Fritz Langs Spielfilm "Metropolis" (1927). Inhalt, Gestaltung und Genre


Akademische Arbeit, 2019

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Fritz Lang

3. Fritz Lang - Metropolis
3.1 Zeitgenössische Rezeption und Hintergründe
3.2 Handlung der rekonstruierten Originalfassung
3.2.1 Auftakt
3.2.2 Zwischenspiel
3.2.3 Furioso
3.3 Einordnung in das Genre
3.4 Filmische und gestalterische Hauptmerkmale
3.4.1 Rhythmus
3.4.2 Architektur und Zweiteilung
3.4.3 Mythen und Archetypen
3.4.4 Filmmusik
3.5 Symbolik

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Internetquellen

7. Filmographie

8. Abbildungsverzeichnis

1. EINLEITUNG

Das Jahr 1919, kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Die Schrecken des Krieges sitzen noch tief in den Gliedern der Menschen. Deutschland ist gezeichnet von Nachkriegsfolgen. Armut und Inflation sind allgegenwärtig. Die politische Situation nach dem Untergang des Kaiserreichs ist wirr und unsicher. Die Weimarer Republik befindet sich gerade im Aufbau. Die Gesellschaft ist tief gespalten, in einen Großteil an armen, schuftenden Arbeitern und eine elitäre Oberschicht, welche ihren politischen Einfluss zunehmend zurückgewann.1 Nichtsdestotrotz beginnt in der Literatur und der Malerei die Epoche des Expressionismus und erstmals trägt auch der Film einen künstlerischen Beitrag zum Schaffen der Zeit bei. Deutschland und seine Hauptstadt leben auf. Vor allem das elegante und urbane Berlin setzt Trends in Kunst und Kultur mit dem Jazz, damit verbunden auch der Freizügigkeit und dem neuen Medium Film.2

Im „Weimarer Kino“ von 1918-1933 entwickelte sich die deutsche Filmproduktion zu ihrem Höhepunkt und verzeichnete schon 1919 über 350 Millionen Besucher in mehr als 3000 deutschen Lichtspielhäusern, mit Berlin als ökonomischem und kreativen Mittelpunkt.3 Vor allem kommerziell ausgerichtete Filme wurden in einer Vielzahl produziert, da sie sich gut in andere Länder exportieren ließen. Die wenigen mutigen und expressiven Filme der Zeit zählen noch heute zu den bedeutendsten Werken der deutschen Filmgeschichte. Mit Filmen wie Das Cabinet des Dr. Caligari, Nosferatu - eine Symphonie des Grauens und Metropolis setzten die Regisseure nie wieder erreichte Maßstäbe für die deutsche Filmkunst.

Die Filmlandschaft war gezeichnet durch eine große ästhetische, technische und inhaltliche Vielfalt. Trotz der zahlreichen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Schwierigkeiten bildeten sich im Weimarer Kino immer weitere Ausdrucksformen des Films als nun populäres Massenmedium aus.4 So entstanden Spiel- und Dokumentarfilme, künstlerische und filmtechnische Neuentwicklungen und nicht zuletzt auch die musikalische Gattung der Filmmusik. Sich von traditionellen Vorgaben entfernend, entwickelte sich der abstrakte Film Lichtspiel Opus, sowie im Scherenschnitt produzierte, abendfüllende Animationsfilme, wie Die Abenteuer des Prinzen Achmed und dokumentarische Montagefilme wie Berlin. Die Sinfonie der Großstadt.5

Mit dem Ende der Weimarer Republik endete 1933 auch für viele Filmemacher das freie künstlerische Schaffen, wenn auch in vielen folgenden Filmen unter dem NS-Regime Anlehnungen in Sujet und Stilprinzipien zu der Zeit vor 1933 zu finden sind. Ein Film der die bis dahin vollzogene Entwicklungen des Weimarer Kinos in seinen Neuerungen der filmischen Umsetzung vereint, war Metropolis aus dem Jahre 1927 von Fritz Lang.

