Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 02
2. Biografie Seite 03
3. Perioden seiner Malerei Seite 05
4. Kann Morandi zu den Realisten gezählt werden Seite 07
5. Schlußbemerkungen
Seine Intention Seite 09
Welche Bedeutung hat er für den heutigen Betrachter Seite 09
6. Literaturverzeichnis Seite 11
2
1. Einleitung
Im folgenden soll hier auf das künstlerische Schaffen Morandis eingegangen werden. Die beiden Perioden: Kubismus und die Metaphysische Malerei werden erwähnt, sowie sein eigener Stil näher betrachtet werden soll und aus welchen Quellen von Vorgängern der Kunstgeschichte er schöpfte.
Der italienische Maler und Grafiker Giorgio Morandi kann zu den „Neo-Traditionalisten“(=neuzeitlicher Künstler mit traditionellen Künstlermethoden) seiner Zeit gerechnet werden, abgesehen von seiner kurzen kubistischen und metaphysischen Phase, blieb er dem Stil eines Cézanne und dem der ital. Freskenmalern z.B. Giotto, Masaccio, Uccello und Pireo della Francesca treu: z.B. malte er ton-in-ton mit wenig abwechslungsreichen Farbnuancen, um wie es die „alten Meister“ taten eine dem Bilde anhaftende Gesamttonalität zu verleihen. 1 Keine Farben die erschrecken, alles andere als knallig und laut, aber manchmal benötigt man auch solche Momente.
Als „Flaschenmaler“ wurde er verschrieen eben weil er keine „neuen Ideen“ hatte.
Morandis Kunst ist eher unscheinheilig und schlicht wie er selbst;, und auf seine Zeit bezogen schuf er eine neue Ästhetik. Die Malweise seiner Stilleben, wie seiner Landschaften drückt eine klare Einfachheit aus: mit ein paar Strichlagen des Pinsels erzeugte er eine malerische Fläche, die als Gefäß oder Haus erkennbar wird, also räumlich erscheint, und seine Farben setzt er transpirierend ein, so dass die Gegenstände leuchten. Seine Kompositionen, die er arangierte, vermitteln Harmonie. 2 Ähnlich Cézanne, der „die Dinge eines Stillebens mit dem sie umgebenden Raum zu einer Einheit zu verbinden (suchte).“ 3
1 Güse / Morat, Ernst-Gerhard / Franz Arnim (Hsg.): Giorgio Morandi. Gemälde Aquarelle Zeichnungen Radierungen, Boehm, Gottfried: Giorgio Morandi: Zum künstlerischen Konzept. München: Prestel (1999) 2 Schmied, Wieland: De Chirico und sein Schatten. Metaphysische und surrealistische Tendenzen in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Geheimnis der einfachen Dinge. Über Giorgio Morandi. München: Prestel (1989) 3 Schmied, Wieland: De Chirico und sein Schatten. Metaphysische und surrealistische Tendenzen in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Geheimnis der einfachen Dinge. Über Giorgio Morandi. München: Prestel (1989)
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Cézannes Anliegen war es die Formen mit dem Hintergrund so gleichzusetzen, dass man als Betrachter einem trempe-l´oie verfällt: man muß sich bei Cézanne entscheiden zu welcher Form nun die Kontur gehört -wie bei einem Vexierbild- ob zu der einen oder zu der anderen. Die Zentralperspektive wird aufgehoben und die Komposition wird flächig. In Morandis Stilleben erlebt man diese „Austauschverhältnisse (der Objekte)“ 4 ebenfalls und das Konkurrieren der Objekte um die Kontur.
2. Biografie 5
Giorgio Morandi wurde am 20.7.1890 in Bologna geboren und verstarb eben dort am 18.6.1964. Er heiratete nie, reiste eigentlich ungern, sah nicht aus wie ein typischer Maler, denn er war unauffällig, schlicht, und war ein starker Raucher 6 . Sein Vater starb 1909, so lebte er mit seiner Mutter und seinen drei Schwestern in der Villa Fondazza zusammen und führte ein ruhiges, geordnetes Leben. Sein Heimatort gilt ja noch heute als Studienort der Künste, so wie auch Morandi von 1907-1913 in jenem studierte und an der Akademie der Künste von 1930-1956 als Professor für graphische Techniken lehrte. 1913 bestand er das Zeichenlehrexamen und arbeitete aushilfsweise 1914-1930 als Zeichenlehrer in Elementarschulen in Bologna 7 . 1915 wurde Morandi zum Militär nach Parma eingezogen, nach ein paar Monaten Kasernenlebens erkrankte er und durfte gehen. Morandis Bekanntenkreis setzte sich u.a. zusammen aus Boccioni, Carrà, Mario Broglio (Zeitschrift Valori Plastici, Rom), Giuseppe Raimondi (Hrsg. Der Zeitschrift Raccolta) und de Chirico, von denen er einige 1914 als Besucher der Futuristenausstellung in Florenz kennenlernte. De Chirico lernte er 1919 kennen.
4 Güse / Morat, Ernst-Gerhard / Franz Arnim (Hsg.): Giorgio Morandi. Gemälde Aquarelle Zeichnungen Radierungen, Boehm, Gottfried: Giorgio Morandi: Zum künstlerischen Konzept. München: Prestel (1999) 2 De Luca, Editore: Giorgio Morandi, 80 Radierungen (dtsch. Übersetzung d. Kataloges). Biographie. Colognia-Bonn-Dortmund: De Luca Editore (1980) 6 Haftmann, Werner: Giorgio Morandi, Gemälde-Aquarelle-Zeichnungen-Radierungen. Giorgio Morandi – Ein exemplarisches Malerleben. Köln: DuMont (1989) 7 Haftmann, Werner: Giorgio Morandi, Gemälde-Aquarelle-Zeichnungen-Radierungen. Giorgio Morandi – Ein exemplarisches Malerleben. Köln: DuMont (1989)
Arbeit zitieren:
Kordula Marisa Hildebrandt, 2000, Giorgio Morandi, München, GRIN Verlag GmbH
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