Was dich erwartet:
Das Wichtigste vorweg:
- Informiere dich über den Account, bevor du eine Kooperationsanfrage verschickst.
- Formuliere deine Nachricht persönlich und erkläre, warum dein Buch gerade zu dieser Person und ihrer Community passt.
- Überlege dir vorab, welche Form der Zusammenarbeit du dir vorstellen kannst.
- Klärt bei einer Kooperation Erwartungen, Zeitraum und Format möglichst eindeutig.
- Betrachte Kooperationen nicht nur als einmalige Marketingmaßnahme: Gute Kontakte können dich und dein Buch langfristig begleiten.
Gute Vorbereitung macht den Unterschied
Du hast einen Bookstagram-Account entdeckt, der regelmäßig Bücher aus deinem Genre vorstellt, oder einen Blog gefunden, dessen Themen perfekt zu deinem Sachbuch passen? Dann möchtest du wahrscheinlich am liebsten direkt eine Nachricht schreiben. Nimm dir vorher aber etwas Zeit für die Recherche.
Schau dir an, welche Inhalte die Person veröffentlicht und welche Bücher sie bisher vorgestellt hat. Viele Blogger:innen geben auf ihrer Website außerdem an, ob und in welcher Form sie Rezensionsexemplare annehmen. Bei Social-Media-Accounts lohnt sich ein Blick auf vergangene Kooperationen.
Überlege anschließend, was du dir von der Zusammenarbeit eigentlich wünschst. Eine Rezension? Eine Buchvorstellung? Ein gemeinsames Live-Event? Je konkreter deine Vorstellung ist, desto einfacher kannst du sie später kommunizieren.
Du bist noch auf der Suche nach geeigneten Kontakten? Dann lies zuerst unseren Artikel „Buchmarketing: So findest du passende Kooperationen“. Dort erfährst du, wie du Blogger:innen, Bookfluencer:innen und andere Kooperationspartner:innen findest, die zu deinem Buch passen.
So schreibst du Blogger:innen und Bookfluencer:innen an
„Hallo, ich habe ein Buch geschrieben. Möchtest du es vorstellen?“
So könnte eine Kooperationsanfrage natürlich aussehen – besonders persönlich ist sie allerdings nicht. Blogger:innen und Creator:innen erhalten viele solche Anfragen. Eine Nachricht, die offensichtlich identisch an zahlreiche Accounts verschickt wurde, macht deshalb keinen besonders guten ersten Eindruck.
Zeige stattdessen, dass du dich tatsächlich mit der Person und ihren Inhalten beschäftigt hast. Warum glaubst du, dass gerade dein Buch zu diesem Account passt? Vielleicht werden dort häufig Cozy-Crime-Romane vorgestellt und genau in dieses Genre fällt auch dein Buch. Oder du hast einen Ratgeber über nachhaltiges Reisen geschrieben und kontaktierst eine:n Travel-Creator:in, der:die sich regelmäßig mit diesem Thema beschäftigt.
Deine Anfrage muss trotzdem kein Roman werden. Kurz, persönlich und konkret ist meistens die bessere Wahl. Die wichtigsten Informationen sollten schnell erkennbar sein:
- Wer bist du und welches Buch hast du geschrieben?
- Was sind Titel, Genre bzw. Thema und Erscheinungstermin?
- Worum geht es in wenigen Sätzen?
- Für welche Zielgruppe ist das Buch gedacht?
- Warum passt dein Buch gerade zu diesem Account?
- Welche Form der Kooperation stellst du dir vor?
- Kannst du ein digitales oder gedrucktes Rezensionsexemplar zur Verfügung stellen?
Je nach Buch kannst du außerdem Tropes nennen oder dein Buch beispielsweise mit „für Fans von …“ einordnen. Damit erleichterst du deinem Gegenüber die Einschätzung, ob der Titel zur eigenen Community passt.
Eine Anfrage könnte zum Beispiel so aussehen:
Hallo [Name],
Falls das Buch für dich interessant klingt, würde ich dir gerne ein Rezensionsexemplar als [Print/PDF] zur Verfügung stellen. Ich könnte mir beispielsweise eine Buchvorstellung oder Rezension gut vorstellen – natürlich nur, wenn das zu deinem Account und deiner Planung passt.
