Was dich erwartet:
Das Wichtigste vorweg:
- Kooperationen ermöglichen dir den Zugang zu neuen, bereits bestehenden Communities.
- Eine passende Zielgruppe ist wichtiger als eine möglichst hohe Followerzahl.
- Buchblogger:innen, Bookstagrammer:innen und BookToker:innen bieten unterschiedliche Möglichkeiten, dein Buch vorzustellen.
- Auch andere Autor:innen können wertvolle Kooperationspartner:innen sein.
- Besonders bei Sachbüchern und Ratgebern lohnt sich der Blick über die klassische Buchbubble hinaus.
Gemeinsam erreichst du mehr
Als Selfpublisher:in kümmerst du dich um vieles selbst: Veröffentlichung, Marketing, Social Media und natürlich das Schreiben. Doch gerade beim Buchmarketing musst du nicht alles allein stemmen. Kooperationen im Buchmarketing können dir dabei helfen, die Reichweite anderer zu nutzen und dein Buch neuen Leser:innen vorzustellen.
Der große Vorteil: Blogger:innen und Creator:innen haben sich häufig bereits eine Community aufgebaut, die ihnen und ihren Empfehlungen vertraut. Wenn dein Buch zu den Interessen dieser Community passt, erreichst du Menschen, die möglicherweise genau nach einem Titel wie deinem suchen.
Dabei gilt jedoch: Mehr Reichweite bedeutet nicht automatisch mehr Erfolg. Ein großer Account bringt dir wenig, wenn sich dessen Follower:innen kaum für dein Genre oder Thema interessieren. Überlege deshalb zuerst, wen du mit deinem Buch erreichen möchtest – und suche anschließend nach Menschen, die bereits mit genau dieser Zielgruppe in Kontakt stehen.
Einen schnellen Überblick über verschiedene Kooperationsmöglichkeiten findest du auch in unserem Social-Media-Post „So erhöhen Kooperationen die Reichweite deines Buches“.
Buchblogger:innen: Mehr als nur Rezensionen
Buchblogs gehören zu den klassischen Anlaufstellen für Autor:innen. Blogger:innen beschäftigen sich intensiv mit Büchern und veröffentlichen beispielsweise Rezensionen, Interviews oder Buchvorstellungen.
Suche dabei nicht einfach nach möglichst bekannten Blogs, sondern gezielt nach solchen, die zu deinem Buch passen. Hast du einen historischen Roman geschrieben, lohnt sich ein Blog, der regelmäßig historische Romane bespricht, deutlich mehr als ein reichweitenstarker Blog mit Schwerpunkt auf New Adult.
Sieh dir deshalb zunächst an, welche Bücher bisher vorgestellt wurden. Gibt es bestimmte Genres oder Themen? Werden überhaupt Selfpublishing-Titel besprochen? Gibt es auf der Website Informationen dazu, ob Rezensionsexemplare angenommen werden? So kannst du bereits vor der Kontaktaufnahme einschätzen, ob eine Zusammenarbeit grundsätzlich infrage kommt.
Rezensionen können anschließend auch über die eigentliche Kooperation hinaus für dein Marketing wertvoll sein. Wie du mit Bewertungen umgehst und positive Rezensionen sinnvoll nutzt, erfährst du in unserem Artikel „Der richtige Umgang mit Rezensionen und Bewertungen“.
Bookfluencer:innen auf Bookstagram und BookTok
Auf Instagram und TikTok haben sich mit Bookstagram und BookTok große Communities rund ums Lesen entwickelt. Dort stellen Creator:innen Bücher vor, veröffentlichen Rezensionen, zeigen Unboxings oder teilen persönliche Empfehlungen. Auch hier solltest du nicht nur auf die Zahl unter „Follower:innen“ schauen. Viel interessanter ist, welche Bücher und Genres tatsächlich auf dem Account vorkommen und wer mit den Inhalten interagiert.
Schau dir beispielsweise die letzten Beiträge an: Würde dein Buch glaubwürdig zwischen den bisherigen Empfehlungen auftauchen? Werden Bücher deines Genres regelmäßig vorgestellt? Gibt es Kommentare und einen echten Austausch mit der Community?
Gerade kleinere Accounts mit einer aktiven Community können für eine Kooperation spannend sein. Wenn sich dort genau die Leser:innen versammeln, die du mit deinem Buch erreichen möchtest, kann diese Zielgruppennähe wertvoller sein als eine große, aber sehr gemischte Followerschaft.
