Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 4
2. Entstehung von Krebs 5-14
2.1 Klassifikation von Tumoren 5-7
2.2 Rolle des Immunsystems 8-9
2.3 Risikofaktoren 9-14
3. Krebsarten 14-18
3.1 Darmkrebs 14
3.2 Gebärmutterhalskrebs 15
3.3 Lungenkrebs 15
3.4 Prostatakrebs 16
3.5 Hautkrebs 16-17
3.6 Morbus Hodgkin 17-18
3.7 Brustkrebs 18
4. Spezieller Teil: Brustkrebs 18-44
4.1 Diagnose 19-20
4.1.1 Anamnese und Tastuntersuchung 19
4.1.2 Mammographie 19
4.1.3 Sonographie 20
4.1.4 Kernspintomographie 20
4.1.5 Weitere diagnostische Verfahren 20
4.2 Behandlungsmethoden 21-31
4.2.1 klassische Behandlungen 21-25
4.2.2 alternative Behandlungen 25-31
4.3 Psychoonkologie -die Auswirkungen der Erkrankung auf den Patienten 31-36
4.4 Sporttherapie 37-39
4.4.1 Allgemeines 37-38
4.4.2 Spezielles 38-39
4.5 Interview mit Annette Rexrodt v. Fircks. (Nina Seibel) 40-44
2
5. Weitere Interviews 45-61
5.1 Interview mit Frau W. (Katja Spudat) 45-51
5.2 Interview mit Michael Lesch (Franziska Reinhard) 51-61
6. Reflexion 61-65
6.1 Interview mit Annette Rexrodt v. Fircks (von Nina Seibel) 61-62
6.2 Interview mit Frau W. (von Katja Spudat) 62-63
6.3 Interview mit Michael Lesch (von Franziska Reinhard) 63-65
7. Schlussbetrachtung 66-67
8. Literaturverzeichnis 68-70
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1 Einleitung
„Tut mir leid, aber sie haben Krebs.“, diese schwerwiegende Diagnose, die das Leben von einen Tag auf den anderen schlagartig ändert, kriegen jährlich über 340.000 Menschen in Deutschland 1 mitgeteilt. Dabei sind Frauen mit über 170.000 Neuerkrankungen etwas häufiger betroffen als Männer mit etwas mehr als 160.000 diagnostizierten Krebsfällen im Jahr. 2 Dabei bricht nicht nur für den Erkrankten eine Welt zusammen, sondern auch für die Menschen, die ihn lieben. Es leiden also viel mehr Menschen an dieser Krankheit als nur die Betroffenen selbst.
Nach solch einer niederschmetternden Diagnose sind viele Menschen oft verunsichert und verängstigt, wie es nun weiter gehen soll, wie sie den Krebs bewältigen können. Neben den herkömmlichen Therapien, wie Chemo- oder Strahlentherapie gibt es eine Reihe anderer alternativer Behandlungsmöglichkeiten. Auch wenn diese sicherlich als ergänzende Therapie betrachtet werden sollten, sind gerade oft sie der „Schlüssel“ den Krebs zu bekämpfen. Denn Krebs ist nicht nur eine rein körperliche Erkrankung, sondern hängt stark mit der Psyche zusammen, ganz besonders während des Heilungsprozesses. So kann allein eine optimistische Einstellung zum Krebs und der Therapie, der unermüdliche Glaube an sich, es zu schaffen das wirksamste Heilmittel sein.
In dieser Ausarbeitung soll dementsprechend auch nicht nur auf die allgemeine Therapie und Behandlung eingegangen werden, sondern es sollen alternative Therapien und Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, die den Menschen in ihrem Krankheitsweg eine große unterstützende Wirkung bieten.
Dazu wurden auch 3 Gespräche mit betroffenen Patienten geführt, die Aufschluss über die „Macht der Psyche“ geben und jeweils 3 verschiedene Wege aufzeigen, mit dem Krebs umzugehen und ihn zu besiegen.
