Ressourcenausnutzung, technischer Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum


Hausarbeit, 2001

24 Seiten, Note: 2,3


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ressourcen
2.1. Erneuerbare Ressourcen - Erschöpfbare Ressourcen
2.2. Preisbildung bei Ausbeutung erschöpfbarer Ressourcen

3. Wachstumstheorien
3.1. Das neoklassische Wachstumsmodell
3.2. Die neue Wachstumstheorie

4. Ist Ressourcenausnutzung mit langfristigem Wachstum vereinbar?
4.1. Nachhaltige Entwicklung
4.2. Der Brundtland - Bericht

5. Der technische Fortschritt
5.1. Der technische Fortschritt und das Umweltproblem
5.2. Das Modell von Hirofumi Uzawa

6. Schlussfolgerung und Ausblick

Notationsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ökologie und Ökonomie könnten als gegensätzlich angesehen werden, was sie aber nicht sind. Beide verkörpern vielmehr Ordnungssysteme mit ähnlichen Zielsetzungen. Insbesondere die Marktwirtschaft hat sich als sehr effizient im Umgang mit knappen Gütern erwiesen, da jeder Akteur die Konsequenzen seiner Handlungen selbst zu tragen hat.1 Knappe Güter sind nur in begrenztem Umfang vorhanden, wohingegen die menschlichen Bedürfnisse nahezu unbegrenzt sind. Daraus resultiert ein Spannungsverhältnis und somit die Notwendigkeit zu wirtschaften. Umweltgüter hingegen wurden als freie Güter bezeichnet, d.h., dass bei ihnen diese Notwendigkeit, im Gegensatz zu heutigen Zeit, nicht gegeben war.2 Die Ressourcen der Natur wurden daher nicht in einem Umfang in die Disposition einbezogen, in welchem eine Vermeidung von Umweltschäden anzutreffen ist. Dem Unternehmer und auch den Konsumenten kommt dabei eine zentrale Rolle zu, da sie durch ihr Tun als Verantwortliche von Umweltschäden herangezogen werden können. Sie werden aber nur ökologisch sinnvolle Alternativen in Betracht ziehen, wenn der Einsatz dieser von der geltenden Wirtschaftsordnung prämiert wird.

Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung sind nach allgemeiner Auffassung nicht isoliert zu betrachten. Ein effektiver Umweltschutz benötigt hohe Investitionen. Diese sind aber nur möglich, wenn eine solide wirtschaftliche Basis vorhanden ist. Daher kommt hierbei den hoch entwickelten Industriestaaten eine entscheidende Rolle zu. Sie müssen sich nicht nur bemühen, bei sich selbst den Umweltschutz voranzutreiben, sondern sollten auch den Entwicklungsländern bei ihren Umweltschutzaktivitäten Hilfe leisten, um die globale Umweltbelastung zu mindern.3

Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Ausnutzung von Ressourcen, dem technischen Fortschritt sowie mit dem wirtschaftlichen Wachstum auseinandersetzen. Der zweite Gliederungspunkt beschäftigt sich mit der Klassifizierung von Ressourcen und mit der Preisbildung von erschöpfbaren Ressourcen bei deren Ausbeutung. Im dritten Abschnitt werden das exogene Wachstumsmodell von Solow erläutert und die Unterschiede zur neuen Wachstumstheorie erklärt. Darauf folgend wird untersucht, ob die Ausnutzung von Ressourcen und langfristiges wirtschaftliches Wachstum vereinbar sind. Im fünften Kapitel wird der technische Fortschritt genauer betrachtet und im Wachstumsmodell von Uzawa dargestellt. Die Arbeit wird abgeschlossen von einer Schlussfolgerung und einem Ausblick auf die (wünschenswerte) zukünftige Entwicklung.

2. Ressourcen

Ressource ist die volkswirtschaftliche Bezeichnung für Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital, Boden) bzw. für natürlich vorkommende Bodenschätze und Rohstoffe. Als „Ressourcennutzung“ wird das Ausmaß der Nutzung vorhandener Ressourcen bezeichnet.4 Das Angebot der meisten natürlichen Ressourcen ist beschränkt. Dadurch stellt sich die Frage, wie mit ihnen ökonomisch und auch ökologisch umzugehen ist.

2.1. Erneuerbare Ressourcen - Erschöpfbare Ressourcen

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Ressourcen zu klassifizieren. Sie lassen sich physisch unterscheiden in: Umweltressourcen, biologische Ressourcen, Energieressourcen und nicht energetische Ressourcen und Mineralien.

Nach der zeitlichen Erneuerbarkeit gibt es Unterscheidungsformen folgender Art: reproduzierbar, regenerativ und erschöpfbar.

Öl-, Gas- und Kohlevorkommen bilden sich zwar laufend neu, allerdings dauert es bis zu einigen Jahrtausenden, bis die neu entstandene Größe von ökonomischer Bedeutung ist. Aus diesem Grund werden sie „erschöpfbar“ genannt. Bei reproduzierbaren Ressourcen dauert der Regenerationsprozess bis zu einem Jahr und kann vom Menschen beeinflusst werden. Die regenerativen Ressourcen haben eine Reproduktionszeit von mehr als einem und weniger als 100 -200 Jahren. Desweiteren erneuern sie sich ohne Einwirken von Menschenhand.5 Abbildung 1 gibt einen Überblick über die Klassifizierung der Ressourcen. (s. Abb. 1, Seite 4)

In den siebziger Jahren standen die erschöpfbaren Ressourcen im Mittelpunkt der Diskussionen, wohingegen heutzutage die Sorge um regenerierbare Ressourcen überwiegt. Die Überfischung der Meere, Abholzung der Regenwälder sowie das Artensterben werden in der Öffentlichkeit als sehr ernste Themen angesehen. All diese Sorgen münden in der Forderung nach einer Wirtschaftsweise, die eine „nachhaltige Entwicklung“ (auf diese wird in Punkt 4.2. näher eingegangen) ermöglicht.6 Umweltgüter werden als freie Güter bezeichnet, d.h., dass keine Rivalität im Konsum herrscht. Die Umwelt wird aber dann zu einem knappen Gut, wenn die unterschiedlichen Nutzungsarten miteinander konkurrieren, wie es heute allgemein der Fall ist.7

Abbildung 18: Klassifizierung von Ressourcen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nun werden kurz die erneuerbaren Ressourcen am Beispiel der Fischwirtschaft, in Anlehnung an A. Endres und I. Querner, erläutert.

