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Methodisches Lernen
Die SUS erweitern ihre Methodenkompetenz, indem sie mit „silent viewing“ eine Szene bearbeiten und die Methode auf ihre Vorteile hin reflektieren.
2. Bemerkungen zur Lerngruppe und zur Reihe
Die vorliegende Stunde steht im Kontext Film-Analyse. Entsprechend den Vorgaben des Zentralabiturs steht für die SUS 2009 „East is East“ im Mittelpunkt. Die 24 SUS befassen sich seit knapp zwei Wochen mit diesem Film. In den letzten Stunden wurde besonderer Wert auf die Analyse von filmischen Mitteln und dem „close viewing“ gelegt. In der heutigen Doppelstunde werden die SUS mit zwei neuen Methoden der Analyse einer Szene konfrontiert. Bei beiden Varianten steht die Fokussierung auf Ton bzw. Bild ohne den jeweils anderen Sinneskanal im Vordergrund. Zur Bearbeitung ziehe ich vom Regisseur gelöschte Szenen heran (Kanal-Szene und Pub-Szene), da die SUS den Film bereits im Ganzen gesehen haben und eine Analyse bereits gezeigter Szenen mit diesen Methoden nur schwer umsetzbar ist. Außerdem erhoffe ich mir durch die Präsentation von neuen Szenen eine Motivationssteigerung. In den folgenden Stunden werden dann wieder bekannte Szenen aus dem Film mit Hilfe eines viewinglog aufgearbeitet und mit unterschiedlichen Schwerpunkten analysiert. In diesem, dem zweiten Teil der Reihe, steht auch eher der Inhalt als die Form im Vordergrund. Daher fungiert die heutige Doppelstunde in einer Kombination aus Inhalt und Form als Übergang. Im ersten Teil ist diese durch Erstellung eines Story-Board stark formal orientiert, im zweiten Teil (UB) eher inhaltsorientiert aufgebaut. Die SUS erarbeiten einen Dialog in Gruppen. Diese Gruppenorganisation ist mir bei dieser Lerngruppe besonders wichtig, da sich am Plenumsgespräch in der Regel nur 5-6 SUS beteiligen. Die SUS kennen die Gruppenarbeit erst seit zwei Unterrichtsstunden und befinden sich noch am Anfang der Spezialisierung auf verschiedene Gruppenaufgaben. Bislang habe ich nur einen „language manager“ eingeführt, da es mein erstes Ziel ist, die SUS zum Sprechen zu ermuntern. In den folgenden Stunden der Reihe werden diese Gruppenaufgaben schrittweise ausgebaut.
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Eine zweite Methode, die ich in der vorliegenden Stunde verwenden möchte, ist „Think, Pair, Share“ in verschiedenen Ausführungen. Auch hier ist es das Ziel, mehr SUS zur Kommunikation zu bewegen. In den bisherigen Stunden hat sich dieses Verfahren bewährt.
3. Didaktisch-Methodischer Kommentar
Der Lehrplan Englisch fordert von den SUS in der Oberstufe im Sinne der „media literacy“ die Auseinandersetzung mit Filmen unter verschiedenen Perspektiven. Wichtig ist, so der Lehrplan, dass die SUS lernen, mehrfach kodierte Materialien zu entschlüsseln, indem sie „die Kodierungskanäle zunächst separat beobachten und dann im Zusammenhang analysieren“ und reflektieren. 1 Die heutige Stunde setzt zwischen Entschlüsselung und Reflektion einen produktionsorientierten und kreativen Schwerpunkt, indem die SUS einen Dialog entwerfen. Auch dies wird vom Lehrplan eingefordert: „[Die SUS sollen] zum Bild eine eigene Tonspur entwerfen und das eigene Produkt mit der vollständigen Vorlage vergleichen.“ 2
Aufgrund der angesprochenen Kommunikationsproblematik meines Kurses sehe ich den Kern der Stunde auf zwei Ebenen. Zum einen sollen die SUS durch die produktionsorientierte und motivierende Aufgabe in der Kleingruppe zum selbständigen Arbeiten und vor allem zum Sprechen in der Fremdsprache ermutigt werden. Zweitens ist es mir wichtig, dass den SUS klar wird, dass die Fokussierung auf einen Sinneskanal bei dem Verständnis einer Szene helfen kann. Es ist auch interessant nach Vergleich von Original und Produkt den SUS die Frage zu stellen, warum gerade diese Szene aus dem Film entfernt wurde. Hier wäre wünschenswert, dass die SUS zu dem Schluss kommen, dass das Problem der Fremdenfeindlichkeit bereits ausführlich thematisiert wird und daher die Szene
1 MSWF NRW [Hrsg.]. “Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II in NRW - Gymnasium/Gesamtschule -
Englisch”, Ritterbach-Verlag, 1999. S.37
2 ebd. S.38
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redundant wird. Dies stellt aber nur eine optionale Variante dar, da ich den Schwerpunkt der Stunde in der Produkterstellung sehe.
Um ein gutes Produkt zu erstellen, wird der Inhalt der Szene vor der kreativen Arbeit bereits durch zweimaliges Sehen der Szene und Besprechung in der Gruppe vorstrukturiert. Hier bestünde die Möglichkeit, die gefundenen Ideen zunächst im Plenum zu sammeln. Ich möchte die selbständige Arbeit der SUS an dieser Stelle aber nur unterbrechen, wenn die Gruppenarbeit bis dahin unproduktiv verlaufen ist. Da die Gruppe aber wenig Erfahrung mit selbständiger Arbeit hat, erscheint es mir notwendig, hier die Möglichkeit für einen Schnitt zu haben, um die folgende Erarbeitungsphase nicht zu gefährden.
Die SUS werden von mir bei der Produktion ihres Dialogs durch ein AB unterstützt, dass ihnen die Reihenfolge der Äußerungen der Personen, zusammen mit dem Timecode, vorgibt. Hier bietet sich auch eine gute Möglichkeit zur Differenzierung. Gute Gruppen können versuchen, ihre Dialoge mit der Filmsequenz zu synchronisieren. Um diese Differenzierung möglich zu machen, sowie zur zusätzlichen Unterstützung, werde ich während der Erarbeitungsphase die Szene mehrfach wiederholen.
Einzelne Gruppen werden vollständige Arbeiten präsentieren, bei einigen rechne ich mit schwächeren Ergebnissen. Da alle SUS aber zumindest einen Teil des Dialoges verfassen, ist es wichtig, dass neben der Präsentation an sich auch die Inhalte der Dialoge thematisiert werden. Es wäre auch möglich, dass keiner der SUS vortragen möchte oder vollständig fertig wird. Ich werde dies dann so auffangen, dass ich die SUS kurz den Inhalt ihres Dialoges wiedergeben lasse, um dies anschließend mit dem Original zu vergleichen. Das Original ist nur sehr schwer zu verstehen. Die SUS sollen erkennen, dass mit ihrer inhaltlichen Vorarbeit trotzdem ein Verständinis der Szene möglich wird. Es bestünde hier auch die angesprochene Möglichkeit als optionale Komponente noch der Frage nachzugehen, warum die Szene geschnitten wurde. Letztlich sollen die SUS während der Reflexion auch für sich überprüfen, ob die Methoden „silent viewing“ und „sound-only“ Vorteile oder Nachteile bei einer
Arbeit zitieren:
Sebastian Goetzke, 2007, Unterrichtsstunde: Pakistani or British? A film study of „East is East“, München, GRIN Verlag GmbH
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Unterrichtsstunde: Vorgangsbeschreibung "Sag's genau!"
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