Mit „Rayne Dumont: Das Geheimnis von Silvermore Castle“ (veröffentlicht im Dezember 2025) lässt Marie‑Luise Walther ihre Leser:innen in ein spannungsreiches Fantasy-Abenteuer eintauchen, das die vertraute Normalität eines kleinen Dorfes mit einer geheimnisvollen, archaischen Parallelwelt verbindet. Die Autorin Marie‑Luise Walther erschafft darin ein Setting, in dem mysteriöse Fremde, alte Relikte und moralische Konflikte unerwartet zusammenfinden – und eine junge Heldin erstmals mit der Wahrheit über ihre Herkunft konfrontieren.
Im Gespräch mit GRIN gewährt die Autorin Einblicke in ihre kreative Arbeit: von ersten Funken der Inspiration über umfangreiche Recherchen bis hin zur bewussten Gestaltung vielschichtiger Charaktere. Sie erzählt, wie persönliche Erfahrungen und die Leidenschaft für Rätselwelten die Geschichte von Rayne und Flynn geprägt haben und warum sie sich für eine Veröffentlichung bei GRIN entschieden hat.
GRIN: Sie haben vor kurzem Ihren Roman „Rayne Dumont: Das Geheimnis von Silvermore Castle“ veröffentlicht. Könnten Sie die Handlung kurz für neue Leser:innen zusammenfassen?
Marie-Luise Walther: Ein fremder und mysteriös wirkender Junge namens Flynn steht eines Tages in dem Buchladen, in dem Rayne Dumont arbeitet und zieht sie sofort in seinen Bann. Zur gleichen Zeit taucht ein zweiter Fremder im Dorf auf und stellt seltsame Fragen zur Arbeit von Raynes verstorbenen Eltern, über die selbst Rayne kaum etwas weiß. Als sie in deren alten Sachen dann auch noch einen äußerst merkwürdigen Fund macht, ist sie sich sicher, dass mehr hinter der ganzen Sache stecken muss, als der Fremde vorzugeben versucht. Nach und nach kommt sie nicht nur der Lösung des Geheimnisses, dem bereits ihre Eltern auf den Fersen waren, sondern auch Flynn näher. Der wiederum steckt in einer moralischen Zwickmühle und es scheint, als müsse er sich zwischen Rayne und dem Wohl der Menschheit und seiner Familie entscheiden.
GRIN: Was hat Sie zur Welt von „Silvermore Castle“ inspiriert? Gab es einen auslösenden Moment oder entwickelte sich die Idee über längere Zeit?
Marie-Luise Walther: Ursprünglich wollte ich eigentlich eine andere Geschichte erzählen, die ich bereits seit vielen Jahren mit mir herumtrug. Allerdings geriet ich ins Stocken und dann kamen mir plötzlich verschiedene andere Ideen für eine Geschichte, aus denen heraus sich dann schließlich die Welt von „Silvermore Castle“ entwickelte.
GRIN: Welche Leser:innen möchten Sie mit Ihrem Roman am meisten ansprechen?
Marie-Luise Walther: Jede und jeder, die oder der Freude an mysteriösen Geheimnissen, mystischen Legenden und Fantasy hat, ist herzlich eingeladen, mein Buch zu lesen. Durch das jugendliche Alter der Hauptfigur fühlen sich aber vermutlich vor allem Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren angesprochen.
GRIN: Einige Elemente wirken bewusst historisierend oder kulturell verankert (z. B. alte Relikte, Familienstrukturen, Rituale). Welche Art von Recherche steckt dahinter?
Marie-Luise Walther: Vor allem für die alten Relikte und die Legende, die dahintersteckt, sowie das Geheimnis, welches Rayne zu lüften versucht, musste ich recherchieren, um sicherzugehen, dass das Ganze auch glaubhaft und realistisch wirkte. Die Rituale und konservativen Familienstrukturen vor allem auf Flynns Seite ergaben sich dann als logische Konsequenz daraus.
GRIN: Ein wiederkehrendes Motiv ist der Kontrast zwischen Normalität (Buchladen, Dorfleben) und einer verborgenen, gefährlichen Welt. Was fasziniert Sie an solchen Dualitäten?
Marie-Luise Walther: Ich selbst habe immer schon solche Geschichten geliebt, in denen die normale und scheinbar langweilige Welt der Protagonisten auf eine zweite, verborgene Welt voller Geheimnisse trifft, die nur darauf warten, gelüftet zu werden. Als Kind habe ich mir oft vorgestellt, selbst solche Geheimnisse und Rätsel zu lösen. Es macht das Leben einfach interessanter. Und durch den Kontrast zwischen Normalität und Mystischem wird Letzteres noch viel spannender.
Ich selbst habe immer schon solche Geschichten geliebt, in denen die normale und scheinbar langweilige Welt der Protagonisten auf eine zweite, verborgene Welt voller Geheimnisse trifft, die nur darauf warten, gelüftet zu werden.
Marie-Luise Walther
GRIN: Rayne ist keine „perfekte Heldin“, sondern verletzlich, neugierig, zweifelnd. Was macht sie für Sie aus – und war sie von Anfang an so angelegt?
