Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Geographische, Politische und Rechtliche Rahmenbedingungen 5
1.1 Geographische Veränderungen Preußens im 19. Jahrhundert 5
1.2 Wirtschaftspolitische Entwicklungen. 6
1.3 Rechtliche Voraussetzungen 6
2. Entwicklung der Getreidemüllerei 9
2.1 Stand um die Jahrhundertwende 9
2.2 Das preußische Mühlengewerbe von 1819 bis 1861. 10
2.3 Situation der Getreidemüllerei im ausgehenden 19. Jahrhundert 15
3. Schluss. 19
Literaturverzeichnis. 21
Anhang I
2
Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Ausdehnung Preußens 1815 6
Abbildung 2: Regionale Verteilung der Dampfmühlen 1834 bis 1861 11
Abbildung 3: Aufschwung der Mühlen nach Antriebsart 1819 bis 1861 12
Abbildung 4: Entwicklungslinien 1819 bis 1861 14
Abbildung 5: Hauptentwicklungen 1819 bis 1895 20
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Entwicklung der Getreide- und Mehlzölle von 1879 bis 1902 8
Tabelle 2: Entwicklung der Mühlen von 1811 bis 1819 9
Tabelle 3: Mühlendichte und Leistung 13
Tabelle 4: Mühlenbetriebe nach Betriebsgröße 15
Tabelle 5: Haupt- und Nebenbetriebe 1875 bis 1895 16
Verzeichnis des Anhangs
Tabelle A: Staatsgebiet Preußens im 19. Jahrhundert I
Tabelle B: Gebietsveränderungen der acht „traditionellen“ Provinzen I
Tabelle C: Dampfmühlen 1834 bis 1861 I
Tabelle D: Mühlenanzahl in den Provinzen 1819 und 1861 I
Tabelle E: Verhältnis Groß- zu Kleinmühlen II Datensatz 1819 bis 1895 II
3
Einleitung
„Die Müllerei hat die Aufgabe, das Korn - im engeren Sinne Brotgetreide: Roggen und Weizen - in Mehl umzuwandeln, d.h. den Mehlkern von seiner Kornschale zu befreien, damit der Bäcker aus dem so gewonnenen Produkt das für unser Leben wichtige Brot herstellen kann, oder das Korn - hier kommt außer Roggen und Weizen auch Hafer, Gerste, Mais etc. in
1 Betracht - zur Verfütterung an das Vieh einfach zu zerquetschen oder zu schroten.“ Die Getreidemüllerei ist so alt wie die Ernährung des Menschen und einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste, Industriezweig der Welt. Das 19. Jahrhundert spielt in der Geschichte des Mühlengewerbes eine bedeutende Rolle. Die technische Entwicklung machte einen riesigen Sprung nach vorne und die Getreidemüllerei wurde zu einem wichtigen Träger
2 . der beginnenden Industriellen Revolution in Deutschland
„Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen bestimmte den Nahrungsbedarf, die Entwicklung der Landwirtschaft die zu erntende Getreidemenge. Aus beidem resultierte die historische Tendenz zur größeren Zahl von Mühlen und zu Mühlen mit größerer Leistung. Dabei konnte die Einführung besonders leistungsfähiger Mühlen zur Stillegung zahlreicher
3 leistungsschwächerer, d.h. zu einem ‚Mühlensterben’, führen.“
Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der Entwicklung des preußischen Mühlengewerbes im 19. Jahrhundert auf der Basis von Gewerbe-, Bevölkerungs-und
Getreideproduktionsstatistiken und gleichzeitig die Untersuchung von Gründen der aufgezeigten Entwicklungen. Um die Analyse zu erleichtern, werden drei Zeitabschnitte unterschieden: 1. Ende 18. Jh./Beginn 19. Jh. (Kapitel 2.1), 2. 1819 bis 1861 (Kapitel 2.2), 3. Ende 19. Jh. (Kapitel 2.3). Während in Kapitel 2.1 der Stand der Getreidemüllerei um die Jahrhundertwende dargelegt wird, sind in Kapitel 2.2 die Verhältnisse von Wind-, Wasser-, Göpel- und Dampfmühlen zueinander sowie deren regionale Verteilung auf die Provinzen die Schwerpunkte. Im Abschnitt 2.3 werden die Verhältnisse von Klein- und Großbetrieben sowie Mühlenhaupt- und -nebenbetrieben den Mittelpunkt bilden. Die technischen Fortschritte werden nicht in einem gesonderten Kapitel dargestellt, sondern nur zur Erklärung herangezogen. Ausführliche Erläuterungen zur Mühlentechnik sowie deren Veränderungen
4 sowie Wagenbreth/u.a. 5 zu finden. sind unter anderem bei Luther
1 Struck, Otto: Gross- und Kleinbetrieb in der Getreidemüllerei. Greifswald 1911, S.12. 2 die Begriffe ‚deutsch’ und ‚Deutschland’ beziehen sich im Verlauf der Arbeit für die Zeit vor 1871 auf die Gesamtheit der Staaten auf dem Gebiet des späteren Deutschen Reichs
3 Wagenbreth, Otfried/Düntzsch, Helmut/Tschiersch, Rudolf/Wächtler, Eberhard: Mühlen. Geschichte der Getreidemühlen. Technische Denkmale in Mittel- und Ostdeutschland. Leipzig/Stuttgart 1994, S.52. 4 Luther, Gerhard: Die technische und wirtschaftliche Entwicklung des deutschen Mühlengewerbes im 19. Jahrhundert. Leipzig 1909.
