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Montagestrategien im Dokumentarfilm - Johan van der Keuken - Hermann Slobbe - Blindes Kind 2

Title: Montagestrategien im Dokumentarfilm - Johan van der Keuken - Hermann Slobbe - Blindes Kind 2

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 22 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Magister Artium Harald Marburger (Author)

Communications - Movies and Television
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Jeder gute und ernsthafte Dokumentarfilmer muß sich vor seiner Arbeit mit folgenden Fragen auseinandersetzen:
Was ist für mich Realität? Wie bilde ich sie ab ?Wo stehe ich selbst als Dokumentarfilmer? Nehme ich mich ganz heraus und verfälsche dadurch die Darstellung, da ich ja doch anwesend bin ?Ist mein Standpunkt teilnehmend oder eher objektiv - beobachtend ? Wieviel Freiheit und Entfaltungsmöglichkeiten lasse ich meinem dokumentarischen Sujèt ? Wo ziehe ich die Grenze zwischen filmischer Form und Inhalt ?
Johan van der Keuken ist ein Filmemacher , der diese Fragen aufnimmt und dort thematisiert wo sie naturgemäß zuhause sind. In seinem filmischen Werk.
Es ist nicht einfach mit ihm oder mit seinen Filmen umzugehen, kann er doch
weder der amerikanischen noch der russischen Schule zugeordnet werden. Sein Standpunkt ist irgendwo ausserhalb. Seinen Filmen haftet für den oberflächlichen Betrachter eine gewisse Unbeholfenheit an, die in ihrer konsequenten Umsetzung jedoch eine ganz eigene Ästhetik bildet. Diese Ästhetik ist, trotz ihrer improvisatorischen Elemente, durchdacht und folgt ganz bestimmten Überlegungen, auf die wir im ersten Teil näher eingehen werden.
Das Film mit dem wir uns hier befassen möchten trägt den Titel "Herman Slobbe Blindes Kind 2 " . Der Titel ist nicht zufällig gewählt ist dieser Film doch in gewisser Weise eine Fortsetzung. Die Fortsetzung eines vorhergehenden Films ( Blindes Kind 1964) über eine Gruppe blinder Kinder, unter denen sich auch Herman Slobbe befand. Herman fiel van der Keuken auf, weil er so zornig und unangepasst war und nicht bereit sich an den Platz zu stellen, den ihm die Gesellschaft zugedacht hatte.

Im ersten Teil dieser Hausarbeit beschäftigen wir uns mit van der Keuken Verständnis von Film , seinen theoretischen Grundlagen und seinen ganz eigenen Ansichten über das filmische Sujèt im allgemeinen. Im zweiten Teil untersuchen wir drei ausgewählte Stellen unter der Fragestellung wie van der Keuken versucht Realität, genauer gesagt die Realität eines blinden Kindes, mithilfe von Schnitt und Kameratechniken für uns nachvollziehbar zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Van der Keukens Verständnis von Film

2.1 Der Film - Grundüberlegungen

2.2 Wahrheit im Dokumentarfilm oder “ Die Spitze des Eisberges“

2.3 Hohlform und Kugel oder „ Das Konzept der Lücke“

2.4 Gedanken zur Montage

3. Analyse

3.1 Analyse der Sequenz 1

3.2 Analyse der Sequenz 2

3.3 Analyse der Sequenz 3

4. Interpretation

4.1 Herman und das Mikrophon

4.2 Hypothetisierung und Fiktion

5. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das filmische Werk von Johan van der Keuken, insbesondere den Dokumentarfilm „Herman Slobbe – Blindes Kind 2“, um herauszuarbeiten, wie der Regisseur durch spezifische Montagetechniken und Kameraeinstellungen die Realität eines blinden Kindes für den sehenden Zuschauer erfahrbar macht.

  • Theoretische Grundlagen von van der Keukens Filmverständnis
  • Die Rolle von Fiktion und Montage im Dokumentarfilm
  • Analyse filmischer Stilmittel zur Repräsentation von Wahrnehmung
  • Die Verschiebung von Realität durch Schnitt und Ton
  • Die Entwicklung der Protagonistenrolle zum „Reporter“ des eigenen Films

Auszug aus dem Buch

2.3 Hohlform und Kugel oder das „Konzept der Lücke“

Der Film ist nur die Präsenz dessen, was man sieht, steht also im Verhältnis zu dem, was man nicht sieht. So wie das Auge Kontiunität schafft , wo keine existiert, so weist der Film durch die Präsenz von Dingen , auf die Abwesenheit anderer hin. Diese beiden Wahrnehmungsformen gehören zusammen wie Hohlform und Kugel. Van der Keuken arbeitet bewusst mit diesem Konzept der Lücke. Durch Auslassungen, durch Dinge , die er nicht zeigt provoziert er , dass diese Dinge im Bewusstsein des Rezipienten vor dessen imaginäres Auge treten.