2. FRITZ LANG

Fritz Lang ist bis heute einer der berühmtesten Regisseure des „Weimarer Kinos“ und gilt als Meister der Bildästhetik und der Montage.6 Geboren wurde er am 5. Dezember 1890 in Wien als Sohn der Eheleute Anton Lang und Paula Lang. 1907 studierte Lang zunächst Architektur, begann jedoch schon im Jahr darauf an der Wiener Akademie der Graphischen Künste und trat dort auch als Kabarettist auf. In den Jahren darauf unternahm er mehrere große Reisen durch einige Mittelmeerländer und Afrika und nahm das Studium an der Münchner Kunstgewerbeschule Julius Diez auf. In Paris setzte er sein künstlerisches Schaffen auf dem Montmartre bei Maurice Denis fort.7 1914 kehrte er, wegen des Ersten Weltkriegs, nach Wien zurück und meldete sich freiwillig für den Kriegsdienst, in dessen Verlauf er zwei mal verwundet wurde. Während seiner Genesung in Wien knüpfte Lang erste Kontakte zu Filmproduzenten und schrieb seine ersten Drehbücher für Joe May. Daraufhin zog er 1919 als Dramaturg nach Berlin, wo er sein Regiedebüt bei dem in nur fünf Tagen produzierten Stummfilm „Halbblut“ gab.

1921 schaffte er es, sich durch den Film Der müde Tod international einen Namen zu machen und nach seiner Hochzeit mit der Schriftstellerin Thea von Harbou im Jahr darauf arbeitete er fortan mit ihr zusammen an vielen der Drehbüchern für seine Filme.8

Nach seinen Reisen nach New-York und Hollywood gründete Fritz Lang 1927, eine eigene Produktionsgesellschaft und drehte 1929 mit Die Frau im Mond seinen letzten Stummfilm. Mit seinen über die 1920er Jahre hinweg gedrehten expressionistischen Filmen wirkte er stilbildend für die Entwicklung der deutschen Lichtspielkunst und fand Lösungen für Licht und Architektur, Ton, Farbe und Format.9

1931 drehte er seinen ersten Tonfilm M - eine Stadt sucht einen Mörder, welcher sich der neuen Sachlichkeit bediente und sich durch seine Realitätsnähe auszeichnete.

Nachdem 1933 unter dem Nationalsozialistischen Regime seine Filme Das Testament des Dr. Mabuse, M - Mörder unter uns und Die Frau im Mond verboten wurden, ging er nach seiner Scheidung nach Paris. Dort dreht er Liliom und nahm bald einen Vertrag für Hollywood an, wo er bei einigen der einflussreichsten Film Noir und Kriminalfilme im amerikanischen Raum Regie führte. In Amerika setzt er sich auch gegen das Nazi-Regime ein, war Mitbegründer der Anti-Nazi-League und arbeitete mit Bertolt Brecht an dem gegen den Nationalsozialismus gerichteten Film Auch Henker sterben.10

1976 starb Lang in Beverly Hills, nachdem er sein Filmschaffen wegen der fortschreitenden Erblindung zuletzt nicht weiter fortsetzen konnte.

Bis heute ist der Einfluss Langs, vor allem der seiner in den zwanziger Jahren gedrehten expressionistischen Filme, auf die Welt der Kinofilme maßgeblich. So sieht man Metropolis Einflüsse unter anderem in Filmen von Alfred Hitchcock, Michael Powell und Ridley Scott.11

3. FITZ LANG - METROPOLIS

Im Folgenden soll der Film Metropolis inhaltlich erörtert, sowie seine gestalterischen Mittel und das Genre analysiert werden.