Liebe Grüße
[Name]
Das Beispiel kannst du als Orientierung nutzen. Eine Vorlage sollte aber genau das bleiben: eine Vorlage. Passe deine Anfrage immer an die Person an, die du kontaktierst.
Welche Kooperation möchtest du eigentlich?
Nicht jede Zusammenarbeit muss gleich aussehen. Je nach Plattform, Buch und Kooperationspartner:in kommen ganz unterschiedliche Formate infrage.
Buchblogger:innen können beispielsweise eine Rezension oder ausführliche Buchvorstellung veröffentlichen. Auf Bookstagram und BookTok bieten sich zusätzlich Unboxings, Reels oder Videos an. Auch Interviews, Gewinnspiele, gemeinsame Lives, Blogtouren, Lesungen oder gegenseitige Empfehlungen sind denkbar.
Statt einfach zu fragen, ob jemand „etwas mit deinem Buch machen möchte“, kannst du deshalb bereits einen konkreten Vorschlag machen. Bleib dabei aber offen: Dein Gegenüber kennt die eigene Community am besten und hat vielleicht eine ganz andere Idee, die viel besser zum jeweiligen Kanal passt.
Weitere Tipps dazu, wie du dein Buch auf Instagram, TikTok und anderen Plattformen präsentierst, findest du in unserem Artikel „Wie du dein Buch auf Social Media perfekt in Szene setzt“.
Rezensionsexemplar ist nicht gleich Kooperation
Gerade bei Rezensionsexemplaren solltest du deine Erwartungen realistisch halten. Wenn du ein Buch kostenlos zur Verfügung stellst, bedeutet das nicht automatisch, dass du dafür eine positive Bewertung erwarten kannst.
Eine Rezension soll die ehrliche Meinung der jeweiligen Person widerspiegeln. Auch wenn sie kritischer ausfällt als erhofft, solltest du deshalb professionell damit umgehen. Wie du auf positives und negatives Leserfeedback reagierst und Rezensionen für dein Buchmarketing nutzen kannst, erfährst du ausführlich in unserem Artikel „Der richtige Umgang mit Rezensionen und Bewertungen“.
Unterscheide außerdem zwischen einem angebotenen Rezensionsexemplar und einer konkret vereinbarten Werbekooperation. Gerade wenn Geld fließt, Produkte bzw. Leistungen im Zusammenhang mit einer Veröffentlichung kostenlos bereitgestellt werden oder weitere Gegenleistungen vereinbart sind, können zusätzliche Anforderungen entstehen. Deshalb ist es umso wichtiger, vorher eindeutig zu besprechen, welche Art von Zusammenarbeit geplant ist.
Klare Absprachen vermeiden Missverständnisse
Ihr habt euch auf eine Kooperation geeinigt? Super! Dann solltet ihr kurz festhalten, was ihr vereinbart habt. Dazu gehören vor allem das geplante Format, die Plattform und ein ungefährer Veröffentlichungszeitraum. Klärt auch, was du bereitstellst: Braucht dein:e Kooperationspartner:in ein Printexemplar, eine PDF-Datei, das Cover, Fotos oder weitere Informationen zum Buch?
Je umfangreicher eine Zusammenarbeit ist, desto wichtiger werden klare Absprachen. Bei einem gemeinsamen Live sollte beispielsweise feststehen, wann es stattfindet und wer es ankündigt. Bei einem Gewinnspiel müssen Ablauf und Zuständigkeiten geklärt sein. Und bei einer bezahlten Kooperation sollte eindeutig sein, welche Leistungen vereinbart wurden.
Denke dabei auch an die Werbekennzeichnung. Werbung muss in Online-Medien als solche erkennbar und von redaktionellen Inhalten unterscheidbar sein. Ob und wie eine Kennzeichnung erforderlich ist, hängt von der konkreten Form der Zusammenarbeit ab. Die Medienanstalten stellen dafür einen aktuellen Leitfaden zur Werbekennzeichnung bei Online-Medien zur Verfügung. Informiert euch bei einer geplanten Kooperation deshalb über die jeweils geltenden Vorgaben.
Nach der Kooperation ist vor der Kooperation
Der Beitrag ist veröffentlicht, du hast ihn geteilt und die Kooperation war erfolgreich – und jetzt? Bedanke dich bei deinem Gegenüber und zeige, dass du die Zusammenarbeit wertschätzt. Wenn es zur jeweiligen Plattform und Vereinbarung passt, kannst du den Beitrag teilen oder reposten und auf Reaktionen aus der Community eingehen.
