Das Thema ist schon gefunden, die Gliederung steht und die Literatur ist durchgearbeitet. Jetzt soll der Schreibprozess beginnen. Was so leicht klingt, ist für viele die größte Herausforderung beim Schreiben einer Hausarbeit, eines Essays oder auch der Abschlussarbeit. Denn so gut der Plan auch ist, die ersten Sätze aufs Papier zu bringen, dauert häufig am längsten – als Faustregel gilt übrigens, dass die Einleitung ca. 10 Prozent der Arbeit ausmacht, maximal jedoch 15 Prozent. Wir stellen hier verschiedene Einstiegsmöglichkeiten für deinen Text vor. Mit diesen frischen Ideen schreibt sich die Einleitung für deine Hausarbeit fast von selbst.

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Ein passendes Zitat als wirkungsvoller Einstieg

Eine sehr häufig gewählte und sehr beliebte Methode, eine Einleitung zu starten, ist der Einstieg mit einem Zitat. Dieses kann entweder unmittelbar mit dem Thema der Hausarbeit zu tun haben oder aber einen etwas ausführlicheren Übergang zum Thema ermöglichen. Wichtig sind hier vor allem zwei Dinge: Erstens sollte der Beginn einer Einleitung nicht ewig währen. Wenn du dich entscheidest, mit einem Zitat zu beginnen, solltest du danach schnell den Anschluss an das Thema und das Vorgehen deiner Hausarbeit finden. Es ist nicht ratsam, sich fast eine Seite mit dem Zitat aufzuhalten.

Zweitens solltest du kein Zitat wählen, auf das du im Text nicht eingehst. Selbst wenn der Inhalt für sich steht, solltest du deine Leser:innen an die Hand nehmen und den Zweck des Zitates für die Arbeit aufzeigen. Ebenso wichtig ist, dass das Zitat Aussagekraft hat. Es hilft schließlich deinen Leser:innen, einen thematischen Einstieg in die folgenden Ausführungen zu finden. Es ist daher ratsam, ein Zitat zu nehmen, das die Neugier weckt. Das gelingt häufig dann, wenn das Zitat unerwartet ist, was im Umkehrschluss heißt, dass man nicht zum hundertsten Mal ein Zitat von Nietzsche, Schiller oder Einstein wählt. Hier darfst du mutig sein und auch mal eine ungewöhnliche, wenig vertretene oder stark umstrittene Position wählen.

Wie auch im Rest deiner Arbeit ist es auch bei einem Einstiegszitate wichtig, dass du eine Quelle angibst, die möglichst glaubwürdig und verlässlich ist. Am besten geeignet sind Zeitungen oder literarische Werke. Zwar bietet das Internet eine Vielzahl an Webseiten, die Zitate zu allen möglichen Themen anbieten. Inspiration an diesen Stellen zu holen, ist sicherlich auch gerechtfertigt, als Quelle in einem Literaturverzeichnis eignen sich aber Bücher oder Zeitungen besser – daher empfehlen wir dir, stets noch einmal nach einer authentischeren Quelle deines Zitats zu suchen, solltest du dieses im Internet aufgestöbert haben.

Eine spannende Statistik: Nur für Wirtschaftsthemen?

Ebenfalls eine geeignete Art, die Einleitung zu beginnen, ist eine Statistik. Diese bietet sich natürlich nicht für alle Themenbereiche an, kann aber gerade in den Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften ein schöner Aufhänger für deine Leser:innen sein. Grundsätzlich gelten hier ähnliche Grundsätze wie auch schon bei den Zitaten. Du solltest die Zahlen und deren Relevanz für deine Leser:innen verständlich erklären und eine Brücke zum Thema deiner Hausarbeit schlagen. Auch auf den Kontext der Erhebung kannst du kurz eingehen.

