Klassische und moderne Sichtweisen des Leaderships. Eine Untersuchung der Auswirkungen


Hausarbeit, 2020

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Vorteile der klassischen Sichtweisen des Leaderships
Autokratischer Führungsstil - Autoritärer Führungsstil
Demokratischer Führungsstil – kooperativer Führungsstil
„Machen lassen“ – Laissez-faire als Führungsstil

2. Die Vorteile moderner Sichtweisen des Leaderships
Transformationale Führung als neuer Führungsansatz
Auswirkungen auf innere Einstellungen
Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter nach außen
Positive Effekte auf die Gruppenkohäsion
Positive Effekte auf betriebswirtschaftliche Messgrößen

3. Reflexion zu den klassischen und modernen Sichtweisen der Führung

Literaturverzeichnis

1. Die Vorteile der klassischen Sichtweisen des Leaderships

Autokratischer Führungsstil - Autoritärer Führungsstil

Klassische Sichtweisen des Leaderships unterscheiden zwischen demokratischer und autokratischer Führung. Beide Begriffe unterscheiden sich in ihrer Bedeutung von ihrer gegensätzlichen Auffassung der Führungslehre bzw. dem „Wie“ die Führung von Menschen stattfindet. Das Wort „Autokratisch“ wird aus dem Griechischen abgeleitet und ist mit dem Begriff des „uneingeschränkten Alleinherrschers“ zu verstehen.1 Heutzutage kann man das „autokratische“ Führungsmodell mit dem der „autoritären“ Führung gleichsetzen. Der Begriff „autoritär“ entstammt dem lateinischen Begriff „auctoritas“ und wird metonymisch mit den Wörtern „einflussreichen Person“ und „Autorität“ übersetzt.2 Die Sichtweisen des autoritären Führungsstils zeichnen sich wie folgt aus: Anweisungen, Anordnungen und Entscheidungen ergehen primär durch den formellen Führer, also dem Vorgesetzten.3 Entscheidend für diese Art der Führung ist, dass die Angestellten an betrieblichen Entscheidungen nicht teilnehmen. Aus Sicht der Führungskraft ist der Mitarbeiter ein Befehlsempfänger und hat kein Mitentscheidungsrecht an Prozessen und der politischen Einflussnahme im Unternehmen. Der Mitarbeiter hat die Rolle des Untergebenen, dessen vollständige Fügsamkeit seitens der Führung abverlangt wird. Anweisungen und Vorschriften müssen ohne jeglichen Einwand befolgt werden. Eine Kontrolle der erwarteten Sorgfaltspflicht kann zu jedem Augenblick und ankündigungslos durch den autoritären Vorgesetzten erfolgen.4 Die autoritäre Sichtweise der Führung wirkt auf den ersten Blick starr und altmodisch, kann aber erhebliche Vorteile mit sich bringen. Zu den Vorzügen dieser Art von Führung gehört definitiv, dass Zielvorgaben klar, schnell und ersichtlich an die Gefolgschaft übermittelt werden.5 So kann beispielsweise in Gefahrensituationen oder zeitkritischen Situationen schnell gehandelt werden, indem klare Anweisungen erfolgen und lange Diskussionen, die negative Auswirkungen auf das Geschehen haben könnten, vermieden werden.6 Auch kann ein entscheidendes Machtwort einer autoritären Führungskraft Gruppenkonflikte kurzfristig positiv beeinflussen, falls der Konflikt aufgrund von Ressourcenknappheit oder Verteilungsunstimmigkeiten entstanden ist.7