Erneuerbare Ressourcen regenerieren sich zwar im Laufe der Zeit, sind aber, insbesondere bei entsprechendem menschlichen Handeln, keineswegs unerschöpflich.

Wir nehmen an, dass „a“ der momentane Fischbestand, und „b“ die jährliche Fang- bzw. Erntemenge ist und weiterhin das Wachstum „g“ des Bestandes vom ursprünglichen Bestand abhängt. Wenn a gleich null wäre, wäre auch g gleich null, da eine ausgerottete Spezies sich nicht mehr vermehren kann. g wird ebenfalls null sein, wenn der Maximalbestand „amax“ erreicht ist. Das Wachstum zwischen null und amax wird durch das „Schäfer-Modell“ beschrieben. Dieses Modell unterstellt einen parabolischen Verlauf zwischen a und g. Dies bedeutet, dass das maximale Wachstum für den Bestand a bei amax / 2 gegeben ist. Wenn die Nutzung der Ressource „Fisch“ geringer ausfällt als das Wachstum (unterhalb der Parabel) wird sich der Bestand weiterhin mehren, wohingegen er abnehmen wird, wenn die Nutzung größer als das Wachstum ist (oberhalb der Parabel). Das maximale Wachstum entspricht auch der maximalen nachhaltigen Fangmenge. Dies zeigt Grafik 1. Die exakte Herleitung der ökonomischen Optimallösung würde weit über den Rahmen dieser Arbeit hinausgehen.9

Grafik 1: Das maximale Wachstum10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es wird ein ökonomisch optimaler Erntepfad gefunden, der in einer biologischen Gleichgewichtslösung mündet. Dies bedeutet aber nicht, dass nur dieser Pfad vorstellbar wäre. Bei ausreichend hoher Diskontrate und entsprechender Gegenwartspräferenz wäre die Ausrottung einer Spezies durchaus denkbar.11

Erschöpfbare Ressourcen wie Öl, Gas und Kohle könnten im Laufe der Zeit komplett aufgezehrt werden. Was bedeutet dies für unsere Ökonomie? Wird sie sich verschlechtern oder gar zusammenbrechen? Werden sog. „Back-Stop“ Technologien vermehrt Einzug erhalten?

Exkurs: „Back-Stop“ Technologien

Sie besagen, dass der techn. Fortschritt sich nicht nur auf verbesserte Extraktionstechniken bezieht, sondern auch auf die Entwicklung von substitutiven Technologien. Beispielsweise könnten Inputs zur Energiegewinnung substituiert (Erdöl durch Sonnenenergie) werden.12

Uns interessiert, wie die Knappheit der Ressourcen unsere Wohlfahrt beeinflusst. Es ist zu beobachten, dass einige Ressourcen an Bedeutung verlieren. Telefonleitungen, welche aus Kupfer hergestellt wurden, werden vermehrt durch Glasfaserkabel ersetzt und in der Autoproduktion kann Zink durch Plastik substituiert werden.13 Diese Substitute ermöglichen es, nicht in einem erschöpfenden Maße auf Ressourcen zurückgreifen zu müssen.

2.2. Preisbildung bei Ausbeutung erschöpfbarer Ressourcen

Die „Hotelling - Regel“

Die Preise von Ressourcen werden sich im Gleichgewicht eines einfachen Wachstumsmodells nach dieser Regel entwickeln, wenn der Anfangsbestand begrenzt ist. Die Hotelling - Regel wird unter folgender Notation hergeleitet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Rente aus der Ressource in der ersten Periode ist:

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Die Vermögensanlage W werde mit dem Marktzins r verzinst:

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Da im Kapitalmarktgleichgewicht die Renditen ausgeglichen sind, gilt:

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Wenn die Renten ins Verhältnis gesetzt werden, kann man den Preisanstieg der Ressource berechnen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wenn man diese Gleichung nach r auflöst, erhält man:

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Die Wachstumsrate des Ressourcenpreises ist somit:

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Durch weiteres Umformen der Gleichung ( 2.6 ) gelangt man zu der Gleichung, welche als Hotelling - Regel bekannt ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand dieser Gleichung sieht man, dass die Preisentwicklung der Ressource dem Marktzins folgt, wenn die Extraktionskosten keinen nennenswerten Einfluss haben. Die Preise vieler erschöpfbarer Ressourcen folgten aber nicht dieser Regel, sondern haben sich im Laufe der Zeit teilweise zurückgebildet. Dies liegt daran, dass der Monopolgrad auf den Ressourcenmärkten nicht konstant ist und dass die Extraktionskosten durch den technischen Fortschritt sanken. Diese Entwicklung wird weiterhin durch die in Kapitel 2.1. schon erläuterten Backstop - Technologien unterstützt.

Wenn sich aber die Abnahme der Bestände in den Preisen niederschlägt , wird die Ersetzung dieser Ressourcen durch Substitute in den Vordergrund treten.14

3. Wachstumstheorien

In diesem Kapitel wird unter 3.1. das langfristige Gleichgewicht im neoklassischen Wachstumsmodell von Solow hergeleitet. Darauf folgend wird der Übergang zum endogenen Wachstumsmodell beschrieben und gezeigt, wie sich diese Modelle unterscheiden. Auf eine exakte Herleitung eines endogenen Wachstumsmodells wird noch verzichtet, da in Kapitel 5.2. der technische Fortschritt endogenisiert wird.

