II
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Marktformen und Produktpreisbildung 2
1.1 Produktpreisbildung 2
1.2 Die Marktformen und das Marktverhalten 3
1.2.1 Beschaffenheit des Marktes 4
1.2.2 Verhaltensweisen der Marktteilnehmer 4
2. Das Oligopol 6
2.1 Entstehung und Marktsituation 6
2.1.1 Entstehung und Vorkommen 6
2.1.2 Marktsituation 6
2.2 Gewinnmaximierung im Oligopol - Der Reaktionskoeffizient 7
2.3 Verhaltensweisen im Oligopol 8
2.3.1 Kooperatives Verhalten 8
2.3.2 Behinderungs- und Verdrängungsstrategien 8
3. Möglichkeiten der Preisbildung im Oligopol 9
3.1 Preisbildung durch Mengenwettbewerb im Cournot Modell 10
3.1.1 Modellannahmen 10
3.1.2 Bildung des Gleichgewichtpreis im Cournot Modell 11
3.1.2.1 Cournotsche Zweidrittel -Lösung (Dyopol) 11
3.1.2.1 Lösung für i 1 ,2 n Anbieter 12
3.1.3 Beispiel einer Preisbildung durch Mengenwettbewerb 13
3.2 Preisbildung durch Preiswettbewerb im Bertrand Modell 15
3.2.1 Modellannahmen 16
3.2.2 Bildung des Gleichgewichtpreis im Bertrand Modell 16
3.2.1 Beispiel einer Preisbildung durch Preiswettbewerb 17
3.3 Vergleich und Wohlfahrtstheoretisch Betrachtung 18
3.3.1 Vergleich der beiden Modelle 18
3.3.2 Wohlfahrtstheoretische Betrachtung 20
3.3.3 Modell von Keps und Scheinkman 20
Schlussbetrachtung 21
Literaturverzeichnis III
Internetverzeichnis................................................................................................................... V V
1
Einleitung
Zum Auftakt der Luftfahrtschau in Paris lieferten sich die großen Konkurrenten B oeing und Airbus einen heftigen Schlagabtausch. Es ging dabei um Milliardenaufträge, die sich beide Anbieter auf der größten Fachmesse der Welt sichern wollten. Ein Grund für den harten Wettbewerb sind wohl die Auswirkungen der Anschlägen des 11.September, die sich in dieser Branche immer noch negativ in den Geschäftszahlen bemerkbar machen. Es wurden sogar Vorwürfe gegen Airbus seitens Boing erhoben, mit unfairen Mitteln um die Vormachtstellung auf dem Weltmarkt zu kämpfen. Airbus Chef Noël Forgeard wies diese jedoch empört zurück. 1
Es weht ein rauer Wind zwischen den beiden Flugzeugbauern. Die Financial Times Deutschland schreibt sogar von einem drohenden Preiskrieg. Sollte die Krise und somit die tiefen Einschnitte der Airlines weiter andauern, wird das R isiko eines ruinösen Preiskampfes seitens der Flugzeughersteller immer größer. Boing Chef Mulally hat bereits Airbus unmissverständlich dazu aufgefordert, die Kapazitäten der aktuellen Marktlage anzupassen. 2
Was sich hier abzeichnet, ist ein harter Wettbewerbskampf zweier Duopolisten. Diese Sonderform des Oligopols war im Dezember 1996 nach der Fusion von Boeing und McDonnell Douglas entstanden, nachdem nur noch Airbus als einziger ernstzunehmender Konkurrent auf diesem Markt zurück geblieben war. 3
Wie es nun unter solchen Bedingungen zu einer Preisbildung auf diesem oligopolistischen Markt kommt, ist Gegenstand diese Hausarbeit. Der erste Teil der Arbeit wird dazu das nötige Verständnis für den Marktmechanismus, die Marktbeschaffenheit und die Differenzierung der Marktformen schaffen, ein zweiter Teil geht auf die Eigenheiten des Oligopols ein. Im dritten Teil wird die Preisbildung anhand der den Konkurrenten zur Verfügung stehenden Preis- oder Mengenstrategie dargestellt. Um dabei den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, werden nur die beiden bekanntesten Modelle von Cournot und Bertrand behandelt. Ein Vergleich der beiden sowie die Vorstellung eines weiteren Modells, das die Preis- und die Mengestrategie kombiniert, stellen den Abschluss der Arbeit dar.
1 Vgl. Internetquelle 1.
2 Vgl. Internetquelle 2.
3 Vgl. Internetquelle 3.
2
1. Marktformen und Produktpreisbildung
In diesem Kapitel werden auf die Grundlagen der Produktpreisbildung, der verschiedenen Marktformen sowie auf das Marktverhalten eingegangen, um das Verständnis der Preisbildung im Oligopol unter den unterschiedlichen Wettbewerbssituationen zu erleichtern.
