Man redet viel über Karriere, was sehr häufig mit positiven und negativen Äußerungen verbunden ist. Nicht selten hört man nämlich viele Menschen über einen anderen sagen: „Der hat aber eine tolle Karriere gemacht!“ In dieser Aussage steckt auf der einen Seite Bewunderung und auf der anderen Seite Hochachtung. In der Regel denkt man, dass derjenige, der den Karriereweg beschreitet, bereits in jungen Jahren den Status eines Geschäftsführers, Vorstandes oder zumindest eines Direktors möglichst schnell und einfach erreicht hat. Ferner glaubt man, dass er oder sie nach außen sichtbare Macht, Einfluss und Ansehen besitzt. Die Kehrseite der Medaille bringt allerdings auch die negativen Äußerungen über den Karrierebegriff ans Licht. Dabei werden Aussagen - hinter denen Verachtung und Missgunst stecken - gemacht wie „So muss man wohl sein, wenn man Karriere macht!“ Vor allem im deutschen Sprachgebrauch ist der Begriff Karriere mit „Ellenbogenmentalität“, Strebertum auf Kosten anderer oder das rücksichtslose Erklimmen einer hierarchischen Leiter verbunden.
In der Ausarbeitung der Präsentation „Karriereberatung“ sollen die unterschiedlichen Facetten des Karrierebegriffs in Anlehnung an die Literatur thematisiert werden. Was bedeutet der Begriff Karriere konkret? Was versteht man heute darunter?
Was ist Karriere?
Ein Blick in die Sprachgeschichte des Karrierebegriffs zeigt, dass es in der Regel in einem Zusammenhang verwendet wird, der nicht selten mit Aggressivität und Geschwindigkeit einhergeht:
• Bereits im Frankreich des 18. Jahrhunderts wurde der Begriff „carrière“ für Pferderennbahn verwendet. Und auch heute noch bezeichnet man die schnellste Gangart eines Pferdes mit carrière.
• Im 19. Jahrhundert wurden in Deutschland die Reiterattacken der Kavalleristen „Karriere“ genannt.
• Der portugiesische Begriff „carreira“ steht für Weg oder Straße und gibt die entsprechende Richtung an.
• Im angelsächsischen Raum wird „career“ genutzt und bezeichnet die berufliche und persönliche Laufbahn
Es sind also ganz verschiedene Bedeutungen in unterschiedlichen Regionen für den ursprünglichen Karrierebegriff vorhanden.
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Der häufig alternativ verwendete Begriff Laufbahn ist eher auf den Öffentlichen Dienst und spezielle Karrierewege bezogen, so dass er nicht als ein Synonym verwendet werden sollte. Unter Karriere wird jede von einem Mitarbeiter einmal besetzte Stelle verstanden, deren zeitliche Spanne sich von der ersten bis zur aktuell ausgeübten Stelle in Betrieben erstreckt. Die übliche Einschränkung des Karrierebegriffs auf eine vertikale Richtung, also den Aufstieg in der Hierarchie, wirkt nicht zweckmäßig. In der Realität werden die Mitarbeiter nicht nur mit Aufwärtsbewegungen konfrontiert, wenn sie versetzt werden bzw. versetzt werden wollen. Zum Karrierebegriff zählen auch horizontale Versetzungen, also auf Stellen in etwa der gleichen Hierarchieebene. Dabei dürfen Versetzungen in Projektgruppen und Parallelhierarchien nicht außer Betracht gelassen werden.
Somit geht der klassische Karrierebegriff nicht unter, sondern kommt in verschiedenen Sichtweisen zum Vorschein. Diese treten gerade in aktuellen Diskussionen in den Vordergrund und weisen folgende Facetten auf:
Fazit:
1. Der klassische Aufstieg, der mit einer zunehmenden Entfernung von den einmal
erlernten Fach – und Sozialqualifikationen in Richtung Management, kommt für die Masse der Qualifizierten nicht in Betracht.
2. Die geschilderten unterschiedlichen Sichtweisen gestatten es nicht – auch bei
Betrachtung der gesellschaftlichen Entwicklungen – einen einheitlichen Karrierebegriff definieren zu wollen.
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Arbeit zitieren:
Diplom-Volkswirtin Vesile Güzel, 2005, Der Karrierebegriff, München, GRIN Verlag GmbH
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