3.1. Das neoklassische Wachstumsmodell

Das Modell von Solow besteht aus drei elementaren Bausteinen, die auf Annahmen beruhen, welche sich nicht von den in der frühen Wachstumstheorie verwendeten unterscheiden. Ausgenommen davon sind die Annahmen über die Produktionsfunktion. Harrod und Domar, beides Vertreter der frühen Wachstumstheorie, unterstellten limitationale Produktionsfaktoren.

Die drei Annahmen lauten:

- Verwendung einer konstanten Sparquote
- Ersparnisse und Investitionen sind identisch
- Verwendung einer Produktionsfunktion mit substitutionalem Austauschverhältnis.

Weitere Annahmen des neoklassischen Modells sind kompetetive Güter- und Faktormärkte sowie konstante Skalenerträge der Produktionsfaktoren.

Im Folgenden wird das langfristige Gleichgewicht hergeleitet:

Der Output Y der Periode t bestimmt sich durch eine Funktion F der Inputfaktoren K und L. Die Produktionsfunktion wird geschrieben als:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie oben beschrieben, weist diese Funktion konst. Skalenerträge auf. Somit kann die Pro - Kopf - Schreibweise mit der Kapitalintensität geschrieben werden als:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Funktion f hat folgende Eigenschaften:

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Durch diese sog. „Inada - Bedingung“ nimmt die Funktion f (k) den in Abb. 2 dargestellten Verlauf an.

Wenn die Kapitalintensität einen konst. Wert erreicht hat, ist das Pro - Kopf - Einkommen (ohne technischen Fortschritt) auf dem Gleichgewichtsniveau. Somit kann die zeitl. Veränderung der Kapitalintensität ( dk / dt = k• ) benutzt werden, um das Gleichgewicht zu ermitteln. Wenn man nun einen konstanten Abschreibungssatz δ für die Nutzung des Kapitals unterstellt, erhält man unter Zusammenfügung der drei Funktionen ( Spar-, Finanzierungs-, und Produktionsfunktion ):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um die Anpassung der Kapitalintensität als Differenz zwischen der Pro - Kopf - Produktion und einer Geraden darzustellen, wird die Gleichung ( 3.4 ) durch s dividiert. (in Abb. 2 mit „d“ dargestellt)

Abb. 2: Wachstum und Gleichgewicht im Solow - Modell15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Gleichgewicht, bei k*, wächst die Kapitalausstattung pro Arbeitsplatz nicht mehr und somit stagniert das Pro - Kopf - Einkommen. Das erlangte Gleichgewicht ist aufgrund der Bedingungen, die für f gemacht wurden, eindeutig und stabil.

In dem hier dargestellten Modell von Solow wird nur die Anpassung an das Gleichgewicht erklärt. Ab k* würde es kein wirtschaftliches Wachstum mehr geben. Langfristiges Wachstum ist nur mit Einführung des technischen Fortschritts (Abb. 3) möglich.

Wie schon zuvor erwähnt ist es eben dieser, der es ermöglicht die Versorgung von natürlich vorkommenden Bodenschätzen und Ressourcen zu gewährleisten. Somit kann es ermöglicht werden die stetig steigende Nachfrage nach Umweltressourcen zu befriedigen, ohne den folgenden Generationen die notwendige Lebensgrundlage zu nehmen.

Der techn. Fortschritt wird bei Solow als gegeben angesehen und mit „A“ bezeichnet. So können wir die Produktionsfunktion in der Pro - Kopf - Schreibweise schreiben:

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Die zeitl. Veränderung der Kapitalintensität wird folgendermaßen geschrieben:

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Wie in Abb. 2, sind die Terme der rechten Seite in Abb. 3 (s. S. 10) dargestellt.

In dieser Grafik ist A‘ > A. Man sieht also, dass der technische Fortschritt die Produktionsfunktion nach oben verschiebt, ohne dass sich der Einsatz der Faktoren ändert. Diese Unterscheidung vom Anpassungs- und Gleichgewichtswachstum ist das zentrale Element für das Solow - Modell.16

Abb. 3: Exogener technischer Fortschritt17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da sich der techn. Fortschritt gleichmäßig oder unterschiedlich auf die Faktoren Kapital und Arbeit auswirken kann, gibt es in der Literatur Unterscheidungsformen folgender Art:18

- Hicks - Neutralität
- Harrod - Neutralität
- Solow - Neutralität

Wie hier gezeigt wurde, ist langfristiges Wachstum im neoklassischen Modell von Solow nur möglich, wenn der techn. Fortschritt der Produktionsfunktion hinzugefügt wird.

3.2. Die neue Wachstumstheorie

Beim Übergang von exogenem zu endogenem Wachstum stellte sich heraus, dass es eine essentielle Annahme ( besonders in F&E - Modellen ) gibt: Es muss angenommen werden, dass Forschung nicht nur zur Verbesserung von Produkten führt, sondern desweiteren auch allgemeines techn. Wissen anfällt. Dieses allgemeine techn. Wissen kommt dann durch Ausbreitungsmechanismen auch anderen Forschern zu Gute. Diese Mechanismen nennt man „Spillover“. L. Arnold legte dar, wie bei D. Romer bei Vorliegen von Spillover - Effekten in F&E, anhaltendes Wachstum generiert werden kann. Anders als im Solow - Modell wird aber ein suboptimales Wachstumsgleichgewicht erklärt. Durch die positiven Wissens - Spillover, sind die Anreize zu forschen sozial zu gering. Dies geschieht durch die Fehlaufteilung der Arbeitskräfte auf Produktion und Forschung. Durch geeignete politische Maßnahmen ließe sich aber die Arbeit in einem vorteilhafteren Umfang umlenken. Dies könnte wiederum positive Auswirkungen auf die Entwicklung umweltfreundlicherer Produkte haben. In solch einem Grundmodell der neuen Wachstumstheorie werden in der Gleichgewichtsanalyse Arbeitsangebot, Diskontrate, Forschungsproduktivität sowie Marktmacht als entscheidende Variablen herausgestellt. Die Probleme des Modells lassen sich spezifizieren durch Größeneffekte und die Einfachheit der Beeinflussung der gleichgewichtigen Wachstumsrate. Erstere besagt, dass isolierte große Länder schneller wachsen als kleinere. Zu dem zweiten Problem ist zu sagen, dass mittels F&E - Subventionen die Wachstumsrate auf ihr optimales Niveau gehoben werden kann, und dass der Abbau von Steuern wachstumsfördernd sein kann.19