1 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 13
2 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 13
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2 Entstehung von Krebs
Im menschlichen Organismus gibt es ganz viele verschiedene Zellen, von denen jede einzelne spezielle Aufgaben besitzt und somit zu bestimmten Organen und Geweben zugeordnet ist. 3 (z. B. Muskelzelle im Muskel)
Eine gesunde Zelle teilt sich nur bei Bedarf, z. B. beim Wachstum, wenn verbrauchte Zellen erneuert werden müssen oder um eine Wunde zu schließen, danach wird die Teilung gestoppt. Bei der Krebszelle funktioniert dieser Teilungsstopp nicht mehr. 4 Die jeweilige Aufgabe einer Zelle ist in dem so genannten genetischen Code/ der Erbinformation, die sich im Zellkern befindet, gespeichert. Wenn sich nun die Zellen teilen, muss diese Information kopiert werden, damit die neue Zelle genau das gleiche genetische Programm erhält. 5 Treten bei diesem Vorgang Fehler auf, wird z. B. die Erbinformation unvollständig oder fehlerhaft überschrieben, kann dies zum „Kontrollverlust“ führen, das heißt, dass sich die Zellen unkontrolliert teilen, sich entdifferenzieren oder gar absterben. 6 Diese Mutationen sind also dafür verantwortlich, dass die Zellen ihre Funktion verlieren und beginnen sich übermäßig zu vermehren - Krebs entsteht. Solche Krebszellen entstehen allerdings tagtäglich zuhauf und bei jedem von uns, doch das Entscheidende ist, ob unsere zelleigenen Reparatur- und Abwehrmechanismen dem entgegenwirken können. Erst wenn diese versagen, und die Krebszellen nicht mehr aufhalten und abwehren können, ist die Gefahr, dass ein Tumor heranwächst groß, aber dazu mehr in Kapitel 2.2.
Im folgenden Punkt 2.1 soll zuerst auf die Unterteilung und Klassifizierung von Tumoren eingegangen werden.
2.1 Klassifikation von Tumoren
Vorab erst noch eine kurze Erklärung zu dem Begriff „Tumor“. Tumor ist ein allgemeiner Begriff für die örtlich begrenzte Zunahme des Gewebevolumens, also eine Geschwulst. Dazu zählt z. B. auch ein örtliches Ödem (Flüssigkeitsansammlung) oder eine Schwellung. Im engeren Sinne wird der Begriff Tumor aber für das unkontrollierte Wachstum körpereigener
3 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 11
4 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 22
5 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 11, 15
6 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 11 vgl. www.krebsinformationsdienst.de
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Zellen angewandt. 7 Ist ein Tumor gutartig wird nicht von einer Krebserkrankung gesprochen, erst der bösartige Tumor wird als Krebs bezeichnet.
Man unterscheidet die Tumoren in 2 große Gruppen, es gibt einmal die gutartigen (benigne) und die bösartigen (maligne) Tumoren. 8 Eine weitere Tumorart ist der semimaligne Tumor, der hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden soll, ohne dass genauer darauf eingegangen wird.
Für eine vereinfachte und gut verständliche Veranschaulichung der jeweiligen Merkmale von benignen und malignen Tumoren sollen die beiden unteren Abbildungen dienen.
Abb. 1. Merkmale von benignen Tumoren, http://www.medizinfo.de/krebs/allgemein/tumorarten.shtml
7 http://www.medizinfo.de/krebs/allgemein/tumorarten.shtml
8 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 12
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Abb. 2: Merkmale von malignen Tumoren, http://www.medizinfo.de/krebs/allgemein/tumorarten.shtml
Um die Stadien einer Krebserkrankung genauer einteilen und näher beschreiben zu können, verwenden Ärzte in der Regel die so genannte TNM- Klassifikation. 9
T steht dabei für die Größe des Tumors und wird mit den Zahlen 1- 4 beschrieben. Je höher die Zahl, desto größer ist der Tumor (T1- T4).
N gibt an, ob und in welchen Ausmaß Lymphknoten in der Umgebung des Tumors befallen sind. (N0= kein Befall; N1= geringer Befall - N3= ausgedehnter Befall)
M steht für Metastasen und gibt an, ob sich Tochtergeschwülste, also Metastasen gebildet haben. Sind keine Metastasen vorhanden, steht eine Null hinter dem M (M0), sind Tochtertumore vorhanden die Zahl 1 (M1).
