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Lebensweltorientierung in der informellen Bildung. Digitale Alphabetisierung als Auftrag für die Soziale Arbeit 4.0

Titel: Lebensweltorientierung in der informellen Bildung. Digitale Alphabetisierung als Auftrag für die Soziale Arbeit 4.0

Hausarbeit , 2021 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Verena Matheis (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Lebensweltorientierung in der informellen Bildung hinsichtlich der digitalen Alphabetisierung. Durch die Digitalisierung steht die Soziale Arbeit an einem möglichen Wendepunkt, um eine entscheidende Rolle in der Bildung der Zukunft zu übernehmen. Die Zäsur, verursacht durch den Übergang von der Postmoderne zur Gesellschaft 4.0, ermöglicht Ausbrüche aus Traditionen, die spätestens seit Pisa als defizitär bekannt sind. Es müssten vermehrt Ermöglichungsstrukturen geschaffen werden, denn es sei sonst nicht mehr möglich, den Jugendlichen zu vermitteln, dass das, was sie tun, einen Sinn und sie einen Wert haben.

Die Tradition der Arbeitsgesellschaft, das ein Mensch durch bloße Arbeit aus seinem selbstverschuldeten Elend herauskäme, kann man den Heranwachsenden nicht mehr glaubhaft machen. Sie schätzen ihre Lage erstaunlich gut ein, die Auswege aber kennen nur die Erwachsenen, die ihnen strukturell in der Bildung Kompetenzerwerb verweigern und die Möglichkeit dieser Zäsur nicht erkennen. Den Jugendlichen fehlen Kompetenzen, um das berufliche Leben und somit das Leben in einer Gesellschaft 4.0 zu meistern.

Im Hinblick auf die in den Berufen der Zukunft erwarteten Kompetenzen wäre eine Bildung in der qualifizierten Anwendung von Programmen zur Gestaltung der digitalen Welt notwendig. Dieses Wissen Jugendlichen zu vermitteln, damit sie in der Lage sind, ihre Zukunft selbstbestimmt mitentscheiden zu können und als Arbeitnehmer fähig zu werden, wäre eigentliche Aufgabe der Schule, die sich aber als reformunfähig erweist. Die Soziale Arbeit, die sich "Protection, Participation, Prevention" verschrieben hat, darf da nicht einfach schweigend zusehen. Praktizierte Lebensweltorientierung und der Situationsansatz bieten Alternativen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Zäsur der Postmoderne als Chance für die Soziale Arbeit erkennen

2. Habitus durchbrechen mit Bildung für die Gesellschaft 4.0

3. Digitale Avantgarde

4. Eine Hybride Welt gestalten

5. Digitale Bildung im Ehrenamt und in der Sozialen Arbeit

6. Lebensweltliche statt Sozialräumliche Ansätze, um Raum für digitale Alphabetisierung zu schaffen

7. Bestandsaufnahme der Aktivitäten für digitale Bildung der OJA

8. Der Situationsansatz als Legitimation informell zu bilden

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext der digitalen Transformation und plädiert für eine aktive Gestaltung digitaler Lebenswelten durch die Profession. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche durch digitale Alphabetisierung und Programmierung dazu befähigt werden können, ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten, anstatt lediglich Konsumenten vorgegebener digitaler Strukturen zu bleiben.

  • Die Notwendigkeit einer digitalen Alphabetisierung für Jugendliche
  • Kritik an der aktuellen digitalen Bildungslandschaft und der Rolle der Schule
  • Das Potenzial der Sozialen Arbeit als Akteur für informelle Bildung
  • Die Verbindung von Aneignungskonzepten mit digitalen Sozialräumen
  • Strategien zur Förderung von Medienmündigkeit und aktiver Gestaltungskompetenz

Auszug aus dem Buch

4. Eine Hybride Welt gestalten

Programmieren ist weit mehr, als nur die „digitale“ Welt zu gestalten, wie es in Werbeslogans gern heißt. Wirtschaft, Börse, Produktion, Unterhaltung, Partnerschaft und sogar Sexualität; all diese sehr reellen Teilaspekte des „echten“ Lebens, werden von digital alphabetisierten Menschen gestaltet und sie müssen so konsumiert werden, wie diese sie eingerichtet haben.

Die digitale Welt ist kein angeschlossener Raum mit geringen Schnittmengen mit der „echten“ Welt. Die hybride Welt in der wir leben wird gestaltet und wir selbst haben ohne digitale Kenntnisse keine Gestaltungsmöglichkeiten. „Der Begriff hybride Systeme fokussiert die Beziehung zwischen Mensch und Technik“ (Abel, 2016: 6) Nicht weniger wichtig ist die Kenntnis um hybride Räume, die Frage wie sehr diese Tatsache bereits bei den Gestaltern von Bildung ankam, stellt sich jedoch aktuell. Die Haltung vieler Denker im akademisch-sozialen Fachbereich ist tendenziell im Widerstand zu den Tatsachen, die das moderne Leben der Gesellschaft beschert. Diese kritische Haltung ist inhärent, aber sie übersieht auch Möglichkeiten.