Eine zweckmäßige Erweiterung des neoklassischen Wachstumsmodells ist, dessen Grundannahmen genauer zu untersuchen. Die Forderung nach Mikrofundierung besagt, dass das Sparen in Abhängigkeit des Zinssatzes geschehen muss. Da aber das Grenzprodukt des Kapitals kontinuierlich im Laufe der Zeit abnimmt, sinkt damit ceteris paribus auch der Zinsertrag. Ab dem Punkt, wo das Sparen endgültig aufgegeben wird, sind keine Investitionen mehr möglich und das Wachstum wird gestoppt. Schuld am Abbrechen des Wachstums im neoklassischen Wachstumsmodell ist somit die Annahme des abnehmenden Grenzertrages des Kapitals. Würde der Grenzertrag des Kapitals aber auf einer ausreichenden Höhe konstant bleiben, ist auch bei konstanter Sparquote ein langfristig endogener Pfad abbildbar.

Die Annahme der konstanten Skalenerträge in der aggregierten Produktionsfunktion ist kein Hindernis für langfristiges Wachstum, obwohl sich in gewissen Modellen des endogenen Wachstums zunehmende Skalenerträge ergeben.20

4. Ist Ressourcenausnutzung mit langfristigem Wachstum vereinbar ?

In diesem Kapitel wird verstärkt auf die nachhaltige Entwicklung eingegangen, welche für ein langfristiges wirtschaftliches Wachstum, wegen den geg. Restriktionen der natürlichen Ressourcen, erforderlich ist.

Aus dem empirischen Material über Wachstum und Ressourcenausnutzung könnte man einen festen Funktionalzusammenhang zwischen realem Sozialprodukt und Verbrauch an erschöpfbaren Ressourcen herauslesen. Wer diesen dann ebenso in die Zukunft zu übertragen versucht, wird zu dem Schluss kommen müssen, dass man das Wachstum stoppen muss, um der totalen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen entgegenzutreten.. Dieser Funktionalzusammenhang ist aber kein unverrückbares Datum, sondern ein Problem der wiss. Analyse und auch der politischen Gestaltung. Beim Club of Rome21 gewann erstmals auch die natürliche Umwelt eine umfassende Bedeutung als Wachstumsgrenze. Die Erhaltung der Umwelt ist aus zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Zum einen wirkt die Umwelt direkt auf das Wohlbefinden der Menschen und zum anderen besteht eine Interdependenz zwischen Umwelt und Güterproduktion. Die Produktion von Gütern verändert den Zustand der Umwelt durch Entnahme von Rohstoffen und durch die Entstehung von Abfällen wie Abgasen, Hausmüll usw., welche wieder an die Umwelt abgegeben werden.

Tabelle 1 zeigt verschiedene Rohstoffe und ihre zugehörige Restlebensdauer bei konstanter Nachfrage von 1976, und verschiedene Primärenergieträger bei konstanter Produktion von 1979.

Tabelle 1: Rohstoffe und ihre Lebensdauer22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie man sieht ,bewertete dieses Restlebenszeitkonzept bezogen auf die Rohstoffreserven, die Rohstoffversorgung in der Zukunft übermäßig pessimistisch. Heute sieht man, dass durch neue Funde von Abbaugebieten, Substitutionsmöglichkeiten und dem technischen Fortschritt eine Versorgung mit Rohstoffen für einen wesentlich längeren Zeitraum möglich ist. Die in der Wachstumstheorie bestimmten optimalen Wachstumspfade können nicht ohne weiteres als Prognosen für die aktuell bestehenden Wirtschaftssysteme genutzt werden. Eine in der ökonomischen Theorie fundamentale Bestimmungsgröße des Wachstums ist die schon genannte Substitution von natürlichen Ressourcen. Insbesondere der Club of Rome hat diese Möglichkeit unterschätzt. Nur wenn die empirische Forschung in der Lage ist, brauchbare Informationen über diese Möglichkeiten zu geben (aber auch über die anderen relevanten Determinanten), kann die Entwicklung des Wachstums vernünftig prognostiziert werden.23

4.1. Nachhaltige Entwicklung

In den siebziger Jahren wurde die Diskussion von Wachstum und Umwelttheorie durch den Begriff „Grenzen des Wachstums“ dominiert. Es wurde ein Einkommensrückgang in ferner Zukunft für den Fall prognostiziert, wenn das Wirtschaftswachstum sich im selben Maße weiter entwickelt. In dieser Diskussion erhielten aber die weiter oben schon angesprochenen Aspekte der Substituierbarkeit und die des technischen Fortschritts nicht genügend Beachtung, da unter deren Einbezug langfristiges Wachstum möglich ist.

Die wohl am stärksten verbreitete Definition der Nachhaltigkeit, ist die von Gro Harlem Brundtland.24

„Eine Entwicklung ist nachhaltig, wenn sie den Bedürfnissen der heutigen Entwicklung entspricht, ohne dass die Möglichkeiten der zukünftigen Generationen geschmälert werden, ihre eigenen Interessen zu verfolgen.“25

Ökonomen benutzen Indizes um Marktmechanismen zu verstehen, welche letztendlich alle auf Messungen von Kapitalströmen basieren. Betrachten wir z.B. eine Unternehmung. Wenn mehr vom vorhandenen Kapital weggenommen als hinzugefügt wird, entsteht ein Fehlbetrag. Wenn dieser Fehlbetrag anhaltend ist, wird man sich verschulden. Ist diese Verschuldung auch anhaltend, bedeutet dies das Ende der Unternehmung. Seit es Bilanzen gibt, stehen solche Indikatoren in einem Zusammenhang und beginnen einen Sinn zu ergeben. Kein Buchhalter würde eine Bilanz erstellen, ohne vorher die steuerrechtlichen Aspekte zu berücksichtigen. Diese Denkweise muss auch benutzt werden, wenn man über Nachhaltigkeit spricht. Die Unternehmen müssen beginnen zu realisieren, dass die Messung der Nachhaltigkeit die Dinge misst wie sie sind und nicht wie schlecht sie sind. Dies bedeutet,dass Messungen zur Nachhaltigkeit auf den zu Grunde liegenden Kapital- bzw. Ressourcenvorräten zu geschehen haben.26

