Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
1 Hinführung 5
2 Sachanalyse 7
2.1 Biologisch-medizinische Grundlagen für die Vermittlung von
Zahngesundheit in der Schule 7
2.1.1 Gebiss des Menschen 9
2.1.2 Zahnaufbau 11
2.1.3 Kariesbildung 13
2.1.4 Auswirkungen der Ernährung des Menschen auf das Gebiss
und die Mundpartie 14
3 Zahnpflege im privaten und öffentlichen Raum 17
3.1 Zahngesundheit im Elternhaus 19
3.1.1 Internetplattform MAX SCHRUBBEL 19
3.1.2 HOBBYTHEK - Mund, Nase und Ohren 23
3.1.3 STIFTUNG WARENTEST - Zähne 25
3.1.4 Lucas und Shiva, Im Land der weichen Bürsten 26
3.1.5 Es war einmal das Leben 28
3.2 Zahngesundheit in der Schule 30
3.2.1 Bücherwurm, Mein Sachbuch 1 31
3.2.2 Gesundheitserziehung in der Grundschule 34
3.2.3 BIO 1 Rheinland-Pfalz, Saarland 35
3.2.4 ERLEBNIS Biologie 1 37
3.2.5 PRISMA BIOLOGIE 5/6 39
3.2.6 BIOLOGIE HEUTE 1 Neubearbeitung 41
3.2.7 NATURA 2 Biologie für Gymnasien 43
3.2.8 BIOLOGIE HEUTE 2 aktuell und PRISMA BIOLOGIE 7-10 44
3.2.9 Linder BIOLOGIE 45
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4 Umfragen zur Zahnpflege bei Kindern im Alter von 10 bis 12
Jahren 46
4.1 Kriterien zur Erstellung der Fragebögen 46
4.1.1 Fragebogen an den behandelnden Zahnarzt 46
4.1.2 Patientenfragebogen 47
4.2 Auswertung 48
4.2.1 Auswertung der Fragebögen der behandelnden Zahnärzte 48
4.2.2 Auswertung der Patientenfragebögen 51
5 Didaktischer Teil 58
5.1 Zahnhygiene in der Schule 59
5.1.1 Lehrplan als Leitfaden 59
5.2 Zur Unterrichtsreihe 68
5.2.1 Gesamtkonzeption 69
5.2.2 Didaktischer Lösungsweg 70
5.2.3 Lerngruppenanalyse 71
5.2.3.1 Allgemeine Beobachtungen zum Lernverhalten 71
5.2.3.2 Unterrichtliche Konsequenzen 72
5.2.3.3 Schwierigkeitsanalyse 74
5.2.4 Erläuterungen zu Zielsetzungen und Methoden des Unterrichts 76
5.2.5 Elternbrief 80
5.2.6 Übersicht über die Unterrichtsreihe 81
5.2.6.1 Erste Stunde im Detail 83
5.2.6.2 Zweite Stunde im Detail 86
5.2.6.3 Dritte Stunde im Detail 89
5.2.6.4 Vierte Stunde im Detail 93
5.2.6.5 Fünfte Stunde im Detail 97
5.2.7 Durchführung der Unterrichtsreihe 99
5.2.8 Reflexion 101
5.2.9 Leistungsbeurteilung 103
6 Ausblick 107
Schlusswort 110
Danksagung 115
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis 117
Literaturverzeichnis 119
Anhang
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Vorwort
Ob für Babynahrung, Modetrends oder Autos, überall in der Werbung erblickt man hübsche Menschen mit noch hübscheren weißen Zähnen. Strahlend weiße Zähne in akkurater Anordnung sind fest mit dem derzeit geltenden Schönheitsideal verbunden. Unvorstellbar wäre das süße Baby der Zwiebackpackung mit einem braunen, brüchigen Zahn, statt seinen kleinen, schneeweißen Zähnchen. Niemals gibt es im Fernsehen Moderatoren oder Schauspieler mit wackelnder Prothese oder karieszerstörten, schiefen Zähnen, es sei denn, die Rolle erfordert es. Ein strahlendes Lächeln ist als ein äußeres Zeichen für Körperpflege, Gesundheit und Fitness unabdingbar und ruft somit Sympathien hervor.
