Inhalt:
1. Einleitung
2. Der Boxeraufstand
2.1 Vorgeschichte
2.2 Die Anfänge und der weitere Verlauf
2.3 Wie reagierte die Regierung?
2.4 China gegen den Rest der Welt
2.5 Friedensvertrag
3. Rückführung zur Fragestellung
4. Literaturverzeichnis
1
1. Einleitung
China ist das Land mit der längsten bekannten
Kulturgeschichte der Welt. Durch seine Lage, umgeben von Wüsten und hohen Gebirgen war es lange unberührt von äusseren Einflüssen. So stellte China erst 126 v.Chr. fest, dass es auch noch andere Kulturen ausser ihrer eigenen gab.
Es bezeichnete sich von jeher als "das Reich der Mitte", suchte keinen Handels-/Kontakt zu anderen Nationen, führte von sich aus keine Kriege, war jedoch stets von Übergriffen anderer Nationen bedroht. Zur Zeit des Boxeraufstandes Fremdherrschaft der Mandschurei.
2. Der Boxeraufstand
2.1 Vorgeschichte
Der Nationalismus war in China bis ins 19. Jahrhundert hinein eine fast unbekannte Erscheinungsform. Selbst unter Fremdherrschaften hat er sich nie herausgebildet. In der 90er Jahren des 19. Jahrhunderts begann der moderne chinesische Nationalismus nun Gestalt anzunehmen. Der Kern war die Erkenntnis, dass China nur ein Nationalstaat unter vielen war. Ausschlaggebend dafür war das Interesse der Weltgroßmächte Großbritannien, Frankreich, den USA, Russland, Japan und dem deutschen Reich an Handelsbeziehungen mit China, da sie dort einen großen Markt für ihre billigen Industriewaren sahen. Nach der Weigerung Chinas diese Handelsbeziehungen aufzubauen, führten Großbritannien und Frankreich zwei Kriege, von 1834 bis 1840 und von 1858 bis 1860, nach denen sie wirtschaftliche und politische Vorrechte sowie einen Sonderstatus für christliche Missionen erlangten. Russland, die USA, Japan und das deutsche Reich folgten ihrem Beispiel. Durch die nun erlaubte Einfuhr von billigen Industriewaren, ging das Gewerbe in den hauptsächlich ländlichen Gebieten zu Grunde.
Teile der chinesischen Bevölkerung sahen diese Ausländer als Bedrohung an und fürchteten um ihre traditionelle Lebensweise.
2.2 Die Anfänge und der weitere Verlauf
Aus Protest gegen die Abhängigkeit Chinas von den Kolonialmächten löste ein fremdenfeindlicher Geheimbund im Norden Chinas den sogenannten Boxeraufstand aus.
2
Eigenbezeichnung lautete jedoch Yihetuan, was übersetzt "Milizen bzw. Faustkämpfer für Gerechtigkeit und Eintracht" bedeutet. Anfangs lag ihr Schwerpunkt zwischen Schantung (Shandong) und Tschili (Qili), sie breitete sich jedoch schnell über ganz Nordchina aus. Die gewaltsamen Aktionen der Boxer richteten sich zuerst gegen chinesische Christen; über 1000 wurden auf bestialische Weise ermordet, ihre Häuser geplündert und anschließend angesteckt. Am 31.12.1899 wurde der erste Missionar getötet.
2.3 Wie reagierte die Regierung?
Die Qing-Dynastie führte gegen die Boxer keine einheitliche Politik. Ob die Übergriffe geduldet oder unterdrückt wurden hin ganz von den Beamten vor Ort ab.
Die westlichen Diplomaten in Beijing unterschätzten die Gefahr, die von der Bewegung ausging. Erst als im Mai 1900 die Bahnlinie zwischen Beijing und der Küste zerstört, fünf europäische Ingenieure ermordet und erste Yihetuan-Kämpfer in Beijing auftauchten, erkannten sie die Bedrohung. Es war jedoch zu spät. Ende Mai begann die Belagerung des Gesandtschaftsviertels durch Boxer und Teile der chinesischen Armee. Das diese daran teilnahm, ist durch den immer größer gewordenen Einfluss der Boxer am Hofe und die zugesicherte Unterstützung durch die Kaiserinwitwe Ts'e-hi (Cixi) zu erklären.