Demokratischer Führungsstil – kooperativer Führungsstil

Der Begriff „Demos“ (griechisch δήμος) bezeichnet in der griechischen Sprache das Volk.8 Dementsprechend kann die Demokratie als Führungsmodell verstanden werden, bei dem die Macht vom Volk ausgeht. Amtsträger in einem Staat werden vom Volk ernannt und entlassen.9 Bei demokratisch geleiteten Unternehmen, werden die Amtsträger einer Stelle in einem Unternehmen, in diesem Fall die Vorgesetzten, nicht durch die Mitarbeiter ernannt oder entlassen und sind formell auch nicht zur Machtausübung berechtigt.10 Aufgrund der differenzierten Verhaltensmuster der demokratischen Machtausübung in Unternehmen entstand der Begriff „kooperative“ Führung.11 Den kooperativen Führungsstil prägen folgende Merkmale: Mitarbeiter werden durch ein indirektes Mitspracherecht in die betrieblichen Prozesse eigebunden und Entscheidungen dann abschließend durch den Entscheidungsträger getroffen. Dabei spielen Meinungen und Erfahrungen der Untergebenen eine Rolle in der Entscheidungsfindung und werden soweit möglich und umsetzbar genutzt. Diese Art von Führung orientiert sich stark an den Mitarbeitern und deren Bedürfnissen. Der Leiter regt zu Diskussionen und Gesprächen an, um das bestmögliche Ziel zu erreichen.12 Die zu erledigenden Tätigkeiten und Ziele im Unternehmen werden gemeinsam bei Gruppengesprächen diskutiert und besprochen. Mitarbeiter als auch Vorgesetzte nehmen daran teil. Vorsätze und Prozedere werden gemeinsam debattiert. Alternativen als auch Vorgangsweisen werden aus dem Gespräch abgeleitet und der Leiter sieht sich während dieser Zeit auf gleicher Ebene mit seinen Mitarbeitern. Kommen die Gespräche während dieser Zeit in stocken, so hat der Vorgesetzte jederzeit die Möglichkeit einzugreifen, einzelne Schritte zu definieren oder positive Impulse zu setzen.13 Zu den Vorteilen der kooperativen Sichtweise der Führung gehört eine hohe Interaktion der Mitarbeiter und dadurch Partizipation am und um das Geschehen im Unternehmen. Die Mitarbeiter besitzen einen höheren Spielraum in der gemeinsamen Entscheidungsfindung und dies äußert sich positiv auf die Selbstreflektion der eigenen Arbeit eines jeden einzelnen im Unternehmen. Der Informationsfluss findet transparent statt. Zielvorstellungen werden seitens der Vorgesetzen definiert und die Geführten haben die Möglichkeit sich mit ihren Einfällen an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Auch wird jeder Mitarbeiter von der Führungsspritze als ebenbürtiger Partner angesehen. Infolgedessen werden keine Befehle abgesetzt, sondern viel mehr versucht eine konstruktive und soziale Kommunikation aufzubauen.14

„Machen lassen“ – Laissez-faire als Führungsstil

Als eine weitere klassische Sichtweise der Führung kann der Führungsstil Laissez-faire erachtet werden. Dabei kommt der Begriff aus dem Französischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Gewähren lassen“ oder „Machen lassen“.15 Der Duden beschreibt den Begriff als „Schlagwort des wirtschaftlichen Liberalismus […]“.16 Momentan bestehen aus Expertensicht differenzierte Meinungen, ob dieser Führungsstil als solcher benannt werden kann, da darunter das Ausbleiben von Führung zu verstehen ist. Laut der Vorstellung dieser Sichtweise von Führung entscheiden und handeln die Geführten nach Ihrem eigenen Ermessen.17 Der Vorgesetzte legt eine Zielvorgabe fest und hält sich anschließend aus der kompletten Ausführung der Arbeit heraus. Eine Kontroll- oder Unterstützungsfunktion der Führungskraft während der Abwicklung der Zielvorgaben findet nicht statt. Bei der Ausführung von unternehmerischen Verpflichtungen gegenüber internen als auch externen Kunden verhält sich der Vorgesetzte passiv gegenüber seinen Mitarbeitern.18 Unter diesen Aspekten der Führung kann man folgende Vorteile wahrnehmen, die für diesen Führungsstil sprechen. Zum einen können die Untergeben einen besonders großen Spielraum bei der eigenen Arbeit positiv ausnutzen; dies wiederum führt zu mehr Selbstbestimmung des Individuums und schlussendlich zu einer höheren intrinsischen Motivation. Auf der anderen Seite können die persönlichen Stärken eines jeden Einzelnen gezielt eingebracht werden und die geleistete Arbeit dadurch bereichern.19 „Durch das hohe Maß an Selbstbestimmtheit werden selbständig effektive Lösungen erarbeitet.“20 Mitarbeiter „[…] tragen große Verantwortung […]“ und „ die Kreativität […] wird gefördert.“21