Der Volksmund sagt: 'Schöne Menschen haben es leichter'. Was ist nun mit Menschen, die panische Angst vor Zahnärzten haben, andere Prioritäten im Alltag setzen oder schlichtweg nicht ausreichend informiert und aufgeklärt wurden, und somit ihre Zahnpflege vernachlässigen? Diese Menschen leiden oft unter den Mängeln ihrer Zähne. Auf Grund von Zahnschäden kommt es nicht nur zu physischen, sondern auch zu psychischen Veränderungen. Zahnprobleme verursachen meist Schmerzen und trüben nach und nach das äußere Erscheinungsbild. Ebenmäßige Zähne sind hier Wunschdenken und es bedarf meist großer Anstrengungen, den Betroffenen ein positives Körpergefühl zu vermitteln, sodass sie wieder verstärkt auf ihre Gesundheit und ihre Zahnpflege im Besonderen achten. Um diese individuellen 'Störfaktoren' für die Zahngesundheit möglichst gering zu halten und im besten Falle sogar ganz zu vermeiden, darf in der heutigen Zeit das Thema 'Zähne und Zahngesundheit' aus dem Erziehungsauftrag nicht ausgeklammert werden. Daher wird derzeit die Präventionsarbeit im Bereich der Zahngesundheit in vielen Bildungseinrichtungen 1 , insbesondere in der Schule, thematisiert. Bemüht man sich als Lehrer für den eigenen Unterricht um Materialien, die sich mit Zähnen und deren Pflege beschäftigen, so fällt einem auf, dass ein Großteil der zur Verfügung stehenden Materialien für Kleinkinder bzw. Grundschulkinder bestimmt
1 Früherziehung, Kindergärten, Schulen, Arbeitsgemeinschaften usw.
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ist. Es ist daher schwer, geeignetes Material für die Sekundarstufe I (außerhalb der regulären Schulbücher) zu bekommen, um den Unterricht tiefgründiger und abwechslungsreicher zu gestalten. Dabei ist auffällig, dass in den Schulbüchern diese Thematik enthalten, jedoch der Inhalt auf ein Minimum beschränkt ist. Da dieser Teil der Gesundheitserziehung sich auf den ersten Blick mit einem alltäglichen Hygienebereich befasst, und in den Augen vieler Eltern keiner besonderen Beachtung bedarf, sollte behutsam vorgegangen werden, sodass Kinder und Erziehungsberechtigte Vertrauen fassen, den Sinn erkennen und gemeinsam auf das Lernziel hinarbeiten. Eine enge Zusammenarbeit der Lehrkräfte mit den Eltern und Erziehungsberechtigten ist unabdingbar. Hintergrund und Inhalt der Gesundheitserziehung im Bereich 'Zähne und Zahnpflege' sollte in einem Elternbrief offengelegt werden, und gegebenenfalls in einem Gespräch erläutert werden. Im Rahmen der Planung, Durchführung und Reflexion einer vollständigen Unterrichtsreihe ist dieser Arbeit eine Sachanalyse vorangestellt. Im Anschluss daran werden die Materialien, sowohl für den privaten als auch den öffentlichen Erziehungsbeitrag vorgestellt und analysiert. Hierbei sind Inhalt, Struktur der Wortwahl sowie Syntax und Bildmaterial ausschlaggebend.
Die Unterrichtsreihe selbst wird vom Beginn der Planung bis hin zur eigentlichen Durchführung und Reflexion ausführlich dargestellt, sodass nicht nur ein bloßer Einblick in die Vorbereitung oder das Unterrichtsgeschehen möglich ist, sondern auch die Option besteht, diese Unterrichtsreihe selbst zu erproben und auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Die eingesetzten und teilweise selbst erstellten Materialien werden ebenfalls vorgestellt und hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit beurteilt, sowie in den entsprechenden didaktischen Kontext eingebettet. Bevor jedoch die Materialien im Hinblick auf die Unterrichtsreihe mit dem Thema 'Zähne und Zahngesundheit' behandelt werden, ist eine Sachanalyse für diese Thematik unumgänglich und wird daher vorangestellt.
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In dieser Examensarbeit wird auf die emanzipatorisch korrekte Unterscheidung von Schülerinnen und Schülern, Ärztinnen und Ärzten oder der gleichen verzichtet, da sich keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zeigen.