Wie du BookTok und Bookstagram für deine eigenen Inhalte nutzen und dein Buch dort präsentieren kannst, erklären wir ausführlicher in unserem Artikel „Wie du dein Buch auf Social Media perfekt in Szene setzt“.
Andere Autor:innen sind nicht nur Konkurrenz
Andere Autor:innen schreiben Bücher für dieselbe Zielgruppe wie du? Perfekt! Das muss nämlich nicht automatisch bedeuten, dass ihr Konkurrent:innen seid. Gerade im Selfpublishing kann es sich lohnen, sich mit anderen Autor:innen zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen. Gemeinsame Lives, Gewinnspiele oder gegenseitige Empfehlungen können beiden Seiten zusätzliche Sichtbarkeit verschaffen.
Besonders gut funktioniert das, wenn eure Bücher eine ähnliche Zielgruppe ansprechen, ohne vollkommen identisch zu sein. Schreibst du beispielsweise Cozy Fantasy, kann eine Kooperation mit einer anderen Fantasy-Autorin sinnvoll sein, deren Leser:innen ebenfalls gemütliche, charakterorientierte Geschichten mögen.
Der Vorteil liegt auf beiden Seiten: Du stellst deiner Community ein anderes interessantes Buch vor – und dein:e Kooperationspartner:in macht die eigene Community auf dich aufmerksam.
Schau über die Buchbubble hinaus
Nicht jede sinnvolle Kooperation muss mit einem Buchaccount stattfinden. Gerade bei Sachbüchern, Fachbüchern und Ratgebern kann es sich lohnen, einen Schritt weiterzudenken.
Hast du beispielsweise einen Ernährungsratgeber geschrieben, könnten Food- oder Ernährungs-Creator:innen zu deinem Buch passen. Bei einem Reiseführer bieten sich Travel-Blogger:innen an, bei einem Karriereratgeber vielleicht Business- oder Karriere-Creator:innen.
Stelle dir deshalb nicht nur die Frage:
„Wer spricht über Bücher?“
Sondern auch:
„Wer spricht über mein Thema?“
Damit erschließt du dir möglicherweise eine Zielgruppe, die dein Buch noch nicht kennt, sich aber bereits für dessen Inhalt interessiert. Ein passender Nischenaccount kann deshalb sogar näher an deinen potenziellen Leser:innen sein als ein allgemeiner Buchaccount.
Auch bei Belletristik kannst du diesen Gedanken weiterführen. Spielt dein Roman beispielsweise an einem außergewöhnlichen Reiseziel oder beschäftigt sich intensiv mit einem bestimmten historischen Thema, können sich daraus zusätzliche Anknüpfungspunkte ergeben.
Der richtige Fit ist wichtiger als die Followerzahl
Eine Kooperation sollte also nie allein nach Zahlen ausgewählt werden. Entscheidend ist der Fit zwischen deinem Buch, dem Account und dessen Community.
Bevor du eine:n potenzielle:n Kooperationspartner:in auswählst, frage dich:
- Passt das Genre oder Thema meines Buches zu den bisherigen Inhalten?
- Erreicht die Person meine gewünschte Zielgruppe?
- Ist die Community aktiv und interessiert?
- Passen Tonalität und Auftreten zu meinem Buch und zu mir?
- Wirkt eine Vorstellung meines Buches auf diesem Kanal glaubwürdig?
Ein kleinerer Account, dessen Community sich genau für dein Thema interessiert, kann für dich sinnvoller sein als ein sehr großer Account ohne inhaltlichen Bezug. Anders gesagt: 10.000 passende Follower:innen können wertvoller sein als 100.000 Menschen, die sich nicht für dein Buch interessieren.
Damit du diesen Fit beurteilen kannst, solltest du natürlich selbst wissen, wie dein Buch positioniert ist. Genre, Subgenre und Zielgruppe bilden dafür eine wichtige Grundlage. Unterstützung dabei findest du in unserem Artikel „Wie du dein Buchgenre findest und richtig vermarktest“.
So findest du passende Kooperationspartner:innen für dein Buch
Du weißt, wonach du suchst? Dann geht es an die Recherche. Auf Instagram und TikTok kannst du beispielsweise über genre- und themenspezifische Suchbegriffe und Hashtags nach passenden Accounts suchen. Sieh dir außerdem an, wer ähnliche Bücher vorstellt oder mit Autor:innen aus deinem Genre zusammenarbeitet.
