Inhalt
3
Einleitung
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1. Betriebliche Sozialarbeit
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1.1 Ziel und Methoden der betrieblichen Sozialarbeit
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1.2 Zielgruppen und Themen der operativen betrieblichen Sozialarbeit
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2. Bedeutungsspektrum von Stress
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2.1 Definition von Stress
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2.2 Stressfaktoren
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2.3 Fazit aus den verschiedenen Stressmodellen und Definitionen
2.4 Arbeitsbedingter Stress als spezifische Gesundheitsbelastung und
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Gesundheitsrisiko
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2.5 Stressbewältigung (Coping)
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3. Stress als Gegenstand betrieblicher präventiver Sozialarbeit
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3.1 Präventionsarbeit benötigt Planung
3.1.1 Startphase: Vereinbarung mit den Auftraggebern (Entscheidungsträgern) 12
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3.1.2 Definitionsphase: Planung eines gesamten Handlungszyklus
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3.1.3 Planungsphase
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4. Schlussbetrachtung
Literatur
2
Einleitung
Der Arbeitsplatz stellt in unserer heutigen pluralistischen Gesellschaft (Kennzeichen: Anonymität und Bindungslosigkeit) einen Lebensbereich dar, an dem die meisten Menschen einen erheblichen Teil ihrer Lebenszeit verbringen- Arbeit wird immer mehr zum Lebensmittelpunkt. Wegen der erhöhten Arbeitsplatzunsicherheit ist der Arbeitnehmer daran interessiert, seine Arbeit sorgfältig, gewissenhaft und mit Engagement zu verrichten (Akzeptanz von Überstunden, Schichtarbeit, Abrufbereitschaft etc.). Die Anforderungen an Arbeitnehmer wachsen kontinuierlich, so dass eine fortschreitende Spezialisierung notwendig ist. Berufstätige kommen in die Position, zu Gunsten eines gesicherten Arbeitsplatzes eigene Wünsche in den Hintergrund zu stellen. Körperliche, psychische und soziale Prozesse stehen in enger Wechselwirkung zu Arbeitsbedingungen, Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit. Vielfältige Faktoren wie u.a. Kommunikationsmöglichkeiten und soziale Beziehungen am Arbeitsplatz, Entwicklungsperspektiven, Entscheidungsspielräume und Führungskompetenzen beeinflussen Leistung, Motivation, Krankenstand, Arbeitsklima und auch die Qualität der Arbeit. 1 In der modernen Gesellschaft summieren sich Belastungen im beruflichen Umfeld (familienexterne Stressoren) mit Problemen im Kreis der Familie (familieninterne Stressoren), wodurch die Kräfte zur Kompensation, sowie die Bewältigungsmöglichkeiten aus Sicht der betroffenen Personen in besonderem Maße beansprucht und teilweise auch überstiegen werden können. Bei der Frage nach dem Ausgleich der Anforderungen von Arbeits- und Privatleben sind zwei Aspekte entscheidend: die Bedürfnisse und was die Einzelnen dabei tun können, um in ihrem Leben den nötigen Ausgleich zu finden. Für viele Menschen ist eine der Hauptursachen von arbeitsbedingtem Stress das Problem, einen Ausgleich zwischen den Anforderungen ihrer Arbeit und ihres Familienlebens zu finden. Bei der Beseitigung von Stressursachen sind Angestellte und Arbeitergeber (Praktiken der Unternehmen, Politik) also gleichermaßen gefragt. 2 Ich betrachte Stress als ein dominantes Belastungsmerkmal der Erwerbsarbeit. In meinem eigenen Berufsalltag (Angestellte der Kinder- und Jugendhilfe) empfinde ich es als paradox, wie wenig Aufmerksamkeit diesem Bereich in der Präventionsarbeit geschenkt wird.
Akut belastete Mitarbeiter gefährden ihre Gesundheit und können ein erhebliches Risiko für die Sicherheit des Betriebes darstellen. Mitarbeiter stellen nicht nur einen notwendigen
1 vgl. Rahmenkonzeption für das Arbeitsfeld Betriebliche Sozialarbeit bbs e.V., Hg.(1995).
