Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Hinführung zum Thema 2
2. Was heißt Sozialisation? 2
2.1 Der Begriff Sozialisation nach Emile Durkheim 3
2.2 Der Begriff Sozialisation nach Klaus Hurrelmann 3
3. Die grundlegenden Sozialisationstheorien 4
3.1 Die strukturfunktionale Systemtheorie 4
3.2 Die interaktionistischen Theorie 5
3.3 Die Gesellschaftstheorien 8
4. Einordnung, Vergleich, Vor- und Nachteile 9
5. Fazit 11
6. Literaturverzeichnis 12
1
1. Einleitung und Hinführung zum Thema
Durch welche Prozesse werde ich Teil der Gesellschaft und damit ein Teil des Ganzen? Wie und warum werden Kinder gesellschaftliche Subjekte mit klaren Rollenverständnissen? Was für Rollenerwartungen hat die Gesellschaft an mich? Dies alles sind zentrale Fragestellungen der Sozialisationsforschung, welche nach den Auswirkungen sozialer Strukturen und Prozesse auf die individuelle Entwicklung fragt. Zur Untersuchung und Erklärung des Sozialisationsprozesses, mit dem die Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt erfasst wird, 1 sind vor allem soziologisch traditionelle Theorien elementar und ausschlaggebend. Die wichtigsten Theorien stellen dabei Parsons systemtheoretisches Konzept, das handlungstheoretische Konzept von Mead und das gesellschaftstheoretische Konzept von Habermas dar, sie beleuchten jedoch bei der Erklärung von Sozialisation alle unterschiedlichen Mechanismen. Im Mittelpunkt meiner Hausarbeit sollen nun die verschiedenen Theorien zur Erklärung des Sozialisationsprozesses in ihren Kernaussagen dargestellt, ihre verschiedenen Kernaussagen herausgearbeitet sowie Vor- und Nachteile dieser aufgezeigt werden. Dazu werde ich im Folgenden auf den Begriff der Sozialisation näher eingehen und dessen Bedeutung kurz erklären. Im Anschluss daran werde ich die drei Theorien von Parsons, Mead und Habermas aufzeigen und ihre verschiedenen und aufeinander aufbauenden Konzepte darstellen um im Anschluss daran in einer kritischen Auseinandersetzung mit diesen Theorien ihre Vor- und auch Nachteile hinsichtlich der Erklärung von Sozialisationsprozessen aufzuzeigen.
2. Was heißt Sozialisation?
Stellen Wir uns vor, Wir sind auf einer Party. Die Frau des Gastgebers räumt das benutzte Geschirr sofort ab, bietet sogleich neues Geschirr und spiegelblanke Gläser an und stört sich an den Männern, die ihr Bier aus ihrer Flasche und nicht aus den Gläsern trinken. Darauf hin sagt einer zum anderen: „Typisch kleinbürgerliche
1 Vgl. Gudjons 2006: S.148
2
Mittelschichtsozialisation.“ Man sieht gut an diesem Beispiel, dass der Begriff Sozialisation heute weitgehend in die Alltagssprache eingegangen ist.