Auch vergleichbare Titel können ein guter Ausgangspunkt sein. Suche nach Büchern, die dieselbe oder eine ähnliche Zielgruppe ansprechen, und prüfe, welche Blogger:innen und Creator:innen darüber berichtet haben.
Bei Sachbüchern kannst du die Recherche vom Thema aus angehen: Welche Personen erstellen regelmäßig Inhalte zu deinem Fachgebiet? Welche Blogs, Podcasts oder Social-Media-Accounts beschäftigen sich damit?
Hast du interessante Accounts gefunden, solltest du allerdings nicht sofort eine Nachricht verschicken. Nimm dir zunächst Zeit, die Inhalte anzusehen. Informiere dich darüber, welche Formate angeboten werden und ob es Hinweise zu Kooperationen oder Rezensionsexemplaren gibt. So erkennst du schnell, ob dein Buch tatsächlich passt – und kannst eine spätere Anfrage wesentlich persönlicher gestalten.
Du möchtest direkt loslegen? Mit unserer kostenlosen Checkliste behältst du die wichtigsten Schritte für dein Buchmarketing im Blick und kannst Punkt für Punkt abhaken, was du bereits umgesetzt hast.
Fazit: Kooperationen beginnen mit dem richtigen Match
Kooperationen können dein Buch vor neue Leser:innen bringen und deine Reichweite erweitern. Dafür brauchst du nicht zwangsläufig die größten Accounts. Viel wichtiger sind Partner:innen, deren Inhalte und Community wirklich zu deinem Buch passen.
Suche deshalb nicht wahllos nach Reichweite. Schau genau hin: Welche Bücher stellt ein Account vor? Welche Menschen folgen ihm? Wo gibt es thematische Überschneidungen? Und vergiss nicht, über die klassische Buchbubble hinauszudenken.
Hast du passende Blogger:innen oder Influencer:innen gefunden, ist allerdings erst der erste Schritt geschafft. Wie sprichst du sie professionell an? Was gehört in eine Kooperationsanfrage? Und welche Absprachen solltet ihr treffen? Genau darum geht es im zweiten Teil unserer Reihe.
Quellen:
- GRIN Social-Media-Post „So erhöhen Kooperationen die Reichweite deines Buches“
- Selfpublishing-Marketing-Guide, GRIN, Januar 2025
- Notizen aus dem Bookerfly Autorenkongress 2025 & 2026
- GRIN-Magazinartikel „Der richtige Umgang mit Rezensionen und Bewertungen – Mit Leserfeedback zum Erfolg“
- GRIN-Magazinartikel „Wie du dein Buch auf Social Media perfekt in Szene setzt“
- GRIN-Magazinartikel „Wie du dein Buchgenre findest und richtig vermarktest“
FAQ: Autor:in werden
Suche gezielt nach Buchblogger:innen, die regelmäßig Bücher aus deinem Genre oder zu deinem Thema vorstellen. Achte dabei nicht nur auf die Reichweite, sondern vor allem darauf, ob dein Buch zur bisherigen Auswahl und zur Zielgruppe des Blogs passt.
Ja. Eine kleinere, aktive Community kann für dein Buch sogar wertvoller sein als ein Account mit sehr vielen Follower:innen. Entscheidend ist, ob die erreichten Menschen tatsächlich zu deiner Zielgruppe gehören und sich für dein Genre interessieren.
Recherchiere auf Instagram, TikTok und anderen Plattformen nach deinem Genre, relevanten Themen, ähnlichen Büchern und passenden Hashtags. Bei Sachbüchern und Ratgebern solltest du außerdem außerhalb der Buchcommunity nach Creator:innen suchen, die sich mit deinem Thema beschäftigen.
Ja. Andere Autor:innen mit einer ähnlichen Zielgruppe können sehr gute Kooperationspartner:innen sein. Denkbar sind beispielsweise gemeinsame Lives, Gewinnspiele, gegenseitige Buchempfehlungen oder andere gemeinsame Social-Media-Aktionen.
In der Regel ist der Zielgruppen-Fit wichtiger. Ein kleinerer Account, dessen Community genau dein Genre liest oder sich für dein Thema interessiert, kann dein Buch wesentlich zielgerichteter präsentieren als ein großer Account ohne passenden thematischen Bezug.
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