2 Dr. Shantinath, S.D (2003). Stress am Arbeitsplatz: Ausgleich zwischen Privatleben und Arbeit. Verfügbar
unter: http://www.stressnostress.ch/stress-info/files/4d_Ausgleich_zwischen_Privatleben_und_Arbeit.pdf
[Zugriff am 25.11.2007]
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Kostenfaktor dar, sondern sind eine wichtige wirtschaftliche Ressource, die es gilt, weiterzuentwickeln, zu fördern und zu erhalten, wenn ein erfolgreiches Bestehen des Unternehmens am Markt garantiert sein soll. 3 Maßnahmen zur frühzeitigen Bewältigung von Krisensituationen sowie zur Vermeidung chronischer Störungen und Krankheiten bei Mitarbeitern sind ein aktiver Beitrag zur Sicherheitspolitik eines Unternehmens. Hier setzt Betriebliche Sozialarbeit an, welche ich als eine Möglichkeit der Stresspräventionsarbeit verstehe. Eine Studie des Federal Occupational Health mit 60000 Probanden belegt, dass „betriebliche Sozialarbeit zu einer eindeutigen Verbesserung psychomentaler und physischer Gesundheit, Arbeitssicherheit, Leistungsbereitschaft und qualitativer Mehrleistung führt. So konnte z.B. ein deutlicher Rückgang der Fehlzeiten und Verspätungen von 67% nachgewiesen werden“. 4
Einleitend möchte ich in Anlehnung an die Seminarinhalte bei Herrn Fehlau im Wintersemster 07/08 und Henke (1992) das breite Tätigkeitsfeld betrieblicher Sozialarbeit vorstellen, um mich im weiteren Verlauf der Arbeit auf ein typisches Thema dieses Tätigkeitsfeldes zu spezialisieren, das Thema Stress. Um eine Verständigungsbasis zu schaffen, ist es notwendig, den Begriff „Stress“, sowie die Begriffe „Stressor“ und „Stressbewältigung“ zu definieren. Ich werde aufzeigen, dass betriebliche Sozialarbeit intervenieren kann und welche Überlegungen und Planungen für die Stressprävention in Betrieben erforderlich sind. Abschließend werde ich einen Ausblick für das Berufsfeld der betrieblichen Sozialarbeit geben.
Aufgrund der Heterogenität der Arbeitsschwerpunkte der betrieblichen Sozialarbeit und der Komplexität des Themas „Arbeitsbedingter Stress und Möglichkeiten zur Prävention“, haben meine Ausführungen keinen allgemeingültigen Anspruch. Sie stellen eher einen Katalog der wichtigsten in der betrieblichen Sozialarbeit praktizierten Tätigkeiten, mögliche Ansatzpunkte, sowie mögliche professionelle Werkzeuge zu einer Projektplanung für Stressprävention in einem Betrieb vor.
1. Betriebliche Sozialarbeit
Die betriebliche Sozialarbeit (BSA) existiert seit etwa 100 Jahren. Zur damaligen Zeit orientierten sich bereits viele Betriebe an sozialen Ideen. So gab es schon den Betriebssport, aus dem sich z.B. der Fußballclub Schalke `04 entwickelt hat(Orientierung an der Gesundheit:
3 Dr. Shantinath, S.D (2003). Stress am Arbeitsplatz: Ausgleich zwischen Privatleben und Arbeit. Verfügbar
unter: http://www.stressnostress.ch/stress-info/files/4d_Ausgleich_zwischen_Privatleben_und_Arbeit.pdf
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4 I.S.A.R (unbekannt).Zahlen und Fakten. Wußten sie, dass. Verfügbar unter: http://www.isar-
muenchen.de/seiten/zahlen.html [Zugriff am 13.12.2007]
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„Arbeitnehmer müssen fit sein.“). Große Unternehmen in Deutschland wie z.B. Thyssen, Krupp, Siemens oder Bosch waren Vorreiter des Arbeitsschutzes, der Gesundheitsförderung und einer für die damaligen Verhältnisse beachtlichen sozialen Absicherung. Ende des letzten Jahrhunderts entstanden die ersten betrieblichen Versorgungen und eine Vorform einer Sozialen Arbeit wie z.B. Krankenversorgungen vor Ort oder Betriebsfeuerwehren. Die heutige betriebliche Sozialarbeit (BSA) ist eine freie Leistung des Betriebes. Sie ist zu verstehen als ein Dienstleistungsangebot des Arbeitgebers oder der Dachverbände für ihre Mitarbeiter, ggf. für deren Angehörige sowie je nach Unternehmen auch für ehemalige Mitarbeiter. Durch die Freiwilligkeit dieser Leistungen und deren Angebote der Sozialen Arbeit gibt es keine direkt definierten Vorschriften wie beispielsweise in den Kommunen. Kleine Mittelständische Unternehmen (KMU) haben in der Regel keinen eigenen betrieblichen Sozialarbeiter. Daher ist das Arbeitsfeld des betrieblichen Sozialarbeiters eher in Großunternehmen und in Konzernen zu finden.
Betriebliche Sozialarbeit ist kein einheitlich definierter Begriff, sondern wird in der Regel für verschiedenartige betriebliche Hilfen und Maßnahmen benutzt, die in irgendeiner Weise mit menschlichen Belangen zu tun haben. Die Bandbreite reicht von Wohnungsbaumaßnahmen über die Einrichtung von Kantinen, Arbeitgeberdarlehen, Notlagenunterstützungen, Beratungs- und Seminarangeboten sowie Maßnahmen zur Gesundheitsförderung bis hin zu Hilfsprogrammen für besondere Zielgruppen.
