimum erscheinen sollte floh er aus Rom und ließ sich von einem Getreuen umbringen.

Somit waren die Reformen der Gebrüder Gracchus gescheitert und die beschriebenen Missstände dauerten fort. Die Gruppe der Senatoren bezeichnete sich fortan als "die Besten"41, die Wahrer des Staats. Ihnen entgegen entwickelte sich die politische Gruppe der populares, die sich zur Durchsetzung ihrer Interessen (Beseitigung von Missständen, Erneuerung des Staatswesens etc.) des Mittels der plebiscita42 bedienten. Somit hatte sich eine konservative und eine oppositionelle demokratische Partei gebildet, der Ritterorden stand mehr oder weniger dazwischen. Die Heeresreform des Marius ist als direkte Folgeerscheinung des sempronianischen Reformwerks zu sehen.

5. Beurteilen Sie die Maßnahmen des Gaius Gracchus als möglichen Lösungsversuch der Krise!

Das Reformwerk des Caius hätte unheimliche Erleichterungen für die niedrigen sozialen Schichten bedeutet. Auch die militärische Macht des römischen Reiches wäre gestärkt worden. Somit wäre die Krise Roms womöglich abgewendet worden. Das Scheitern der Reformen des Gaius Gracchus geht dem Unausweichlichen Untergang der römischen Republik voraus und hätte diesen eventuell sogar abwenden können.

Die staatsrechtlichen Veränderungen allerdings, die in Gaius' Gesetzen vorgesehen waren, beschnitten die Privilegien des Senats massiv und schafften de facto die einträgliche Latifundienwirtschaft ab. Dadurch machte sich Gaius die einflussreiche Gruppe der Nobilität zum Feind, die den Senat als mächtigstes republikanisches Verfassungsorgan zu ihren Gunsten nutzte. Durch ihr Streben nach Erhaltung ihrer umfangreichen Rechte und Privilegien verhinderten sie jeden gesellschaftlichen Konsens und ebneten durch ihren Kampf gegen die Gebrüder Gracchus, die sich zu energischen Gegenmaßnahmen genötigt sahen, den Weg zu Bürgerkriegen, Diktaturen und schließlich zum Untergang der römischen Republik.

6. Definieren Sie den Begriff der "Krise", indem Sie die oben erarbeiteten konkreten Bezüge zu generalisieren versuchen!

In der späten römischen Republik kamen Armmut und Unzufriedenheit der Bauern, eine daraus resultierende Schwächung des Heeres und die ungezügelte Machtgier der Oberschicht zusammen und verdichteten somit eine Reihe einzelner Probleme, die womöglich leicht hätten gelöst werden können, zu einer "ausgewachsenen" Krise. Eine Krise43 ist allgemein eine schwierige Lage, d.h. ein Zustand, in dem sich eine Reihe gefährlicher und/oder bedrohlicher Elemente zu einer gemeinsamen Gefahr entwickeln, die meist nur schwer oder mit besonderen Anstrengungen und Veränderungen der dazu führenden Faktoren abgewendet werden kann.

Wörter: 4130

Quellen und Literatur:

Ingemar König, "Der römische Staat Teil I", 1992, Reclam Verlag, Stuttgart

Der Brockhaus multimedial Version 2.0, Brockhaus Verlag Mannheim 1999, Projektleitung: Eberhard Anger M.. A., Manuela Langer

Lexikon der Antike, Auflage unbekannt, Heyne Verlag München 1962, Johannes Irmscher

Res Romanae, 16. Auflage, Cornelsen Verlag Frankfurt/M 1988.

