Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zur Entstehung von Gesundheit und Krankheit 5
2.1. Was heißt Gesundheit? 5
2.2. Theorien und Modelle zur Entstehung von Gesundheit und Krankheit 5
2.2.1. Medizinisch-biologisches Modell 5
2.2.2. Risikofaktorenmodell 6
2.2.3. Das Modell der Salutogenese 6
3. Arbeitslosigkeit in Deutschland 7
3.1. Begriffsbestimmungen 7
3.1.2. Arbeitslose, Langzeitarbeitslose 7
3.1.3. Arbeitslosigkeit 7
3.1.4. Arbeitslosenquote. 7
3.1.5. Erwerbsfähigkeit 8
3.1.6. Erwerbstätige. 8
3.2. Die Entwicklung und Ursachen der Arbeitslosigkeit in Deutschland seit den
50iger Jahren 8
4. Die gesundheitliche Situation von Arbeitslosen 10
4.1. Grundlegende Hypothesen Ursachen und Wirkung im Zusammenhang von
Gesundheit und Arbeitslosigkeit. 10
4.2. Zur Bedeutung von Erwerbsarbeit im Lebenszusammenhang. 11
4.3. Selbsteinschätzung des allgemeinen Gesundheitszustands. 12
4.4. Erklärungsmodell 14
4.5. Auswirkungen von Arbeitsplatzunsicherheit auf die Gesundheit. 15
4.6. Gesundheitsverhalten 15
4.6.1. Gesundheitsverhalten: Rauchen 15
4.6.2. Gesundheitsverhalten: Ernährung, Übergewicht, sportliches Verhalten. 16
4.6.3. Gesundheitsverhalten: Alkohol. 17
4.7. Mortalität 17
4.8. Inanspruchnahme der ambulanten und stationären Versorgung 18
4.9. Gesundheitliche Auswirkungen der Arbeitslosigkeit am Beispiel „Die
Arbeitslosen von Marienthal“ 20
5. Prävention und Gesundheitsförderung 23
5.1. Definition 23
5.2. Gesundheitsförderung. 24
5.2.1. Wiederbeschäftigung. 24
5.2.2. Nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit. 25
5.2.3. Gesundheitliche Chancengleichheit 25
5.2.3.2. Beispiel: Projekt „Job fit regional“ 27
5.2.4. Soziale und ökonomische Teilhabe 28
5.3. Gesundheitsförderung und Prävention als Aufgabe der Sozialen Arbeit. 29
6. Schlusswort 31
7. Literaturverzeichnis 32
8. Abbildungsverzeichnis 34
2
1. Einleitung
Mit den einleitenden Worten beschreibt eine 32-jährige Arbeitslose ihre Situation nach einem Jahr Arbeitslosigkeit. Sie nennt die vergeblichen Versuche zur Bewältigung und Veränderung ihrer Situation, ihr zunehmendes Gefühl, allein keinen Ausweg mehr zu finden und die Suche nach Hilfe bei Ämtern und Beratungsstellen. Das Scheitern ihrer Bemühungen, bis hin zu einer wachsenden Verzweiflung und einer Hilflosigkeit, die sich in Depression und Selbstmordgedanken widerspiegelt.
„Die Äußerungen werfen ein krasses Licht auf das Selbstbild und Lebensgefühl arbeitsloser Menschen. Aus aktiven, leistungsbewussten und zupackenden ArbeitnehmerInnen werden depressive, ängstliche und hilfsbedürftige Klienten von sozialen Hilfsdiensten“ (BPB 2003: 17).
„Arbeitslose schätzen ihre eigene Gesundheit schlechter ein, sind stärker von Krankheiten und Beschwerden betroffen, nehmen häufiger ambulante und Krankenhausleistungen in Anspruch, verhalten sich in vielerlei Hinsicht ungesünder und unterliegen außerdem einem höheren Mortalitätsrisiko“ (RKI 2005: 122).
Dies ist ein Auszug aus der Schlussfolgerung des „2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung“ zum Thema „Folgen der Arbeitslosigkeit für die Gesundheit“. Der Zusammenhang zwischen der sozialen Lage und dem Gesundheitszustand gewinnt in den Medien immer mehr an Bedeutung und ist Gegenstand zahlreicher politischer Diskussionen.
Die Bundesagentur für Arbeit stellt in ihrem Monatsbericht für Februar 2007 die aktuelle Zahl der Arbeitslosen vor. Sie beträgt 4,222 Mio. Menschen. Die Arbeitslosenquote in Deutschland beträgt 10,1. (vgl. SCHWÄBISCHE ZEITUNG 2007: 3).
Neben der Politik hat auch die Soziale Arbeit eine wichtige Funktion zum Ausgleich der gesundheitlichen Benachteiligung von Arbeitslosen. Hier sei beispielsweise die Gesundheitsförderung genannt.