Strukturelle Arbeitslosigkeit, das Überflüssigmachen von Menschen und ganzer Lebensbereiche (vgl. Deinet, 2009: 81) stehen hypothetisch jedoch Millionen unbesetzter Arbeitsplätze gegenüber. (vgl. Janszky, 2018: 17) Wenn Vertreter des Aneignungskonzepts eine solche Haltung der Gesellschaft 4.0 gegenüber haben, welche Rolle wird das Aneignungskonzept dann progressiv in der OJA haben können? Aneignungskonzepte jedoch basieren auf einer Auseinandersetzung des Adressaten mit seiner Umwelt! (vgl. Deinet, 2020: n.a.) Genau das sollte für die Soziale Arbeit an sich auch gelten, stattdessen wird ein bejahender Umgang mit der Digitalisierung und eine digitale Alphabetisierung in Einrichtungen der OJA marginalisiert; weil sie nicht mit den Konzepten der Aneignung konform zu sein scheint; wenn man die Haltung der Vertreter dieses Konzeptes zum Maßstab hat. Medien agieren jedoch nicht interaktionsfrei, sie haben einen hohen Aneignungsgehalt. (vgl. Schünemann, 2017: 77, 78) Die „Anwesenheit im Feld“ (ebd.: 80) durch digitale Bildung auszubauen ist wichtig, sofern aktivierende Tätigkeiten Vorrang haben vor reiner Betreuung in der Kinder- und Jugendhilfe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Zäsur der Postmoderne als Chance für die Soziale Arbeit erkennen: Das Kapitel thematisiert den digitalen Wandel als Wendpunkt, der die Soziale Arbeit herausfordert, neue Ermöglichungsstrukturen für Jugendliche zu schaffen.

2. Habitus durchbrechen mit Bildung für die Gesellschaft 4.0: Hier wird die Bedeutung von digitaler Kompetenz und Kreativität als Schlüssel zur Teilhabe diskutiert, wobei die Soziale Arbeit als notwendiger Partner für informelle Bildung identifiziert wird.

3. Digitale Avantgarde: Der Text kritisiert die Einordnung der Digitalisierung als bloße "Nische" und betont die gesellschaftliche Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche im Programmieren zu fördern, um soziale Kluften zu verringern.

4. Eine Hybride Welt gestalten: Dieses Kapitel erläutert die Verflechtung von analogem und digitalem Leben und kritisiert eine abwartende Haltung in der Sozialen Arbeit gegenüber digitalen Aneignungsprozessen.

5. Digitale Bildung im Ehrenamt und in der Sozialen Arbeit: Es wird beleuchtet, wie selbstorganisierte Lernräume (z.B. Hackathons) existieren und warum die professionelle Soziale Arbeit hier an Attraktivität und Relevanz nachbessern muss.

6. Lebensweltliche statt Sozialräumliche Ansätze, um Raum für digitale Alphabetisierung zu schaffen: Dieses Kapitel argumentiert für eine lebensweltorientierte Herangehensweise, um digitale Kompetenzen effektiver als über klassische sozialräumliche Modelle zu fördern.

7. Bestandsaufnahme der Aktivitäten für digitale Bildung der OJA: Es erfolgt eine kritische Bestandsaufnahme fehlender Bildungsangebote im Bereich Coding innerhalb der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

8. Der Situationsansatz als Legitimation informell zu bilden: Abschließend wird der Situationsansatz als geeigneter methodischer Rahmen begründet, um informelle Lernmomente in digitale Bildungserfolge zu überführen.

Schlüsselwörter

Digitale Bildung, Soziale Arbeit, Aneignungskonzept, Lebensweltorientierung, Gesellschaft 4.0, Coding, Medienmündigkeit, Digitale Alphabetisierung, Jugendarbeit, Situationsansatz, Informelles Lernen, Hybride Räume, Partizipation, Digitale Mündigkeit, Soziale Innovation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit in einer digitalisierten Gesellschaft und der Notwendigkeit, Jugendliche durch aktive Medienbildung zu unterstützen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen digitale Alphabetisierung, das Konzept der Aneignung, informelle Bildungsräume und die kritische Analyse der aktuellen Angebote für Kinder und Jugendliche.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Soziale Arbeit dazu zu bewegen, digitale Bildung stärker in ihr Profil aufzunehmen, um Jugendliche bei der aktiven Gestaltung ihrer digitalen Lebenswelt zu befähigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Einbeziehung von Modellen wie dem Aneignungskonzept (Deinet) und der Kulturhistorischen Schule, ergänzt durch eine Bestandsaufnahme aktueller Ansätze in der Praxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit digitaler Kompetenzen, kritisiert die Passivität der Profession und zeigt methodische Zugänge wie den Situationsansatz zur Förderung digitaler Bildung auf.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gesellschaft 4.0, digitale Alphabetisierung, Aneignung, Lebensweltorientierung und die Transformation der Sozialen Arbeit.

Warum ist laut der Arbeit eine Unterscheidung zwischen "Konsum" und "Gestaltung" so wichtig?

Die Arbeit argumentiert, dass bloßer Medienkonsum keine digitale Mündigkeit erzeugt; erst das Verständnis und die Fähigkeit zur Mitgestaltung (z.B. durch Programmieren) ermöglichen eine selbstbestimmte Zukunft.

Inwiefern spielt der "Situationsansatz" eine Rolle für digitale Bildung?

Er dient als legitimer methodischer Rahmen, um informelles Lernen in jugendlichen Lebenswelten gezielt aufzugreifen und in einen Bildungsprozess zu überführen, ohne diesen durch zu starre didaktische Vorgaben zu ersticken.

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Details

Titel
Lebensweltorientierung in der informellen Bildung. Digitale Alphabetisierung als Auftrag für die Soziale Arbeit 4.0
Hochschule
Hochschule Fulda  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Bildung mit Kindern und Jugendlichen
Note
1,3
Autor
Verena Matheis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
13
Katalognummer
V999672
ISBN (eBook)
9783346381477
ISBN (Buch)
9783346381484
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeit 4.0 informelle Bildung Digitalisierung Lebensweltorientierung 4.0 Bildungsreform Coding Hacker Habitus und Codingkompetenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Verena Matheis (Autor:in), 2021, Lebensweltorientierung in der informellen Bildung. Digitale Alphabetisierung als Auftrag für die Soziale Arbeit 4.0, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999672
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Leseprobe aus  13  Seiten
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