Marie-Luise Walther: Ja, Raynes Charakter war von Anfang an so angelegt und zwischen ihr und mir gibt es wohl mehr Parallelen, als mir während des Schreibens bewusst war. Vor allem war mir wichtig, eine Figur zu schaffen, die menschlich und nahbar ist und eben nicht perfekt und makellos, denn wer ist das schon?! Gerade das Zweifeln, ihre Verletzlichkeit und Angst und manchmal auch ihre Unbeholfenheit, wenn es zum Beispiel um den Umgang mit Jungs geht, machen Rayne zu einer realen Figur, mit der man mitfühlen und mitleiden und sich mitfreuen kann.
GRIN: Flynn ist geheimnisvoll, charismatisch – aber nicht „typisch glatt“. Was reizt Sie an Figuren, die moralische Graubereiche haben?
Marie-Luise Walther: Wie bei Rayne, wollte ich auch bei Flynn eine Figur schaffen, die möglichst menschlich war und dadurch auch viele Macken und Kanten hatte. Sein moralisches Dilemma und das innere Ringen nach der richtigen Entscheidung spiegeln die Herausforderungen der Jugend wider, in der man noch nicht so wirklich weiß, wer man ist und was man will. Dass Flynn geheimnisvoll und charismatisch ist, ist ja eigentlich vor allem Raynes Wahrnehmung, die überall ein Geheimnis wittert. Flynn wiederum macht sich ständig Vorwürfe und hat ein schlechtes Gewissen und ist eigentlich genauso unbeholfen wie Rayne. Das zeigt wiederum, wie unterschiedlich die Eigen- und Außenwahrnehmung manchmal sein kann.
GRIN: Gibt es eine Figur, die Ihnen beim Schreiben besonders ans Herz gewachsen ist – vielleicht sogar überraschend?
Marie-Luise Walther: Die Figur, die mir – neben Rayne und Flynn – erstaunlicherweise am meisten ans Herz gewachsen ist, ist Flynns Onkel Jasper. Sein teils moralisch sehr zweifelhaftes Verhalten und die Tatsache, dass er – auf unterschiedliche Art und Weise – als einziger von der konservativen Norm seiner Familie abweicht und dadurch auch gleichzeitig zum Einzelgänger wird, haben ihn für mich fast zur interessantesten und auch tragischsten Figur gemacht. Mit ihm hatte ich beim Schreiben immer etwas Mitleid.
GRIN: Welche Szene war für Sie am herausforderndsten zu schreiben – und warum?
Marie-Luise Walther: Vor allem der Prolog war eine große Herausforderung. Einerseits wollte ich möglichst wenig vorwegnehmen und viele Fragen offenlassen, anderseits sollten die Leser:innen durch zu wenig Informationen auch nicht abgehängt werden. Nach vielen verschiedenen Versionen schaffte ich es schließlich, ein ganz gutes Mittelmaß zu finden.
GRIN: Wie sind Sie darauf gekommen, als Selfpublisherin bei GRIN zu veröffentlichen?
Marie-Luise Walther: Wie viele sich vielleicht denken können, ist es (aufgrund sehr hoher Nachfrage) ziemlich schwierig, bei einem klassischen Verlag zu veröffentlichen. Meist bekommt man gar keine Antwort. So erging es auch mir und als ich die Sache eigentlich schon aufgegeben hatte, stolperte ich durch Zufall über die Website von GRIN. Ich hatte mir den Verlag früher schon einmal angesehen, zu diesem Zeitpunkt wurden dort jedoch noch keine Romane veröffentlicht. Nun sah ich meine Chance, mein Buch doch noch zu veröffentlichen und meinem Kindheitstraum, Schriftstellerin zu werden, ein Stückchen näher zu kommen.
GRIN: Welche Vorteile sehen Sie in einer Veröffentlichung bei GRIN?
Marie-Luise Walther: Ein großer Vorteil ist, dass GRIN auch ein professionelles Lektorat anbietet. Das war auch einer der Hauptgründe, weshalb ich mich für den Verlag entschied. Ich wollte sichergehen, dass auch eine außenstehende und vor allem professionelle Person meiner Geschichte folgen und sie für tauglich befinden würde. Den zweiten großen Vorteil erlebte ich erst während des Prozesses. Die einzelnen Schritte verliefen zügig und ich war in ständigem Austausch mit meiner persönlichen und sehr zuvorkommenden Ansprechpartnerin, die stets darum bemüht war, meinen Wünschen und Vorstellungen nachzukommen. Am Ende ist ein sehr zufriedenstellendes Gesamtprodukt entstanden, auf welches ich durchaus stolz bin und das ich ohne die Unterstützung des GRIN-Verlags niemals hätte umsetzen können. Dafür geht ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten.
GRIN: Und zum Schluss: Arbeiten Sie bereits an einem neuen Buchprojekt?
Marie-Luise Walther: Tatsächlich möchte ich mich – sobald ich im Sommer 2026 mit der Ausbildung zur Erzieherin fertig bin – wieder der Geschichte widmen, die ich vor Rayne Dumont schreiben wollte. Die Idee dazu hatte ich bereits vor über zehn Jahren und inzwischen sind diese Welt und ihre Charaktere mit mir mitgewachsen und mitgereift. Erst kürzlich hatte ich einige neue Ideen, wodurch die Geschichte (die bisher einen sehr märchenhaften Charakter hatte), nun sehr aktuell wird, sodass nun endlich der richtige Moment gekommen ist, sie zu erzählen.
GRIN: Frau Walther, herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem Buch!
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