Adolf Reichwein
Ein Lebensbild Die Volkshochschule Jena
Der Hungermarsch durch Lappland
Institut für Erziehungswissenschaften
Abteilung Erwachsenenbildung und Weiterbildung
Humboldt-Universität zu Berlin
vorgelegt von
Daniel Werner
1, Semester MA EP/LLL
WS 2007/2008
_______________________
Eingereicht am: 12. März 2008
Seite 2
Inhaltsverzeichnis
E
INLEITUNG
... 3
1
A
DOLF
R
EICHWEINS
S
OZIALISATION UND
L
EBENSGESCHICHTE
... 4
1.1
Elternhaus und Schulzeit ... 4
1.2
Studium in Frankfurt am Main und Marburg ... 5
1.3
Adolf Reichweins Reisen ... 5
1.4
Adolf Reichwein von 1928 bis 1944 ... 6
2
A
DOLF
R
EICHWEINS
B
ILDUNGSVERSTÄNDNIS IN
V
ERBINDUNG MIT DER
V
OLKSHOCHSCHULE IN
J
ENA
... 7
2.1
Adolf Reichweins Bildungsverständnis... 7
2.2
Adolf Reichweins Zeit an der Volkshochschule Jena... 8
3
D
ER
H
UNGERMARSCH DURCH
L
APPLAND
... 11
3.1
Die Vorbereitung der Reise nach Skandinavien ... 11
3.2
,,Der Marsch" ... 11
3.3
Adolf Reichweins pädagogische Zielsetzungen... 13
4
F
AZIT
... 15
L
ITERATURVERZEICHNIS
... 16
LITERATUR... 16
INTERNET... 16
Adolf Reichwein
Ein Lebensbild Die Volkshochschule Jena Der Hungermarsch durch Lappland
Daniel Werner
Seite 3
Einleitung
In der nun folgenden Hausarbeit, die ein Bestandteil des Seminars ,,Neue Richtung"
des Master Studiums Erwachsenenpädagogik/LLL ist, möchte ich mich mit dem
pädagogischen Schaffen von Adolf Reichwein beschäftigen. Da Reichwein eine Vielzahl
von pädagogischen Aktivitäten unternommen hat, werde ich mich in dieser Arbeit auf
drei Schwerpunkte beziehen. Dabei soll es um ein Lebensbild von Adolf Reichwein
gehen, um sein Wirken an der Volkshochschule Jena und um eine seiner vielen Reisen,
den ,,Hungermarsch durch Lappland".
In dem ersten Abschnitt dieser Hausarbeit geht es um die Kindheit, das Elternhaus
und die Sozialisation von Reichwein. Des Weiteren soll Reichweins Studienzeit in
Frankfurt am Main und Marburg, seine Reisen und sein letzter großer Lebensabschnitt
von 1928 bis 1944 beleuchtet werden. Der zweite große Abschnitt soll sich mit dem
Bildungsverständnis Reichweins beschäftigen. Dabei ist auch ein fächerübergreifender
Zusammenhang der Erwachsenenpädagogik zu erkennen, hier zu der Vorlesung von
Prof. Dr. Benner Einführung in die Pädagogik. Weiterhin soll es in diesem Abschnitt
um Reichweins Zeit an der Volkshochschule Jena gehen. In dem letzten Kapitel möchte
ich eine Reise von Adolf Reichwein näher beschreiben und schildern. Die Reise mit
seinen Schülern aus der VHS Jena gehört zu einer der bekanntesten Reisen Reichweins.
Zum Schluss soll ein kurzes Fazit über die Arbeit des Protagonisten Reichweins gezogen
werden. Als Junge vom Lande, aus einer Lehrerfamilie stammend, gibt es viele
spannende Punkte in seinem Leben, die es wert sind, beschrieben zu werden. Dazu
tragen nicht zuletzt sein fächerübergreifendes Studium und deren nachfolgende Arbeit
bei. Leider kann in dieser Arbeit auf seine ehrenamtliche Tätigkeit bei den Wandervögeln
oder seine tiefen Schicksalsschläge in seinem privaten Leben nur kurz eingegangen
werden.
Adolf Reichwein
Ein Lebensbild Die Volkshochschule Jena Der Hungermarsch durch Lappland
Daniel Werner
Seite 4
1
Adolf Reichweins Sozialisation und Lebensgeschichte
In diesem ersten Kapitel dieser Arbeit möchte ich die Biographie Adolf Reichweins
vorstellen und in einen Zusammenhang mit der damaligen Zeit bringen.
1.1
Elternhaus und Schulzeit
Adolf Reichwein wird am 03. Oktober 1898 in Bad Ems (Hessen) geboren. Er ist das
dritte Kind der Lehrerfamilie von Karl Gottfried und Anna Maria Reichwein. Neben
seinen beiden jüngeren Geschwistern, Klara und Richard, wächst er im hessischen Ober-
Rosbach bei Friedberg auf (vgl. freenet-homepage.de/reichweinverein/Vita.html). Hier
versucht der sozialdemokratische Volkshochschullehrer Karl Gottfried Reichwein, seine
reformpädagogische Arbeit in Ruhe umzusetzen. Nebenbei dient er ehrenamtlich als
Organist in der Kirche des Ortes.
Adolf Reichwein ist Schüler seines Vaters und wird daher sehr früh mit
fortschrittlicher Schularbeit vertraut gemacht. Zu diesem Zeitpunkt erhält Reichwein die
ersten aktiven Prägungen der schulischen Arbeit seines Vaters und muss diesen, sogar
nach dem Einzug zum Kriegsdienst, in der Schule vertreten. Bereits 1906 hat Reichwein
den ersten Kontakt zu der Jugendbewegung der Wandervögel. Diese Bewegung wollte
dem damals herrschenden autoritären Druck der Gesellschaft durch eine Flucht in die
Natur entgehen. Dort wollten sie ihr Leben nach eigenen Überzeugungen gestalten. 1911
wird Reichwein offizielles Mitglied und bereits 1916 Führer der Ortsgruppe der
Wandervögel.
,,Der erste Weltkrieg bereitete Adolf Reichweins unbeschwerter Jugend in der
Wetterau ein jähes Ende." (Koppmann, 1998, S. 30) 1914 meldet Reichwein und sein
Vater sich freiwillig zum Kriegsdienst, er wird aber erst 2 Jahre später eingezogen. Bei
den an der Front eingesetzten Kameraden bestehen keine Unterschiede der sozialen
Herkunft mehr. Hier haben sich die Werte vollkommen verändert und ein ganz neuer
Zusammenschluss der Kameraden ist nötig, um die Strapazen in den Schützengräben zu
ertragen. Reichwein freundet sich trotzdem überwiegend mit Kameraden aus seiner
bürgerlichen Schicht an (vgl. Koppmann, 1998, S. 33). Der erste Weltkrieg soll für Adolf
Reichwein ein traumatisches Erlebnis bleiben und stellt ihm die Lebensfrage ,,Wie
können Kriege vermieden, wie die Klassenunterschiede aufgehoben werden?"
(Koppmann, 1998, S. 34)
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