Beobachte außerdem, was die Kooperation bewirkt hat. Gab es viele Kommentare oder Rückfragen zu deinem Buch? Haben Menschen deinen Account besucht oder sind dir neu gefolgt? Gab es Klicks auf deine Buchseite oder sogar Verkäufe? Nicht jede Kooperation verfolgt dasselbe Ziel, deshalb solltest du den Erfolg auch nicht ausschließlich anhand einer einzigen Kennzahl beurteilen.
Vor allem aber: Brich den Kontakt nach der Veröffentlichung nicht sofort ab. Wenn die Zusammenarbeit für beide Seiten angenehm war, kann daraus langfristig mehr entstehen. Vielleicht passt dein nächstes Buch ebenfalls zur Community. Vielleicht ergibt sich später eine gemeinsame Lesung oder ein Live. Oder ihr empfehlt euch gegenseitig weiter.
Kooperationen funktionieren besonders gut, wenn auf der anderen Seite nicht nur eine Followerzahl steht, sondern ein Mensch, mit dem du gerne zusammenarbeitest.
Du möchtest direkt loslegen? Mit unserer kostenlosen Checkliste behältst du die wichtigsten Schritte für dein Buchmarketing im Blick und kannst Punkt für Punkt abhaken, was du bereits umgesetzt hast. Nutze auch unsere interaktive Kooperationsübersicht, um all deine Kontakte festzuhalten.
Fazit: Gute Kooperationen leben vom Austausch
Eine erfolgreiche Buchkooperation beginnt nicht mit der perfekten Werbebotschaft. Sie beginnt damit, dass du dich mit deinem Gegenüber beschäftigst und eine Zusammenarbeit vorschlägst, von der beide Seiten etwas haben.
Formuliere deine Anfrage deshalb persönlich, stelle dein Buch knapp und verständlich vor und mache deutlich, warum du gerade diese Person kontaktierst. Wenn daraus eine Zusammenarbeit entsteht, sorgen klare Absprachen dafür, dass beide Seiten wissen, was sie erwartet.
Und denke über die einzelne Veröffentlichung hinaus. Aus einer guten Kooperation kann ein wertvoller Kontakt entstehen, der dich vielleicht auch bei deinem nächsten Buch begleitet.
Quellen:
- GRIN: Selfpublishing-Marketing-Guide, Stand Januar 2025
- GRIN Social-Media-Post: „So erhöhen Kooperationen die Reichweite deines Buches“
- GRIN Magazin: „Wie du dein Buch auf Social Media perfekt in Szene setzt“
- GRIN Magazin: „Der richtige Umgang mit Rezensionen und Bewertungen“
- Die Medienanstalten: „Leitfaden Werbekennzeichnung bei Online-Medien“
FAQ: Autor:in werden
Formuliere deine Anfrage kurz und persönlich. Stelle dein Buch mit Titel, Genre bzw. Thema und einem kurzen Hook vor und erkläre, warum es zum jeweiligen Blog oder Account passt. Mache außerdem deutlich, welche Form der Zusammenarbeit du dir vorstellen kannst.
Zu den wichtigsten Angaben gehören Informationen zu dir und deinem Buch, Genre oder Thema, Erscheinungstermin, Zielgruppe sowie eine kurze Beschreibung. Erkläre außerdem, warum du gerade diese Person kontaktierst und was du ihr anbieten kannst.
Am besten beginnst du frühzeitig mit der Kontaktaufnahme. Besonders wenn dein Buch zu einem bestimmten Termin vorgestellt werden soll, solltest du ausreichend Vorlauf einplanen. Für Rezensionen kannst du bereits vor der Veröffentlichung Rezensionsexemplare bzw. ARCs anbieten.
Bleibt eine Antwort aus, kannst du nach einiger Zeit freundlich nachfragen. Warte beispielsweise zwei bis drei Wochen, bevor du ein kurzes Follow-up schickst. Erhältst du weiterhin keine Antwort, solltest du das respektieren und dich nach anderen passenden Kooperationspartner:innen umsehen.
Das hängt von der konkreten Zusammenarbeit ab. Insbesondere bei bezahlten Kooperationen oder anderen Gegenleistungen können Kennzeichnungspflichten bestehen. Informiere dich deshalb vorab über die aktuellen Vorgaben zur Werbekennzeichnung.
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