Geschichte und Geschehen I Oberstufe Ausgabe A, 2. Auflage, Klett Verlag Leipzig 1997

Digitale Bibliothek Band 14: Propyläen-Weltgeschichte - Eine

Universalgeschichte, Directmedia, Berlin 1999,

Herausgegeben von Golo Mann, Alfred Heuß und August Nitschke

www.imperiumromanum.de

www.hausarbeiten.de

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe. Insbesondere versichere ich, dass ich alle wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht habe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 die römischen Legionen verbrachten den Winter meist in ihren eigens eingerichteten Winterlagern, Feldzüge wurden bevorzugt im Sommer durchgeführt

2 nominatio

3 nach Tod oder Rücktritt eines Consul eingesetzter "Ersatzconsul" für den Rest des Jahres

4 von den Tribuscomitien gewählter Ausschuss von Vertretern der einzelnen Triben

5 konnte leider keine Übersetzung finden, hierzu siehe Ingemar König, "Der römische Staat I - Die Republik", Seite 99

6 imperio: Kommandantur über ein Heer, Feldherrschaft

7 siehe Teil II, Aufgabe 3

8 daher "Der Jugurthinische Krieg" von Sallust

9 zwei germanische Stämme, die im zweiten Jahrhundert v. Chr. linksrheinisches Gebiet betraten und (nach anfänglich großen Verlusten der Römer) schließlich von Marius völlig vernichtet wurden!

10 eine dichtgeschlossene, aus mehreren Gliedern bestehende lineare Kampfformation, von den griechischen Hopliten bevorzugt

11 Leichtbewaffnete zum verstreuten Kampf

12 immerhin rund 27.000 Mann

13 velites

14 jeweils ein manipuli hastati, ein manipuli principes und ein manipuli triarii

15 200 Mann

16 ausgestattet wurde jeder Legionär dem Pilum ( 1,6 - 2 m lange Wurfwaffe ) und dem zweischneidigen Kurzschwert, dem gladius

17 quastiones perpetuae

18 neue Männer in der Politik, d.h. Angehörige einer Familie ohne bisheriges politisches Engagement

19 ?, siehe Ingemar König, "Der römische Staat Teil I", Seite 101

20 von den Tribuscomitien gewählter Ausschuss von Vertretern der einzelnen Triben

21 nach Triben eingeteilte Volksversammlung der römischen Vollbürger, des populus romanum

22 C. Sallustius Crispus, römischer Historiker, 86-34 v. Chr., Zeitgenosse C. Iulius Caesars

23 Nobilität bzw. Amtsadel

24 Ritter

25 mittellose Unterschicht ˛ Proletariat

26 Jugurthinischer Krieg 111-106 v. Chr., Kriege gegen Kimbern und Teutonen (113 -101 v. Chr.) und gegen Mithridates ( 3 Kriege von 89 - 63 v. Chr. ), Bundesgenossenkrieg (91-89)

27 Herrschaftsform der römischen Kaiser von Augustus bis Diokletian; von princeps, lat. der Erste

28 C. Iulius Caesar, 100 - 44 v. Chr. ( ermordet )

29 lateinisch "Volksmänner", die römische Volkspartei; populares waren unter anderem auch die beiden Gracchen

30 Die Verschwörung des Catilina im Jahre 63

31 Der Krieg gegen Jugurtha, 111 - 106

32 die Jahre 78 - 67 umfassende Zeitgeschichte

33 "Epistulae ad Caesarem de re publica"

34 "Invectiva in Ciceronem"

35 Lucius Sergius Catilina, 108 - 62 v. Chr.

36 senatorische Adelspartei, Gegner der Popularen

37 Mittellose

38 entspricht 8,7 l

39 Vergleich: der preu ß ische Morgen entspricht 0,225 ha

40 Ritterstand

41 optimates

42 Volksabstimmung

43 griechisch

12 von 12 Seiten

Details

Titel
Die Reformen der Gracchen
Hochschule
Real Centro Universitario Maria Cristina
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2000
Seiten
12
Katalognummer
V99905
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Semesterarbeit mit vorgegebenen Fragen bzw. Aufgaben.
Schlagworte
Reformen, Gracchen
Arbeit zitieren
Benjamin Rostalski (Autor), 2000, Die Reformen der Gracchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99905

Kommentare

  • Gast am 11.11.2001

    Zu den Reformen der Gracchen.

    Sehr gut aufgebaut und total super verständlich.Stark!

Im eBook lesen
Titel: Die Reformen der Gracchen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden