Universität Koblenz
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Landau
Abteilung Landau
Institut für Pädagogik
August-Croissant-Str. 5
76829 Landau
Fach:
Ansätze einer Pädagogischen Anthropologie
(Dozent: Prof. Dr. N. Kluge)
Referat:
Die philosophische Sicht weise der Anthropologie
Lickteig Isabella
2
Inhaltsangabe:
1
. Einleitung ...3
2. Begriffsklärung...4
3. Anthropologie , die philosophische Richtung...5
3.1 Die Menschenbilder. ...6
3.1.1 Das Menschenbild nach Scheler und Hartmann 6
3.1.2. Das Menschenbild nach Gehlen...8
3.2 Kritische Anmerkungen zu den Menschenbildern...10
4. Zusammenfassung
- tabellarische Gegenüberstellung der Menschenbilder.11
5. Literaturangabe...13
6. Anhang 1 - Präsentationsfolien
Anhang 2 - Thesenblatt...14
3
1. Einleitung:
Betrachtet man sich die verschiedensten Formen des menschlichen Zusammenle-
bens in den unterschiedlichsten sozialen Schichten, so wird man immer wieder eines
feststellen, nämlich daß überall gewisse Dinge, sei es Wissen, Verhaltenswerte, ge-
sellschaftliche Normen, Fähigkeiten oder Einstellungen weitergegeben werden. Die-
ses Phänomen bezeichnet man als Erziehung. Sie läßt sich in allen menschlichen
Gesellschaftsformen beobachten und nachvollziehen
Die Pädagogik als Erziehungswissenschaft beschäftigt sich demnach mit der zentra-
len Frage nach der Erziehungsbedürftigkeit und der Erziehungsfähigkeit des Men-
schen. Dabei stellen sich immer wieder die Fragen: ,,Warum braucht der Mensch
überhaupt Erziehung?" oder ,,Braucht der Mensch überhaupt Erziehung?" bzw.
,,Wieso kann oder muß der Mensch erzogen werden?".
Aufgrund vieler Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften wurden einige Aspekte
zur Lernfähigkeit und Erziehungsbedüftigkeit zusammengetragen. Diese allein rei-
chen allerdings nicht aus, um die Fragestellung letztendlich umfassend zu beantwor-
ten. Es bedarf dabei noch geisteswissenschaftlicher Überlegungen und sozialwissen-
schaftlicher Gesichtspunkte, um die Möglichkeit und Notwendigkeit der Erziehung
ausreichend zu begründen. Mit all diesen Aspekten beschäftigt sich nun die Anthro-
pologie um diese Frage letztlich zu klären.
4
2. Begriffskärung:
Die Anthropologie leitet sich aus dem griechischen Wort anthropos = Mensch und
dem Wort logos = Lehre oder Wissenschaft ab. Man versteht also unter Anthropolo-
gie die Wissenschaft vom Menschen. Sie untersucht das Wesen des Menschen mit
seiner organischen und psychischen Eigenart und seiner besonderen Stellung in Na-
tur und Geschichte.
Der Anthropologie geht es auch darum den ,,Tatbestand der Erziehung nicht bloß
durch empirische Hinweise zu belegen, sondern ihn auch philosophisch zu begrün-
den. Also danach zu fragen, was eigentlich das Wesen des Menschen, was seine
Stellung in der Natur ausmacht,... ."
1
. Hieraus können die Bedingungen der
Erziehungsbedürftigkeit und Erziehungsfähigkeit des Menschen besser, objektiver
und allgemeingültiger bestimmt werden, sodaß dies nicht nur für bestimmte
Zeiträume oder spezielle Kulturen gilt, ,,sondern prinzipiell."
2
Die zentrale Frage der Pädagogischen Anthropologie lautet: ,,Wieso ist der Mensch
überhaupt erziehbar? Warum muß der Mensch erzogen werden?"
Die moderne Richtung der Anthropologie geht nicht mehr von einem Wesen des
Menschen aus, sondern es beschäftigen sich die unterschiedlichsten Wissenschaften
mit dieser Grundfrage. Dies beginnt bei der Biologie über die Psychologie bis hin
zur Medizin, Theologie und Philosophie. Jede dieser Wissenschaften hat aber eine
eigene Perspektive unter der diese Grundfrage betrachtet wird. Im weiteren werde
ich mich auf die pädagogische Anthropologie mit ihrer philosophischen Betrach-
tungsweise beschränken. Hier wird der Mensch als ,,erziehungsfähiger und erzie-
hungsbedürftiger, also homo educabilis et educandus"
3
betrachtet."
