1
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 3
1.1 Definition von Balanced Scorecard 3
1.2 Definition und Grundlagen von Personalwirtschaft 4
2 Theorie der Balanced Scorecard 6
2.1 Geschichtliche Entwicklung der Balanced Scorecard 6
2.2 Das Konzept der Balanced Scorecard 7
2.2.1 Ziel der Balanced Scorecard 7
2.2.2 Entwicklung einer Balanced Scorecard 8
2.2.3 Die vier Perspektiven nach Kaplan und Norton 10
3 Einsatz der Balanced Scorecard in der Personalwirtschaft 13
3.1 BSC im Unternehmen aus Sicht der Personalwirtschaft 13
3.2 Konzept einer Balanced Scorecard für das Personalmanagement 14
3.2.1 BSC-Eignung von Personalabteilungen 14
3.2.2 Übertragung des BSC-Konzepts auf das Personalmanagement 20
4 Fazit 26
Anhang 27
Quellenverzeichnis 30
2
Abbildungsverzeichnis :
Seite
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4
Abb. 5
Abb. 6
Abb. 7
Abb 8
3
1 Einführung
Die „Balanced Scorecard“ ist ein Management- und Steuerungsinstrument, welches Unternehmensprozesse auf eine ganzheitliche Art und Weise betrachtet. Seit der ersten Veröffentlichung vor 10 Jahren durch die Herren Robert Kaplan und David Norton nimmt der Einsatz der Balanced Scorecard in der Praxis immer mehr zu.
Waren zu Beginn der 90er Jahre gerade einmal 12 US-amerikanische Firmen an dem Projekt von Kaplan und Norton beteiligt, setzten laut einer Studie der Katholischen Universität Eichstätt im November/ Dezember 2000 bereits 40% der Dax 100-Unternehmen die Balanced Scorecard erfolgreich ein 1 . Ob und inwieweit sich die Balanced Scorecard als Instrument für die Personalwirtschaft eignet, ist Thema dieser Seminararbeit. Nach einer Einführung in das Konzept und die Erstellung einer Balanced Scorecard wird der Einsatz der Balanced Scorecard in der Personalwirtschaft geklärt: welche Rolle die Personalwirtschaft bei der Erstellung der Unternehmens-Scorecard spielt, und auch ob und wie eine eigene Balanced Scorecard für den Personalbereich erstellt werden kann.
1.1 Definition von Balanced Scorecard
Die Balanced Scorecard, kurz BSC, ist ein strategisches Steuerungsinstrument, welches Mission und Strategie eines Unternehmens in Ziele und Kennzahlen übersetzt 2 . Dabei werden Unternehmen aus mehreren Perspektiven betrachtet, um ein einseitiges Verfolgen von Zielen zu vermeiden. Übersetzen lässt sich „Balanced Scorecard“ mit „ausgewogener Berichtsbogen“: „Berichtsbogen“ aufgrund der übersichtlichen
1 Vgl. Bischof, J.; Speckbacher, G.: Personalmangement und Balanced Scorecard, in:
Grötzinger, M.; Uepping, H. (Hrsg.): Balanced Scorecard im Human Resources Management.
Neuwied, Kriftel 2001, S. 7.
2 Vgl. Kaplan, R.S.; Norton, D.P.: Balanced Scorecard. Stuttgart 1997, S. 23.
4
Darstellungsweise und „ausgewogen“, da verschiedene Gebiete ausgewogen berücksichtigt werden, beispielsweise monetäre und nicht-monetäre Perspektiven, vergangenheitsbezogene und zukünftige Zahlen oder auch die externen und internen Meßgrößen. 3
1.2 Definition und Grundlagen von Personalwirtschaft
Die Personalwirtschaft ist der Funktionsbereich in einem Unternehmen, der sich mit dem arbeitenden Menschen und den damit verbundenen personellen und sozialen Aufgaben im Unternehmen befaßt. 4
Es gilt, den Spagat zwischen den Unternehmensbedürfnissen einerseits und den Mitarbeiterbedürfnissen andererseits zu vollbringen. Das Unternehmen möchte eine optimale Versorgung mit geeigneten Mitarbeitern, wobei die Wirtschaftlichkeit stets im Vordergrund steht.
Den Mitarbeitern dagegen ist eine gute Betreuung, Führung, Weiterbildung und entsprechende Entlohnung wichtig.