1.1 Produktpreisbildung
Der Preis für ein Gut bildet sich durch die auf dem Markt angebotene und nachgefragte Menge. Abbildung 1 soll dieses Prinzip veranschaulichen. Die dort abgebildete Angebotskurve AK verhält sich positiv zum Preis. Je höher der Preis, desto mehr Anbieter werden auf dem Markt anbieten, um zusätzliche Gewinne zu realisieren. Die Nachfragekurve NK ist dagegen negativ mit dem Preis korreliert. Je höher der Preis desto geringer fällt die Nachfrage a us, da der Grenznutzen mit steigenden Preisen für die Nachfrager sinkt. Der Schnittpunkt der beiden Geraden spiegelt den Gleichgewichtspreis P 0 wieder. Die Preise, die sich auf dem Markt bilden, tendieren in der Regel zu diesem Gleichgewichtspunkt hin. Liegt der Preis über diesem Gleichgewichtsniveau - wie bei dem Preis P 1 - so führt dieser Angebotsüberschuss zu einem Absinken des Preises, da nun mehr angeboten wird als die Konsumenten bereit sind nachzufragen. Ein Nachfrageüberschuss liegt hingegen vor, wenn der Preis (z.B. bei P 2 ) unterhalb des Gleichgewichtsniveaus liegt. Dies wird wiederum zu einem Preisanstieg führen, da in diesem Fall weniger angeboten wird, als die Nachfrager bereit sind zu konsumieren. Der Preis steigt an, bis der Gleichgewichtspreis in P 0 wieder erreicht wird. 4
4 Vgl. Cezanne, Wolfgang (1999), Seite 151.
3
1.2 Die Marktformen und das Marktverhalten
Nachfrage und Angebot für ein angebotenes Produkt führen auf einem Markt zu einem Preis. Dieser fällt aber nicht auf jedem Markt gleich aus. Die Marktform, in der Angebot und Nachfrage aufeinander treffen, hat einen großen Einfluss auf diesen Marktpreis, da die Anzahl der Anbieter und Nachfrager stark variieren kann und somit auch deren Möglichkeit, den Preis zu ihrem Gunsten zu beeinflussen. Auf einem Markt mit nur einem einzigen Anbieter wird dieser einen höheren Preis verlangen können, als einer der sich auf einem anderen Markt die Marktnachfrage mit Konkurrenten teilen muss. In untenstehendem Marktformenschema nach Stackelberg wird eine Klassifizierung der Marktformen nach Anzahl der Anbieter und Nachfrager vorgenommen. Die Unterschiede liegen in der Anzahl der Nachfrager bzw. Anbieter, welche wiederum auf bestimmte Mengen von Anbietern bzw. Nachfragern treffen. 5
Tabelle 1: Marktformenschema nach Stackelberg. Quelle: Cezanne, Wolfgang (1999) Seite 152.
Allerdings beziehen sich in der Tabelle die Bezeichnungen „groß“, „mittel“ und „klein“ nicht auf einen Größenvergleich der Anbietern und Nachfragern auf anderen Märkten, sondern auf die jeweiligen Marktanteile. 6
In einer groben Einteilung der Anbieter bzw. Nachfrager in „ein großer“, „wenige mittlere“ und „viele Kleine“ erhalten wir 9 verschiedenen Marktformen. Die wohl bekanntesten finden sich in der letzten Zeile der Tabelle: Das Monopol, das Oligopol und das Polypol, wobei die Marktform des Oligopols im Gliederungspunkt 3 näher betrachtet wird. 7
5 Vgl. Cezanne, Wolfgang (1999), Seite 152.
6 Vgl. Wied-Nebbling, Susanne (1997), Seite 6.
7 Vgl. Cezanne, Wolfgang (1999), Seite 152.
4
1.2.1 Beschaffenheit des Marktes
Nicht nur die Anzahl der Anbieter und Nachfrager, die auf diesen Märkten agieren, sind bedeutend für die Preisbildung, sondern auch die Beschaffenheit des Marktes selbst. Hierbei wird in vollkommene und unvollkommene Märkte unterteilt. Ein vollkommener Markt zeichnet sich durch homogene Güter aus, d.h. dass die angebotenen Güter vollständig gegeneinander substituierbar sind, so dass es für die Marktteilnehmer keinen Grund gibt, Preisunterschiede der Anbieter hinzunehmen. Darüber hinaus gibt es keine sachlichen, zeitlichen, persönlichen oder räumlichen Präferenzen, die eine Duldung eines Preisunterschiedes rechfertigen könnten. Die vollständige Markttransparenz ist ein weiteres Merkmal für einen vollkommenen Markt. Alle Marktteilnehmer verfügen über vollständige und gleichartigen Informationen über das Marktgeschehen, so d ass kein Marktteilnehmer niedrigere bzw. höhere Preise durchsetzen kann. Sobald eines dieser Merkmale nicht oder nur Teilweise zutrifft, sprechen wir von einem unvollkommen Markt. 8
Vollkommene Märkte sind in der Realität nur sehr selten anzufinden. Wertpapierbörsen können noch am besten diese Anforderungen erfüllen. Allerdings dient die Annahme eines vollkommenen Marktes vielen Modellen zur Vereinfachung und Veranschaulichung der darzustellenden Sachverhalte. Auch in den später behandelten Modellen wird von einem vollkommenen Markt ausgegangen.
