Das Wichtigste vorweg:
- Goodreads ist die weltweit größte Social-Reading-Plattform mit starkem Community-Fokus.
- Leser:innen nutzen Goodreads zur Organisation, Inspiration und zum Austausch über Bücher.
- Für Autor:innen bietet die Plattform langfristige Sichtbarkeit, aber kein schnelles Marketing.
- Aktivität und authentische Beteiligung sind wichtiger als Werbung.
- Goodreads lohnt sich vor allem für internationale oder englischsprachige Zielgruppen.
Lesen, bewerten, entdecken
Goodreads gehört zu den größten Lese-Communities weltweit. Millionen von Menschen tauschen sich dort über Bücher aus, führen virtuelle Bücherregale, schreiben Rezensionen oder folgen Autor:innen. Für viele Leser:innen ist Goodreads längst mehr als eine Datenbank – es ist ein Ort der Orientierung und Inspiration.
Gleichzeitig stellt sich für Autor:innen die Frage: Lohnt sich Goodreads als Plattform wirklich? Und wenn ja, wie nutzt man sie sinnvoll, ohne Zeit und Energie zu verschwenden? Ein objektiver Blick auf Funktionen, Möglichkeiten und Grenzen hilft dabei, Goodreads realistisch einzuordnen.
Was ist Goodreads?
Goodreads ist eine amerikanische Social-Reading-Plattform, die 2007 von Otis und Elizabeth Khuri Chandler gegründet wurde. Ziel war es, Leser:innen über persönliche Empfehlungen zusammenzubringen – ganz nach dem Motto „Meet your next favorite book“.
Heute ist Goodreads die weltweit größte Plattform dieser Art. Nutzer:innen können Bücher entdecken, bewerten, katalogisieren und sich mit anderen über ihre Leseerfahrungen austauschen. Die Plattform ist englischsprachig, lässt sich aber über Browser-Funktionen automatisch übersetzen.
Goodreads gehört seit 2013 zu Amazon. Entsprechend gibt es direkte Verknüpfungen zu Amazon-Shops, etwa um Bücher direkt zu kaufen oder weiterzuempfehlen.
Goodreads aus Sicht der Leser:innen
Für Leser:innen bietet Goodreads zahlreiche Funktionen, um das eigene Leseleben zu organisieren und zu teilen.
Zentral ist das virtuelle Bücherregal. Bücher lassen sich dort als „currently reading“, „read“ oder „to be read“ markieren. Zusätzlich können eigene Labels angelegt werden, um Bücher individuell zu sortieren.
Ein weiteres Element sind Lese-Challenges. Leser:innen setzen sich ein Jahresziel – etwa eine bestimmte Anzahl gelesener Bücher – und verfolgen ihren Fortschritt. Das motiviert und macht Lesen sichtbar.
Goodreads arbeitet zudem mit personalisierten Empfehlungen. Diese werden allerdings erst dann zuverlässig ausgespielt, wenn Nutzer:innen mindestens 20 Bücher bewertet haben. Auf dieser Basis schlägt Goodreads Titel vor, die mit hoher Wahrscheinlichkeit gelesen werden – ein Punkt, der auch für Autor:innen relevant ist.
Über Profile, Kommentare und Rezensionen entsteht ein sozialer Austausch. Nutzer:innen sehen, was Freund:innen lesen, wie sie Bücher bewerten und welche Titel gerade diskutiert werden.
Goodreads für Autor:innen: Sichtbarkeit und Austausch
Goodreads ist in erster Linie eine Plattform für Leser:innen. Genau darin liegt aber auch ihr Potenzial für Autor:innen: Wer hier präsent ist, wird dort sichtbar, wo Bücher entdeckt, bewertet und diskutiert werden. Goodreads ersetzt kein Marketing, kann aber langfristig dabei helfen, eine Leserschaft aufzubauen und Vertrauen zu schaffen.
Wichtig ist dabei eine realistische Erwartung: Goodreads wirkt langsam. Es geht weniger um schnelle Verkaufszahlen als um dauerhafte Auffindbarkeit und Austausch.
Warum Goodreads für Autor:innen relevant sein kann
Autor:innenprofile auf Goodreads werden direkt mit den jeweiligen Büchern verknüpft: Wer nach einem Titel sucht, stößt automatisch auch auf die/den dazugehörige:n Autor:in.
Ein gepflegtes Profil bietet die Möglichkeit,
- sich Leser:innen vorzustellen,
- Einblicke in das eigene Schreiben zu geben,
- und dauerhaft präsent zu bleiben – auch über einzelne Veröffentlichungen hinaus.
Gerade für Autor:innen, deren Bücher auf Englisch verfügbar sind oder eine internationale Zielgruppe ansprechen, kann Goodreads ein sinnvoller Baustein der Sichtbarkeit sein.
Registrierung und Teilnahme am Goodreads Author Program
Um Goodreads als Autor:in nutzen zu können, ist zunächst eine normale Registrierung auf der Plattform notwendig. Anschließend kannst du dich für das Goodreads Author Program anmelden, das für Selfpublisher:innen kostenfrei ist.
Der Ablauf ist grundsätzlich unkompliziert:
- Zuerst suchst du dein Buch auf Goodreads.
- Unter dem Buchtitel findest du den Autorennamen:
- Über den Hinweis „Is this you? Let us know“ kannst du dich als Autor:in zuordnen lassen:
Im Folgenden erscheint ein Formular, welches du ausfüllen musst, um als Autor:in anerkannt zu werden:
Ist dein Buch noch nicht bei Goodreads gelistet, kannst du es manuell hinzufügen. Nach der Anmeldung erhältst du eine Bestätigung, dass dein Mitgliederprofil in ein Autor:innenprofil umgewandelt bzw. erweitert wird.