3.1 ZEITGENÖSSISCHE REZEPTION UND HINTERGRÜNDE

Metropolis ist ein 1927, unter der Regie von Fritz Lang erschienener Spielfilm, welcher in zwei Jahren Drehzeit entstand. Er war, mit einem Budget von rund 1,5 Millionen Mark und letztendlichen Kosten von fünf Millionen Reichsmark, die teuerste deutsche Filmproduktion zur Zeit des Weimarer Kinos. Was unter anderem an der unglaublich aufwändig gestalteten Architekturkulisse, den Massenszenen und dem Perfektionismus Langs lag.12 Die zeitgenössische Rezeption des Films war jedoch, trotz des hohen Aufwands mäßig und der Film fiel bei Kritikern für seine „naive“ Handlung durch. So scherzte Simplicissimus: „Nimm zehn Tonnen Grausen, gieße ein Zehntel Sentimentalität darüber, koche es mit sozialem Empfinden auf und würze es mit Mystik nach Bedarf, verrühre das Ganze mit Mark (sieben Millionen) und du erhältst einen prima Kolossalfilm.“.13

Da die Universum Film AG nur knapp einem Bankrott entgangen war wurde der Film unter neuen Inhabern nach den ersten Vorstellungen in Berlin, um fast eine halbe Stunde gekürzt. Trotz des zunächst mäßigen Erfolgs wurde die Bedeutung von Metropolis als epochales Meisterwerk der Filmgeschichte durch zahlreiche Analogien in großartigen Kunstwerken der 1970er Jahre bestätigt. Die Architektur des Films lebte in Dark City und Das fünfte Element und zahlreichen weiteren Filmen wieder auf und auch Popstars wie Madonna, oder Queen ließen sich von Metropolis für ihre Musikvideos inspirieren.14

Heute ist Metropolis mit seiner unnachahmlichen Ästhetik, visuellen Pracht und visionären filmischen Gestaltungsmitteln ein populärer Klassiker, blieb jedoch bis 2008 nach einem spektakulären Fund in Buenos Aires unvollständig. 2010 wurde der Film, nach Restaurationen durch die Friedrich Murnau Stiftung erstmals wieder in ganzer Länge auf der Berlinale aufgeführt.15 Artem Demenok beschreib Metropolis wie folgt: „Metropolis ist wohl das wichtigste Werk der deutschen Filmgeschichte. [...], hoffnungslos veraltet und doch verblüffend aktuell. Metropolis inspiriert heute noch, auch Hollywood.“16

3.2 HANDLUNG DER REKONSTRUIERTEN ORIGINALFASSUNG

Der Film gliedert sich in drei Akte. Auftakt (66min), Zwischenspiel (28min) und Furioso (52min).

3.2.1 AUFTAKT

In der Stadt Metropolis leitet der Alleinherrscher „Joh Fredersen“ von seinem „neuen Turm zu Babel“ die Geschicke der Welt. In der Oberstadt lebt die Oberschicht, welche sich im Klub der Söhne bei Spielen und Sport und in den paradiesischen „Ewigen Gärten“ vergnügt. In der dunklen, dreckigen Unterstadt leben die Arbeiter, welche im Gleichklang ihre Arbeiten verrichten und damit die Oberstadt am Laufen halten.

Eines Tages taucht die junge Frau Maria mit einer Schar Kinder in der Oberstadt auf um diesen zu zeigen „wie ihre Brüder leben“. Dort begegnet sie Freder, Joh Fredersens Sohn, welcher sich sofort in die junge Maria verliebt. Um sie wiederzusehen begibt er sich auf den Weg in den Maschinenraum der Unterstadt. Als Freder die Maschinen der Unterwelt bei einem Unfall als menschenverschlingenden Moloch erlebt, eilt er entsetzt in das Büro seines Vaters, in welchem der Sekretär Josaphat ihn aufzuhalten versucht. Da der Sekretär Joh Fredersen nicht über diesen, wie auch einen weiteren Vorfall informierte, bei welchem rätselhaft Pläne in den Taschen der Arbeiter gefunden wurden, wird dieser entlassen. Für ihn bedeutet das die Verbannung in die Unterstadt und als er deshalb versucht Selbstmord zu begehen bietet ihm Freder seine Hilfe an.

