Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Physikalische und soziale Geographie - Demographie - wirtschaftliche Lage. 3
3. Geschichte und Politik 4
4. Die indische Minderheit im heutigen Tansania. 6
4.1 Die indische Diaspora 6
4.2 Kulturelle und religiöse Unterschiede der indischen Tansanier. 8
4.3 Wirtschaftliche Position der Inder und die daraus resultierenden Probleme 10
4.4 Die Frage der Staatsbürgerschaft 12
5. Multikulturelle Gesellschaft - Integration, Segration und Rassenverhältnisse. 13
6. Fazit. 15
Literaturverzeichnis. 15
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1. Einleitung
Nach einem sechsmonatigen Auslandsstudium an der Universität Dar es Salaam, Tansania bin ich mit einer veränderten Einstellung zu allen gesellschaftlichen Aspekten zurückgekehrt. Im Kurs Migration und ethnische Minderheiten kann ich nun über einen Teil meiner eigenen Erfahrung, unter Heranziehung relevanter Literatur, einen Teil dieser Erfahrung aufarbeiten. Es wird im folgenden, um die Migration der indischen Bevölkerung nach Tansania und ihre Position heute gehen, dabei werde ich auch eine allgemeine Beschreibung des Staates Tansania, über dessen politische Entwicklung und Situation, die Wirtschaftslage und einen geschichtlichen Abriss, immer im Zusammenhang mit der indischen Minderheit schrittweise entwickeln. Dies ist notwendig, damit die Zusammenhänge der Migration und der Etablierung einer indischen Diaspora verständlich aufgezeigt werden können. Es werden die religiösen, kulturellen Aspekte beleuchtet, aber auch die Migration in Zahlen aufgezeigt, des weiteren werde ich die Diaspora der Inder darstellen und die Konflikte und Probleme herauskristallisieren.
2. Physikalische und soziale Geographie - Demographie - wirtschaftliche Lage
Der Staat Tansania erstreckt sich über eine Größe von 945.087 Quadratkilometer in Südostafrika. Im Norden wird der Staat durch Kenia und Uganda, im Osten durch Ruanda, Burundi und dem Kongo und im Süden durch Sambia, Malawi und Mosambik, im Osten durch den Indischen Ozean begrenzt. Zum Staatsgebiet zählen auch die Inseln Sansibar, Pemba, Letham und Mafia, sowie unzähliger vorgelagerter Kleininseln. Nach Angaben der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1998 leben in Tansania 32.102.100 Menschen, von denen ca. 800.000 auf der Insel Sansibar leben. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 34 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Lebenserwartung wird mit ca.50 Jahren beziffert. 97,6% der Bevölkerung sind Afrikaner, der Rest verteilt sich auf indisch, arabisch und europäische Gruppen. Die Bevölkerung lebt zum größten Teil auf dem Land, die größte Stadt ist Dar es Salaam mit ca. 1.000.000 Million Einwohner. Es leben etwa 120 verschiedene Bevölkerungsgruppen auf dem Staatsgebiet, von denen jedoch keine mehr als 10% der Gesamtbevölkerung stellen.
Etwa 80% der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und der Viehzucht, es werden hauptsächlich Kaffee, Baumwolle, Getreide und Nelken(Sansibar/Pemba) als Exportgüter angebaut. Das Land ist reich an Bodenschätzen wie Diamanten, Gold und
Gas(Küstenregion). Die Infrastruktur des Landes erhält erst in den letzten Jahren Auftrieb
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durch internationale Projekte. Das Bruttosozialprodukt pro Einwohner betrug 1998 $US262. Die Landwirtschaft hat dabei einen Anteil von 44,8% auf dem Festland und 41,5% auf Sansibar. Die Produktion von Gütern trägt einen Anteil von 7,9% auf dem Festland und 4,9% auf Sansibar zu dem BSP bei. Der Tourismus bringt dem Land einen Umsatz von ca. $US392.4 Millionen jährlich ein. Die wirtschaftliche Entwicklung hat in der letzten Dekade einen Aufschwung erhalten und die Erwartungen an eine weitere Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation sind optimistisch. 2
3. Geschichte und Politik
Das Land Tansania existiert in seinen aktuellen Grenzen erst seit Ende des vergangenen Jahrhunderts, die Unabhängigkeit von Großbritannien wurde erst 1961 erreicht, doch dazu später etwas mehr. Trotz der großen Unterschiede zwischen den einzelnen Kulturräumen und den verschiedenen Ethnien des Landes bildet Tansanias Geschichte eine Einheit, die größtenteils mit den bestehenden Grenzen übereinstimmt.