1
Kaiser, Arnim: Studienbuch Pädagogik, Berlin 1996, S.18
2
dgl. 1
3
Gudjons, Herbert: Pädagogisches Grundwissen, Bad Heilbrunn 1995, S.174
5
3. Anthropologie, die philosophische Richtung
Beim Betrachten der Anthropologie als Wissenschaft, die sich mit dem Wesen des
Menschen beschäftigt kann man feststellen, daß sich das Gebiet Mensch in sehr
vielfältiger Weise untersuchen und interpretieren läßt. Es gibt eine Vielzahl von
Vertretern der Anthropologie mit den unterschiedlichsten Menschenbildern. Die
philosophische Richtung der Anthropologie sucht ihre Berechtigung darin, daß jeg-
lichem Erziehen eine gewisse Vorstellung zugrunde liegt von dem, was der Mensch
ist bzw. sein soll, sie stützt sich also auf ein gewisses Menschenbild. Da die Päda-
gogik nicht fähig ist ein solches Bild selbst zu erstellen, ist sie auf die Ergebnisse
der Anthropologie angewiesen.
4
Historischer Hintergrund
im 19. Jahrhundert herrschte eine extreme Einseitigkeit in der Sichtweise bei der
Frage nach dem Menschen. Zunächst begann das Jahrhundert mit der ,,idealistischen
Grundthese, wonach der Mensch - und überhaupt alles, was ist - im tiefsten und
letzten Geist ist (Hegel)."
5
Das bedeutet demnach alles Sein ist geistig begründet.
Daraufhin wurde eine Gegenthese aufgestellt, die besagt, daß der Mensch nur Mate-
rie sei (Feuerbach, Marx) und gegen Ende des Jahrhunderts stellte Haeckel die bio-
logistische Grundthese auf: ,,Die Anthropologie ist ein Teil der Zoologie"(Heackel).
Haeckel meint damit, daß der Mensch eigentlich nur die höchst entwickelte Stufe im
Tierreich darstellt, demnach als höchstentwickelten Affen anzusehen ist. Letztere
Ansicht bezeichnet man auch als Darwinismus.
Mitte der 20er Jahre sorgte nun Max Scheler durch sein neugefaßtes Menschenbild
für einen Neuansatz in der Anthropologie.
4
vgl. Nosbüsch J., in Vierteljahresschrift der Zeitschrift Pädagogik, (1961), S.270
6
3.1 Die Menschenbilder
Das im 19. Jahrhundert vorherrschende Menschenbild bezeichnet man als ein dicho-
tomes, also eines zweigeteiltes Menschenbild. Das bedeutet eine Einteilung des
Menschen in Leib-Seele, Körper - Geist. Die philosophische Anthropologie lehnte
nun diese Sichtweise ab und versuchte ganz gezielt die Frage nach ,,der Natur des
Menschen auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Erkenntnisse"
6
neu zu beant-
worten.
Arnold Gehlen ging schließlich davon aus, daß in der Besonderheit des menschli-
chen Handelns ein Ansatzpunkt liegt, um Kernaussagen über das Wesen und die
Wirklichkeit des Menschen und seines Bezugs zur Umwelt zu machen.
3.1.1
Das Menschenbild nach Scheler und Hartmann
Max Scheler kritisierte in seinem Werk die bisherigen anthropologischen Extremlö-
sungen und deren grundlegende Menschenbilder. Er betont, daß der Unterschied
zwischen Mensch und Tier im wesentlichen im Geist liege. Im Weiteren stellte er
das Verhältnis Lebendiges - Geistiges im Menschen heraus. Ausgangspunkt Sche-
lers war eine allen Lebewesen gemeinsame Urkraft, der Gefühlsdrang. Er sei die
Antriebskraft und ließe alles im Lebewesen miteinander verbunden sein. Ein Unter-
schied zwischen Pflanze, Tier und Mensch bestehe lediglich darin, daß der Grad
von Innerlichkeit und Ausdruck verschieden sei.