2.4. China gegen den Rest der Welt
Zur Befreiung der Gesandten wurde am 10. Juni eine internationale Streitmacht von 2129 Soldaten von Taku in Richtung Beijing geschickt. Diese Aktion schlug jedoch fehl, da die Boxer heftigeren Widerstand leisteten als erwartet. Die Kämpfe wurden mit "größter Erbitterung" geführt. Ein deutscher Offizier legte später in seinem Tagebuch folgende Aufzeichnung nieder: "alle Chinesen, die aufrecht stehen blieben, wurden getötet, und auch die Verwundeten nicht geschont". Doch Aufgrund der hohen Verluste auf Seiten der internationalen Armee rief man 40 km vor Beijing zum Rückzug. Dieses war ein großer Erfolg für die Boxer, denn der letzte Sieg über ausländische Armeen lag schon sehr lange zurück. Beflügelt durch den Triumph erklärte die Kaiserinwitwe am 21.06.1900 England, Frankreich, Österreich, Italien, dem deutschen Reich, Holland, Belgien, den USA und Japan gleichzeitig den Krieg.
"niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen".
3
Nicht nur das deutsche Reich, sondern auch andere Nationen sendeten ihre Truppen nach China. So befanden sich Ende Juli fast 25000 Mann auf chinesischem Boden. Anfang August wurde eine neuer Versuch gestartet Beijing zu erobern. Am 14. August gelang es dann endlich amerikanischen, britischen, japanischen und russischen Truppen die 55tägige Belagerung des Gesandtschaftsviertels aufzuheben. Was nun folgte versuchte General von Waldersee in seinem Tagebuch festzuhalten: "Seit dem
30jährigen Kriege und den Raubzügen der Franzosen zur Zeit Ludwigs XIV. in Deutschland ist ähnliches an Verwüstung
internationale Armee zerstörte und plünderte tagelang.
Nach der Einnahme Beijings kehrte Cixi, die ins
Landesinnere nach Xi'an geflohen war, zurück, verurteilte nun die Boxer-Aktionen, die sie zuvor tatkräftig unterstützt hatte und entsendete Beamten mit dem Auftrag Friedensverhandlungen einzuleiten.
2.5 Friedensvertrag
Während der langwierigen Friedensverhandlungen begannen sich die Soldaten der Befreiungsarmee ihre Zeit mit "Strafaktionen" gegen sogenannte "Boxerdörfer" zu vertreiben.
3. Rückführung zum Thema
Ob der Boxeraufstand nun eine Revolte der "Ewig-Gestrigen" war ist nicht leicht zu beantworten.
Die Bezeichnung "Ewig-Gestrige" entspricht hauptsächlich der Sicht der Europäer. Sie sahen in China einen Absatzmarkt für ihre Industriewaren und wollten ihren Markt erweitern. Das die Chinesen sie gar nicht benötigten, da sie selber eine florierende Wirtschaft hatten, ignorierten sie. Auch die Tatsache, dass die Einfuhr ihrer Waren das chinesische Gewerbe zerstörte schien ihnen egal zu sein. Wichtig war alleine die Tatsache, das China sich weigerte, sich den Europäern und Amerikanern wirtschaftlich und politisch zu öffnen. Die
4
Befürchtungen Chinas waren jedoch nicht nur wirtschaftlicher sondern auch kultureller Art. Sie hatten Angst um ihre jahrhundertelange Tradition.
Abschließend kann man sagen, das diese Revolte aufgrund der obigen Argumente nicht zu negativ gesehen werden darf und es nicht korrekt ist, die Mitglieder als "Ewig-Gestrig" zu bezeichnen, nur weil sie bzw. China sich nicht dem Rest der Welt öffnen wollte.
4.Literaturverzeichnis
www.gzg.fn.bw.schule.de/lexikon/china/china11.htm www.ifdt.de/0008/Artikel/Morlang.htm www.chin-woo.ch/gesch.asp
www.deutsche-schutzgebiete.de/boxeraufstand%200.htm
Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie. "Boxeraufstand" Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie. "China"
Bilder:
www.akg.de/boxer/index.htm www.deutsche-schutzgebiete.de/boxeraufstand%200.htm Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie. "China" dtv-Atlas Weltgeschichte. 2000. S.368 Abb.2
6
Arbeit zitieren:
Gisela Bruckwilder, 2001, Der Boxeraufstand: Eine Revolte der "Ewig-Gestrigen"?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Gisela Bruckwilder hat den Text Der Boxeraufstand: Eine Revolte der "Ewig-Gestrigen"? veröffentlicht
Gisela Bruckwilder hat einen neuen Text hochgeladen
100 Jahre Hohner Akkordeon in ...
Martin Häffner, Haik Wenzel, Petra Schramböhmer, Anselm Rößler
Tax Revolt Tax Revolt: Something for Nothing in California Something f...
David O. Sears, Jack Citrin
Recherches Sur les Troubles Interi
Les Revoltes Egyptiennes
0 Kommentare