2. Die Vorteile moderner Sichtweisen des Leaderships

Transformationale Führung als neuer Führungsansatz

Der Markt verändert sich kontinuierlich und somit verändern sich auch die Anforderungen für Unternehmen stets. Technologie und Wirtschaft gewinnen neue Maßstäbe an Komplexität und stellen Wirtschaftsunternehmen vor stetig neue Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Aus diesen Gründen spielt die Führungskraft von heute eine entscheidende Rolle, wenn es um erfolgreiche Veränderungsprozesse und Neuerungen geht; denn auch heutzutage müssen Mitarbeiter erfolgreich geführt werden.22 Das Konzept der transformationalen Führung beschäftigt sich mit den Herausforderungen und der bestmöglichen Symbiose, wie Führende und Geführte gemeinsam den Wandel der Zeit meistern und durch organisatorisches Wandeln für Stabilität im eigenen Unternehmen sorgen. Dabei steht transformationales Führen für eine Veränderung und Neuorientierung der Rollen. Die eigene Selbstreflektion der Führungsperson und die Handlungsweise der Mitarbeiter als Partner sollen zur erfolgreichen Zielerreichung führen. Selbstbezogene und unsoziale Interessen werden dabei ausgeblendet und der Vorgesetzte baut durch die moralisch (aus Sicht der Mitarbeiter) richtigen Handlungen eine positive Beziehung zu seinen Mitarbeitern auf und erntet daraus Loyalität, Treue und Vertrauen. Dies wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Motivation der Geführten aus und diese erbringen überdurchschnittliche Leistungen; sie „transformieren“. Mitarbeiter erbringen nicht nur die gewünschten Handlungsweisen, sondern engagieren sich über die Erwartungen hinaus für das Unternehmen. Durch die transformationale Führung identifiziert sich die Gefolgschaft vollständig mit dem Unternehmen und ist von der gemeinsamen Vision überzeugt. Monetäre Reize werden durch Emotionen und Gefühle substituiert. Eine gemeinschaftliche Zielsetzung seitens Führungskraft und Mitarbeitern wird verfolgt. Dabei entstandene Fehler werden nicht durch Kritik abgestraft, sondern man nutzt den Lerneffekt konstruktiv als Anreiz zur Verbesserung. Die transformationale Führungskraft erkennt die individuellen Besonderheiten des Einzelnen und nutzt diese geschickt zur Motivation der Mitarbeiter. Diese Art der Führung kann mit System entwickelt werden und außergewöhnliche Kraft in Form von Leistung nach außen freisetzen.23 Die transformationale Führung ist eine Weiterentwicklung gegenüber den klassischen Sichtweisen. So agiert diese nicht nach dem Tauschprinzip von Leistungen. Vielmehr sollen individuelle Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter erkannt, gefördert und gezielt eingesetzt werden. So gilt es nach der transformationalen Sichtweise der Führung sich persönlich weiter zu entwickeln und anderen beim Erreichen dieser Ziele zu helfen. So nennt Dr. Falk Richter „[…] vier Elemente, die transformationales Führungsverhalten ausmachen:

Idealisierter Einfluss: Die transformationale Führungskraft wird hohen moralischen Ansprüchen gerecht und dadurch als Vorbild erlebt. Man kann sich auf sie verlassen und kann ihr vertrauen.

Inspirierende Motivation: Die transformationale Führungskraft formuliert anspruchsvolle Ziele und entwickelt attraktive Zukunftsvisionen. Sie fördert gleichzeitig den Teamgeist und vermittelt Zuversicht und Vertrauen, dass die Gruppe die hohen Ziele auch erreichen kann.