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In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema „Arbeitslosigkeit und Gesundheit“. Im zweiten Kapitel werde ich Theorien zur Entstehung von Krankheit und Gesundheit darstellen. Im dritten Kapitel wird auf die Arbeitslosigkeit in Deutschland eingegangen. Darauf folgt im vierten Kapitel die gesundheitliche Situation arbeitsloser Menschen. Im letzten Kapitel befasse ich mich mit der Gesundheitsförderung und Prävention von Arbeitslosen.
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2. Zur Entstehung von Gesundheit und Krankheit
2.1. Was heißt Gesundheit? Anfangs ist es notwendig, Gesundheit zu definieren. Die WHO
(Weltgesundheitsorganisation) definiert Gesundheit als ein „… vollkommenes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden...“ (MACHLEIDT 2004:11). Aus dieser Definition lässt sich ableiten, dass die sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und kulturellen Lebensbedingungen einen gewissen Entwicklungsrahmen für die Gesundheit eines Menschen geben. Gesundheit ist demnach also nicht nur die Abwesenheit von Krankheit.
2.2. Theorien und Modelle zur Entstehung von Gesundheit und Krankheit
In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Sichtweisen der Bedingungen dargestellt, die bei der Entstehung von Gesundheit und Krankheit ursächlich wirken.
2.2.1. Medizinisch-biologisches Modell
Im Medizinisch-biologischen Modell ist der Mensch gesund, wenn sich der Organismus in einem Gleichgewichtszustand befindet. Somit wird Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit definiert.
Bei diesem Modell, das im 19. Jahrhundert von Virchow begründet wurde gibt es für jede Erkrankung spezifische Krankheitsursachen (z.B. Viren oder Bakterien). Diese Krankheit weist dann bestimmte Grundschädigungen (z.B. an Zelle, Organe, Gewebe, Biochemie) mit typischen äußeren Zeichen auf. Die Verläufe sind beschreibbar und vorhersehbar und können sich ohne Interventionen verschlimmern (vgl. SZAGUN 2007: 13).
Die Gesundheitsförderung geschieht in diesem Modell durch Aufklärung oder medikamentöse Beeinflussung biologischer Risikofaktoren. Aus heutiger Sicht ist dieses Modell jedoch veraltert, da es beispielsweise psychosoziale Bedingungen (wie beispielsweise Arbeitslosigkeit) nicht mit einbezieht.
5
2.2.2. Risikofaktorenmodell
Das Risikofaktorenmodell ist eine Erweiterung des medizinisch-biologischen Modells. Hier werden gleichzeitig medizinische, psychologische und soziologische Krankheitsrisiken betrachtet. Die Annahme besteht, dass Krankheiten nicht zwingend eine Ursache haben, sondern von multiplen Risiken beeinflusst werden. In diesem Modell kommt die Aufgabe der Epidemiologie zu tragen, d.h. die Ursache-Wirkungsbeziehung zwischen Risikofaktoren und Krankheit muss nach statistischen Kriterien festgelegt werden.
2.2.3. Das Modell der Salutogenese
Aaron ANTONOVSKY (1923-1994) ist der Begründer dieses Modells. In seinen wissenschaftlichen Untersuchungen fragte sich ANTONOVSKY, was den Menschen trotz vieler gesundheitsgefährdender Einflüsse gesund hält. Antonovsky sieht den Menschen in einem Strom des Lebens, einem Fluss voller Gefahren, er fragt sich: „Wie wird man, wo immer man sich in dem Fluss befindet, dessen Natur von historischen, soziokulturellen und physikalischen
Umweltbedingungen bestimmt wird, ein guter Schwimmer?“ (FRANKE 1997 n. SZAGUN 2007: 17). Er sucht nach zusätzlich stärkenden Ressourcen, die den Organismus gegen schwächende Einflüsse widerstandsfähiger machen. Für Antonovsky wird der Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen hauptsächlich durch eine individuelle, psychologische Einflussgröße bestimmt. „Antonovsky ist sich dabei im Klaren, dass äußere Faktoren wie Krieg, Hunger oder schlechte hygienische Verhältnisse die Gesundheit gefährden. Dennoch gibt es auch unter gleichen äußeren Bedingungen Unterschiede im Gesundheitszustand verschiedener Menschen. Wenn also die äußeren Bedingungen vergleichbar sind, dann wird es seiner Ansicht nach von der Ausprägung dieser individuellen, sowohl kognitiven als auch affektiv-motivationalen Grundeinstellungen abhängen, wie gut Menschen in der Lage sind, vorhandene Ressourcen zum Erhalt ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens zu nutzen“ (BZGA 2001: 28).
Diese Grundhaltung bezeichnete er als Kohärenzgefühl oder Sense of Coherence (Sense = Sinn, Empfindung, Gefühl, Bedeutung. Kohärenz = Stimmigkeit, Zusammenhang). Der Sense of Coherence (SOC) besteht aus 3 Komponenten: 1. Der Verstehbarkeit = kognitives Verarbeitungsmuster = kognitiv-emotionales Verarbeitungsmuster, 2. der Handhabbarkeit und 3. der Bedeutsamkeit.
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Arbeit zitieren:
Holger Weilekes, 2007, Arbeitslosigkeit und Gesundheit, München, GRIN Verlag GmbH
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