1 Hinführung
Vollgepackte Lehrpläne, mangelnde Lehrkräfte und gekürzte Stundenanzahlen, wenige Kindergartenplätze, Einschulung mit fünf Jahren und Abitur nach 12 statt 13 Jahren Schulausbildung - all dies ist durchaus Realität in unserem derzeitigen Bildungssystem. Gleichwohl drängen Ausbildungsstätten und Universitäten auf immer jüngere, flexiblere und vor allem bestausgebildete Kräfte. Dass jedoch Zeit und finanzielle Mittel unbesiegbare Gegenspieler sind, viele Kinder streckenweise mit dem Leistungsdruck überfordert sind und der viel zu volle Lehrplan in einigen Bereichen unbeachtet bleibt, scheint dabei nicht zu irritieren. Meist bleiben bei all diesen Faktoren elementare Inhalte der einzelnen Fächer wie z.B. die Gesundheitserziehung in der Biologie, sei es in Bezug auf gesunde Ernährung, Sexualkunde oder aber Hygieneerziehung, unbeachtet. Der allgemeine Hintergedanke, dass diese Unterrichtseinheit bereits in der Grundschule oder im Vorjahr bearbeitet wurde oder später noch einmal behandelt wird, spielt hierbei eine große Rolle. Und schließlich gibt es auch noch die familiäre Verantwortung und deren Erziehungsbeitrag, die diesen Bildungsbereich abdecken sollte. Bei dieser Art von Unterrichtsdefiziten bleiben viele Fragen offen und meist sind die Kinder dabei die Leidtragenden. Würde jedoch nicht derart durch den Lehrplan gehetzt, sondern jedes Thema gleichwertig und in der richtigen Altersstufe behandelt, müssten viele Grundlagen, egal in welchem Fachbereich, nicht übermäßig oft wiederholt werden und es bliebe mehr Zeit für jeden einzelnen Themenbereich übrig. Dies würde bedeuten, dass die Qualität der einzelnen Unterrichtseinheiten verbessert und intensiviert werden könnten. Nur so kann die Zeit, welche insgesamt zur Verfügung steht, effizienter genutzt werden. Die Schüler lernen zwar weiterhin exemplarisch, werden aber die Unterrichtsinhalte auf Grund des produktiveren Unterrichts besser erschließen und langzeitig abspeichern können. Die Zeit würde sinnvoller genutzt und
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trotz der übermäßigen Fülle des Lehrplans könnte ein angemessenes Pensum geleistet werden. Die Schüler würden insgesamt mit einem solideren Wissen in das Leben entlassen.
Gleichwohl stellen nicht nur der Lehrplan und die mangelnde Zeit ein Problem dar, sondern auch die defizitäre Ausbildung bezüglich des Themas Gesundheitserziehung während des Lehramtsstudiums. Auf Grund des Halbwissens der angehenden Lehrkräfte entsteht Unsicherheit, welche sich auf den Unterricht und die Schüler überträgt. Studierende wünschen sich seit geraumer Zeit mehr Praxisbezug und auf den Lehrplan abgestimmte Seminare und Übungen. Obwohl Veränderungen im Studiensystem erprobt und auch Schulreformen durchgeführt werden, scheint sich de facto nur wenig zu ändern, geschweige denn zu verbessern. Im Schulalltag auf sich gestellt erwartet die Lehramtsanwärter ein weiteres Problem: unterschiedliche Schulbücher mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Bei diesem oder jenem Thema ist demzufolge auch dieses oder jenes Buch besser oder schlechter geeignet. Daher stehen Lehrer und Schüler jedes Schuljahr von Neuem vor dem Dilemma, suboptimale Schulbücher zu besitzen. Um den Unterricht möglichst facettenreich zu gestalten, ist die Lehrkraft auf zusätzliche Materialien angewiesen. Nur so kann gut strukturierter Unterricht angestrebt werden, der handlungsorientiert auf die Schüler abgestimmt ist. Im Bereich der 'Gesundheitserziehung für Zahnkunde und Hygiene' stellt sich dies als schwierig dar. Die Materialien sind meist auf eine Altersstufe begrenzt bzw. schwer zu bekommen. Dennoch oder gerade deshalb werden in dieser Arbeit exemplarisch Materialien vorgestellt und Anregungen für den eigenen Unterricht geboten.
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2 Sachanalyse
In der Sachanalyse werden die wichtigsten fachwissenschaftlichen Basiskenntnisse, welche für einen adäquaten Unterricht notwendig sind, dargelegt. Die Lehrkraft macht sich ausführlich mit dem Themenkomplex vertraut und arbeitet sich intensiv ein. Hierbei werden zentrale Aspekte herausgefiltert, die in der späteren Unterrichtsreihe behandelt werden sollen. Durch die gründliche Beschäftigung mit dem Thema lassen sich die Schwerpunkte für den Unterricht setzen und mögliche Schwierigkeiten in der Umsetzung frühzeitig erkennen und umgehen. Weiterhin kann sich auf anknüpfende Fragen der Schüler eingestellt werden. Diese können auf Grund der detaillierten Kenntnisse gut erklärt werden.