9 http://www.krebs-kompass.de/tnm-klassifikation.html-content, vgl. Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 22
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2.2 Rolle des Immunsystems
Die Aufgabe des Immunsystems ist der Schutz des Körpers vor Krankheitserregern. Dieser Schutz wird durch ein unspezifisches und ein spezifisches Abwehrsystem gewährleistet. 10 Zu dem unspezifischen Immunsystem gehören die Makrophagen (Fresszellen) und die natürlichen Killerzellen. Beide gehen gegen alle körperfremden Stoffe vor und fressen oder lösen sie auf. 11 Die Zellen des spezifischen Immunsystems, die Lymphozyten (B- und T-Zellen), die zu den weißen Blutkörperchen, den Leukozyten zählen 12 , gehen dagegen viel gezielter und schneller gegen Eindringlinge vor. Die Wirkweise des spezifischen Abwehrsystems läuft wie folgt ab: Alle Zellen, auch körperfremde, wie Viren und Bakterien, tragen auf ihrer Oberfläche spezifische Markierungen, die als Antigene bezeichnet werden. Während die Markierungen der körpereigenen Zellen vom Immunsystem erkannt und toleriert werden, erregen die fremden Zellen hingegen Aufmerksamkeit und werden erstmal von den Antikörpern identifiziert und markiert, damit sie später, wenn sie erneut eindringen wieder erkannt werden und schnell bekämpft werden können. Die Antikörper heften sich dazu an die fremden Antigene an und alarmieren über Signalstoffe (sog. Zytokine) die Killer- und Fresszellen, die die fremden Zellen daraufhin zerstören. 13
Bei der Abwehrreaktion von Krebszellen können allerdings einige Schwierigkeiten auftreten, die die Zerstörung der Zellen problematisch gestaltet. Krebszellen scheinen nämlich einige „Schlupflöcher“ im Immunsystem gefunden zu haben, so können sie sich beispielsweise durch eine neutrale Eiweißhülle tarnen und sich so den Angriffen der Abwehrzellen entziehen. Einige Krebszellen stoßen die Antikörper ab und führen sie auf eine falsche Spur. Andere wiederum können selbst Zytokine, also den Botenstoff ausschütten und somit eine falsche Information an die Killerzellen weiterleiten, wodurch diese dann den Angriff einstellen, anstatt ihn fortzuführen. 14 Diese Ausführungen verdeutlichen, dass das Immunsystem, vor allem ein intaktes, sehr wichtig für die Abwehr von Krebszellen ist. Man kann sich vorstellen, welch gravierende Auswirkung ein geschwächtes Immunsystem auf die Vermehrung von Krebszellen hat. Dann kann es nämlich passieren, dass die Krebszellen gar nicht erst erkannt werden und sich somit ungestört in unseren Organismus vermehren können. Auch wenn das alles ziemlich
10 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 518
11 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 31
12 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 519
13 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 31
14 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 33
8
erschreckend klingt, bei den meisten Menschen scheint das Immunsystem sehr gut zu funktionieren, es lohnt sich also es zu pflegen und zu stärken. 15
2.3 Risikofaktoren
Wie in Punkt 2.2 deutlich geworden ist, spielt das Immunsystem eine große Rolle bei der Entscheidung, ob eine mutierte Zelle tatsächlich zu einer gefährlichen Krebszelle wird oder nicht. Aber das ist nicht der einzig entscheidende Punkt bei der Krebsentstehung, denn bei der Ursachenforschung spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle.
Rund ein Viertel der Bevölkerung, erkrankt an Krebs 16 , die Mehrheit aber nicht, woran liegt das? Alle Menschen sind doch etwa ähnlichen Belastungen ausgesetzt. In diesem Abschnitt soll versucht werden eine Antwort auf diese Frage zu finden.
Die Stoffe, die zu einer Zellentartung führen können, werden Kanzerogene genannt, wozu die äußeren Faktoren, wie z. B. Schadstoffe, Viren und auch die Lebensweise gezählt werden. Die inneren Faktoren, also das Alter und die genetische Veranlagung scheinen aber auch eine Rolle bei der Krebsentstehung zu spielen. 17
„Prof. Schmähl vom Deutschen Krebsforschungszentrum hat schon vor Jahren eine Formel aufgestellt, die auch heute noch gilt: Krebs= Alter + Veranlagung + Abwehrschwäche + Kanzerogenbelastung“ 18 Wie man sieht, kann man also nicht nur einen einzelnen Faktor als Ursache für das Entstehen der Krankheit verantwortlich machen. Als erster Faktor soll das Alter näher betrachtet werden. Obwohl auch Kinder an Krebs erkranken können, so tritt die Erkrankung doch in 90% der Fälle nach dem 50. Lebensjahr auf. 19 Das ist damit zu erklären, dass in höherem Alter der Organismus immer anfälliger wird, da die Abwehrmechanismen nicht mehr so leistungsfähig sind, wie beim jungen Menschen. Auch die Zellen teilen sich nicht mehr so schnell und häufig, zudem kommt es immer öfter zu Störungen im Teilungsprozess, wodurch die besagten Mutationen hervorgerufen werden. 20 Generell funktioniert im Alter alles etwas langsamer und weniger gut, neben der Immunabwehr auch der Kreislauf und der Stoffwechsel.
