Soziales Lernen
von Okan Cagpar
Inhaltsverzeichnis
1. Was bedeutet soziales Lernen allgemein?
2. Soziales Lernen im Sportunterricht
3. Grundsätze und Bestimmungen
für den Schulsport (Niedersachsen)
4. Sport als Medium schulischer Sozialerziehung
5. Unterschiedliche theoretische Ansätze
des sozialen Lernens im Sportunterricht
5.1. Sport als positives Modell sozialen Lebens
5.2. Soziales Lernen als kritisches Regellernen
5.3. Soziales Lernen als Erwerb
der Grundqualifikationen des Rollenhandelns
5.4. Soziales Lernen als Kultivierung des „Sozialleibs“
Literaturverzeichnis
1. Was bedeutet soziales Lernen allgemein?
Der Begriff „Soziales Lernen“ enthält eine Doppeldeutigkeit. Einerseits ist das Soziale das Objekt des Lernens: es wird soziales Verhalten gelernt. Andererseits bezieht es sich auf das Subjekt des Lernens und damit auf die Art des Lernens. Die Lernenden arbeiten zusammen, in einer Gruppe, und nicht jeder einzeln für sich. Beide Dimensionen des Sozialen Lernens hängen zusammen, aber sie sind nicht einfach gleichzusetzen. Wer von sozialem Lernen spricht, benötigt ein klares Kriterium dafür, was als sozial zu gelten hat. Wer ohne ein solches Kriterium von sozialem Lernen spricht, müsste auch die Lernprozesse als Beispiele sozialen Lernens anerkennen. Mit anderen Worten: Wenn man stillschweigend nur die „sinnvollen“ Formen sozialen Lernens zum Umfang des Begriffs hinzunehmen will, dann setzt man voraus, es sei klar und sicher zu bestimmen, was sinnvoll ist und was nicht. Es ist aber gerade das Problem, dass diese Sicherheit verloren gegangen ist. Weil es nicht leicht zu bestimmen ist, was Schüler denn in der Schule und Jugendliche allgemein von den Erwachsenen lernen sollen, denken heute viele neu über das Lernen, über Bildung und Erziehung nach. Soziales Lernen kann davon nicht unberührt bleiben. Von sozialem Lernen kann man also nur sprechen, wenn man sich zu einer ethischen Theorie und zu einer bestimmten moralischen Haltung entscheidet und bekennt. Denn nur scheinbar ist selbstverständlich, was unter dem Begriff „sozial“ zu verstehen sei. Sozial ist als Wort zunächst positiv besetzt; jeder will sozial sein und nicht unsozial. Aber sobald man näher bestimmen will, worüber man redet, entdeckt man Schwierigkeiten.1
2. Soziales Lernen im Sportunterricht
Warum ist das „Soziale Lernen“ für den Sportunterricht so wichtig? Motorisches Handeln vollzieht sich im Sport sehr häufig in sozialen Zusammenhängen (z.B. Mannschaftssport). Sport findet in Prozessen statt, die auf Kooperation, Kommunikation, Miteinander und Gemeinsamkeit ausgerichtet sind und sich in Situation des Mit-, Gegen-, Für- und Nebeneinanders ereignen. Miteinander Beispiel: In einer gleichen Mannschaft beim Fußball ein Tor zu erzielen. Füreinander Beispiel: Im Geräteturnen Hilfestellung leisten. Gegeneinander Beispiel: Im Wettkampf den Gegner (Mitspieler) mit fairen Mitteln zu besiegen. Nebeneinander Beispiel: Beim Circuittraining überprüft jeder für sich seinen aktuellen konditionellen Leistungsstand. Soziales Lernen / Handeln ist somit grundlegend für sportliches Denken / Handeln. Viele Sportarten und Übungen sind auf die Beteiligung mehrerer Schüler angewiesen, sonst kommen sie nicht zustande. Kinder lernen im Sport zu kooperieren, Fairplay, Aushandeln von Regeln, Einhalten von Regeln und mit Sieg und Niederlage umzugehen.
3. Grundsätze und Bestimmungen für den Schulsport (Niedersachsen)
[...]
1 Aus „Thesen zum Sozialen Lernen – Tilman Bechthold-Hengelhaupt – August 1997
Arbeit zitieren:
Okan Cagpar, 2002, Soziales Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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