eine geistige Entwicklung in der Person auslöst.
• I. Stufenmodell der kognitiven Entwicklung
1. Sensumotorische Stufe ( 0-2 Jahre)
⇒ Kinder begreifen die Welt durch physische Auswirkungen auf sie.
Das Verhalten entwickelt sich von einfachen Reflexen über verschiedene S chritte zu einer durchstrukturierten Reihe von Schemata
- hauptsächlich Wahrnehmung + Motorik
- Grundlagen für die Denkentwicklung werden gelegt (erste Vorformen des Denkens)
- Konzepte des Raumes, der Zeit und der Kausalität enstehen
- Das sensumotorische Stadium wird nochmals in 6 Unterstufen gegliedert
Verhaltensweisen, die als Reflexe begonnen haben. Er bildet Schemata Bsp.: saugen, greifen
3. Stufe: Sekundäre Kreisreaktionen
4. Stufe: Koordinierung erworbener Handlungsschemata und Anwendung auf neue Situationen Schmata werden übertragbar, werden aus ihrem Ur-Kontext herausgelöst
6. Stufe: Übergang von sensumotor. Intelligenzakt zur Vorstellung
⇒ Antizipation von Handlungsergebnissen, Verinnerlichung ⇒ Objektpermanenz
2. Voroperationale, anschauliches Stadium (2-7 Jahre)
Joachim Brenner Universität Würzburg
⇒ Kinder können Symbole verwenden ⇒ mentale Repräsentation, Worte, Geste etc.) ⇒ Allgemein:
1. fehlerhafte Assimilation:
- animistische: Wahrnehmung unbelebter Gegenstände als belebt (z.B. Wolken weinen)
- finalistische: z.B. Steine existieren, damit Häuser gebaut werden können
- artifizialistische: Naturdeutungen (z.B. starke Leute haben Berge gemacht)
RIGIDITÄT DES DENKENS
3.Zentrierung auf einen oder wenige Aspekte (Wasserumschüttversuch)
4. Zentrierung auf Zustände (Vernachlässigung dessen, was zum Zustand führt)
⇒ Unfähigkeit zu dezentrieren, also mehr als eine Dimension zu berücksichtigen
Ist normalerweise bis zum Grundschulalter überwunden
a) Stufe des symbolisch- vorbegrifflichen Denkens (2-4 Jahre)
- Verinnerlichung von Handlungen, symbolische Spiele
- Dinge als Symbole z.B. Holzstecken als Degen
⇒ Kind schafft sich bestimmte Vorstellungen d.h. Vorbegriffe, die auf der nächsten Stufe Begriffe
werden. Diese Vorstellungen sind jedoch noch sehr unbeständig und kurzlebig.
b) Stufe des intuitiv - anschaulichen Denkens (4-7 Jahre)
- Denken = stark wahrnehmungsabhängig (Bsp: Wasserumfüllaufgabe)
- Entstehung von Oberbegriffen
- vom Beginn des Kindergartenalters bis zur Grundschule
- in dieser Zeit werden viele Grundbegriffe geschaffen.
3. Stufe der konkreten Operationen (7/8 - 11/12 Jahre)
⇒ Erwerb von bestimmten logischen Strukturen, die es ihnen ermöglichen, verschiedene geistigen
Operationen durchzuführen.
- von der Grundschule bis zum ersten Jahr in der Sek.
- entscheidendes Merkmal dieser Stufe:
Kind kann sehr einfache Begriffe der Klassifikation, Seriation, Zahl, Länge, Fläche etc. bilden.
- Ermöglicht Bewältigung der Schwierigkeiten von Stufe 2
- Durchführung von logischen Operationen an Gegenständen
- additive Komposition von Klassen: Unter-Oberbegriffe, Kategorisierung, Klassifikationsmerkmale
- Reihenfolge (Länge, Gewicht, Helligkeit): Erstellen korrekter Reihen
- Beachtung mehrerer Details zur selben Zeit ⇒ Erhaltung der Mengen
- Grenze: Kind kann nur die Probleme lösen, wo konkrete Gegenstände verfügbar sind.