Wieder in der Unterstadt trifft Freder auf „Georgy“, den Arbeiter 11811 und tauscht mit ihm Beschäftigung und Kleidung, um die Unterstadt weiter erforschen zu können. Georgy hat von Freder eigentlich den Auftrag zu Josaphat zu fahren, lässt sich stattdessen jedoch durch ein Flugblatt dazu verleiten den zweifelhaften Nachtclub „Yoshiwara“ zu besuchen.

Als Fredersen Rotwang zu den Plänen befragen möchte entdeckt dieser durch seine Neugier eine Büste von „Hel“. Wie sich herausstellt, war diese einst Rotwangs große Liebe, welche er jedoch an Fredersen verlor. Hel starb bei der Geburt Freders, weshalb Rotwang nun ihre Nachbildung zum Leben erwecken will. Freder verflucht währenddessen die langen Arbeitszeiten an der Maschine und folgt einem Arbeiter zu einer Predigt Marias. Fredersen und Rotwang entziffern indessen die Pläne als die Katakomben der Unterstadt und steigen ebenfalls hinab. Dort belauschen sie eine Predigt der jungen Maria, welche von dem Untergang der Stadt handelt und einem zur Rettung entsandten Mittler zwischen Hirn und Händen.

Fredersen fasst kurzentschlossen den Plan, dem Maschinenmenschen das Aussehen Marias geben zu lassen, um den Arbeitern jede Hoffnung zu nehmen und sie noch stärker ausbeuten zu können. Doch Rotwang beschließt Rache an Fredersen zu nehmen und überfällt Maria noch in den Katakomben um mit ihr die Stadt, Fredersen und seinen Sohn zu vernichten.

3.2.2 ZWISCHENSPIEL

Georgy wird vor dem Yoshiwara verhaftet und zurück an die Machine geschickt. Freder, welcher von Gregorys Verhaftung und Marias Entführung nichts weiß, fährt zu Josaphat um sich dort von Gregory zu Maria führen zu lassen. Dort findet er aber nur den einstigen Sekretär vor und macht sich enttäuscht erneut auf den Weg in die Unterstadt.

Darauf holt Rotwang Maria aus ihrem Gefängnis, wobei Freder von der Straße aus auf ihre Schreie aufmerksam wird. Jedoch kommt er wegen der intelligenten Türmechanismen im Haus des Erfinders nicht zur Rettung seiner Geliebten durch. Rotwang führt eilig sein Experiment durch, bei dem Marias Geist auf den Maschinenmenschen übertragen wird und sie vor Erschöpfung zusammenbricht. Der Erfinder überzeugt darauf Freder, Maria sei bei dessen Vater, bei welchem sich aber lediglich die Maschinen-Maria befindet. Als Freder glaubt Maria im Arm seines Vaters zu sehen, bricht dieser unter Todesvisionen zusammen. Unterdessen tanzt die Maschinen-Maria, im Gegensatz zur unschuldigen, echten Maria, auf laszive Art und Weise im Yoshiwara und verdreht dort den Männern so den Kopf, dass es sogar zu Gewalt, Mord und Selbstmord kommt.

3.2.3 FURIOSO

Als Freder wieder genesen ist, berichtet ihm Josaphat von den abendlichen Tänzen Marias im Yoshiwara. Weil nur der Mittler noch eine Revolte aufhalten kann, beschließt Freder dieser Rolle gerecht zu werden und geht in die Katakomben. Darauf erfährt Joh Fredersen in einem Gespräch zwischen Rotwang und der echten Maria von der Liebe seines Sohnes zu Maria und den geheimen Plänen Rotwangs, Joh und seine Stadt auszulöschen. Dadurch kommt es zu einem Handgemenge zwischen den beiden Männern, wobei Maria entkommen kann.