Es gibt verschiedene Pfade, welche die Wirtschaftsentwicklung beschreiben. Die drei dazugehörigen Begriffe sind: „nachhaltig“, „marktwirtschaftlich“ und „optimal“. Eine nachhaltige Entwicklung wurde weiter oben schon mit dem Zitat von Brundtland beschrieben. Ein Pfad wird als marktwirtschaftlich bezeichnet, wenn sich die Entwicklung ohne Eingriffe des Staates in Bezug auf Externalitäten vollzieht. Werden die negativen und/oder positiven externen Effekte von der Politik korrigiert, dann wird ein optimaler Pfad erreicht.27

Der „World Business Council for Sustainable Development“ ( WBCSD ) entwickelte seine Definition der sog. Öko - Effizienz anhand von sieben Punkten.

1. Reduzierung der Materialintensität von Gütern und Dienstleistungen
2. Reduzierung des Energieverbrauchs von Gütern und Dienstleistungen
3. Verringerung der Verbreitung von Umweltgiften
4. Verbesserung der Wiederverwertbarkeit des Materialien
5. Maximierung der Nutzung erneuerbarer Ressourcen
6. Erhöhung der Produktlebensdauer
7. Erhöhung der Reparaturfähigkeit von Gütern

Die Herleitung eines Indizes für Nachhaltigkeit kann anhand dieser Elemente geschehen. welcher seit kurzem auch Einzug in die Kalkulation von Ressourcenrenten erhält.28

4.2. Der Brundtland - Bericht

Der Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung ( WCED ) des Jahres 1987 wurde zu Ehren der damaligen Vorsitzenden Gro Harlem Brundtland, „Brundtland - Bericht“ genannt. Die Kommission wurde laut Beschluss 38/161 der Generalversammlung bei der 38. Sitzung der UNO im Herbst 1983 ins Leben gerufen. Um die Unabhängigkeit der Mitglieder zu garantieren, sind sie nicht als Vertreter ihrer Länder, sondern in persönlicher Eigenschaft an der Kommission beteiligt. Das erste offizielle Treffen fand vom 1.-3. Oktober 1984 in Genf statt. Es wurden acht Problembereiche benannt, die im Verlaufe ihrer Arbeit analysiert werden sollten:

- Bevölkerung, Umwelt und Entwicklung;
- Energie: Umwelt und Entwicklung;
- Sicherung der Nahrungsmittelversorgung, Land- und

Forstwirtschaft, Umwelt und Entwicklung;

- Sicherungspolitik: Umwelt und Entwicklung;
- Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Umwelt und Entwicklung;
- Entscheidungshilfen zur Umweltverwaltung; und
- Internationale Zusammenarbeit

Der eigentlich Titel des Berichtes der WCED lautete: „Unsere Gemeinsame Zukunft“, mit der Botschaft: „Wir müssen Handeln, jetzt!“

Die Kommission war der Auffassung, dass man eine von einem Mehr an Wohlstand, Sicherheit und sozialer Gerechtigkeit geprägte Zukunft erschaffen könne. Diese Ära des wirtschaftlichen Wachstums muss auf der Bewahrung alter und der Nutzung neuer, in unserer Umwelt vorhandener Ressourcen, aufbauen. Die Kommission hatte sich nicht das utopische Ziel gesetzt, fertige Lösungen anbieten zu können. Sie wollten eher einen Weg aufzeigen, wie die Völker der Welt zu einer umfassenderen Zusammenarbeit gelangen können. Die Kommission ist der Meinung, dass zwei Bedingungen erfüllt sein müssen, bevor ein weltweiter Warentausch sich für alle Beteiligten auszahlen kann. Zum einen der Fortbestand der Ökosysteme und zum anderen muss eine faire Basis für Verhandlungen geschaffen werden. Dies bedeutet, dass die Gleichberechtigung der Partner gestärkt werden müsse. Beides ist vor allem in den Ländern der Dritten Welt leider kaum anzutreffen . Insgesamt ist die Kommission der Meinung, dass das Wachstum weltweit, mit Rücksicht auf die umweltbedingten Beschränkungen, beschleunigt werden muss. Wenn das wirtschaftliche Wachstum und die Diversifikation sich fortsetzen, wenn technologische und Management - Fähigkeiten weiter entwickelt werden, können die Entwicklungsländer die Umweltbelastungen leichter mindern. Um dem Umweltproblem und dem Wachstum der Weltwirtschaft gleichermaßen entgegentreten zu können, müssen Reformen auf internationaler Ebene vollzogen werden. Dies erfordert, dass sich alle Länder der aktiven Beihilfe verschreiben. Die Kommission vertraut darauf, dass die gegenseitigen Interessen an Umwelt- und Entwicklungsproblemen die nötige Dynamik entwickeln können und den anstehenden internationalen Wandel, den diese ermöglicht, herbeiführen.29

Zum Abschluss dieses Kapitels möchte ich ein Zitat von J. Oucho wiedergeben:

„Seit 1970 ist es Mode, zwischen Bevölkerung und Umwelt als zwei Krisenpunkten zu unterscheiden, aber oft vergessen wir, dass Bevölkerung eigentlich zur Umwelt gehört, und wenn wir uns daher dem Thema Bevölkerung zuwenden, schauen wir nicht nur auf die physikalischen, biologischen und chemischen Umwelten, wir schauen auch auf die soziokulturelle oder sozioökonomische Umwelt, in der diese Entwicklungsprogramme angesiedelt sind. Und Bevölkerung ist viel sinnvoller, wenn man von Bevölkerung innerhalb eines Zusammenhanges spricht.“30

5. Der technische Fortschritt

In diesem Kapitel wird unter 5.1. auf den technischen Fortschritt und das Umweltproblem eingegangen. Unter 5.2. wird der technische Fortschritt im Wachstumsmodell von Uzawa endogenisiert.