Die Personalwirtschaft kann man in folgende Bereiche unterteilen: 5
• Personalbedarfsplanung: Wieviel Personal mit welcher Qualifikation muß wann beschafft werden?
• Personalbeschaffung: Wie können zusätzliche Mitarbeiter gewonnen werden? (Beschaffungsweg, Bewerberauswahl)
• Personaleinsatz: Wie können die Mitarbeiter entsprechend ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten optimal in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden?
• Personalentwicklung: Wie kann das Personal gefördert und weiterentwickelt werden?
3 Vgl. Kaplan, R.S.; Norton, D.P.: Balanced Scorecard. Stuttgart 1997, S. 10.
4 Vgl. Freund; Knoblauch; Racke: Praxisorientierte Personalwirtschaftslehre. 3. Aufl., Stuttgart;
Berlin; Köln 1990, S. 13.
5 Vgl. Jung, H.: Personalwirtschaft. 3. Aufl., München; Wien 1999, S. 4.
5
• Personalfreisetzung: Wie kann überzähliges Personal aus einem
Unternehmensbereich unter Berücksichtigung sozialer Gesichtspunkte abgebaut werden?
• Personalführung: Wie soll das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern ausgestaltet werden? Wie kann das gesamte Personal motiviert werden?
• Personalentlohnung: Wie kann die Entlohnung am gerechtesten erfolgen? Welche Kosten verursacht der Personalbestand und wie können diese verringert werden?
• Personalbeurteilung: Wie können Leistung und Potentiale der Mitarbeiter als Basis für eine leistungsbezogene Beurteilung und Gehaltsfindung erfaßt werden?
• Personalverwaltung: Welche routinemäßigen Daueraufgaben sind notwendig und wie können diese kostengünstig ausgeführt werden?
Die Begriffe Personalwirtschaft, Personalwesen und Personalmanagement werden im allgemeinen Sprachgebrauch meist synonym verwendet, wobei ich dennoch eine Abgrenzung vornehmen möchte, da ich die beiden letzten Begriffe ab Kapitel 3.2 verwende.
Die Personalwirtschaft ist der allgemeine Funktionsbereich (s. oben, S. 2). Mit dem Begriff Personalwesen wird der organisatorische Bereich und somit die Erfüllung der Personalwirtschaft hervorgehoben. Personalmanagement stellt dagegen eher die Mitarbeiterführung in den Vordergrund. 6
6 Vgl. Jung, H.: Personalwirtschaft. 3. Aufl., München; Wien 1999, S. 6-7.
6
2 Theorie der Balanced Scorecard
2.1 Geschichtliche Entwicklung der Balanced Scorecard
Die Balanced Scorecard entstand Anfang der 90er Jahre in den USA. Die starke Finanzlastigkeit amerikanischer Kennzahlensysteme hat die Herren Prof. Robert S. Kaplan (Harvard University) und David P. Norton (Unternehmensberater) in Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Industrie dazu bewegt, ein Konzept zur ganzheitlichen Unternehmenssteuerung zu entwickeln, das nicht nur auf die finanziellen Kennzahlen ausgerichtet ist, sondern ein Unternehmen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. 7 So wurde der „ausgewogene Berichtsbogen“ bzw. ein ausgewogenes Berichtssystem entwickelt, mit dem die Strategie des Unternehmens oder einer Geschäftseinheit in materielle Ziele und Kennzahlen gefaßt und so meßbar gemacht werden kann.
Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der etwa einjährigen Studie im Harvard Business Review Anfang 1992 fand das Konzept starke Beachtung. Die Gesellschaft Renaissance Solutions (von Co - Autor Norton), ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hatte, Firmen bei der Umsetzung und Verankerung ihrer Strategie mit Hilfe der BSC zu beraten, gibt bereits 1996 an, das Konzept bei über hundert Unternehmen eingeführt zu haben. Die Implementierung der BSC in deutschen Unternehmen war Gegenstand der empirischen Untersuchung von Herrn Dr. Bischof (Universität Eichstätt) und Herrn Prof. Dr. Speckbacher (Wirtschaftsuni Wien). Sie befragten die DAX 100 -Unternehmen in den Jahren 1999 und 2000 im Abstand von 15 Monaten. Dabei konnte bei über einem Viertel der Unternehmen ein höherer Implementierungsstand verzeichnet werden. Mittlerweile ist eine Balanced Scorecard bei 40 % der Unternehmen eingeführt oder es sind bereits konkrete
7 Vgl. Kaplan, R.S.; Norton, D.P.: Balanced Scorecard. Stuttgart 1997; S. VII
7
Schritte zur Einführung unternommen. Die Untersuchung zeigte einen klaren Trend zur weiteren Verbreitung des Konzepts. 8
Diese rasante Entwicklung ist sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, daß noch zu Beginn der 90er Jahre gerade einmal zwölf US - amerikanische Firmen an dem Projekt von Robert S. Kaplan und David P. Norton zur Einführung der BSC teilgenommen hatten. 9
2.2 Das Konzept der Balanced Scorecard
2.2.1 Ziel der Balanced Scorecard
Die Hauptaufgabe der Balanced Scorecard ist die Realisierung von Strategien und die Pflege der Unternehmenskultur. Dies geschieht durch die
• Planung von Strategien
• Ableitung von Zielen aus den Strategien
• Planung strategischer Maßnahmen 10
Zusätzlich erfüllt die BSC noch eine wichtige Aufgabe, die oft unbeachtet bleibt: die Mitarbeitermotivation und Identifizierung der Mitarbeiter mit dem Unternehmen werden gefördert, da alle Unternehmenshierarchien in die Umsetzung einbezogen werden. 11
8 Vgl. Bischof, J.; Speckbacher, G.: a.a.O., S. 5-10
9 Vgl. Kaplan, R.S.; Norton, D.P.: Balanced Scorecard. Stuttgart 1997; S. VII
10 Vgl. Ehrmann, H.: Kompakttraining Balanced Scorecard, hrsg. von: Olfert, K., Ludwigshafen
2000, S. 13
11 Vgl. Ehrmann, H.: a.a.O., S. 14
Arbeit zitieren:
Melanie Rosenstingl, 2002, Einsatz der Balanced Scorecard in der Personalwirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
PIS - Personalinformationssysteme
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Hausarbeit, 23 Seiten
HR Balanced Scorecard und HR Performance Management
im Kontext des Personalcontrol...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 20 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen im Einsatz der Balanced Scorecard im Persona...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 22 Seiten
Die Balanced Scorecard im IT-Bereich
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Studienarbeit, 32 Seiten
Die Balanced Scorecard im Personalmanagement
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Bachelorarbeit, 93 Seiten
Satire und Nationalsozialismus - Die Briefe des Gefreiten Adolf Hirnsc...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Operative Controllinginstrumente - Aufbau und Wirkungsweise
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Kennzahlengestütztes Personalcontrolling - Praxisrelevanz und Leistung...
BWL - Personal und Organisation
Diplomarbeit, 66 Seiten
Die Balanced Scorecard in der Beschaffung
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Bachelorarbeit, 33 Seiten
Erfolgssteuerung der Personalentwicklung mit der Balanced Scorecard
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 37 Seiten
Die Einführung von Qualitätsmanagement und die damit verbundenen Auswi...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 29 Seiten
Besonderheiten stochastischer Tourenplanungsprobleme
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 20 Seiten
Mobbing als Problemfeld im Personalmanagement: ein kurzer Überblick
BWL - Personal und Organisation
Referat (Ausarbeitung), 19 Seiten
Melanie Rosenstingl hat den Text Einsatz der Balanced Scorecard in der Personalwirtschaft veröffentlicht
Melanie Rosenstingl hat einen neuen Text hochgeladen
Die Balanced Scorecard (BSC) im Schulentwicklungsprozess
Eine Untersuchung zum Lernen v...
Christine Schneider
Die Balanced Scorecard als Instrument einer modernen Controlling-Konze...
Beurteilung und Gestaltungsemp...
Jürgen Bischof
100 Kennzahlen der Balanced Scorecard
Alexander Hennig, Willy Schneider, Ulrich Wiehle, Henryk Deter, Michael Diegelmann, Peter N. Schömig
Balanced Scorecard und Controlling
Implementierung - Nutzen für M...
Jürgen Weber, Utz Schäffer
Controlling and Berlin Balanced Scorecard Approach
Wilhelm Schmeisser, Lydia Clausen, Rebecca Popp, Carsten Ennemann, Olaf Drewicke
0 Kommentare