1.2.2 Verhaltensweisen der Marktteilnehmer
Ein weiterer Einflussfaktor auf die Preisbildung ist neben dem Vollkommenheitsgrad des Marktes und der Marktform auch die Verhaltensweisen der Marktteilnehmer. Ein aggressiver Marktteilnehmer wird u.U. eine Strategie entwickeln, um nach Verdrängung sämtlicher Konkurrenz Monopolpreise durchsetzen zu können, die um einiges höher liegen werden, als auf einem dem Wettbewerb unterliegendem Markt. Generell können die an den Tag gelegten Verhaltensweisen in die Kategorien Anpassung, Kooperation und Strategie eingeteilt werden. Ein Anpassungsverhalten findet sich häufig im Polypol. Der einzelne Marktteilnehmer hat keine Möglichkeit, durch eigene Aktionen Einfluss auf das Marktgeschehen zu nehmen, da sein Marktanteil schlichtweg zu gering ist. 9
8 Vgl. Cezanne, Wolfgang (1999), Seite 153.
9 Vgl. Ebenda, Seite 154.
5
Um nicht vom Markt zu verschwinden ist die passive Anpassung an die herrschenden Marktverhältnisse unabdingbar. Der Marktpreis wird somit von allen Anbietern als Datum akzeptiert. 10
Ein häufig beobachtetes Verhalten auf Märkten mit wenigen Anbietern ist das der Kooperation. Hier steht das gemeinsame Handeln im Vordergrund. Ziel ist es, einen ruinösen Wettbewerb zu vermeiden und durch wettbewerbsbeschränkende Verträge eine Machtposition aufzubauen, die es erlaubt, relativ hohe Preise durchzusetzen. 11 Diese Art von Absprachen ist allerdings in Deutschland durch das Kartellgesetz verboten. Dennoch kommt es immer wieder zu „Frühstückskartellen“, wie das synchrone Preisverhalten der Ölkonzerne an den Tankstellen vermuten lässt. Allerdings muss eine Preisabsprache erst nachgewiesen werden, schließlich könnte es sich ja auch „nur“ um die Strategie handeln, sich dem Verhalten seiner Konkurrenten anzupassen. Kennzeichnend für eine Strategie sind zwei Elemente. Zum einen die Möglichkeit, durch eigene Aktionen Marktgrößen (z.B. den Preis) beeinflussen zu können und zum anderen das Bewusstsein, dass jede eigene Aktion eine Reaktion der übrigen Marktteilnehmern nach sich zieht. Im Monopol kann der Anbieter durch die produzierte Menge den Preis beeinflussen, er muss allerdings in die Berechnung der gewinnoptimalen Produktionsmenge die Reaktionen der Nachfrager mit einkalkulieren, da diese bei einer Änderung des Preises auch ihr Nachfrageverhalten ändern werden. Besonders deutlich werden diese Reaktionen im Oligopol. Hier muss der Anbieter bei jeder eigenen Aktion die möglichen Reaktionen seiner Konkurrenten mit einberechnen. Im Oligopol können so kurzfristig die Konsumenten in den Genuss von relativ niedrigen Preisen k ommen, da die Konkurrenten in der Regel versuchen sich zu unterbieten. Langfristig wird aber die Tendenz zu etwas höheren Kartellpreisen führen nachdem die Konkurrenten sich auf eine gemeinsame Strategie geeinigt haben. 12
Der Preis, der sich auf den Märkten bildet, wird also nicht unerheblich durch die Verhaltensweisen der Marktteilnehmer beeinflusst. Diese Tatsache wird später in den Modellbetrachtungen der Preisbildung noch eine bedeutende Rolle spielen.
10 Vgl. Cezanne, Wolfgang (1999), Seite 154.
11 Vgl. Ebenda, Seite 155.
12 Vgl. Ebenda, Seite 154f.
Arbeit zitieren:
Andreas Wück, 2002, Preisbildung im Oligopol, München, GRIN Verlag GmbH
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