5.1. Der technische Fortschritt und das Umweltproblem

Die Diskussion über Umweltpolitik richtete ihr Augenmerk in letzter Zeit mehr und mehr auf den techn. Fortschritt. Dies geschah aus zwei Gründen. Zum einen, da der Stand der Technik Einfluss auf das ökologische Umfeld nimmt und zum anderen, weil die Entscheidungen der Umweltpolitik Auswirkungen auf die nötige techn. Entwicklung haben. Die Literatur über den techn. Fortschritt ist weit gefächert und es werden unterschiedliche Schwerpunkte in ihr gesetzt. Jaffe, B. , Newell, G. und Stavins, R. stellten fest, dass Griliches, Z. z. B. sein Hauptaugenmerk auf Messungen von innovativen In- bzw. Outputs setzte, wohingegen Scherer, F. und Sutton, J. die Auswirkungen der Marktstruktur auf die Innovationen untersuchte und Romer, D. und andere den endogenen techn. Fortschritt in Wachstumsmodellen modellierten.

Nach J. Schumpeter unterscheiden sie drei Stufen, bis eine neue Technologie am Markt dominiert. Die erste Stufe ist die „Erfindung“ selbst, welche erst in der zweiten Stufe zur „Neuerung“ wird. Die dritte Stufe ist die „Verbreitung“. Diese drei Stufen werden als „Prozess des techn. Wandels“ bezeichnet. Aus Theorie und Empirie wird klar, dass die Verbreitung von neuen Technologien von der Stärke der Bemühungen der Wirtschaft, diese zu benutzen, abhängt. In diesem Zusammenhang entstehen positive Externalitäten, wenn die Oucho, J. , in: WCED Öffentliche Anhörung, Nairobi, 23.09.1986, aus: Brundtland - Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung ,1987, ( S. 99 ) Wahrscheinlichkeit der Aneignung bei bisherigen „Nicht-Benutzern“ erhöht wird, durch die größer werdende Anzahl derer, die sich diese Technologie schon angeeignet haben. Dies ist z.B. der Fall beim Telefon, beim Internet oder beim Layout der Schreibmaschinen- bzw. Computertastatur (QWERTZ).

Forschungsinvestitionen sind anders zu beurteilen als Investitionen üblichen Charakters. Die Kombination aus großer Unsicherheit und den schwer erfassbaren Ergebnissen machen die Finanzierung dieser Projekte um ein mehrfaches schwieriger als Investitionen in gängige Projekte. Dadurch kann es im F&E - Sektor zu Unterinvestitionen kommen. Eine auf Profit gerichtete F&E - Aktivität ist abhängig von den zu erwarteten Rückflüssen. Diese sind wiederum abh. von der Größe des Marktes, den techn. Möglichkeiten und den Möglichkeiten, sich diese Rückflüsse anzueignen. Somit kann angenommen werden, dass diese Probleme eher von großen Firmen in stark konzentrierten Industrien überwunden werden können.

Hierzu lässt sich desweiteren sagen, dass marktwirtschaftliche Instrumente eine größere Wirkung auf den Umweltschutz haben als Vorschriften des Staates, welche die Anwendung neuer Technologien vorschreiben. Der angestiegene Gebrauch dieser marktorientierten Instrumente brachte viele Daten mit sich, mit denen die Hypothesen über die Wirkung von politischen Instrumenten, in Bezug auf den techn. Fortschritt, getestet werden konnten. Die potentiellen Konsequenzen der Politik für die man sich heute entscheidet, stellen einen hohen Anspruch an unser Wissen über die Effekte dieser Politiken in Hinblick auf Erfindungen und die Verbreitung von neuen Technologien. Wir müssen die Größenordnung dieser Effekte kennen und wir müssen wissen, wie stark sie sich innerhalb der Märkte, in den Technologien und in den Institutionen niederschlagen.31

5.2. Das Modell von Hirofumi Uzawa

Im Modell von Solow wurden nur die Auswirkungen des techn. Fortschritts aufgezeigt, nicht aber seine Ursachen und Abhängigkeiten. Da die endogene Wachstumstheorie eine wichtige Rolle bei der Wiedereinführung des technologischen Wandels in die Diskussionen über wirtschaftliches Wachstum spielte32, wird hier kurz das Modell von Uzawa hergeleitet.

Uzawa bezeichnet seinen Bildungssektor als „technologischen Fortschritt produzierenden“. Daher ist dieses Modell auch geeignet, um in diesem Zusammenhang Anwendung zu finden, obwohl es nicht explizit beschreibt wie mit Umweltressourcen umzugehen ist. Die Ausgangsbasis ist die folgende Gleichung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dabei bezeichnet er mit LE den Anteil vom gesamten Arbeitsangebot, der im Bildungssektor Verwendung findet und nimmt an, dass der techn. Fortschritt eine Funktion dieses Anteils ist und seine Veränderung im Laufe der Zeit somit von der Wachstumsrate der Bildung abhängt. So erhält man, wenn man sich auf diese Modifikation des neoklassischen Grundmodells beschränkt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für eine konstante Allokation der Arbeitszeit zwischen den Sektoren (Produktion und Bildung) ist µ konst.. So kann das Modell in einer nichtlinearen Differentialgleichung in der Variablen k zusammengefasst werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

mit zwei stationären Lösungen für

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

von denen eine für Anfangswerte k > 0 ein eindeutiges und stabiles Gleichgewicht ist. Somit wächst der Output mit der folgenden Rate:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kapitalintensität und Pro - Kopf - Wachstum wachsen damit mit der Rate des endogenen techn. Fortschritts gB in Abhängigkeit von dem Ressourcenanteil 1 - µ , welcher der Bildung zukommt.