4
Die ausschließliche Betrachtung Preußens beruht zum einen auf dessen Vorreiterrolle bei der Einführung der Gewerbefreiheit zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zum anderen auf der Dominanz des preußischen Mühlengewerbes in Deutschland und drittens auf der ausgezeichneten Quellenlage. Um die Vergleichbarkeit für das gesamte Jahrhundert
6 betrachtet. herzustellen, werden nur die acht „traditionellen“ Provinzen
Im folgenden Kapitel soll die Grundlage für die gesamte Arbeit gelegt werden. Hier werden die geographischen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen dargestellt. Der erste Abschnitt befasst sich mit den geographischen Veränderungen Preußens im Laufe des 19. Jahrhunderts. Daran anschließend, werden im zweiten Abschnitt die für unsere Problematik wichtigsten politischen Entwicklungen dargelegt. Abschließend stehen die für das Mühlengewerbe wichtigen gewerberechtlichen Umgestaltungen im Vordergrund.
5 Wagenbreth/u.a. A.a.O.
6 das sind die Provinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien, Sachsen, Westfalen und Rheinland
5
1. Geographische, Politische und Rechtliche Rahmenbedingungen
1.1 Geographische Veränderungen Preußens im 19. Jahrhundert
Der Beginn des 19. Jahrhunderst war geprägt von den Auseinandersetzungen gegen das Frankreich Napoleons. Während Preußen 1803 noch eine Größe von 5724,91QM hatte, verlor es durch den ‚Frieden von Tilsit’ 1807 die Hälfte seines Staatsgebietes. Nach dem Sieg gegen Napoleon und dem Abschluss des Wiener Kongresses 1815 erhielt Preußen erhebliche Besitzungen zurück und konnte in gleichem Umfang neue Gebiete erwerben, sodass das Staatsgebiet mit 5086,02QM wieder annähernd die gleiche Größe wie 1803 erreichte. In den Jahren 1815/16 erfolgte eine Neugliederung Preußens. Es entstanden die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien, Sachsen, Westfalen, Niederrhein und Jülich-Kleve-Berg. Die letzten beiden wurden ab 1822/30 zur Rheinprovinz vereinigt, die Provinzen Ost- und Westpreußen bildeten von 1824/29 bis 1878 eine Einheit - 7 DieseProvinzen bilden die acht „traditionellen“ Provinzen. Durch die Provinz Preußen.
Verträge, Käufe und Annexionen vergrößerte sich das Staatsgebiet Preußens zwischen 1840 (5096,52QM) und 1871 um 1230,68QM auf 6327,20QM. Am Ende des 19. Jahrhunderts
8 (1895) gliederte sich der Staat in 13 Provinzen mit einer Gesamtgröße von 6327,97QM. Die acht traditionellen Verwaltungseinheiten veränderten ihre Größe zwischen 1815 und 1895
9 Abbildung 1 zeigt den preußischen Staat in der Ausdehnung des nur unwesentlich. Untersuchungsraumes dieser Arbeit.
7 zur Vereinfachung der Untersuchung werden diese beiden Veränderung für das gesamte Jahrhundert angewendet; zur Provinz Brandenburg wird auch Berlin gezählt.
8 Vgl. Schlenke, Manfred: Preußen-Ploetz. Preußische Geschichte zum Nachschlagen. Freiburg/Würzburg 1987, S.144-151.; Preussische Statistik Bd.30. Berlin 1875, S.6.; Vgl. Tabelle A im Anhang, S.I. 9 Vgl. Tabelle B im Anhang, S.I.
Arbeit zitieren:
Magister Artium Manuel Dethloff, 2003, Das preußische Mühlengewerbe im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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