Literaturverzeichnis
- Bereinigte Amtliche Sammlung der Schulvorschriften des Landes NRW
- BASS 96/97, 11. Ausgabe, Stichtag 1.7.1996.
- Richtlinien Sport
Band II: Verbindliche Sportarten und Sportbereiche, Frechen 1989
- Counsilman, James E.: Schwimmen, 2. Auflage, Frankfurt/Main 1972
- Graumann, Dieter/Pflesser, Wolf: Zielgerichtete Wassergewöhnung, 2. Auflage, Celle 1994
- Wilke, Kurt/Daniel, Klaus: Schwimmen, Wiesbaden 1996
- Wilke, Kurt/Fastrich, Erika: Sport in der Primarstufe, Band II: Das Kraulschwimmen
2. Auflage, Bad Homburg 1978
Frage 1
a) Definieren Sie die Begriffe “Wassergewöhnung/-bewältigung” und ordnen Sie diese in die Lernzielebenen des schulischen Anfängerschwimmunterrichts ein! Werten sie hierfür auch die
Richtlinien SPORT des Landes NRW aus!
b) Nennen Sie die Teillernziele für “Wassergewöhnung/-bewältigung” und jeweils drei typische Übungsbeispiele dazu!
Antwort
a) Die Begriffe Wassergewöhnung und Wasserbewältigung sind im schulischen Anfängerschwimmunterricht der ersten Lernzielebene zuzuordnen.
Diese erste Lernzielebene muß spätestens im dritten Schuljahr erarbeitet werden, da sie die Grundlage für die folgenden Lernzielebenen darstellt.
Als zweite Lernzielebene folgt die Vermittlung der Techniken des Kraulschwimmens, des Rücken(kraul-) schwimmens, des Brustschwimmens, des Springens, sowie des Delphinschwimmen. Auch diese Lernzielebene sollte im Verlauf der Primarstufe verwirklicht werden. Die dritte Lernzielebene, die Anwendungsbereiche, ist dagegen für die Primarstufe nicht von direkter Bedeutung.
Innerhalb der ersten Lernzielebene versteht man nun unter der Wassergewöhnung ein erstes Kennenlernen des Wassers, als neuen Spiel- und Lebensraum durch den Schüler. Der Schüler soll sich bewußt mit dem Wasser auseinandersetzen und die physikalischen Eigenschaften des Wassers erfahren. Gewöhnen muß er sich zum Beispiel an den Wasserdruck, den Auftrieb, den Wasserwiderstand, den Kältereiz, so wie den Reiz der Flüssigkeit. Ziel der Wassergewöhnung soll es sein, daß der Schüler diese Faktoren erkennt und sich ihnen anpaßt. Die Wasserbewältigung reicht nun einen Schritt weiter. Ihr Ziel ist es, vermehrt auf die zweite Lernzielebene vorzubereiten und spezifische Bewegungen des Körpers im Wasser zu schulen, z.B.
das Drehen um die K örperachse, das Ein- und Untertauchen, sowie diverse Fortbewegungsmöglichkeiten. Ebenfalls Ziele der Wasserbewältigung sind die Schulung der Atmung, sowie die Ausbildung einer besseren Orientierungsfähigkeiten im Wasser. Während die Wassergewöhnung also primär ein passiver Vorgang ist, in dem der Schüler sich an die neuen Bedingungen anpaßt, ist die Wasserbewältigung der erste Schritt zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Element.
b) 1. Gewöhnung an den Reiz der Flüssigkeit 1.1. Öffnen der Augen beim Duschen.
1.2. Die Schüler gießen sich mit den Händen Wasser über den Kopf, das dann über das Gesicht zurück ins Becken läuft.
1.3. Wasserschlacht: Alle Kinder stehen im Kreis und d ürfen sich gegenseitig naß spritzen. Wer Angst hat, darf sich umdrehen, so daß er das Wasser auf den Rücken bekommt.
2. Gewöhnung an den Kältereiz
2.1. Kaltes Abduschen vor dem Schwimmen, das Wasser im Becken wird dann wärmer empfunden.
2.2. Bewegungsintensive Aufgaben stellen, Bewegungspausen kurz halten. 2.3. Die Kinder sollten bis zur Schulter im Wasser sein, damit sich eventueller Luftzug nicht auswirkt.
3. Gewöhnung an den Wasserdruck
3.1. Das Eintauchen des Oberkörpers erfolgt in kleinen Schritten (langsam ins Becken steigen).
3.2. Vor- und Rückwärtsgehen in schultertiefem Wasser. 3.3. Ziehen und Schieben eines Partners.
4. Erkennen und Überwinden des Wasserwiderstandes
4.1. Alle Kinder laufen im Kreis am Beckenrand entlang und erzeugen so eine starke Strömung; auf ein Kommando bleiben alle stehen, oder versuchen in die andere
Richtung zu laufen.
4.2. Die Kinder laufen durch das Becken und halten ihre Schwimmbretter mal mit der Breit- und mal mit der Längsseite vor den Körper.
4.3. Fangenspielen im Becken, das Laufen fällt viel schwerer als außerhalb des Wassers.
5. Auftrieb
5.1. Die Schüler tragen sich gegenseitig durch das Becken. 5.2. Die Schüler legen den Kopf in der Rückenlage auf den Beckenrand oder ein Schwimmbrett. Wenn sie nun tief einatmen, spüren sie, wie sie nach oben treiben. 5.3. Die Schüler atmen tief ein und legen sich flach auf die Wasseroberfläche, wenn sie nun ausatmen, sinken sie langsam ab.
6. Tauchen
6.1. Eintauchen des Gesichts oder Kopfes; die Kinder stehen hierzu am Beckenrand und halten sich an diesem fest.
6.2. Der Lehrer hält einen Reifen in das Wasser, durch den die Schüler tauchen sollen. 6.3. Ein Schüler taucht durch die gegrätschten Beine eines oder mehrerer Mitschüler, je nach Können.
7. Atemübungen 7.1. ‘Ausblubbern’ der Luft ins Wasser.
7.2. Feuerwehrpumpe: Zwei Schüler stehen sich gegenüber und reichen sich die Hände, abwechselnd gehen sie in die tiefe Hocke und atmen in das Wasser aus. 7.3. Ausatmen in der Bewegung, z.B. beim Gleiten.
8. Einfache Sprünge
8.1. Springen aus dem Sitz vom Beckenrand (Abstützen in der Überlaufrinne). 8.2. Schrittsprünge vom Beckenrand über einen Stab. 8.3. Zielspringen auf ein im Wasser liegendes Schwimmbrett.
9. Gleiten
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Catrin Schmitz, 1997, Anfängerschwimmen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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