II
Rechtsquellenverzeichnis 39
Sonstige Quellen 39
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Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Wertorientierte Unternehmensführung.
Abb. 2: Positionen der bilanziellen Erfassung von Stock Options.
Abb. 3: Herkunft der Aktien.
Abb 4: Voraussetzungen für den Einsatz von Stock Options in Fußballvereinen
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1 Einleitung
Während der Einsatz von Stock Options 1 in der Wirtschaft in den USA und Frankreich große Bedeutung hat 2 und auch hierzulande immer mehr Verbreitung in der Wirtschaft findet 3 , sind Stock Options im Sport - bzw. Fußballbereich noch nahezu Neuland.
Gerade in Zeiten des Bosman - Urteils 4 und der damit verbundenen Möglichkeit der Spieler nach Ablauf des Vertrages ablösefrei den Verein bzw. Arbeitgeber zu wechseln und der Kirch - Krise mit der Kürzung der Zahlungen für die Fernsehübertragungen 5 erscheint eine variablere, auf den Unternehmenswert bezogene Art der Gehaltszahlung angebracht.
So kann ein Spieler nun, nach dem sein Vertrag ausgelaufen ist, schnell zu einem Großverdiener aufsteigen, weil ihm nun die Transfersumme direkt zufließt. Der Wechselwillige erhält oftmals ein sechsstelliges Handgeld 6 und einen deutlich besser dotierten Vertrag.
Dies führt dazu, dass die Ausgaben der einzelnen Vereine für die Gehälter, in hohem Maße zugenommen haben, so dass die Zahlungen durch höhere Einnahmen auf der anderen Seite wieder gedeckt sein müssen.
1 Die Begriffe Aktienoptionen und Stock Options werden hier, wie auch in der Literatur, synonym gebraucht.
2 So verfügten 1997 ca. 80 % der 500 größten Unternehmen der USA über Aktienoptions-Pläne für Führungskräfte und in Frankreich sollen 95 % der Gesellschaften mit Bilanzsummen über 10 Mrd. Francs Aktienoptions-Pläne haben. Vgl. Kohler, Stock Options (ZHR 1997), S. 249 f.
3 Die Stock Options - Programme von Daimler Benz und der Deutschen Bank waren 1996 der Anfang. Vgl. Perridon/Steiner, Finanzwirtschaft (2002), S. 534; Löwe/Sieber, Erfahrungen mit Stock Options (2002), S.47.
4 Im Bosman - Urteil entschied der EuGH, dass das geltende Transfersystem, sowie die Ausländerklausel für Spieler aus der EU, nicht mit dem geltenden Recht der Europäischen Gemeinschaft vereinbar war. Vgl. Trommer, Transferregelungen (1997) , S. 56 ff.
5 So strich der VfB Stuttgart sämtliche Siegprämie als Konsequenz aus den nun fehlenden Einkünfte. Vgl. O.V., Stuttgart streicht Siegprämien, http://www.sport1.de/coremedia/ generator/www.sport1.de/Sportarten/Fussball/Bundesliga/Berichte/Hintergrund/fus_20bun_2 0stuttgart_20praemien_20mel.html (06.08.02).
6 Als Beispiele seien nur Michael Ballack und Sebastian Deisler genannt, die ablösefrei oder doch günstig zu kaufen waren und deshalb „Darlehen“ in zweistelliger Millionenhöhe erhielten, als sie ihre Wechsel versprachen. Vgl. O.V., Deisler gibt die 20 Millionen zurück, http://www.kicker.de/ content/news/artikel.asp?folder=42030&object=258852& liga=1&saison=2002/03&spieltag=1&spielpaarung=&turnier=&keyword=handgeld (06.08.02).
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Diese Entwicklung führte in den vergangenen Jahren nur nicht zu einer Konkurswelle bei den Vereinen der ersten und zweiten Fußballbundesliga, da in fast gleichem Maße die Einnahmen aus den Fernsehübertragungen stiegen und die großen Vereine der ersten Bundesliga 7 gesteigerte Einnahmen aus internationalen Wettbewerben 8 erzielten.
Irgendwann musste die Spirale jedoch an einem Endpunkt anlangen. Das Problem war dabei entweder sportlicher Misserfolg der gut zahlenden Vereine oder der gestiegene Marktwert der Spieler erfolgreicher Vereine, die daraufhin weitere Gehaltserhöhungen erhielten oder, als Konsequenz, schnell den Verein wechselten.
Vor diesem Hintergrund also ist die Frage zu beleuchten, ob Stock Options und damit unternehmenswertorientierte Entlohnung auch im Profi - Fußball angebracht ist. Spieler erhalten heutzutage schon einen Teil ihrer Gehälter in variabler Form.
