Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 1
2. Biografie 2
3. Stufentheorie 3
3.1 Einordnung in die Theorielandschaft 3
3.2 Stufenmodell 5
3.3 Merkmale und Besonderheiten 8
4. Dilemmageschichten 12
5. Literatur- und Quellenverzeichnis 14
6. Anhang 15
1. Einführung
Lawrence Kohlberg, US-amerikanischer Psychologe und Professor für Erziehungswis-
senschaften 1 , war, so kann man zu Beginn einmal festhalten, neben Baldwin, Mead,
McDougall, Hobhouse und Piaget ein wichtiger Vertreter einer entwicklungsbezogenen Herangehensweise an die Moralpsychologie und hat mit seiner Theorie moralischen
Urteilens entschieden zu der Untersuchung der Moralentwicklung beigetragen. 2
Wer war Lawrence Kohlberg?
Was hat er entwickelt bzw. was genau beinhaltet eigentlich seine Theorie? Und was hat es dabei mit den Dilemmata auf sich?
In meinen nun folgenden Ausführungen über die Entwicklungsstufen moralischen Den- kens und Handelns werde ich unter anderem anhand dieser Fragestellungen die Theorie Kohlbergs, welche auf einem Stufenmodell moralischen Urteilens basiert, das jeder Mensch im Laufe seines Lebens durchlaufen muss, erläutern.
Da diese Arbeit auf einem von mir bereits gehaltenen Referat zu demselben Thema beruht, werde ich ähnlich dem Aufbau des Referates verfahren und mit seiner Biografie beginnen, damit man zuerst einmal einen Eindruck über das Leben und den Lebensweg Lawrence Kohlbergs bekommen kann.
Anschließend werde ich kurz unter dem Punkt `Einordnung in die Theorielandschaft´ seine eigenen Einflüsse und Wertvorstellungen erläutern, die seine Denkweise und mit- hin seine Theorie geprägt haben, bevor es dann darum gehen wird, seine Stufentheorie vorzustellen, d.h. sein Stufenmodell und dessen charakteristische Eigenschaften und Merkmale. Dabei wird unter anderem auch der Einfluss verschiedener anderer Faktoren eine Rolle spielen, die die moralische Entwicklung nach Kohlberg begünstigen. Zum Abschluss werde ich dann noch auf die Bedeutung der Dilemmata Kohlbergs in Bezug auf seine Theorie eingehen und anhand einiger Beispiele verdeutlichen, wie man sich die Struktur des Modells von Kohlberg konkret vorzustellen hat. Dabei wird auch sein berühmtes Heinz-Dilemma maßgeblich sein, welches ich kurz erläutern werde. Bevor ich nun im Einzelnen auf die genannten Aspekte eingehen werde, kann man schon einmal festhalten, dass Kohlberg mit seiner Theorie den Versuch unternommen hat, die moralische Entwicklung im Menschen darzustellen und zu begründen.
1 Lawrence Kohlberg. http://de.wikipedia.org/wiki/Lawrence_Kohlberg. 16.04.2008.
2 Vgl. Kohlberg (1995): S.21.
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2. Biografie Lawrence Kohlberg wurde am 25. Oktober 1927 in Bronxville, New York, als jüngstes von vier Kindern einer jüdischen, angesehenen Familie geboren.
Seine Kindheit war durch die Trennung seiner Eltern nach zehnjähriger Ehe – Mutter und Chemikerin Charlotte Albrecht und Vater Alfred Kohlberg, Führer eines erfolgrei- chen Seiden- und Taschentuchhandels –gekennzeichnet; zu dieser Zeit war Kohlberg erst fünf Jahre alt. Blieb auch vorerst das Sorgerecht bei beiden Elternteilen, sahen sich Kohlberg und seine Geschwister 1941 nach einer richterlichen Anordnung gezwungen, sich für ein Elternteil zu entscheiden und Kohlberg wuchs infolgedessen bei seinem Vater auf.
Seine Schulzeit verlebte Kohlberg in der Phillipps Academy in Andover, Massachu- setts, einem der ältesten Internate der USA. Er war ein guter Schüler, der jedoch immer wieder durch Verstöße gegen die Schulordnung auffällig wurde. Des Weiteren wurde er als chaotisch, aber immer zugänglich, solidarisch und auch abenteuerlustig beschrieben. Nach seinem College-Abschluss 1945 verließ Kohlberg mit der amerikanischen Han- delsmarine die USA und gelangte in das vom Zweiten Weltkrieg gezeichnete Europa. Diesen Wehrdiensteinsatz brach er schon nach wenigen Monaten ab und wurde statt- dessen unbezahlter Ingenieur auf einem Frachtschiff, das jüdische Flüchtlinge aus Ost- europa nach Palästina schmuggelte. Nach der Einnahme und Enterung des Schiffes durch britische Einheiten gerieten Kohlberg und die übrige Mannschaft und Passagiere in Gefangenschaft; sie wurden auf Zypern interniert.
