Das Assessment-Center als Instrument der
Personalauswahl und -entwicklung
Themenstellung am: 28.09.2002
Gliederung
1. Einleitung
2. Begriff und Entwicklung
2.1. Definition
2.2. Geschichtliche Entwicklung
3. Einsatzmöglichkeiten
4. Elemente des Assessment-Centers
4.1. Zielsetzung und Zielgruppe
4.2. Anforderungsprofil
4.3. Aufgaben
4.4. Moderator und Beobachter
4.4.1. Das schwächste Glied
4.4.2. Entwicklungsmöglichkeiten für die Beobachter
4.5. Teilnehmer
4.5.1. Vorteile für die Teilnehmer
4.5.2. Reaktivitätseffekte
4.6. Auswertung, Feedback und Folgemaßnahmen
5. Validität
6. Kritische Standpunkte
7. Trends und Entwicklungen
8. Resumée
Literaturliste
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1 Einleitung
Es liegt im Interesse jedes Unternehmens, die Mitarbeiter zu gewinnen, die am meisten zum Erfolg der Organisation beitragen. Neben der zu erwarteten Leistung eines Bewerbers muß bei der Personalauswahl jedoch auch dessen künftige - möglichst dauerhafte - Einbindung in die Organisation einbezogen werden (Schuler, 1994). Mit der Auswahl der richtigen Person für den richtigen Platz findet somit nicht nur eine Personalauswahl statt, sondern es werden bereits Weichen für die weitere Personalentwicklung innerhalb des Unternehmens gestellt. Genauso wichtig wie die Auswahl geeigneter Bewerber ist es, diese im Unternehmen zu halten, indem ihnen adäquate Entwick-lungsmöglichkeiten geboten werden, die mit den sich im Laufe der Zeit verändernden Anforderungen einhergehen.
Wie Jeserich (1981) ausführt, weist jede einzelne Methode der Eignungsdiagnostik oder Beurteilung z.T. schwerwiegende Mängel auf, die zum einen aus der Einseitigkeit der Verfahren und zum anderen daraus resultieren, daß Einzelpersonen praktisch unmöglich unverzerrte Urteile abgeben können. Diese Nachteile sollen im Assessment-Center, das gleich-zeitig mehrere Teilnehmer durch mehrere Assessoren in einer Vielzahl von eignungsdiagnostischen Methoden testet, ausgeglichen werden.
In dieser Arbeit soll das Assessment-Center sowohl als Mittel der Personalauswahl als auch der Personalentwicklung näher vorgestellt werden.
Nach einer ersten Definition sowie einem kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung und die Einsatzmöglichkeiten werden einzelne, mir als wesentlich erscheinende, Elemente des Verfahrens vorgestellt und diskutiert. Es folgen Abschnitte zur Validität und zu kritischen Standpunkten.
2 Begriff und Entwicklung
Der Begriff "Assessment-Center", der sich vom englischen "to assess", auf deutsch "einschätzen", "beurteilen", "abwägen" (PONS, 1985), ableitet, wurde in den 30er Jahren durch den amerikanischen Persönlichkeitspsychologen H. A. Murray geprägt. Versuche, den
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Begriff ins Deutsche zu übersetzen können den Bedeutungsumfang des Verfahrens nur unzureichend erfassen.
2.1 Definition
Unter Assessment-Center versteht man eine "multiple Verfahrenstechnik, zu der mehrere eignungsdiagnostische Instrumente oder leistungsrelevante Aufgaben zusammengestellt werden" (Schuler, 1987, S. 2), wobei gleichzeitig mehrere Teilnehmer durch mehrere Beurteiler "in Bezug auf vorher definierte Anforderungen" (Jeserich, 1981, S.33) begutachtet werden.
Im Assessment-Center werden herkömmliche Verfahren zusammengefaßt, methodisch entwickelt bzw. ergänzt. Es kann und soll den für Personal-entscheidungen zuständigen Führungskräften nicht die Entscheidung abnehmen. Vielmehr erwartet man von den im Assessment-Center zusammengetragenen "Basisdaten für die Beurteilung oder Vorhersage menschlichen Verhaltens, von dem angenommen wird, daß es für die berufliche Entwicklung des einzelnen wichtig ist" (Domsch und Jochum, 1989, S.1) eine methodisch zuverlässige Entscheidungsgrundlage (Jeserich, 1981).
2.2 Geschichtliche Entwicklung
1920 wurde in Berlin von Professor Rieffert im Auftrag des Reichswehrministeriums auf der Grundlage der Ganzheits- bzw. Gestaltpsychologie der Berliner Schule (der u.a. Kurt Lewin angehörte) ein Konzept zur Auswahl von Offiziersanwärtern entwickelt, das bereits die wesentlichen Elemente des Assessment-Centers enthielt. Das Auswahl-verfahren wurde durch die Streitkräfte einiger Commonwealth-Länder und v.a. den USA übernommen. In der Nachkriegszeit gelangte das Verfahren durch zu Universitäten bzw. in die Wirtschaft gewechselte Militärpsychologen zur Industrie. Von 1956 bis 1966 wurde von Bray, Campbell und Grant bei der Amerikanischen Telefongesellschaft AT&T die erste Langzeitstudie zum Assessment-Center (Management Progress Study) durchgeführt. Das erste Assessment-Center im Nachkriegsdeutschland wurde 1969 bei IBM in Stuttgart durchgeführt. Doch erst ab Mitte
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der 70er Jahre wurde das Verfahren von mehreren Unternehmen in Deutschland angewendet. (Jeserich, 1995).
3 Einsatzmöglichkeiten
Das Assessment-Center kommt sowohl für firmeninterne Mitarbeiter als auch für externe Bewerber zum Einsatz.
Der ursprüngliche Zweck lag in der Auswahl des richtigen Bewerbers für eine bestimmte Position bzw. für eine bestimmte Führungsebene. Nach Jeserich (1995, S. 719) ist das Verfahren v.a. dann "sinnvoll, wenn die Zielstelle neue und/oder höherwertige Verhaltensweisen und Fähigkeiten erfordert".
Der Anwendungsschwerpunkt des Verfahrens hat sich inzwischen jedoch hin zur Personalentwicklung einschließlich Potentialanalyse verlagert (Jeserich, 1995). Sowohl das Aufstiegspotential als auch die Einsatzbreite eines Bewerbers können erfaßt werden. Durch die Feststellung der Trainingsbe-dürfnisse kann der Einsatz entsprechender Maßnahmen - bis hin zur Erstellung individueller Entwicklungsmaßnahmen für die teilnehmenden Mitarbeitergeplant und gesteuert werden.
Neben der Auswahl von internen und externen Bewerbern für eine Position sind die folgenden Einsatzziele bekannt (Schuler, 1987):
• Ausbildungs- und Berufsberatung
• Laufbahnplanung
• Teamentwicklung
• (Potential-)Beurteilung
• Trainingsbedarfsanalyse
• Arbeitsplatzgestaltung
• Forschung
Neben den ausdrücklich definierten Einsatzzielen Personalauswahl und Personalentwicklung ergeben sich aus "latenten Funktionen" (Schuler, 1987, S. 4) des Assessment-Centers sowohl
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Angelika Deml, 2002, Das Assessment-Center als Instrument der Personalauswahl und -entwicklung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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