- So kann ein Teil des Gehaltes in Abhängigkeit von der sportlichen Leistung des Einzelnen e rbracht werden. Dabei gelten im Profisport Einsätze, erzielte Tore oder ähnliches als geeigneter Indikator zur Erfassung sportlicher Leistung.
- Des weiteren wird ein Teil des Gehalts oft in Abhängigkeit von dem sportlichen Erfolg des Teams erbracht. So ist eine Nichtabstiegs-Prämie bei kleinen Vereinen und eine Meisterschaftsprämie bei Spitzenteams üblich.
Zudem kommen Punkt- und Siegprämien in den einzelnen Wettbewerben (Bundesliga, nationale und internationale Pokale). Wobei zu beachten ist, dass durch sportliche Erfolg der wirtschaftliche Erfolg des Vereins beeinflusst wird.
- Bei Topstars ist in letzter Zeit auch immer öfter eine Beteiligung am Merchandising-Erfolg oder an den Zuschauerzahlen zu beobachten.
7 Stellvertretend seien nur Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen genannt.
8 Hier existieren nur noch zwei Wettbewerbe (die Champions League und der UEFA-Pokal), nachdem der Europapokal der Pokalsieger wegen seiner oftmals unterklassigen Teilnehmer nur wenig Einnahmen (mangelndes Zuschauer- und Fernsehinteresse) erzielte und daraufhin in den UEFA - Pokal eingegliedert wurde.
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Dabei beruht zusätzliche Entlohnung vor allem auf dem (größeren) wirtschaftlichen Erfolg des Vereins.
- In die gleiche Sparte fällt die Entlohnung der Spieler durch Stock Options. Dabei wird jedoch nicht nur auf einen Teilaspekt des wirtschaftlichen Erfolges (wie Fernsehgelder, Antrittsgagen oder Zuschauereinnahmen), sondern auf die Entwicklung des gesamten Unternehmenswertes (gemessen an Aktien) abgestellt.
In der folgenden Arbeit werden die einzelnen Ausprägungen der Stock Options und die Motive für ihre Gewährung vorgestellt, um danach auf die Anwendbarkeit im Berufsfußball einzugehen. Dabei soll ein Zusammenhang zwischen den Zielen der Interessengruppen (Verein und Spieler) und deren Erreichbarkeit durch Stock Options hergestellt werden. Dazu muss zwischen dem sportlichen, vom Spieler direkt beeinflussbaren, und dem wirtschaftlichen, vom Spieler nicht direkt beeinflussbaren Erfolg unterschieden werden, um im Anschluss die Korrelation beider zu erläutern.
Dabei ist zu bedenken, dass eine steigende Anzahl von Fußballunternehmen versucht, ihre Kernfelder zu verlassen, um weniger vom sportlichen Erfolg abhängig zu sein 9 . Damit wären Stock Options aber als Entlohnungsinstrument weniger geeignet.
Auf der anderen Seite kann ein Spieler leichter an einen Verein gebunden werden. Dies erscheint gerade deshalb sinnvoll, als doch immer mehr Spieler nach Ablauf ihres ersten Vertrages den Verein wechseln und eine langjährige Bindung nur selten vorkommt.
9 Borussia Dortmund hat mit GOOOL.DE einen eigenen Sportartikelhersteller gegründet, besitzt 75 % der Westfalenstadion GmbH & Co. KG, ist an einem Reiseveranstalter sowie
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2 Motive für die Gewährung von Stock Options,
Ausprägungen und Referenzgrößen
2.1 Motive für die Gewährung von Stock Options
2.1.1 Historie
Eingeführt wurden Aktienoptions-Pläne in den USA vor gut 30 Jahren vor allem von jungen, innovativen und finanzschwachen Unternehmen, da bei diesen eine marktübliche Vergütung nicht in bar erfolgen konnte 10 . Dadurch reduzierten die Unternehmen ihre Personalaufwendungen und konnten gleichzeitig durch Haltefristen ihre Mitarbeiter an das Unternehmen binden. Wenig später entschloss sich der US-Gesetzgeber dazu, Aktienoptions-Programmen steuerlich zu begünstigen, wenn allen Mitarbeitern Aktienoptionen angeboten wurden. Damit öffnete der Gesetzgeber der Verbreitung von Stock Options in den USA die Tür. Schließlich entdeckten auch finanzstarke Unternehmen Stock-Options-Pläne. Diese Unternehmen begründeten die Vergütung in Stock Options jedoch mit dem Shareholder - Value - Konzept, das in erster Linie eine Steigerung des Aktienkurses bewirken soll 11 .