Dein Autor:innenprofil anlegen und pflegen
Nach der Freischaltung kannst du dein Autor:innenprofil gestalten. Neben einer Kurzbiografie lassen sich dort verschiedene Inhalte einpflegen:
- Zitate
- Blogbeiträge
- Veranstaltungshinweise
- Leseproben
- Umfragen oder persönliche Updates
Ein Profil wirkt besonders vertrauenswürdig, wenn es regelmäßig aktualisiert wird. Das bedeutet nicht, ständig neue Inhalte zu posten – sondern das Profil aktuell zu halten und gelegentlich Einblicke zu geben.
Wichtig: Goodreads ist keine klassische Social-Media-Plattform. Weniger ist hier oft mehr.
Stephen King ist als bekannter Autor ein schönes Beispiel für ein gelungenes Goodreads-Profil:
Interaktion mit Leser:innen: Funktionen sinnvoll nutzen
Goodreads bietet verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion. Besonders bekannt ist die Funktion „Ask the Author“, über die Leser:innen Fragen stellen können. Autor:innen entscheiden selbst, ob und wann sie antworten.
Darüber hinaus können Autor:innen:
- an Diskussionen in Gruppen teilnehmen,
- Beiträge kommentieren,
- oder Leser:innen durch Updates über Neuigkeiten informieren.
Wichtig dabei ist die Haltung: Goodreads funktioniert am besten, wenn Autor:innen als Teil der Community auftreten – nicht als reine Werbeperson.
Marketingmöglichkeiten auf Goodreads
Goodreads bietet verschiedene Werkzeuge, um Bücher bekannter zu machen. Besonders verbreitet sind Giveaways, bei denen Exemplare eines Buches verlost werden.
Die Plattform übernimmt dabei die Auswahl der Gewinner:innen. Erfahrungsgemäß verfassen viele der Gewinner:innen anschließend eine Rezension – eine Garantie gibt es allerdings nicht. Giveaways erfordern viel Planung, da Versandkosten und organisatorischer Aufwand einkalkuliert werden müssen.
Darüber hinaus können Autor:innen an Diskussionen teilnehmen, Rezensionsanfragen in Gruppen stellen oder ihr Profil gezielt ausbauen. Auch bezahlte Anzeigen sind möglich, arbeiten aber auf Klickbasis und erfordern ein Budget.
Typische Stolperfallen
So groß die Reichweite von Goodreads ist – die Plattform hat auch ihre Schattenseiten. Negative Rezensionen gehören dazu und sollten nicht öffentlich kommentiert oder angegriffen werden. Das wirkt schnell unprofessionell und schreckt potenzielle Leser:innen eher ab. Kritik lässt sich besser intern auswerten.
Ebenso problematisch ist aufdringliches Verhalten: wahllose Freundschaftsanfragen, direkte Kontaktaufnahmen oder aggressive Eigenwerbung werden oft als Spam wahrgenommen. Goodreads ist in erster Linie eine Community für Leser:innen – kein reiner Marketingkanal.
Kritisch diskutiert werden außerdem Aspekte wie Review-Bombing, vorschnelle Bewertungen vor Veröffentlichung oder eine teils unklare Moderation. Diese Punkte sollte man kennen, um Erwartungen realistisch zu halten.
Fazit: Für wen lohnt sich Goodreads?
Goodreads ist eine mächtige Plattform – aber nicht für jede:n und nicht für jedes Buch automatisch sinnvoll. Sie eignet sich besonders für Autor:innen, deren Zielgruppe international oder englischsprachig ist oder die langfristig Sichtbarkeit aufbauen möchten.
Wer Goodreads nutzt, sollte Zeit mitbringen, die Plattform kennenlernen und sich bewusst als Teil einer Lese-Community bewegen. Dann kann Goodreads ein Ort sein, an dem Bücher entdeckt, diskutiert und weiterempfohlen werden – nicht durch Lautstärke, sondern durch Präsenz.
Dieser Entscheidungsbogen hilft dir dabei, herauszufinden, ob und welche Leseplattform für dich als Autor:in sinnvoll ist: Goodreads, LovelyBooks, beide – oder keine:
Häufige Fragen zu Goodreads (FAQ)
Goodreads ist eine internationale Social-Reading-Plattform, auf der Leser:innen Bücher entdecken, bewerten und organisieren. Nutzer:innen führen digitale Bücherregale, schreiben Rezensionen und tauschen sich über Bücher aus. Für Autor:innen dient Goodreads vor allem der Sichtbarkeit und langfristigen Präsenz.
Goodreads kann für Autor:innen sinnvoll sein, wenn sie langfristig Reichweite aufbauen möchten. Besonders relevant ist die Plattform für englischsprachige oder international veröffentlichte Bücher. Goodreads ersetzt kein klassisches Marketing, kann aber die Auffindbarkeit von Büchern unterstützen.
Die Nutzung von Goodreads ist grundsätzlich kostenlos. Auch das Goodreads Author Program ist für Self-Publisher kostenfrei. Kosten entstehen nur bei optionalen Maßnahmen wie Giveaways oder bezahlter Werbung.
Autor:innen registrieren sich zunächst mit einem normalen Goodreads-Konto. Anschließend können sie sich über das Goodreads Author Program als Autor:in akkreditieren und ihr Profil mit den eigenen Büchern verknüpfen. Danach lassen sich Profilinformationen und Inhalte bearbeiten.
Goodreads ist kein direkter Verkaufskanal. Die Plattform kann jedoch dazu beitragen, dass Bücher entdeckt, bewertet und empfohlen werden. Der Einfluss auf Verkäufe erfolgt meist indirekt und langfristig über Sichtbarkeit und Vertrauen.
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