15 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 30
16 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 25
17 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 26
18 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 25
19 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 26
20 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 26
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Im 2. Punkt geht es um die genetische Prädisposition (Veranlagung). Krebserkrankungen beruhen ja bekanntlich auf Veränderungen in den Genen, da aber bei den meisten Krebsformen die genetischen Abweichungen erst nach der Geburt auftreten, heißt das, dass sie nicht vererbt worden sein können. 21 Der Krebs an sich wird also nicht vererbt. Lediglich die Veranlagung einen Tumor zu entwickeln, kann vererbt werden. Wenn z.B. bereits bei den Eltern und Großeltern Schäden an den Kontrollgenen/ Reparaturgenen festgestellt wurden, wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch an die Kinder vererbt werden. 22 Diese haben dadurch von Geburt an ein höheres Risiko als andere an Krebs zu erkranken. In Familien, in denen Krebserkrankungen auffällig häufig aufgetreten sind, sollten die Angehörigen deswegen besonders auf ihrer Lebensweise achten und regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.
Doch das es allein aufgrund der genetischen Veranlagung zu einer Krebserkrankung kommt, ist nur äußerst selten der Fall. Nur bei ca. 5% der Brust- und Darmkrebsfälle scheint das der Fall zu sein. 23
Bei den Kanzerogenbelastungen, zu denen neben den ganzen chemischen Schadstoffen, Strahlen und Viren auch die Lebensgewohnheiten zählen, sollen hier nur wenige davon, wie das Rauchen, das Ernährungsverhalten und die beruflichen Einflüsse, besprochen werden, da in dieser Arbeit ein besonderes Augenmerk auf die psychischen Risikofaktoren und die Rolle der Psyche bei Krebserkrankungen generell, gelegt werden soll. Diese werden im Anschluss noch etwas genauer erläutert.
Zuerst soll die Tabelle 1 einen kurzen Überblick über den prozentualen Anteil einiger Faktoren an der Krebsentstehung geben.
Tabelle 1: Anteile an der Krebsentstehung; http://www.medizinfo.de/krebs/allgemein/ursachen.shtml
21 http://www.krebshilfe.de/was-ist-krebs.html
22 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 26
23 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 26
10
Demnach ist Rauchen mit 25- 30% der bedeutendste Einzelfaktor für die Krebsentstehung. Das Risiko eines Rauchers an Lungenkrebs zu sterben ist mindestens 15- 30-fach höher als bei Nichtrauchern. 24 Durch das Rauchen erhöht sich vor allem das Risiko für Krebserkrankungen in den sog. Raucherzonen (Mundhöhlen-, Speiseröhren-, Kehlkopfkrebs) und natürlich auch in der Lunge. Ein konsequenter Verzicht auf Tabak jeder Art (Pfeifen-, Zigarren, Kautabak) würde 90% der Lungenkrebserkrankungen verhindern. 25
Eine falsche, zu fettreiche und einseitige Ernährung trägt mit 20- 40% einen ähnlich hohen Anteil zu der Krebsentstehung bei.
Bei der Ernährung gibt es verschiedene Ansichten, welche „Mischung“ die richtige und gesündeste ist, aber allgemein kann man wohl sagen, dass man beim Essen vor allem auf eine abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse Wert legen sollte. Sei hier mal dahin gestellt, wie viele Anteile davon Ballaststoffe, Kohlenhydrate und Proteine sein sollten. Eine vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung soll anscheinend das Krebsrisiko senken, während eine zu fettreiche Ernährungsweise z. B. den Darmkrebs fördern soll. 26 Denn bei hohem Fettverzehr wird im Übermaß Gallensäure benötigt und dadurch können sich krebsfördernde Stoffe bilden. 27 Auch fehlende Nahrungsbestandteile, wie Vitamine und Ballaststoffe tragen zu einer Erhöhung des Krebsrisikos bei. Besteht z. B. ein Mangel an
24 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 16
25 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 528
26 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 16
27 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 27
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Vitamin C können Kanzerogene Schäden an den Zellen anrichten und auch der Zellstoffwechsel und die Abwehrkräfte werden durch einseitige Ernährung geschwächt. 28
Doch solche Daten über ernährungsbedingte Ursachen an der Entstehung von Krebs sind nur schwer zu erheben, denn es gibt auch immer wieder Ausnahmefälle, die das Gegenteil bestätigen. So muss ein sich sehr fettreich ernährender Mensch nicht zwanghaft unbedingt an Darmkrebs erkranken.