In den Katakomben tobt gleichzeitig eine von der falschen Maria angezettelte Revolte. Dort stirbt Gregory durch ein Messer das eigentlich Freder gegolten hatte. Die Arbeiter ziehen daraufhin mit ihren Frauen los, um die Herzmaschine der Stadt zu zerstören, und setzen dadurch versehentlich die Wohngebiete unter Wasser. Die echte Maria kommt gerade noch rechtzeitig in die Unterstadt, rettet zusammen mit Freder und Josaphat die Kinder und bringt diese in den Klub der Söhne.

In den Katakomben erkennen die Arbeiter ihren Fehler und können ihre Kinder nicht finden. Sie glauben, diese seien ertrunken und richten nun ihre Wut gegen Maria, die das alles angezettelt hat. Die Arbeiter verbrennen diese daher auf einem Scheiterhaufen und decken dabei den Schwindel auf, da nur ihr Metallkern zurückbleibt. Rotwang verfolgt die echte Maria, welche er mit dem Maschinenmenschen verwechselt, in die Kathedrale und liefert sich einen Kampf mit ihr. Freder eilt ihnen hinterher um Maria zu retten und liefert sich dort ebenfalls einen Kampf mit Rotwang, in dem der Erfinder in den Tod stürzt und Freder Maria rettet. Die Arbeiter erkennen, dass Maria ihre Kinder in Sicherheit geführt hatte und vergeben Fredersen.

In der Schlussszene reichen sich Fredersen und Groth zur Versöhnung die Hände, jedoch erst nach Marias Bitte an Freder. „Mittler zwischen Hirn und Händen, dass muss das Herz sein.“

3.3 EINORDNUNG IN DAS GENRE

Während des Weimarer Kinos hatte der Expressionismus den direktesten und umfassendsten Einfluss auf die Filmschaffenden. So auch auf die Filme von Fritz Lang, vor allem in seiner Schaffensphase in den 1920er Jahren. In Metropolis sind expressionistische Elemente, zum Beispiel im Vater-Sohn Konflikt und der Technikfeindschaft zu finden. Aber auch die Technikfaszination der neuen Sachlichkeit spielt eine große Rolle in der Darstellung der lebhaften Oberstadt, mit ihren Verkehrsströmen, Lufttaxis und ihrer futuristischen Architektur. Als einer der ersten Filme, welcher sich den Mitteln von Zukunftswelten und fiktionaler Wissenschafts-phänomene bedient, hebt sich Metropolis von den fantastischen Filmen der Stummfilmära ab und begründet als Vorreiter das Genre des Science-Fiction-Films17.

Bilder wie in Metropolis waren im Kino bis dahin nie zu sehen gewesen. Eine architektonisch fantastische Stadt mit gigantischen Bauten, eine Roboterfrau, welche den absoluten Ausdruck der Technik verkörpert und tosende Fluten, in denen hunderte Menschen ertrinken.

Dieses Novum ist charakteristisch für den SF-Film. Die Darstellung neuer, fantastischer Welten, unterscheidet sich jedoch durch einen gewissen Realitätsbezug von denen in Märchen und Fantasy. So unterstützt zum Beispiel auch die Tricktechnik in Metropolis den Realitätseffekt und das Erschaffen einer fiktionalen, futuristischen, dennoch plausiblen Welt und dient nicht rein als beeindruckendes Mittel.18

„Science Fiction entwirft eine nichtreale Welt, in der aber Elemente der Lebenserfahrung des Lesers - nur weitergedacht und in die Zukunft verlegt - ihren Platz haben.“19 Der Film nimmt also ideale, oder dystopische Vorstellungen der aktuellen Gesellschaft und verarbeitet diese in einem Zukunftsszenario, was man in Metropolis an der Auseinandersetzung mit der zukünftigen Entwicklung der Technik, der Klassengesellschaft und der Urbanisierung sieht.