Eine Statistik muss nicht zwingend rein informativ sein. Du kannst beispielsweise auch eine Grafik verwenden, die eine problematische und kritische Lage darstellt und diese in deiner Einleitung als Aufhänger nehmen. Das eignet sich für so ziemlich jeden Fachbereich, denn es gibt zu wirklich vielen Themen Umfragen und Erhebungen. In den Politik- oder Geschichtswissenschaften könnte das zum Beispiel eine Statistik zu den durchgeführten Todesstrafen in den USA zwischen 1980 und 2000 sein. Hier kannst du eine immer wieder geführte Debatte anschließen, die es dir ermöglicht, ein spannendes Thema aufzugreifen und damit Interesse zu wecken für den weiteren Verlauf der Arbeit.

Idealerweise wählst du auch hier eine authentische Quelle. Dies kann bei Statistiken natürlich die Website Statista.com sein, aber auch Magazine, Zeitungen oder Unternehmensseiten eignen sich für ein glaubwürdiges Zitat. Dabei ist es ratsam, eine Statistik zu wählen, die einen überraschenden Aspekt beinhaltet oder an eine gesellschaftliche Problematik anknüpft und damit ihre Aktualität hervorhebt. Wenn du aber im weiteren Kontext deiner Arbeit bereits viele Grafiken und Zahlen zur Analyse heranziehst, empfehlen wir dir, in der Einleitung lieber auf eine andere Methode zurückzugreifen, damit der Text für deine Leser:innen etwas mehr Abwechslung bereithält.

Ein aktueller Aufhänger: Potenzial für Unkonventionelles

Was sich bei manchen Themen auch gut eignet, ist der Einstieg mit einem aktuellen Aufhänger, beispielsweise aus der Politik oder der Wirtschaft. Das kann ein Ereignis oder auch eine Stellungnahme oder Entscheidung sein. Hat ein:e Politiker:in vor kurzem eine fragwürdige Entscheidung getroffen? Welche Gerichtsentscheidung hat die Schlagzeilen bestimmt? Gerade beim Durchblättern der Zeitungen kannst du häufig Themen der aktuellen Politik oder Wirtschaft finden, die unmittelbar mit dem Thema deiner Hausarbeit zusammenhängen. Hier ist im Zweifel die Grenze zu unseren bereits vorgestellten Strategien schwer zu ziehen, da eine aktuelle Lage natürlich auch in Zitaten und Statistiken dargelegt werden kann. Welches Format sich an einer solchen Stelle besser eignet, musst du abhängig von deinem Thema entscheiden.

Bei aktuellen Aufhängern ist das Potenzial sehr groß, eine Mindermeinung oder eine provokante These vorzustellen, die deine Leser:innen gleich zu Beginn ins Grübeln bringt. Das hat den Vorteil, dass sie sich von Beginn an mit dem Thema befassen und sich ihre eigenen Gedanken machen. So förderst du auch eine Meinungsbildung bei deinen Rezipient:innen, was grundsätzlich das Leseinteresse fördert.

Besonders wichtig bei dieser Art von Einstieg in die Einleitung: Hab den Mut, auch einmal unkonventionell zu sein! Nur weil du eine historische Hausarbeit schreibst, musst du nicht auch mit historischen Tatsachen oder Zitaten einsteigen. Viele aktuelle Begebenheiten sind keine neuen Phänomene, sondern lassen sich im Hinblick auf ihre Motivik auch gut in das Mittelalter oder die Antike zurückführen. So kannst du nicht nur deine Hausarbeit geschickt einleiten, sondern auch gleich die stets vorhandene Aktualität deines historischen Themas betonen und dich damit wiederum von deinen Kommiliton:innen abheben.

Provokante Fragen: Ein ideales Mittel, um zum Nachdenken anzuregen

Wozu soll man überhaupt noch Latein lernen? Was macht die stille Nacht noch heilig? Ist der aktuelle Fußball mit Menschenhandel vergleichbar? Fragen haben die tolle Fähigkeit, dass sie häufig einen Nerv treffen. Die meisten Menschen haben zu den wichtigsten Fragen eine eigene Meinung oder bilden schnell eine. Das kannst du dir beim Einstieg in ein Thema ideal zunutze machen, indem du deine Leser:innen durch eine Frage aktiv dazu anregst, sich bereits mit dem Thema auseinanderzusetzen und Neugierde zu entwickeln.