Die beruflichen Faktoren sind mit 4- 8% Prozent der drittgrößte Mitverursacher für die Entstehung von Krebserkrankungen. Asbest z. B. kann Lungen- und Rippenfellkrebs auslösen. 29 Die Arbeiter in der chemischen Industrie oder auch Frisöre und Maler sind teilweise giftigen Dämpfen von Lösungsmitteln oder Haarfärbemitteln ausgesetzt, was eine Tumorentstehung begünstigen kann. Das sind nur einige Beispiele aus dem Berufsleben, die verdeutlichen sollen, wo wir überall mit Kanzerogenen in Berührung kommen und vielleicht gar nichts davon wissen.
Zu den psychologischen Risikofaktoren ist folgendes zu sagen:
Sie können möglicherweise das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen, jedoch besteht kein direkter, ursächlicher Zusammenhang.
Wie schon zu Beginn des Kapitels erwähnt wurde, spielt das Immunsystem in der Entstehung der Krebserkrankung eine bedeutende Rolle. Das Immunsystem wiederum wird unter anderem auch über die Psyche des Menschen reguliert, das heißt, „langanhaltender Disstress im beruflichen und familiären Alltag mit mangelnder sozialer Unterstützung, niedrigem Bildungsniveau und erhöhten Scores für psychopathologische Symptome, wie Hilf- und Hoffnungslosigkeit“ 30 , stellen Risikofaktoren für sowohl die Entstehung einer Krankheit, als auch für einen ungünstigen Krankheitsverlauf dar.
In einer Studie 31 (Stone et al. 1994) wurde die Korrelation zwischen positiven und negativen Emotionen mit dem Immunsystem untersucht. Die Probanden bekamen über einen Zeitraum von 12 Wochen eine harmlose Proteinkapsel (als Antigen) verabreicht. Anhand der untersuchten täglichen Speichelprobe konnte nach unangenehmen alltäglichen Ereignissen (bspw. das Vergessen eines Hausschlüssels) eine reduzierte Antikörperproduktion (Immunglobulin A) nachgewiesen werden. Bei positiven Ereignissen war diese Produktion
28 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 27
29 Dimeo, F. (2006). Krebs und Sport, S. 17
30 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 572
31 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 523
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erhöht. Nach diesem Ergebnis betonten die Untersucher den bedeutenden Einfluss „von positiven Alltagsereignissen und Wohlbefinden auf die Gesundheit“ 32 . Futtermann et al. 33 (1994) konnte dieses Ergebnis mit Hilfe eigener Labordaten bestätigen. Nach Stimulation unterschiedlicher Stimmungen, konnte er bei positiver Stimmung eine erhöhte Lymphozytenproliferation, nach negativer eine reduzierte Lymphozytenproliferation feststellen. Zahlreiche andere Studien können ebenfalls belegen, dass positive Gedanken und Freude die Aktivität der Abwehrzellen erhöht und andererseits Ängste, Trauer und Disstress diese Aktivität verringern. 34
Anzumerken ist ebenfalls, dass depressive Menschen „in der Regel ein schlechteres Gesundheitsverhalten aufweisen“ 35 , somit der Konsum von Zigaretten und Alkohol erhöht ist. Eine Studie von Grunberg und Baum (1985) belegte zudem, dass diese auch weniger schlafen und dass die körperliche Aktivität bei Depressiven geringer ist als bei Nichtdepressiven. 36 Diese Faktoren wirken sich dadurch, wie eingangs erwähnt, wiederum direkt auf das Immunsystem aus.