5
ebd. S201
6
Schäfers Bernhard: Grundbegriffe der Soziologie, 4. Auflage, Opladen 1995
7
Die Pflanze wird von Scheler als bewußtlos, vorstellungslos, ekstastisch charakteri-
siert. Das Tier besitzt ein gewisses Vor - Wissen im Hinblick auf sein Verhalten
durch die Instinkte, welche eine zweite seelische Wesensform sind. Gleichzeitig
schreibt er auch Tieren Intelligenz zu, dabei stellt er den Unterschied zwischen
Mensch und Tier klar heraus. Nämlich der entspricht im Wesen nach dem Tier, al-
lerdings ist bei ihm die praktische Intelligenz wesentlich gesteigert und er besitzt
Geist. Das Merkmal des Geistes ist die Sachlichkeit, keine Triebgebundenheit,
Welthaben, Wesenseinheiten und Werte, wie Güte, Liebe, Reue u.a..
Schematische Darstellung des Schelerschen Menschenbildes
Das bisherige Menschenbild ersetzte er durch eine Art Stufung des menschlichen
Bau und Werdeplanes. Scheler sagt, daß der Mensch grundsätzlich das ,,Tierhaft-
Lebendige" sowie das Geistige besitzt, allerdings seien beide streng voneinander
getrennt. Desweiteren gibt es verschiedene Entwicklungsphasen des Gefühlsdran-
ges, die aufeinander hingeordnet sind und jede Stufe eine homogene Erhöhung der
vorangegangenen darstellt. Fazit daraus wäre, daß der Mensch letztendlich auch
ohne Geist leben könnte, der Geist aber nicht ohne die vorhergehenden Stufen. Dar-
aus ergeben sich auch entsprechende pädagogische Konsequenzen auf die ich hier
allerdings nicht weiter eingehen werde, da dies den Rahmen des Referates sprengen
würde.
MENSCH
GEFÜHLSDRANG
G
E
I
S
T
D
R
A
N
G
8
Hartmann und sein Menschenbild
In der darauf folgenden Zeit führte Nicolai Hartmann das Menschenbild Schelers
weiter. Er bildete es systematisch um, indem er noch stärker das Anorganische mit
in seine Betrachtungen einbezieht. Allerdings ist diese Ordnung nicht mit der ,,tradi-
tionellen Stufenordnung von Ding, Pflanze, Tier, Mensch gleichzusetzen."
7
.
Die vier Grundschichten nach Hartmann:
·
Das Anorganische,
·
das Organische,
·
das Seelische ,
·
d a s G e i s t i g e .
Gleich ob Ding, Pflanze, Tier oder Mensch jede dieser Seinsstufen baut sich aus
einer ganzen Stufenleiter der Grundschichten auf und ist aus diesem Grund nicht
mit den einzelnen Stufen zu vergleichen. Die Schichten gehen auseinander hervor
und es besteht eine gewisse Verbindung von den niederen zu den jeweils höheren
Schichten, aber nicht umgekehrt. ,,Es sind also wohl niedere Kategorien in den hö-
heren als Elemente enthalten, aber nicht höhere in den niederen"
8
Alle vier Schich-
ten sind im Menschen vereint.
7
ebd. S.266
8
ebd. S.267
9
Hartmann nimmt das gleiche Grundsachema wie Scheler bezüglich der Abhängig-
keit der höheren Kategorien zu den niederen. ,, Die Kategorien einer niederen
Schicht sind zwar das Seinsfundament der höheren, bestehen aber gegen diese
,indifferent'. Sie lassen Überformung und Überbauung wohl zu, fordern sie aber
nicht. Die höhere Seinsschicht kann ohne die niedere nicht bestehen, wobei aber
diese ohne jene". Der einzige Unterschied stellt die Vielfältigkeit der Schichten dar.
3.1.2 Das Menschenbild nach Gehlen
Arnold Gehlen setzt im Vergleich zu Hartmann und Scheler im biologschen Bereich
an und stellt die These auf, ,,daß der Mensch in biologischer Sicht ein `Mängelwe-
sen' ist.". Der Mensch ist unspezialisiert, nicht an seine Umwelt angepaßt.
Kennzeichen des Menschen als Mängelwesen:
kein Haarkleid, keine natürlichen Angriffsorgane, wenig entwickelte Sinnesorgane,
Mangel an echten Instinkten, lange Schutzbedürftigkeit, u.v.m.