Die Frage sollte clever gestellt sein, das heißt, dass sie keine klare Antwort hat, sondern die Dialektik und Diskursgeschichte offenbart. Dazu ist es sinnvoll, eine Frage mit provokantem Inhalt oder zu Themen zu stellen, die grundsätzlich viel diskutiert und kritisch betrachtet werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, eine Frage mit langer historischer Tradition zu wählen. Man muss auf die Frage auch keine Antwort geben. Zwar gilt es wie beim Zitat am Anfang, sie nicht unkommentiert stehen zu lassen, aber auf dem Silbertablett musst du deinen Leser:innen die Antwort nicht präsentieren.

Idealerweise kannst du durch ein kurzes anschließendes Pro und Kontra bereits darlegen, was die viel zitierten Meinungen zu der gestellten Frage sind und erklären, warum diese Frage nicht so leicht zu beantworten ist. An dieser Stelle bietet es sich auch an, verschiedene Fachbereiche zu integrieren und damit die Vielschichtigkeit des eigenen Themas zu präsentieren. Denn gerade in der heutigen wissenschaftlichen Welt sind viele Themengebiete miteinander vernetzt. Besonders schön ist es, wenn die Frage deiner Arbeit einen Rahmen verleiht und du am Ende im Fazit noch einmal darauf zu sprechen kommst. Dann kannst du nach den neu gewonnenen Kenntnissen, die du in deinem Text dargelegt hast, noch einmal einen neuen Blickwinkel auf die anfangs gestellte Frage werfen und eventuell eine neue Perspektive auf das Thema geben.

Persönliche Erfahrungen: Wann du die Objektivität aufgeben darfst

Es ist richtig, dass eine wissenschaftliche Arbeit grundsätzlich den Anspruch hat, möglichst objektiv und losgelöst von den Forscher:innen und deren Sichtweise zu sein. Meinungen sind grundsätzlich zugelassen, sollten aber dialektisch mit objektiven Argumenten dargelegt werden. So solltest du zum Beispiel das Pronomen „ich“ vermeiden, um die Distanz auch deinen Leser:innen zu vermitteln. Aber gerade Arbeiten im sozialen oder pädagogischen Bereich leben von Erfahrungen und empirischen Untersuchungen. Deswegen ist gerade hier eine Distanzierung von der Forscher:innenpersönlichkeit nicht so leicht und auch nicht immer gewollt, da es ein großer Gewinn sein kann, den eigenen Blickwinkel vorzustellen.

Deswegen kann es in derartigen Arbeiten auch ein guter Einstieg sein, eine selbst erlebte Situation zu schildern. Hier kannst du auf eine Erfahrung aus deinem Praktikum oder dem eigenen Leben zurückgreifen und deinen Leser:innen berichten. Ähnlich wie beim Zitat und bei der Frage solltest du auch hier den Sachverhalt in einen größeren Kontext einbetten, damit auch fachfremde Leser:innen die Möglichkeit haben, die Überleitung zu deinem Thema nachzuvollziehen.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist es darüber hinaus sinnvoll, wenn man Namen von Einrichtungen oder Nachnamen weglässt und die Situation möglichst von ihren lokalen Bedingungen abstrahiert und in einen neutralen Raum überführt, sofern dieser für den Hergang selbst keine Relevanz hat. Damit macht man es den Leser:innen auch leichter, sich in die Situation hineinzuversetzen, da sie größere Freiheiten in der Gestaltung haben. Eine derartige Falldarstellung lässt sich wunderbar vom Speziellen auf das Allgemeine übertragen, sodass die Überleitung zum Rest der Einleitung ideal gelingen kann.

Du solltest jedoch aufpassen, dass dein Fall nicht zu lang ist. Es sollte nicht so sein, dass die Einleitung bei einer 15-seitigen Hausarbeit vier Seiten hat, weil man einleitend auf zwei Seiten einen Fall schildert. Die Darstellung sollte so gekürzt sein, dass du sie deinen Leser:innen kurz und knackig vorstellen und gleichzeitig auf den Punkt bringen kannst, was sie verdeutlichen soll. Dein Fokus sollte also klar auf dem Problem und nicht auf den Umständen liegen.