Die Wissensbildung bedarf hier der speziellen Aufwendung von Ressourcen (Arbeit). Was von Uzawa nicht untersucht wird, ist die Art der Anreize, mit welchen eine Motivation zur Investition in Bildung erfolgt.33 Es wäre auch ohne weiteres möglich, Umweltressourcen in dieses Modell einzubauen, um deren Auswirkungen wegen den geg. Restriktionen zu Untersuchen. Hier soll aber nur noch kurz auf die Ergebnisse des Modells von D. Romer eingegangen werden, welche T. Unkelbach folgendermaßen beschrieb:

Die sog. „Steady - State - Innovationsrate“ ist umso höher,

- je höher die Ressourcenbasis L ist, was bedeutet, dass größere Staaten mehr Potential für wirtschaftliches Wachstum haben,
- je niedriger die Gegenwartspräferenz im Konsum der Haushalte ist,
- je größer die intertemporale Substitutionselastizität im Konsum ist und
- je geringer der Arbeitsaufwand der F&E, in welchem allerdings die Produktivitätsgewinne nicht berücksichtigt werden, ist.

Weiterhin stellte er fest, dass eine gewisse Marktmacht eine notwendige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum ist. Dies ist sehr interessant, da es der neoklassischen Wohlfahrtsanalyse widerspricht.34

6. Schlussfolgerung und Ausblick

Wie wir im Laufe der Arbeit gesehen haben, gibt es Möglichkeiten, trotz erschöpfbarer Ressourcen, langfristiges Wachstum zu generieren. Einige dieser Modelle sind schon in der Theorie schwer zu erfassen. So ist es nicht verwunderlich, dass man in der Praxis aufgrund individueller Präferenzen und dem opportunistischen Verhalten der Unternehmer wie Konsumenten, in Bezug auf die Einhaltung von Umweltvorschriften, auf noch größere Schwierigkeiten trifft.

William D. Nordaus schreibt in seinem Artikel „Lethal Modell 2“ ( S. 4 ), dass der Verbrauch von einigen essentiell wichtigen Ressourcen schon so weit vorgeschritten ist, dass er die Grenze zur Nachhaltigkeit schon durchbrochen hat .

Das Problem der Umweltverschmutzung und der „Vernichtung“ von Ressourcen liegt z. T. an dem opportunistischen Verhalten der Unternehmen. Wenn beispielsweise ein Unternehmen der Chemiebranche extrem hohe Kosten hat, um seine Abfälle, bzw. Abwässer umweltgerecht zu entsorgen, werden leider zu häufig Mittel und Wege gefunden, wie man die umweltpolitischen Bestimmungen umgehen kann. Solange Tankschiffe, welche Schadstoffe transportieren, nicht strengsten Sicherheitskontrollen unterzogen werden, ist die Gefahr von mittelschweren Umweltkatastrophen nicht in einem vernünftigen Maße einzudämmen. Eine gesunde Umwelt kann einige solcher Einschläge verkraften und auch verarbeiten, aber einer schon geschädigten Umwelt fällt dies um ein vielfaches schwerer. Rohstoffe können zu Engpässen werden, wenn sich nicht neue Abbaugebiete finden und/oder der Verbrauch an erschöpfbaren Ressourcen eingeschränkt wird. Dafür ist aber eine internationale Zusammenarbeit von Nöten, da kein Staat alleine den ersten Schritt machen wird, komplett auf mögliche Substitute umzusatteln, wenn diese anfangs zu hohe Kosten verursachen.

Der Kontinent Antarktis hätte sicherlich eine Menge an Rohstoffen zu bieten. Da aber die Hoheitsrechte dort umstritten sind und es noch keine legale Basis für die Vergabe von Genehmigungen über Mineralrechte gibt, ist es unwahrscheinlich, dass man dort ohne Risiko in die Entwicklung der Ressourcen fossiler Energien investieren können wird ( Brundtland - Bericht 1987, S. 283 ).

Die Wachstumstheorie zeigt uns Modelle auf, mit denen man langfristiges Wachstum ermöglichen kann, nur müssen die Gefahren einer Überreizung der natürlichen Umwelt erkannt und eingedämmt werden, um dieses auch tatsächlich zu ermöglichen.

Notationsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Literaturverzeichnis

- Arnold, L. „Wachstumstheorie“, Verlag Vahlen 1997, 1. Auflage

- Bretschger, L. „Wachstumstheorie“, Oldenbourg Verlag 1998, 2. Auflage

- Bretschger, L. „Growth Theory and Sustainable Development“, Edward Elgar 1999

- Brundtland, G. H., aus: Bretschger, L. „Wachstumstheorie“, Oldenbourg Verlag 1998, 2. Auflage

- Cansier, D. „Umweltökonomie“, Lucius und Lucius, Stuttgart 1996, 2. Auflage

- Endres, A. / Querner, I. „Die Ökonomie Natürlicher Ressourcen“, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, 2. Auflage

- Gablers Wirtschaftslexikon, 1997, 14. Auflage

- Hartwick, J. / Olewiler, N. „Economics of natural Resource Use“, Harper and Row 1986

- Hauff, Volker ( Hrsg.), „Unsere Gemeinsame Zukunft“, Der Brundtland - Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung ( WCED ), Eggenkamp Verlag 1987

- Jaffe B. / Newell, G. / Stavins, R. „Technological Change and the Environment“, National Bureau Of Economic Research (NBER), Working Paper No. 7970, Cambridge 2000

- Jung, H. „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“ Oldenbourg Verlag, München 1994

- Linder, W. , Schweizerisches Institut Für Auslandforschung, Band 21, Verlag Ruegger

- Nordhaus, W. „Lethal Model 2: The Limits to Growth Revisted“, Brookings Papers on Economic Activity, 2: 1992

- Onisto, L. „The business of sustainability“, Ecological Economics 29, 1999

- Oucho, J. , WCED Öffentliche Anhörung, Nairobi, 23.09.1986, aus: „Unsere Gemeinsame Zukunft“, Der Brundtland - Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED), Eggenkamp Verlag 1987

- Schneider, H. „Wirtschaftliches Wachstum - trotz erschöpfbarer natürlicher Ressourcen“, Rheinisch - Westfälische Akademie der Wissenschaften, Westdeutscher Verlag, Opladen 1980

- Unkelbach, T. „Wirtschaftswachstum durch Innovation“, Europäischer Verlag der Wissenschaften 1999

- Wacker, H. / Blank, J. „Ressourcenökonomik“, Band I: Regenerative, natürliche Umweltressourcen, Oldenbourg Verlag 1998

[...]