(Ein doch wichtiger Punkt für die Einsicht der ständigen Migration des Menschen überhaupt ist der Fakt - Die Wiege der Menschheit - liegt in Ostafrika, die durch Funde aus dem Jahre 1998 in Tansania den Nachweis erbrachten, das bisher unwiderlegt, die ältesten unserer Vorfahren vor 6 Millionen aus dieser Region kamen.) Die vorkoloniale Geschichte Tansanias ist von zwei parallel verlaufenden Entwicklungen gekennzeichnet. Der frühe Seeverkehr der Sumerer, Phönizier, Ägypter, Perser, Araber und um das Jahr 1000 auch Chinesen und Inder die Küste Ostafrikas anliefen, um ihre Handelsbeziehungen im Indischen Ozean auszudehnen. Im innern Afrikas kam es zu den großen Völkerwanderungen, die jedoch nur lückenhaft zu rekonstruieren sind, es ist eine gemeinsame Wurzel zwischen den Völkern aller Regionen Afrikas und der arabischen Halbinsel jedoch nachweisbar. Seit dem 8.Jahrhundert begannen die Araber in Ostafrika eine Rolle zu spielen. Sie verbreiteten den Islam und dehnten die Handelbeziehungen immer weiter in Richtung Süden aus. Auf den Inseln Pemba und Sansibar sind die Spuren der Vermischung mit den Bantugruppen, vor allem auf die Entstehung der Suaheli Ethnien zu beziehen, noch heute sichtbar. Im 15 Jahrhundert lösten die Portugiesen die Araber ab, die Oman Araber machten eben diesen Platz ab dem 17 Jahrhundert streitig. Es kam sogar soweit, das aufgrund des Handelbooms, der Sultan Sayyed Said von Oman den Sultanatsitz nach Sansibar verlegte. Im 19 Jahrhundert breiteten die Araber sich durch die großen
1 Vgl. Facts on Africa, S.1146-1167
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Karawanenstrassen auch im innern des Landes aus. Sie rückten bis an die großen Seen vor und kamen mit Elfenbein und Sklaven zurück. Kontrolle übten sie allerdings nur auf den Inseln und der Küste aus. Die arabischen Händler geraten in finanzielle Schwierigkeiten und in die Abhängigkeit indischer Zuwanderer. Die Briten nutzen unter dem Deckmantel des Empire diese Stellung für sich aus. Das kurze deutsche Intermezzo von 1885-1918 unterbrach nur kurz den politisch-kulturellen Weg des Landes. Sie bauten zwar eine bis heute genutzte und wichtige Infrastruktur auf, hatten aber niemals wirklich Einfluss im heutigen Tansania. Die Briten interessierten sich nach der Aufteilung der Kolonien mit Ende des ersten Weltkrieges wenig für das Gebiet, das fortan Tanganyika Territory hieß. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Tanganyika Treuhandgebiet der Vereinten Nationen. Zu einem vor allem für den zweiten Teil der Arbeit wichtigen Zeitabschnittes, kam es durch den Mwalimu - Julius Nyerere. Ein junger Lehrer der das Land mit der TANU - Partei in die Autonomie, unter dem Slogan Uhuru na Umoja (Freiheit und Einheit), führte. Die friedliche Formulierung seiner Politik in einem Land mit einer gemeinsamen Sprache Kisuaheli und ohne jegliche Religionskonflikte oder Tribalismus - Probleme, führte am 9.Dezember 1961 zur Unabhängigkeit des Territoriums. 1963 schloss sich das unruhige Sansibar nach dem eigenen Ausruf der Unabhängigkeit an das neu gegründete Tanganyika an. Kurz darauf kam es auf Sansibar und Pemba zur blutigen Rebellion, in dessen Folge 17000 Araber und Inder den Tod fanden. Auf Drängen Nyereres rief die Revolutionsregierung unter Abeid Karume, den Bund mit dem Festland aus, um so weitere Ausschreitungen zu vermeiden. Am 26.April 1964 wurde die United Republic of Tanzania
ausgerufen(Tanganyika + Zansibar + Azania >antike Küstenbezeichnung@). Nyerere wurde Staatspräsident und führte im Jahr 1967 den afrikanischen Ujamaa Sozialismus ein. 1985 gab Nyerere aus verschiedenen Gründen - intern: der nicht beachteten Fruchtfolge in den Agrarbetrieben der Ujamaadörfern, die zu Unmut und Abwanderung in der Bevölkerung aus den „Kunstdörfern“ führte, extern: die immensen Kosten für den Krieg mit Uganda und des Sturzes des Diktator Idi Amin - und er so vor allem im Ausland immer weiter unter politischen und wirtschaftlich Druck geriet, sein Mandat an Ali Hassan Mwinyi ab. Auch nach seinem Tod 1999 wird er im Land als Heldfigur verehrt. Mwinyi vollzog auf Druck der Weltbank, IWF und westlicher Regierungen einen Kurswechsel in Richtung Marktwirtschaft und Demokratie. Seit 1995 steht Benjamin Mkapa, in dem seit 1992 eingeführten Mehrparteiensystems des Landes, an der politischen Spitze. 2
2 Vgl. Gabriel, J., Reise-Know-How Tansania, Sansibar, Därr, Hohentann, 1999, S.143-168
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Arbeit zitieren:
Jan Lüdert, 2001, Die indische Diaspora in Tansania, München, GRIN Verlag GmbH
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