Lehmann et al. (1978) konnte in seiner Untersuchung feststellen, dass Depressivität und Hoffnungslosigkeit, ausgelöst durch stressverursachende Lebensveränderungen und Verlustereignisse, bei Krebspatienten gehäuft auftrat. 37 Diese Untersuchung wurde jedoch heftig kritisiert, da „die beschriebenen Persönlichkeitsveränderungen eine mögliche Folge und nicht Ursache der Krebserkrankungen“ 38 sein müssen. Zusätzlich fehlten psychometrische Daten vor Krankheitsausbruch, sodass ein Vergleich der Persönlichkeit vor und nach Erkrankung nicht möglich war.
Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass die Neigung zu Depression als Risikofaktor für die Entstehung von Krebs im Allgemeinen verworfen werden muss, da ganz einfach keine adäquaten Studien belegen können, dass Depression wirklich als Ursache gesehen werden kann. 39
Hingegen könnten „Hilf- und Hoffnungslosigkeit als eine mögliche unspezifische psychische Antwort auf Verluste, in Interaktion mit spezifischen biologischen und sozialen Faktoren, zum
32 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 523
33 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 523
34 Beyersdorff, D. (1997). Ganzheitliche Krebstherapie, S. 119
35 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 525
36 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 525
37 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 533
38 Grulke, N. (2001). Verhaltensmedizin und Krebs, S. 534
39 Hürny, C. (1996). Psychische und soziale Faktoren in Entstehung und Verlauf maligner Erkrankungen, S. 958
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Risiko, an einer bestimmten Krebskrankheit zu erkranken, beitragen“ 40 . Aufgrund der Tatsache, dass Psyche, soziale Unterstützung und Immunfunktion in Wechselwirkung stehen, ist „diese Hypothese durchaus biologisch plausibel!“ 41
3 Krebsarten
Es gibt sehr viele verschiedene Krebsarten. Nachfolgend werden nur einige häufig vorkommende Arten aufgelistet und kurz beschrieben. . Andere hier nicht behandelte Krebsarten sind z.B. Leukämie, Hirntumore, Knochenkrebs, Kehlkopfkrebs etc. 42
3. 1 Darmkrebs
Unter Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarmes, des Mastdarmes, des Dünndarmes und des Anus zusammengefasst. Krebserkrankungen im Dünndarm sind sehr selten 43
In Deutschland erkranken etwa 70 000 Menschen an Darmkrebs, damit ist es die zweithäufigste Krebserkrankung. Die Mortalitätsrate liegt bei rund 28 000 Menschen. 44 Die Patienten erkranken im Gegensatz zu anderen Krebsarten erst relativ spät: Männer im Durchschnitt mit 69 Jahren und Frauen im Alter von 75 Jahren. 45 „Risikofaktoren, die Darmkrebs begünstigen, sind erbliche Veranlagung, chronisch entzündliche
Darmerkrankungen und ballaststoffarme Ernährung.“ 46
Die Möglichkeiten Darmkrebs frühzeitig zu erkennen stehen gut. In diesem Falle ist die Erkrankung heilbar, im späteren Zeitpunkt sind die Heilungschancen dagegen schlecht. Um also rechtzeitig den Krebs zu erkennen hat jeder ab dem 50. bis 55. Lebensjahr einen Anspruch auf einen kostenlosen jährlichen Hämocculttest (Stuhlbluttest); danach auf eine Darmspiegelung. Leider nehmen nur etwa 10 % der Menschen diese Möglichkeit wahr.
40 Hürny, C. (1996). Psychische und soziale Faktoren in Entstehung und Verlauf maligner Erkrankungen, S. 958
41 Hürny, C. (1996). Psychische und soziale Faktoren in Entstehung und Verlauf maligner Erkrankungen, S. 958
42 http://www.krebsgesellschaft.de/krebs_uebersicht,792.html
43 http://www.onmeda.de/krankheiten/darmkrebs.html
44 „Die Wende im Kampf gegen Krebs“, in DIE ZEIT’ Nr 12, Ausgabe vom 12. Juli 07, S. 33-36
45 http://www.krebsinformationsdienst.de/Krebsarten/darmkrebs.html#subcontent_Krebs%20-%20was%20ist%20das%20eigentlich?
46 http://www.onmeda.de/krankheiten/darmkrebs.html
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Arbeit zitieren:
Katja Spudat, 2007, Psychosomatische Besonderheiten bei Krebserkrankungen, München, GRIN Verlag GmbH
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