Tipps und Tricks

Natürlich klingt das alles immer leichter, als es am Ende ist. Vor allem muss der Einstieg ein Konzept haben, das einen bestimmten Zweck verfolgt. Kein Zitat, keine Frage oder Statistik sollte nur um des Einstiegs willen am Anfang stehen. Du solltest es immer einbetten und Bezug darauf nehmen, um seine Funktion im größeren Kontext darzulegen. Manchmal hilft es, wenn du dich fragst, wie es Leser:innen verstehen würden, die das Thema nicht so gut kennen. Die Einleitung hat bekanntlich vor allem die Funktion, die Leser:innen in das Thema einzuführen. Da man durch die Recherche tief im Thema ist, fällt es manchmal schwer, beim Schreiben die außenstehende Perspektive einzunehmen. Deswegen ist es häufig hilfreich, wenn man die Einleitung von einem Fachfremden Korrektur lesen lässt.

Häufig ist es bei der Einleitung doppelt bis dreifach so schwer, mit dem Schreibprozess in den Fluss zu kommen. Nicht selten tritt deshalb eine Schreibblockade ein, bei der man erst recht nicht weiterkommt. Dagegen kannst du aber etwas tun. Es bietet sich zum Beispiel an, die Einleitung nicht zwingend zu Beginn zu schreiben. Häufig hilft es, einfach anzufangen, beispielsweise mit Definitionen oder Ähnlichem, damit die Arbeit selbst Form annimmt und man immer tiefer in die Materie einsteigt. Langsam kristallisieren sich auch erste Ergebnisse heraus, sodass man ein genaues Bild vom Fortgang der Arbeit hat, bevor man die Einleitung schreibt.

Ebenfalls beliebt ist es, einen beliebigen Satz zu schreiben und dann einfach weiterzuschreiben. Der Satz muss mit dem Thema nichts zu tun haben. Es geht vielmehr darum, ins Schreiben und Formulieren reinzukommen. Bearbeiten und ändern kann man den Satz selbstverständlich immer. Man sollte sich jedenfalls nicht zu lange aufhalten lassen. Am Ende ist es vor allem nicht sinnvoll, einen gesamten Tag über dem ersten Satz zu brüten. Früher oder später wird einem der zündende Gedanke kommen und der Einstieg von allein gelingen, meist dann, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Das sogenannte Mindmapping kann ebenfalls eine hilfreiche Methode sein, eine Strukturierung des Themas vorzunehmen, die einem wiederum hilft, das Thema zu überschauen und für die Leser:innen aufzubereiten. Hierzu wählt man entscheidende Schlagworte der Hausarbeit und stellt Assoziationen her, die man wiederum mit neuen Themen oder Ereignissen, Personen oder Orten verknüpft. So ergibt sich ein Netz aus Informationen, die man für die Einleitung verschriftlichen kann.

Es kann auch hilfreich sein, wenn man sich Inspiration holt und einige Beispiele anschaut, wie andere das gleiche Problem gelöst haben. Dazu kann man natürlich frühere Arbeiten von sich selbst oder von Kommiliton:innen ansehen. Alternativ bietet GRIN eine Vielzahl von Hausarbeiten aus allen Fachrichtungen, die gänzlich kostenlos abgerufen werden können. In den meisten Fällen, wir haben es bereits erwähnt, ist die Einleitung in der Leseprobe enthalten, sodass du auf tausende Arbeiten zugreifen kannst, die alle individuelle Lösungen für den Start in die Arbeit gefunden haben. Es sind sicher auch Beispiele dabei, die sich thematisch mit deiner Arbeit decken.

Die Einleitung steht, aber der Rest geht nicht so leicht von der Hand? Stöbere in unseren Artikeln zum Thema Schreiben mit nützlichen Tipps, wie man beim Schreiben wieder in den Fluss kommt, den eigenen Schreibtyp findet und ob man Schreiben lernen kann:

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