Mit gefälschten Papieren und einem Umweg über Palästina gelang ihm schließlich die Rückkehr in die USA, wo er 1948 nach diversen Praktika in psychiatrischen Kliniken ein Psychologiestudium an der angesehenen University of Chicago begann. Trotz seines frühzeitigen Erwerbs des Titels Bachelor of Arts – nach einem Jahr statt nach vier Jah- ren – erlangte er erst 1958 nach neunjähriger Studiendauer seine Promotion. In diese Zeit fiel auch die Ausarbeitung seiner Entwicklungstheorie über das moralische Urtei- len (Beginn: 1955) und die Veröffentlichung seiner Dissertation „Die moralische Ent- wicklung des Menschen“ 1958, mit der er die Theorie der kognitiven Entwicklung von Piaget erweiterte. Kohlberg wurde dabei von verschiedenen, renommierten Wissen- schaftlern seiner Zeit geprägt, die er während seines Studiums kennen lernte, so Bruno Bettelheim, Carl Rogers, Robert Havighurst, Jacob Gewirtz und Anselm Strauss. Eben- so geprägt wurde er durch die Philosophie John Deweys, welcher von 1894 bis 1904 in Chicago gelehrt hatte und dessen Einfluss an der Universität immer noch spürbar war.
2
Nach seinem Studium folgten verschiedene Tätigkeiten Kohlbergs, die sein Leben kennzeichneten und insofern bereicherten. So war er 1958 im Children´s Hospital in Bosten angestellt, bis er 1959 eine Assistenzprofessur für Psychologie an der Yale Uni- versity erhielt und sich anschließend von 1961 bis 1962 als Fellow am Institute for Ad- vanced Study in the Behavioral Sciences in Palo Alto aufhielt. 1962 wurde er dann zu- nächst Assistenzprofessor und 1965 Associate Professor an der Psychologischen Fakul- tät der University of Chicago bis er schließlich 1968 eine ordentliche Professur für Er- ziehungswissenschaft und Sozialpsychologie an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts erhielt, wo er dann auch blieb.
1969 kann als ein entscheidendes Jahr Kohlbergs angesehen werden; ihm gelang der wissenschaftliche Durchbruch mit der Veröffentlichung seines Werkes „Stage and Se- quences“, seiner in den 60er Jahren entwickelten kognitiven Entwicklungstheorie, wor- aufhin er auch das Zentrum für moralische Entwicklung und Erziehung an der Graduate School of Education der Harvard University gründete und bis zu seinem Tod leitete. Zudem wurde er während seiner Lehrtätigkeit an der Harvard University immer be- kannter, was man zum einen auf seine Verdienste, zum anderen auf die zeitgeschichtli- chen Ereignisse, so z.B. auf die Bürgerrechtsbewegung, den Vietnam-Krieg oder auch auf den Watergate-Skandal zurückführen kann, da diese in enger Verbindung zu seinem Forschungsgebiet, der Moral standen.
Bei einem zehntägigen Forschungsaufenthalt in Punta Gordon (Belize) Ende 1971 bis Anfang 1972 infizierte Kohlberg sich mit der Viruserkrankung Giardia lambia, die erst im Mai 1973 diagnostiziert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die Krankheit schon zu weit fortgeschritten und eine Heilung nicht mehr möglich. Trotzdem versuchte Kohl- berg sich dadurch nicht einschränken zu lassen und arbeitete zunächst unermüdlich wei- ter, bis er am 17. Januar 1987 resignierte und sich im Atlantik in der Nähe von Boston ertränkte. Seine Leiche wurde erst am 6. April gefunden, als sie vom Meer ans Land gespült wurde.
3. Stufentheorie
3.1 Einordnung in die Theorielandschaft
Um nun die Entwicklung und auch Hintergründe seiner Theorie verstehen zu können, sollte man vorab erwähnen, dass Lawrence Kohlberg nicht der Erste war, der sich mit der moralischen Entwicklung beschäftigt hatte.
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Arbeit zitieren:
Christina Busch, 2008, Lawrence Kohlberg, München, GRIN Verlag GmbH
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