Für die Wurstzubereitung gibt es strenge, regelmäßig kontrollierte Vorschriften über den Gehalt an Muskelfleisch, Innereien, Wasser und Zusatzstoffen. Ähnlich sorgfältig wird die Hackfleischherstellung überwacht: Da Hackfleisch zu den am schnellsten verderbenden Nahrungsmitteln gehört, muss es der Fleischer kurz vor dem Verkauf frisch zubereiten, denn die Aufnahme von verdorbenem Hackfleisch kann eine Fleischvergiftung zur Folge haben. Um Fleischwaren haltbar zu machen, wendet man je nach Erzeugnis folgende Verfahren an: Salzen, Räuchern, Erhitzen, Kühlung, Trocknen oder Zusatz von Säuren . Eines der ältesten Verfahren zur Haltbarmachung ist das Einsalzen des Fleisches mit Kochsalz und Pökelsalzen (Salzmischungen). Das Salz bindet das Wasser im Gewebe und entzieht es auf diese Weise den Mikroorganismen. Zum Pökeln wird das Fleisch entweder in eine Pökellake eingelegt, schichtweise mit Pökelsalz bestäubt oder über Kanülen mit einer Pökellake beimpft. Bei der Pökellake handelt es sich um eine 15- bis 20-prozentige Kochsalzlösung, der (damit die Farbe des Fleisches erhalten bleibt) Natriumnitrat beigegeben wird. Das Räuchern ist eine weitere, sehr verbreitete Methode zur Konservierung, die vor allem in der Herstellung von Würsten und Schinken angewandt wird. Das Fleisch wird hierbei mehrere Stunden oder Tage in eine Räucherkammer gehängt. Dort wirkt der durch das Holzfeuer entstandene Rauch auf das Räuchergut ein.
Bei den rohen Fleischwaren, die durch Räucherung, Trocknung oder Salzen konserviert werden, unterscheidet man Rohschneider (z.B. Schinken), schnittfeste Rohwürste (z.B. Salami), und streichfähige Rohwürste (z.B. Teewurst ). Bei trockener Lagerung können diese Produkte ohne Kühlung aufbewahrt werden. Zur Herstellung werden die Rohstoffe Magerfleisch, Speck, Leber, Blut, Gewürze, Salze und Eis benutzt. In der Fleischwarenindustrie werden in größerem Maße Brühwürste (z.B. Jagdwurst) produziert. Diese Würste werden aus zerkleinertem Fle isch, Speck, Eis, Gewürzen und Nitritpökelsalz oder Kochsalz hergestellt. Diese Masse wird in Därme abgefüllt und im Kern
auf mehr als 72 ° C erhitzt.
Die Kochwürste (z.B. Blutwurst, Leberwurst) bilden bei den Wurstwaren die dritte Gruppe. Das Fleisch wird zur Herstellung dieser Erzeugnisse bereits vorerhitzt (nur Leber oder Blut werden roh zur Rezeptur gegeben). Kochsalz, Nitritpökelsalz, Gewürze oder Kräuter werden dieser Mischung beigefügt. Auch diese Mischung wird in Därme abgefüllt, dann aber bei
Tempe raturen über 80 ° C im Kern erhitzt.
Zubereitungsarten:
Fleisch kann man u.a. braten, kochen, grillen, schmoren.... Fleisch für eine Suppe:
Damit keine Nährstoffe verloren gehen, wird das Fleisch nur kurz mit kaltem Wasser abgespült. Soll es eine gute Brühe (mit Zusatz von Knochen und Gemüse) werden, so wird es mit kaltem Wasser angesetzt, um ein besseres Auslaugen zu erreichen. Möchte man hingegen ein saftiges Stück Fleisch erhalten, so gibt man es in kochendes Wasser. Durch das Gerinnen des Eiweißes an den Schnittflächen, werden die Poren sofort verschlossen und ein totales Auslaugen verhindert. Auch muss das Fleisch während des Kochens mit Wasser bedeckt sein, um ein Hart- und Zehwerden vorzubeugen. Steak:
Das Fleisch muss vor dem Braten pariert werden, das heißt, Häutchen, Sehnen und Unregelmäßigkeiten müssen entfernt werden. Viele Küchenregeln werden übernommen und weitergegeben, ohne sie zu überprüfen. Es stimmt, dass Salz Feuchtigkeit entzieht, aber bei der Kürze der Bratzeit für ein Steak hat das Salz gar keine Gelegenheit dazu. Andererseits ist der Geschmack des Bratgutes wesentlich besser, wenn das Salz Zeit hat, sich mit den anderen Aromen zu verbinden.
