Die Spieler können sich bei diesem Spiel im Kreis nebeneinander oder in einer Reihe hintereinander aufstellen. Der Ball wird bei beiden Organisationsformen immer zum nächsten Partner weitergegeben. Die Anzahl der Mitspieler beginnt bei ca. 5 Spielern und erfährt nach oben keine Begrenzung, da man beliebig viele Kreise und Reihen bilden kann. Um die Spannung beim Spiel zu erhalten, sollte die Reihe m.E. jedoch die Zahl von etwa fünf Spielern nicht überschreiten. Auch im Kreis sollte darauf geachtet werden, daß die Spieler nicht zu lange untätig sind. Dies kann man zum Beispiel dadurch erreichen, daß man mehrere Bälle ins Spiel bringt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Das Spiel
1.1 Konstitutive Spielidee
1.2 Regulative Spielidee
1.3 Spielverlauf und mögliche Variationen
1.3.1 Wanderball im Kreis
1.3.2 Wanderball in der Reihe
2. Sportpädagogische Aspekte und Lernziele
2.1 Individualentwicklung des Kindes
2.2 Sozialentwicklung
3. Sportmotorische Aspekte
3.1 Körperbildung
3.2 Bewegungsbildung
3.3 Technik
4. Vermittlung
4.1 Methode
4.1.1 Personelle Voraussetzungen
4.1.2 Materiale Voraussetzungen
4.2 Durchführung und Organisation
4.3 Wahl des Ordnungsrahmens
4.4 Lehrweise
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Spiel "Wanderball" in seinen verschiedenen Facetten zu analysieren und dessen Eignung als pädagogisch wertvolles Instrument im Sportunterricht darzulegen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie durch die vielseitigen Variationsmöglichkeiten des Spiels sowohl sportmotorische als auch sportpädagogische Lernziele effektiv gefördert werden können.
- Konstitutive und regulative Grundlagen des Wanderballs
- Sportpädagogische Potenziale für die kindliche Entwicklung
- Sportmotorische Förderung durch gezielte Variationen
- Methodische Aspekte der Vermittlung und Organisation
- Anpassungsmöglichkeiten für unterschiedliche Lernumgebungen
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Wanderball im Kreis
Die Spieler stehen nebeneinander im Kreis und reichen einen Ball an ihren Nachbarn weiter. Dies kann nun auf vielfältige Art und Weise geschehen. Der Ball kann mit beiden Händen weitergereicht werden, er kann mit einer Hand weitergereicht werden, er kann hinter dem Rücken oder durch die Beine gereicht werden, etc. Eine weitere Variationsmöglichkeit ergibt sich dadurch, daß man die Anzahl der Bälle erhöht, verschiedene Bälle wählt, oder Bälle in verschiedene Richtungen weitergereicht werden müssen. Es gibt also viele Möglichkeiten, den Schweregrad des Spiels zu erhöhen.
Diese ersten Variationsmöglichkeiten betonen nun in erster Linie das Miteinander der Spieler und das Training der Geschicklichkeit. Es ist jedoch auch möglich, dem Spiel Wettkampfcharakter zu verleihen. Behält man die Organisationsform mit einem Kreis bei, so kann dies zum Beispiel dadurch erreicht werden, daß man die Aufgabe stellt, daß bei zwei Spielbällen ein Ball den anderen einholen soll. Man kann jedoch auch bei ausreichender Spielerzahl zwei oder mehr Kreise bilden, die dann versuchen, zum Beispiel möglichst schneller als der andere Kreis einen Ball fünfmal herumzureichen. Die Aufgabenstellungen können auch hier wieder stark variiert werden.
Eine weitere Variationsmöglichkeit bietet sich durch die Einführung eines Störers. Die Spieler stehen hierbei ca. Zwei bis drei Schritte weit auseinander und der Ball wandert durch zuwerfen im Kreis. Ziel des Störers es nun, den Ball während eines Wurfes auf den Boden zu schlagen. Die Kreisspieler versuchen dies durch plötzliche Richtungswechsel zu verhindern. Gelingt es dem Störer, einen Ball abzuschlagen, so darf er sich in den Kreis einordnen und der letzte Werfer wird nun zum Störer. Auch hier ist es möglich durch die Anzahl der Störer, der Bälle, oder durch andere Variationen das Spiel zu erleichtern oder zu erschweren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Spiel: Definition der grundlegenden Spielidee des Wanderballs sowie Vorstellung verschiedener Organisationsformen und Variationsmöglichkeiten.
2. Sportpädagogische Aspekte und Lernziele: Betrachtung des Einflusses des Spiels auf die Individual- und Sozialentwicklung der Kinder durch kooperative und wettbewerbsorientierte Settings.
3. Sportmotorische Aspekte: Analyse der entwicklungsfördernden Komponenten hinsichtlich Körper- und Bewegungsbildung sowie der spezifischen Schulung technischer Fertigkeiten.
4. Vermittlung: Darstellung der methodischen Rahmenbedingungen, der benötigten Voraussetzungen und der schrittweisen Einführung des Spiels in den Sportunterricht.
Schlüsselwörter
Wanderball, Sportunterricht, Spielanalyse, Individualentwicklung, Sozialentwicklung, Körperbildung, Bewegungsbildung, Vermittlungsmethode, Koordinationsschulung, Variationsmöglichkeiten, Geschicklichkeit, Gruppenorganisation, Spielpädagogik, Sonderschule, Wettkampfformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich einer detaillierten Spielanalyse des Wanderballs, um dessen Einsatzmöglichkeiten und pädagogischen Mehrwert für den Schulsport aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Spielregeln, sportpädagogische Lernziele, motorische Förderung und die methodisch-organisatorische Vermittlung im Unterrichtskontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Wanderball als vielseitiges Instrument zu untersuchen, das durch seine Variationsmöglichkeiten motorische und soziale Lernprozesse gezielt unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer sportpädagogischen und sportmotorischen Analyse des Spielaufbaus und der didaktischen Herleitung von Vermittlungswegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Spielvarianten, eine pädagogische Einordnung, eine motorische Analyse sowie konkrete Hinweise für die Durchführung in der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wanderball, Sportunterricht, Spielanalyse, Sozialentwicklung, Körperbildung, Bewegungsbildung, Koordination und spielpädagogische Vermittlung.
Wie beeinflusst die Einführung eines "Störers" den Spielverlauf?
Der Störer erhöht den Schwierigkeitsgrad des Spiels, erfordert von den Teilnehmern eine höhere Aufmerksamkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit durch plötzliche Richtungswechsel.
Warum ist die Wahl der Organisationsform (Kreis oder Reihe) für den Lernerfolg entscheidend?
Die Wahl der Organisationsform bestimmt die Komplexität der Bewegungsausführung und den Grad der sozialen Interaktion, was eine gezielte Differenzierung der Anforderungen ermöglicht.
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- Catrin Schmitz (Author), 1999, Spielanalyse: Wanderball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/101115