1.1 Ziel und Methoden der betrieblichen Sozialarbeit
Die betriebliche Sozialarbeit hat sich entwickelt, um auf gesundheitliche Belange der Mitarbeiter eines Unternehmens eingehen zu können. Ziel war und ist es, dass der Mitarbeiter mit Hilfe der betrieblichen Sozialarbeit unter bestmöglichen Bedingungen und frei von gesundheitlichen Einschränkungen seine Arbeit leisten kann (z.B., physiologische Gestaltung des Arbeitsplatzes - angemessene Stuhlhöhe, entlastende Computerstandorte etc.). Dies wird durch strategische und durch operative Maßnahmen umgesetzt. Bei den strategischen Maßnahmen handelt es sich um die Einhaltung der WHO-Gesundheitsdefinition, die sich auf die körperliche, seelische und die soziale Gesundheit bezieht. In der Praxis können hierzu präventive Maßnahmen (z.B. Vorsorge), intervenierende Maßnahmen (bestehende Probleme beheben) und rehabilitative Maßnahmen (z.B. Kur oder Therapie) angewandt werden. Die betriebliche Sozialarbeit handelt dabei verhaltens- und verhältnisorientiert. D.h., dass zum einen die Rahmenbedingungen eines Unternehmens / Betriebs dahingehend verändert werden müssen, dass für die Arbeitnehmer möglichst optimale Arbeitsbedingungen bestehen (z.B.
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Maßnahmen von Seiten des Unternehmens zur Eindämmung von Gesundheitsgefahren für die Angestellten = verhältnisorientiert) und zum anderen, dass der einzelne Arbeitnehmer z.B. die Möglichkeit hat, sich Beratung zu persönlichen Schwierigkeiten einzuholen (z.B. Alkoholkonsum: Aufzeigen von Alternativen zur Verbesserung der Arbeitssituation = verhaltens-orientiert).
1.2 Zielgruppen und Themen der operativen betrieblichen Sozialarbeit
Die operative betriebliche Sozialarbeit arbeitet systemorientiert und multimedial (Verteilung von „Flyern“, Powerpoint-Präsentationen etc., um das Interesse der Mitarbeiter zu wecken), so z.B. in der Gruppenarbeit (engl. Group Work) oder in der Einzelfallarbeit (engl. Case Work). Die betriebliche Sozialarbeit lässt sich zeitlich gesehen in 2 Aufgabenbereiche unterteilen; die eine Hälfte der Zeit wird für die Erstellung von Konzepten, für Teamarbeit benötigt, die verbleibende Zeit dient der Individualbetreuung der Mitarbeiter. Der betriebliche Sozialarbeiter kann im Unternehmen eingesetzt werden z.B. als Suchtbeauftragter, als Mobbingbeauftragter, als Ausländerbeauftragter, als Arbeitsschutzbeauftragter, als Behindertenbeauftragter oder als Gleichstellungsbeauftragter für Frauen. Natürlich ist der betriebliche Sozialarbeiter Ansprechpartner für alle Mitarbeiter eines Unternehmens, besonders aber für Schichtarbeiter, Lehrlinge, ältere Mitarbeiter (über 50) oder Mitarbeiter mit besonderen Belastungen/Beeinträchtigungen. Der betriebliche Sozialarbeiter ist nicht nur ein Berater für Mitarbeiter und deren Probleme, sondern auch ein Mittler und ein Vermittler zwischen Betriebsvorständen, Vorgesetzten und Mitarbeitern. Er fungiert oftmals als eine Schnittstelle zwischen dem Anliegen und den Problemen des Mitarbeiters und den Interessen des Vorgesetzten. Menschenkenntnis, ein sicheres und selbstbewusstes Auftreten, Präsenz, diplomatisches und sensibles Vorgehen sind Fähigkeiten, welche der Sozialarbeiter für diese Rolle mitbringen sollte. Typische Themen der betrieblichen Sozialarbeit bei Mitarbeitern in großen Unternehmen sind vor allem Konflikte zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten, so z.B. Sucht- und Alkoholprobleme, Arbeitsschutz und Unfallprävention, Mobbing, Burn-Out, Stress. (vgl. zu betrieblicher Sozialarbeit: Henke (1992). S. 28ff) Im folgenden Teil der Arbeit gehe ich nun auf die Bedeutung von Stress ein.
2. Bedeutungsspektrum von Stress
„Stress“ ist ein Begriff, der sowohl umgangssprachlich als auch in der Wissenschaft oft und in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. So unterschiedlich die Ansichten sind, wie der Begriff verwendet werden soll, so viele Definitionsrichtungen für diesen Begriff gibt es. Die
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Arbeit zitieren:
Marion Rosenkranz, 2007, Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz als Handlungsfeld Sozialer Arbeit: Stress als spezifische Gesundheitsbelastung und Gesundheitsrisiko, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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