In Metropolis finden sich noch zahlreiche weitere, bis heute für SF-Filme stilbildende Elemente, wie die Darstellung einer Messiasfigur, welche in Metropolis Arbeiterklasse und Kapital vereint und auch zum Beispiel in Matrix als Erlöser für die Massen gesucht wird. Genauso wie die Thematisierung politischer, oder sozialer Missstände und philosophischer Fragen, wie sie auch in Matrix aufgegriffen werden.

Auch die Architekturdarstellung der Stadt Metropolis wird in Filmen wie „Blade Runner“ und „Das fünfte Element“ wieder aufgenommen. Und das Einflechten einer Liebesgeschichte in die Handlung des Films bleibt auch für die Zukunft ein beliebtes Stilmittel des SF-Films. Auch die Roboterfigur der Maschinen Maria findet in C3PO im Film Star Wars ihre Wiedergeburt und legte die Grundlage vieler weiterer Roboterfiguren zukünftiger SF-Filme.20 Metropolis schafft dabei eine Vielzahl neuer Effekte wie das Schüfftan-Verfahren, Stop- Motion Technik, Mehrfachbelichtungen und die schwingende Kamerfahrt bei Expolisonen.

3.4 FILMISCHE UND GESTALTERISCHE HAUPTMERKMALE

Im Folgenden sollen die stilistischen und inhaltlichen Mittel in Metropolis betrachtet werden.

[...]


1 Vgl. Sturm (2001), S. 36-49

2 Vgl. Scriba, Arnulf: „Film und Kino“ [14.09.2014] in: Weimarer Republik, Kunst und Kultur, https://www.dhm.de/ lemo/kapitel/weimarer-republik/kunst-und-kultur/film-und-kino.html

3 Vgl. ebd.

4 Vgl. Jacobsen (2004), S. 98 ff.

5 Vgl. Lange (2012), S. 1 ff.

6 Vgl. Goege, Hartmut: Fritz Lang, Meister der Bildästhetik und der Inszenierung [05.12.2015] https://www.deutschlandfunk.de/fritz-lang-meister-der-bildaesthetik-und-der-inszenierung.871.de.html? dram:article_id=338686

7 Vgl. Töteberg (1985), S. 7 ff.

8 Vgl. ebd. S. 15 ff.

9 Vgl. Seeßlen, Georg: „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ [9.4.2010] in: Der Filmkanon, https://www.bpb.de/ gesellschaft/bildung/filmbildung/filmkanon/43541/m-eine-stadt-sucht-einen-moerder

10 Vgl. Töteberg (1985), S. 97 ff.

11 Vgl. Töteberg (1985), S. 62

12 Vgl. Demenok (2009 ), min. 00:20

13 Simplicissimus, S.587

14 Vgl. Latell, Franziksa / Sudendorf, Werner: „Fritz Langs Metropolis“ in: Fritz Langs Metropolis, https:// www.deutsche-kinemathek.de/de/kinemathek/publikationen/fritz-langs-metropolis (Stand: 11.08.2020)

15 Vgl. ebd.

16 Demenok: Die Reise nach Metropolis, https://web.archive.org/web/20150128132223/http://www.arte.tv/de/ die-reise-nach-metropolis/3040366,CmC=3050006.html (Stand: 20.08.2020)

17 Im folgenden SF-Filme

18 Vgl. Spiegel (2007), S. 42-43

19 Wilfert (1981), zit. nach Wuckel (1986), S. 11

20 Vgl. Telotte (1995), S. 57 ff.

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Details

Titel
Fritz Langs Spielfilm "Metropolis" (1927). Inhalt, Gestaltung und Genre
Hochschule
AMD Akademie Mode & Design GmbH
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V999905
ISBN (eBook)
9783346383211
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metropolis, Fritz Lang, Science Fiction, Analyse, Filmgeschichte, Filmanalyse
Arbeit zitieren
Elias Hackenberg (Autor), 2019, Fritz Langs Spielfilm "Metropolis" (1927). Inhalt, Gestaltung und Genre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999905

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