1 vgl. Linder, W. , Schweizerisches Institut für Auslandforschung, Band 21 (S.8)

2 vgl. Jung, H. „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“, Oldenbourg 1994 (S.3)

3 vgl. Linder, W. , Schweizerisches Institut für Auslandforschung, Band 21 (S. 8)

4 vgl. Gablers Wirtschaftslexikon, 14. Auflage 1997 (S. 3266)

5 vgl. Wacker, H./Blank, J. Ressourcenökonomik Band I: „Regenerative, natürliche Umweltressourcen“ (S. 2)

6 vgl. Endres, A./Querner, I. „Die Ökonomie Natürlicher Ressourcen“, Wiss. Buchgesellschaft 1993 (S. VI)

7 vgl. Cansier, D. „Umweltökonomie“, Stuttgart: Lucius und Lucius 1996, 2. Auflage (S. 13)

8 aus: Wacker, H./Blank, J. „Ressourcenökonomik“ Band I: Regenerative, natürliche Umweltressourcen (S.2)

9 Für Interessierte sei auf die Arbeit von Endres/Querner 1993 (S. 97-123) verwiesen.

10 aus: Endres, A./Querner, I. „Die Ökonomie Natürlicher Ressourcen“, Wiss. Buchgesellschaft 1993 ( S. 100 )

11 vgl. Endres, A./Querner, I. „Die Ökonomie Natürlicher Ressourcen“, Wiss. Buchgesellschaft 1993 (S. 95 f.)

12 vgl. Endres, A./Querner, I. „Die Ökonomie Natürlicher Ressourcen“, Wiss. Buchgesellschaft 1993 (S. 60)

13 vgl. Hartwick, J./Olewiler, N. „Economics of Natural Ressource Use“, Harper and Row 1986 ( S. 154 )

14 Bretschger, L., „Growth Theory and Sustainable Development“, Edward Elgar 1999 (S. 211-214)

15 aus: Bretschger, L., „Growth Theory and Sustainable Development“ Edward Elgar 1999 (S. 29)

16 vgl. Bretschger, L., „Growth Theory and Sustainable Development“ Edward Elgar 1999 (S. 26 ff.)

17 aus: Bretschger, L., „Growth Theory and Sustainable Development“ Edward Elgar 1999 (S. 31)

18 zu diesen Klassifizierungen sei auf die Literatur zur Wachstumstheorie verwiesen

19 vgl. Arnold, L. „Wachstumstheorie“, Verlag Vahlen 1997, ( S. 8 ff. )

20 vgl. Bretschger, L. „Growth Theory and Sustainable Development“, Edward Elgar 1999 ( S. 79 f. )

21 Im April 1968 gegründete Vereinigung wegen der Besorgnis über weltwirtschaftliche Krisenerscheinungen. Sein Ziel war es, dass Verständnis über die wirt., sozialen, politischen und natürlichen Zusammenhänge des Systems Erde zu fördern.

22 Aus: Schneider, H. „Wirtschaftliches Wachstum - trotz erschöpfbarer natürlicher Ressourcen“, Rheinisch - Westfälische Akademie der Wissenschaften, Westdeutscher Verlag 1980 ( S. 21 )

23 vgl. Schneider, H. „Wirtschaftliches Wachstum - trotz erschöpfbarer natürlicher Ressourcen“, Rheinisch - Westfälische Akademie der Wissenschaften, Westdeutscher Verlag 1980

24 vgl. Bretschger, L. „Wachstumstheorie“, Oldenbourg Verlag 1998

25 Brundtland, G. in: Bretschger, L. „Wachstumstheorie“, Oldenbourg Verlag 1998 ( S. 181 )

26 vgl. Onisto, L. „The business of sustainability“, Ecological Economics 29, 1999

27 vgl. Bretschger, L. „Wachstumstheorie“, Oldenbourg Verlag 1998 ( S. 183 )

28 vgl. Onisto, L. „The business of sustainability“, Ecological Economics 29, 1999

29 vgl. „Unsere Gemeinsame Zukunft“, Der Brundtland - Bericht der Kommission für Umwelt und Entwicklung, Eggenkamp Verlag 1987, Hrsg.: Volker Hauff ( S. 70, S. 92 ff., S 391, S. 394 )

30 Oucho, J. , in: WCED Öffentliche Anhörung, Nairobi, 23.09.1986, aus: Brundtland - Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung ,1987, ( S. 99 )

31 vgl. Jaffe, B./Newell, G./Stavins, R. „Technological Change and the Environment“, NBER Working Paper No. 7970 ( S. 1, 3 f, 11, 41, 65 f. )

32 vgl. Jaffe, B./Newell, G./Stavins, R. „Technological Change and the Environment“, NBER Working Paper No. 7970

33 vgl. Unkelbach, T. „Wirtschaftswachstum durch Innovation“, Europäischer Verlag der Wissenschaften 1999 ( S. 35 - 37 )

34 vgl. Unkelbach, T. „Wirtschaftswachstum durch Innovation“, Europäischer Verlag der Wissenschaften 1999 ( S. 46 ff. )

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Ressourcenausnutzung, technischer Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Veranstaltung
SVL, Wachstum, Strukturwandel und Handel
Note
2,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
24
Katalognummer
V99962
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ressourcenausnutzung, Fortschritt, Wachstum, Strukturwandel, Handel
Arbeit zitieren
Martin Gierschmann (Autor), 2001, Ressourcenausnutzung, technischer Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/99962

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