Im Zuge der Globalisierung der Märkte und der Übernahme des Gedanken des Shareholder - Value - Konzeptes, wurde die Vergütung durch Stock Options auch in Deutschland eingeführt 12 .
So waren Daimler - Benz und die Deutsche Bank 1996 die ersten deutschen Unternehmen, die ein Aktienoptionsprogramm einführten 13 . Diese Programme waren nicht gut gestaltet und stießen deshalb auf große Kritik 14 , weshalb Stock Options in Deutschland zu Beginn sehr umstritten waren. Mittlerweile hat sich die Diskussion jedoch auf eine sachliche Ebene verlagert. Dabei wird nun in erster
einem Rehabilitationszentrum beteiligt. Vgl. Borussia Dortmund, Geschäftsbericht (2000/2001), S. 17.
10 Vgl. Kau/Leverenz, Mitarbeiterbeteiligung (BB 98), S. 2269.
11 Vgl. Kau/Leverenz, Mitarbeiterbeteiligung (BB 98), S. 2269.
12 Vgl. Wildner, Stock Options (2000), S. 1; Kallmeyer, Aktienoptionspläne (AG 99), S. 97.
13 Vgl. Menichetti, Aktienoptions-Programme (DB 96), S. 1691
14 Vgl. Kohler, Stock Options (ZHR 97), S. 250; Wildner, Stock Options (2000) S. 2.
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Linie über das aus dem US-amerikanischen stammende Anreizsystem (Shareholder - Value) und über aktien-, arbeits- und insiderrechtliche Fragen diskutiert 15 .
2.1.2 Wertorientierte Unternehmensführung
In den letzten Jahren hat sich in Deutschland, das in den USA entstandene Shareholder - Value - Konzept 16 durchgesetzt. Dabei ist die Erhöhung und Schaffung von Wert für die Eigentümer von Unternehmen das oberste finanzwirtschaftliche Ziel 17 , es muss also der „total return to investors“ (Aktienzuwächse plus Dividenden) maximiert werden 18 . Das Konzept wird dadurch umgesetzt, dass nur Investitionen getätigt werden, deren Cash-flow bei Abzinsung mit den Eigenkapitalkosten einen positiven Barwert ergeben, denn der Unternehmenswert sinkt immer dann, wenn die Cash-flow-Rendite unter dem durchschnittlichen Eigenkapitalkosten liegt 19 . Daraus ist zu folgern, dass der Buchgewinn aufgrund von Ansatz- und Bewertungsverfahren (z.B. LiFo oder FiFo) den Unternehmenserfolg nicht wiederspiegelt 20 und Gewinn- und Rentabilitätskriterien ungeeignet sind, die Erfolgsaussichten zukünftiger Maßnahmen aufgrund des Risikos von Investitionen und dem Zeitwert von Zahlungen zu bemessen 21 .
Ein Problem bei großen Kapitalgesellschaften ist das Auseinanderfallen der Interessen von Eigentümern (bzw. Anteilseignern) und der Geschäftsführung (Managern). So ist die wichtigste Aufgabe der Geschäftsführung die
15 Näheres zur Diskussion bei: Wildner, Stock Options (2000), S. 2f. m.w.N.; Bernhardt/Witt, Stock Options (ZfB 97) S. 85ff.; Schneider, Aktienoptionen (ZIP 96), S. 1769ff.
16 Grundlegend hierzu: Rappaport, Shareholder Value (1995); Siegert, Shareholder Value (ZfbF 95), S. 580 ff. m. w. N.
17 Vgl. Achleitner/Wichels, Stock - Option - Pläne (2002), S. 4, Rappaport, Shareholder Value (1999), S. 1 ff.
18 Vgl. Meffert, Stock Options (1997), S. 1; Schwetzler, Aktienoptionsprogramme (1997), S. 6; Wildner, Stock Options (2000), S. 5.
19 Vgl. Mülbert, Shareholder Value (ZGR 97), S. 132 f., Pellens/Crasselt/Rockholtz, Wertorientierte Entlohnungssysteme (1998), S. 18.
20 Vgl. Rappaport (1999), S 16 f.; Perridon/Steiner, Finanzwirtschaft (2002), S. 560.
21 Vgl. Wildner, Stock Options, S. 6; Rappaport, Shareholder Value (1999), S. 17 ff., Bernhardt/Witt, Stock Options (ZfB 97), S. 87.
Arbeit zitieren:
Marcel Leez, 2002, Stock Options als Entlohnungsinstrument im Profi-Fußball, München, GRIN Verlag GmbH
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