Die vier internationalen Garstufen von Steaks
Blau, roh, raw, bleu : pro Seite 1 Minute scharf anbraten und noch je 1 Minute weiter braten. Rot, blutig, rare, saignant : pro Seite 1 Minute scharf anbraten und noch je 2 bis 3 Minuten weiter braten.
Rosa, halb durchgebraten, medium, À point :
pro Seite 1 Minute scharf anbraten und noch je 5 Minuten weiter braten. Durchgebraten, well done, bien cuit :
pro Seite 1 Minute scharf anbraten und noch je 8 Minuten weiter braten. Rumpsteaks brauchen bei gleicher Stärke pro Garstufe 1 bis zwei Minuten länger. Steaks mit Knochen brauchen fast doppelt sola nge wie ein Filetsteak. Braten in der Pfanne
Bei dicken Koteletts macht man einen kleinen Einschnitt am Knochen entlang, damit das Fleisch auch hier durchbrät und nicht blutig bleibt. Frikadellen sind ein Klassiker in der Bratpfanne. Sie werden nach dem heißen anbraten sanft durchgegart. Panieren schützt zartes Fleisch wie Kalb oder Geflügel. Das trockengetupfte Bratgut erhält eine Hülle, die knusprig wird und das Fleisch innen saftig hält. Die Panade besteht aus Paniermehl und Ei.
Schnitzel: Es handelt sich stets um eine schmale Scheibe aus der Kalbskeule, vorzugsweise der Oberschale, die quer zur Faser geschnitten wird. Das an sich schon zarte Schnitzelfleisch wird durch Klopfen noch mürber gemacht: Kurze Bratzeiten bei ziemlich schwacher Hitze genügen, damit das Fleisch durchgebraten ist.
Die Rinderseuche BSE, die Schweinepest und das Bemühen um eine cholesterinarme Ernährung sind vielleicht einige Gründe, weshalb der Verzehr von Fleisch in Deutschland in den letzten zehn Jahren drastisch gesunken ist. Ab dem Jahr 2000 muss nach einer Einigung der EU-Landwirtschaftsminister die Herkunft von Rindfleisch auf dem Verkaufsetikett ersichtlich sein. Die Registrierung aller Rinder in der EU wurde dafür beschlossen. Weiterhin ein aktuelles Problem sind außerdem Antbiotikarückstände. Ende 1996 wies ein hessisches Fleischhygieneamt in zwei Dritteln von 20000 Proben von geschlachteten Schweinen Rückstände von Antibiotika nach!
Wer sich aus diesen Gründen gegen Fleisch und für eine vegetarische Ernährung entscheidet, kann sich die wichtigen „Inhaltsstoffe“ in Zukunft auch woanders holen: Verschiedene Fleischersatzstoffe aus den Proteinen von Sojabohnen, Weizen, Hefe und anderen pflanzlichen Bestandteilen kann man inzwischen schon herstellen. Nachdem das Protein zu Fasern geformt und weiterverarbeitet wurde, werden Farb- und Geschmackstoffe hinzugegeben sowie andere Substanzen, um geschmacklich verschiedene Fleischsorten nachzuempfinden.
Na dann, guten Appetit! Auf Gemüse, Obst und andere wichtige Energielieferanten sollte natürlich trotz allem nicht verzichtet werden. Fazit:
Von Julian Struck
Quellen:
Oetker, August: „Schulkochbuch“, Hannover 1971
Struck, Julian: „Fleischer, Hamburger, Fußballer“ in: „GSE-Schulzeitung“ Nr.9; Hamburg 1998
Wiesner, Henning: „Fleisch“, Microsoft (R) Encarta (R) 99 Enzyklopädie. (c) 1993 - 1998 Microsoft Corporation.
Quote paper:
Julian Struck, 2001, Fleisch, Munich, GRIN Publishing GmbH
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