2.1 Der Begriff Sozialisation nach Emile Durkheim
Der Begriff Sozialisation wurde erstmals von dem französischen Soziologen Emile Durkheim eingeführt und erklärt nach seiner Definition alle Einwirkungen der Erwachsenengeneration auf diejenigen, die noch nicht reif sind für das Leben in der Gesellschaft. 2 Er sah in den Kindern erst noch zu formende Persönlichkeiten, die auf das gesellschaftliche Leben erst noch vorbereitet, also sozialisiert werden müssen. Durkheim sieht Sozialisation in einer engen Verbindung zum Begriff Erziehung, welche er als wichtigstes gesellschaftliches Mittel der Sozialisation begreift, durch das die bei der Geburt „asozialen“ menschlichen Wesen zum „sozialen Leben“ geführt werden müssen. 3 Durkheim bestimmt also Sozialisation in erster Linie als Anpassung an die soziale Umwelt, gedacht als eine Verlängerung der menschlichen Natur. 4 Als Resultat daraus fürchtete man in dieser Zeit, dass Erziehung mit Vergesellschaftung (Sozialisation) nunmehr gleichgesetzt werden würde. Doch im laufe der Weiterentwicklung der Sozialisationsforschung kamen nun immer mehr neue Sozialisationskonzepte von seiner Idee der reinen Anpassung des Individuums an die soziale Umwelt ab und betonten, dass Sozialisation nicht ausschließlich als eine einseitige Gesellschaftliche Prägung des Individuums verstanden werden darf. Man setzte Sozialisation nun nicht mehr nur mit Anpassung gleich, viel mehr wurden Kinder nun auch als aktive, veränderungsfähige Subjekte verstanden, die sich zum Teil auch selbst sozialisieren. 5
2.2 Der Begriff Sozialisation nach Klaus Hurrelmann
An dieser Stelle setzt Klaus Hurrelmann ein, der Sozialisation wie folgt definiert: "Der Ausdruck Sozialisation ist zu verstehen als der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt. Vorrangig thematisch
2 Vgl. Durkheim 1972: S.50
3 Vgl. Koller, 2006: S. 117 ff.
4 Vgl. Durkheim 1972: S.50
5 Vgl. Korte / Schäfers 2002: S.46
3
ist dabei[…], wie sich der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt bildet." 6 Er sieht das menschliche Subjekt in einem sozialen und ökologischen Kontext, welcher subjektiv aufgenommen und verarbeitet wird, aber zugleich immer auch durch das Individuum beeinflusst, verändert und gestaltet wird. 7 Hieraus ergibt sich das Modell des produktiv realitätsverarbeitenden Subjektes, das in der neueren Sozialisationsforschung als zentrales Modell betrachtet wird. 8 Man versteht Sozialisation also als Interaktiven Prozess, in dem die Entwicklung der Persönlichkeit in einer Interaktion zwischen Mensch und Umwelt stattfindet. Sozialisation als solches ist also eine Aneinanderreihung von Entwicklungsaufgaben, die dem Lebensverlauf eine bestimmte Gliederung geben. 9 Diese Entwicklungsaufgaben unterliegen durch die verschiedenen Lebenszyklen, dem sozialen Wandel und anderen Faktoren einer ständiger Veränderung und sind damit nie zu Ende. Sozialisation ist also ein lebenslanger Prozess.
3. Die grundlegenden Sozialisationstheorien
Man kann nun zwei große klassische Theoriebereiche unterscheiden, zum einen die psychologischen Basistheorien und zum anderen die soziologischen Basistheorien. Im folgenden Text werde ich mich ausschließlich nur mit den soziologischen Basistheorien, der strukturfunktionalen Theorie nach Parsons, der interaktionistischen Theorie nach Mead und der Gesellschaftstheorie nach Habermas beschäftigen.
3.1 Die strukturfunktionale Systemtheorie
Die strukturfunktionale Systemtheorie wurde von Talcott Parsons auf der Basis der funktionalistischen Theorie entwickelt. Für Parsons ist die Frage danach zentral, wie soziale Ordnung dauerhaft möglich ist respektive welche Vorgänge innerhalb eines Systems diesem gewähren, dauerhaft Bestand haben zu können. Für ihn steht somit die Struktur der Systeme im Vordergrund der Theorie. Welche Funktionen muss ein System erfüllen, um seine Struktur dauerhaft aufrechterhalten zu können. Diese
6 Gudjons 2006: S. 148
7 Vgl. Hurrelmann 2002: S. 64
8 Vgl. Hurrelmann 2002: S. 64
9 Vgl. Hurrelmann 2002: S. 64
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Quote paper:
Benjamin Klug, 2008, Klassische Grundlagen und Theorierichtungen der Sozialisation, Munich, GRIN Publishing GmbH
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