Intellektuelle Stimulierung: Die transformationale Führungskraft regt die Mitarbeiter zu eigenständigem Problemlösen und zum kritischen Hinterfragen von Gewohnheiten an und fördert damit Kreativität und Innovationsbereitschaft.

Individuelle Förderung: Die transformationale Führungskraft geht auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter ein, betätigt sich als Mentor und Coach und entwickelt gezielt die Fähigkeiten und Stärken der Mitarbeiter.“24

Vorteile transformationaler Führung aus moderner Sichtweise des Leadership

Auswirkungen auf innere Einstellungen

Analysen zur transformationalen Führung haben ergeben, dass eine Deckungsgleichheit in den Wertvorstellungen zwischen der Führungskraft und dem Geführten vorhanden ist. Bei der Studie wurden die Personen dazu befragt bestimmte vorgegebene Werte und Auffassungen, die sich mit ihren Vorstellungen decken in eine Rangfolge zu positionieren. Die Feststellungen der Befragung kamen zu folgendem Endergebnis: Je mehr der transformationale Führungsstil in Unternehmen gelebt wird, umso höher passen die innerlichen Einstellungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter zusammen. Decken sich die Wertvorstellungen der Führungsebene und der Bediensteten, so können beide Parteien dauerhaft und störungsfrei zusammenarbeiten. Gewissenskonflikte, Resignation oder gar innere Kündigungen können so langfristig durch den positiven Werteaufbau vermieden werden.25

[...]


1 Vgl. (Springer Gabler Verlag 2020, Zugriff am 10.04.2020)

2 (Pons GmbH 2020, Zugriff am 10.04.2020)

3 Vgl. (Springer Gabler Verlag 2020, Zugriff am 10.04.2020)

4 Vgl. (Gartner 2018, S. 260)

5 Vgl. (Frey und Schmalzlried 2013, S. 38)

6 Vgl. (Jenny 2001, S. 415)

7 Vgl. (Ernste, Eyerund und Knelsen 2020, S. 14, Zugriff am 10.04.2020)

8 (Pons GmbH 2020, Zugriff am 10.04.2020)

9 Vgl. (Verlag Jungbrunnen 2020, Zugriff am 10.04.2020)

10 Vgl. (Laufer 2010, S. 87)

11 Vgl. (Treichel 1976, S. 88)

12 Vgl. (Treichel 1976, S. 89)

13 Vgl. (Treichel 1976, S. 89)

14 Vgl. (Jenny 2001, S. 415)

15 (Pons GmbH 2020, Zugriff am 11.04.2020)

16 Vgl. (Bibliographisches Institut GmbH 2020, Zugriff am 11.04.2020)

17 Vgl. (Laufer 2010, S.87)

18 Vgl. (Rosentiel 2004, S.21)

19 Vgl. (Zell 2020, Zugriff am 11.04.2020)

20 Vgl. (Mai, Karrierebibel 2020, Zugriff am 11.04.2020)

21 Vgl. (Mai, Karrierebibel 2020, Zugriff am 11.04.2020)

22 Vgl. (von Au 2016, S. 13)

23 Vgl. (von Becker 2013, S. 375)

24 (Richter 2020, Zugriff am 11.04.2020)

25 Vgl. (Krishnan 2002, S. 19-33)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Klassische und moderne Sichtweisen des Leaderships. Eine Untersuchung der Auswirkungen
Hochschule
Fachhochschule Burgenland  (Austrian Institute of Management)
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V999336
ISBN (eBook)
9783346371669
ISBN (Buch)
9783346371676
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leadership, Autokratischer Führungsstil, Demokratischer Führungsstil, Laissez-faire, Transformationale Führung, Gruppenkohäsion, Führungsansatz, Führungsperson, Handlungsweise
Arbeit zitieren
Stanislaw Nikolajew (Autor), 2020, Klassische und moderne Sichtweisen des Leaderships. Eine Untersuchung der Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999336

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