Aus diesen Aspekten heraus folgert Gehlen, daß der Mensch ein Sonderentwurf der
Natur ist. Hiernach ist es für den Mensch äußerst schwierig in der Natur zu existie-
ren, deswegen stellt sich für Gehlen die Frage: ,,MIT WELCHEN MITTELN KANN
DER MENSCH EXISTIEREN?" Daraus schlußfolgert er, daß der Geist des Men-
schen nicht nur beziehungslos auf den anderen Stufenschichten aufsitzt, sondern der
Geist hat die Aufgabe die biologischen Mängel auszugleichen und das Leben zu
entlasten.
Gehlen macht dies an mehreren Eigenschaften deutlich:
·
Handlung, Sprache, Kultur,.Kunst, Religion..
Scheinbar arbeitet der Mensch die vorliegenden Mängelbedingungen in neue For-
men um und nutzt diese für sich.
10
Im Unterschied zu Scheler und Hartmann sieht Gehlen die einzelnen Bereiche nicht
mehr als nur zufällig miteinander verbunden, sondern er hebt den Geist hervor ohne
den der Mensch als solches nicht lebensfähig wäre. Scheler und Hartmann sehen
den Geist eher als das schwächere Glied am Ende der Kette, der Geist existiert nicht
um der anderen Wille, sondern er sitzt auf den niederen Schichten, wie der Reiter
auf dem Pferd.(vgl. Nosbüsch 1961, S.275)
Bei Gehlens Betrachtungsweise ist das Biologische der zentrale Punkt. Dies liegt
allerdings der naturalistischen Sichtweise sehr nahe und ist trotz allem kritisch zu
betrachten. Grundsätzlich gesehen liegt hier das Zueinanderhingeordnet sein näher
als beim Menschenbild von Scheler und Hartmann.
Die Notwendigkeit der Erziehung des Menschen stellt Gehlen ganz deutlich heraus.
er geht davon aus, daß der Mensch nur deshalb überleben konnte, weil es ihm ge-
lungen ist, die Mängel seiner Natur zu kompensieren. Hierbei wird das Menschen-
bild Gehlens wieder deutlich, nämlich daß der Mensch ohne den Geist nicht überle-
ben könne. Allerdings kommt dieser erst nachträglich hinzu, nachdem festgestellt
wurde, daß der Mensch ein Mängelwesen ist.
9
3.2 Kritische Anmerkungen zu den Menschenbildern
An den Menschenbildern Schelers und Hartmann wurde das Einheitsproblem stark
kritisiert. Das meint, der Mensch ist von Anfang an eine ursprüngliche Einheit
durch und durch. Nach Scheler ist diese Einheit aber nicht ursprünglich, sondern sie
kommt nur rein zufällig zustande, denn das Untere (Gefühlsdrang - bzw. die niedere
Schicht) ist nicht auf das Obere (Geist bzw. die höhere Schicht) angewiesen und das
Obere ist das Schwächere und ist gegenüber dem Unteren ohnmächtig und ist daher
auch unfähig sich in das Untere hinein durchzusetzen und es so zu durchdringen.
Hier zeigt sich daß die zentrale Sinnmitte fehlt und der Mensch ist nicht aus einem
Guß. Scheler stellt zwei entgegengesetzte Prinzipien gegenüber. (Vgl. Nosbüsch:
1961, S.276)
Hartmann stellt dies in seinem Menschenbild auch dar, allerdings nicht ganz so ra-
dikal. Er spricht lediglich von einer gewissen Unbestimmtheit.
11
Aus dieser Kritik heraus stellt sich die Frage, ob Sichtweisen überhaupt dem eigent-
lichen Wirklichkeit des Menschen entsprechen. Das gilt vor allem für die These von
der Ohnmacht und der Schwäche des Geistes. Auf Unverständlichkeit verwies auch
Theodor Litt, indem er auf die Sprache verwies und in Frage stellte, wie man sich
dieses Phänomen wohl in vier Schichten aufgeteilt vorstellen könne und wo das
Seelisch - Geistige dann dem Stofflich Leiblichen aufsitzen würde.
Letztendlich ist dazu zu sagen, daß es nur äußerst schwierig erscheint sich den Men-
schen als in Stufen bzw. Schichten aufgeteiltes Wesen vorzustellen. Und dabei sind
die Schichten noch aufeinandergesetzt oder sogar entgegengesetzt.