Der Film ist immer nur ein unvollständiges Fragment der Wirklichkeit , einer Wirklichkeit die, die Personen jedoch umgibt und in ihnen existiert, mit der Einschränkung, dass der Fokus, den man als Filmemacher auf diese Realität hat sehr willkürlich gewählt ist und nicht für sich beanspruchen kann , alles ganzheitlich abzubilden.

„So ist die Lücke, das Negative, die Abwesenheit für die Form meiner Filme bestimmend.“ (vdK 1992:17)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier werden die zentralen Fragestellungen des Dokumentarfilmers sowie der Gegenstand der Analyse, der Film „Herman Slobbe – Blindes Kind 2“, eingeführt.

2. Van der Keukens Verständnis von Film: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen des Regisseurs, bei denen Dynamik, das „offene“ Medium und die Ablehnung starrer Montagekonventionen im Mittelpunkt stehen.

3. Analyse: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der filmischen Umsetzung, wobei anhand von Sequenzprotokollen die Verschiebung von Bild und Ton analysiert wird.

4. Interpretation: Dieser Abschnitt beleuchtet die Entwicklung des Protagonisten zum aktiven Reporter sowie die strategische Nutzung von Fiktionalisierung.

5. Abschließende Betrachtung: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse über die erzeugte Orientierungslosigkeit als Stilmittel zur Annäherung an die blinde Wahrnehmung zusammen.

Schlüsselwörter

Johan van der Keuken, Dokumentarfilm, Montage, Herman Slobbe, Fiktion, Wahrnehmung, Filmtheorie, Schnitttechnik, Blindheit, Filmanalyse, Realität, Konzept der Lücke, visuelle Form, Regie, Medientheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den Montagestrategien des Filmemachers Johan van der Keuken am Beispiel seines Werks „Herman Slobbe – Blindes Kind 2“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen das Verhältnis von Film und Realität, die Fiktionalität innerhalb des Dokumentarfilms sowie die spezifische filmische Inszenierung von Wahrnehmungsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie van der Keuken die Welt eines blinden Kindes durch die bewusste Manipulation von Schnitt und Ton in eine visuelle Form übersetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive Filmanalyse, gestützt durch Sequenzprotokolle und eine theoretische Einbettung in van der Keukens eigene filmtheoretische Schriften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Sequenzen des Films, untersucht den Einsatz von Kamera und Ton sowie die Rolle des Protagonisten als aktiven Teilnehmers am dokumentarischen Prozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Dokumentarfilm, Montage, Fiktion, Wahrnehmung, Filmanalyse und das „Konzept der Lücke“.

Wie setzt van der Keuken das „Konzept der Lücke“ ein?

Er arbeitet bewusst mit Auslassungen und dem, was nicht gezeigt wird, um das Bewusstsein des Zuschauers anzuregen, die fehlenden Informationen durch eigene Imagination zu ergänzen.

Welche Funktion hat das „Auge“ als Symbol in der Analyse?

Es dient als Analogie, die den Zuschauer immer dann auf das Problem des Sehens zurückwirft, wenn spezifische Tätigkeiten thematisiert werden, die für Blinde nicht visuell erfahrbar sind.

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Details

Title
Montagestrategien im Dokumentarfilm - Johan van der Keuken - Hermann Slobbe - Blindes Kind 2
College
University of Leipzig  (Medienwissenschaft)
Course
Montage im Film
Grade
1,5
Author
Magister Artium Harald Marburger (Author)
Publication Year
2000
Pages
22
Catalog Number
V11761
ISBN (eBook)
9783638178280
Language
German
Tags
Montagestrategien Johan van der Keuken Herman Slobbe Wahrheit im Dokumentarfilm Konzept der Lücke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Harald Marburger (Author), 2000, Montagestrategien im Dokumentarfilm - Johan van der Keuken - Hermann Slobbe - Blindes Kind 2, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11761
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