4. Stufe der formalen Operationen (ab 11/12 Jahren)
⇒ Geistige Operationen sind nicht mehr auf konkrete Objekte beschränkt, sondern finden auch
Anwendung auf rein verbale oder logische Aussagen.
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- abschließende Stufe
- Fähigkeit zum abstrakten und schlußfolgenden Denken
- Fähigkeit uns anhand von Hypothesen vom Allgemeinen zum Besonderen zu bewegen
- abstrakte Begriffe: Gerechtigkeit, Proportion etc.
- Aufbau kombinatorischer Systeme (bilden die Basis für Hypothesenbildung) Kind bemüht sich um Variablenkontrolle und Hypothesenbildung
• II. Merkmale des Stufenkonzepts
= invariant, gesetzmäßig ≠ umkehrbar 1. Phasenabfolge
2. Vorangegangene Strukturen = verschwinden nicht, sondern werden neu integriert
3. Kog. Strukturen einer Stufe = integriertes Ganzes
4. Stufen = Vorbereitungsperiode + stabile Endperiode
• III. Konzepte in der Entwicklungstheorie Piagets
1. Adaption: gegenseitige Anpassung zwischen Organismus und Welt
3. Kog. Str.: organisierte Verbindungen von Schemata Kategorisierung von Handlungsweisen
4. Piagets Strukturalismus
5. Stadium = ein strukturorientiertes Ganzes in einem Zustand des Gleichgewichts
• IV. Abgrenzung zu anderen Theorien
- Piaget weist folgende Theorien zurück, da diese Lernen nicht als geistige Entwicklung sehen:
⇒ KK (Pawlow)
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⇒ Lernen am Erfolg (Thorndike) ⇒ Wahrscheinlichkeitslernen ⇒ Diskriminationslernen
• V. Bedeutung für die Schule: Lernanforderungen
a) Transfertheorie
- Förderung der Nutzungschancen aufgebauter Strukturen für Problemlösung in anderen Bereichen
- Herausarbeitung struktureller Gemeinsamkeiten
- Transfer auf neue Inhalte umso leichter, an je mehr unterschiedlichen Gegenständen die Struktur angewandt wurde.
b) Ableitung aus Konzept der Beweglichkeit
- verschiedene Wege zum gleichen Ergebnis z.B. Ja-nein-Ratespiel
c) Ableitung aus Äquilibrationsprozess
- multiples Klassifizieren durch Anbieten von Konfliktfällen
- induzieren von Konflikten ⇒ Lösung vom Schüler suchen lassen
d) Piagets Erziehungsideologie
- Aufbau der Struktur kann nicht gelehrt werden
- Lernende müssen Unzulänglichkeit ihrer Auseinandersetzung begreifen, um es ändern zu können
- Lehrer muss Erkenntnismöglichkeiten richtig einschätzen und angemessene Probleme vorlegen
- keine unverstandene Übernahme der Erkenntnisse des Lehrers
- favorisiert offenen UR, Interaktion mit Gleichaltrigen, genetische Methode
- Individuum aktiv, Umwelt passiv.
e) Kinder
= sind was ihre Denkprozesse betrifft, keine jungen Erwachsenen. Sie denken qualitativ anders als Erwachsene. Für den Lehrer heißt dies intellektuelle Einfühlung = in der Grundschule lernen besonders gut, wenn sie mit konkreten Objekten umgehen = der Gebrauch vom entdeckenden Lernen scheint in der Grundschule besonders geeignet
• VI. Kritik an Piaget
1. Er unterschätzt die Fähigkeiten der Kinder im sensumotorischen Stadium
2. Er hat sich zu stark auf Beschreibungen verlassen, die Kinder von ihren Denkvorgängen geben
3. Daher: Theoriebildung = eher spekulativ
4. Altersangaben: nur Annäherungswerte. Durch gezieltes Training kann ⇒ früher Stufen erreichen
5. Kognition = determiniert er ausschließlich biologisch ⇒ das kritisiert Brainerd
Joachim Brenner Universität Würzburg
Arbeit zitieren:
Joachim Brenner, 2001, Piagets Stufenkonzept, München, GRIN Verlag GmbH
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