Im Gegensatz zu Scheler und Hartmann kehrt Arnold Gehlen das Verhältnis von
Geist zum Biologischen um. Bei ihm könnte der Mensch als Lebewesen nur existie-
ren wegen des Geistes. Der Geist hat damit einen ,,um-zu" Charakter, er ist da um
den Körper zu entlasten. Damit beläßt Gehlen den zentralen Punkt des Menschen-
bildes beim Biologischen. Erst nachdem er feststellt, daß der Mensch ein Mängel-
wesen ist, läßt er den Geist hinzu, der dem Lebewesen Mensch verhilft die Mängel
auszugleichen. In dieser Betrachtungsweise liegt allerdings keine eigentliche Über-
windung des Stufen oder Schichtenschemas vor, denn die einzelnen Elemente sind
nicht lückenlos aufeinander hingeordnet.
4. Zusammenfassung - tabellarische Gegenüberstellung der Menschenbilder
Im Folgenden stelle ich nochmals die wesentlichsten Merkmale der drei Menschen-
bilder gegenüber und werde auf die daraus sich ergebenden Konsequenzen der Er-
ziehung eingehen.
9
Keller, Novak: Kleines Pädagogisches Wörterbuch, Freiburg i.Br. 1979
12
Aufbau /
Funktionen
Scheler (Stufenmo-
dell)
Hartmann (Schichten-
modell)
Gehlen
Ausgangs-
punkt:
Der Dampf des Ge-
fühlsdrangs trägt als
Urkraft den Geist
Dualismus, entge-
gengesetzte Pole
Aufbau der Lebewesen
aus vier Schichten: Anor-
ganisch, organisch, see-
lisch, geistige Schicht
Pluralismus von Schich-
ten sind im Menschen
vereint
Betrachtung des
Menschen als
Mängelwesen.
Funktion des
Geistes und
der Schichten
Der Gefühlsdrang
läßt den Geist erst
wirksam werden,
dadurch ist der Geist
abhängig vom Le-
ben. Der Gefühls-
drang ist äußere
Antriebskraft
Die höheren Schichten
sind von den jeweils
niedrigeren abhängig, sie
bauen sich aus den niede-
ren auf, niedere Schicht
ist in der höheren in ab-
gewandelter Form enthal-
ten, aber nicht umge-
kehrt. Die höhere Seins-
schicht kann ohne die
niedere nicht bestehen,
aber umgekehrt.
Ohne den Geist
kann der Mensch
nicht existieren,
der Geist hat
eine ,,um zu"
Funktion
Geist
Geist ist schwaches
Glied
Geist ist schwaches Glied Geist ist starkes
Glied
Konsequenzen Zweiteilung der pä-
dagogischen Ver-
antwortung
Aufteilung der pädagogi-
schen Verantwortung
Aufteilung der
pädagogischen
Verantwortung
13
Die Folge des Stufen oder Schichtenschemas für die Erziehung wäre eine Auftei-
lung der Erziehung in einzelne Teilaufgaben, wie zum Beispiel eine körperliche
Erziehung für die speziellen untergeistlichen Schichten oder Stufen. Ebenso wäre
eine eigene Erziehung für den sittlich - geistigen Bereich notwendig, also das Erler-
nen von Normen und Werten. Im Weiteren könnte man dies auch auf den Bereich
der Sprache sowie allgemeingültig auf den kulturellen Lernbereich übertragen.
Scheler hält es für wesentlich, daß die Menschwerdung mit dem biologischen Wer-
den in keinerlei Zusammenhang steht. Demzufolge muß die Padagogik auch auf-
gespalten werden, denn entweder wirkt man auf das Biologische ein oder auf das
Geistige und nicht beides gleichzeitig. Es handelt sich um Teilverantwortungen
beim Erziehen und erst die Summe der Teile ergibt das Ganze.
14
5
. Literaturverzeichnis
1. Gudjons Herbert: Pädagogisches Grundwissen: Überblick - Kompendium - Stu-
dienbuch / von Herbert Gudjons. - 4., überarbeitete und erw. Auflage - Bad
Heilbrunn 1995
2. Hobmair Hermann, Pädagogik, Köln 1989
3. Kaiser Arnim, Kaiser Ruth : Studienbuch Pädagogik, Grundund Prüfungswissen,
8. Auflage , Berlin 1996
4. Nosbüsch J., in Vierteljahresschrift der Zeitschrift Pädagogik, (1961)
5. Schäfers Bernhard: Grundbegriffe der Soziologie, 4.Auflage, Opladen 1995
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