2.1 Biologisch-medizinische Grundlagen für die Vermittlung von Zahnge- sundheit in der Schule
Bis sich das menschliche Gebiss, wie wir es heute kennen, entwickelte, war es ein langer Weg. Um einen schlüssigen Gesamtüberblick geben zu können, wird daher der evolutionäre Werdegang des Menschen miteinbezogen. Evolutionär betrachtet gehört der Mensch zu den Mammalia (Säugetieren). Sein aufrechter Gang entwickelte sich ausgehend des Australopithecus afarensis, welcher eine deutlich abgespreizte Großzehe sowie ein abgeflachtes Becken hatte, bis hin zum heutigen Homo sapiens. Auf Grund neu gewonnener Vorderextremitäten, die sich im Laufe der Zeit zu verbesserten Greifhänden entwickelten, konnte die Ernährung ebenfalls effizienter gestaltet werden. Die Ernährungsstrategie entwickelte sich keinesfalls einseitig, wie z.B. als reiner Pflanzenfresser, sondern zu einem alles fressenden Lebewesen, welches dazu ein komplexes Gebiss benötigt. Der Mensch als Allesfresser konnte so fast alle Klima- und Vegetationszonen besiedeln (RIEGER, WESTHEIDE 2004).
Zur vollständigen mechanischen Zerkleinerung der Nahrung ist bei den Säugetieren die Muskulatur des Kauapparates so angelegt, dass ein erhöhter Druck und gleich-
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zeitig genauere Bewegungen ausgeübt werden können. Hierzu verlagerte sich das ursprüngliche Kaugelenk zu einem, für den Menschen typischen, sekundären Kiefergelenk. Dies bedeutet, dass das primäre Kiefergelenk mit Quadratum und Articulare, durch ein sekundäres Gelenk mit Squamosum und Dentale ersetzt wird. Die Vorstellung, dass die erste Kombination auf einmal überflüssig geworden und verschwunden ist, ist jedoch schlichtweg falsch. Ihre neue Funktion erlangten sie durch die Entwicklung zu den Gehörknöchelchen Hammer und Amboß (Malleus und Incus). Durch den veränderten Gebissapparat ergab sich eine neue sekundäre verknöcherte Gaumenstruktur: die Trennung von Mund- und Nasenhöhle. Die eigentlichen Kauleisten sind mit Zähnen besetzt. Diese bestehen beim Menschen aus dermalem Hartgebilde. Odontoplasten 2 liefern Dentin, Adamoplasten Schmelz. Diese zwei Stoffe bilden schließlich in einer Einfaltung des Mundhöhlenepithels das Zahnbein (Dentin) und seinen Überzug, den Zahnschmelz. Bevor der Zahn letztendlich 'durchbricht' und in der Mundhöhle zum Vorschein kommt, bildet sich die Zahnwurzel, welche von Knochengewebe (Zement) umgeben ist. Da die Säugetiere optisch unterschiedliche und somit auch funktionell differenzierte Zähne besitzen, spricht man von einem heterodonten Säugergebiss. Dies besteht von der vorderen zur hinteren Kieferseite aus vier Zahnformen: Incisivi (Schneidezähne), Canini (Eckzähne), Praemolares (vordere Backenzähne) und Molares (hintere Backenzähne). Da der Homo sapiens kein stetiges Zahnwachstum aufweist, sondern nur einen zweifachen Zahnwechsel, wird das Gebiss auch als diphydontes Gebiss (Gebiss mit Milch- und Ersatzzähnen) bezeichnet. Eine Besonderheit hierbei ist, dass die hinteren Backenzähne nicht gewechselt werden (WEHNER, GEHRING 1995).
2 Odontoblasten sind dentinbildende Zellen in der Pulpa.
Adamoblasten gehen nach der Schmelzbildung zu Grunde.
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2.1.1 Gebiss des Menschen
Der menschliche Kauapparat ist Teil des gesamten Schädelaufbaus. Der Kopf sitzt auf den ersten zwei Halswir-
und Gesichtsschädel unterteilt. Für den Kauapparat ist letztgenannter Schädelteil von großem Belang, da er Augen-, Mund-und Nasenhöhle umgibt. "In seiner Form wird er dabei wesentlich vom Ober- und Un- bestimmt" (SCHUBERT
2002).
Der Oberkiefer (Maxilla) besteht aus zwei Oberkieferhälften mit Kieferhöhle und vier Fortsätzen. Der Stirnfortsatz stellt die Grenzen von Nase, Augenhöhle und Stirnbein dar. Hingegen ist der Jochbeinfortsatz die alleinige Verbindung zum gleichnamigen Jochbein, wel-
Abschluss des Gesichtes bildet und nach oben ins Stirn-, sowie nach hinten über den Jochbogen, ins Schläfenbein übergeht. Der Gaumenfortsatz und das Gaumenbein bilden die knöcherne Trennung von Mund
und Nase, ermöglichen aber
den Verlauf der Gaumenarterie
und weiterer Nerven und Gefäße. Der Alveolarfortsatz enthält die Alveolen (Zahnfächer) des kompletten Oberkiefers und endet mit dem Knochenhöcker. Platz für Nerven und Gefäße ist durch Austrittslöcher unterhalb der Augenhöhle, ebenso im
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Gaumen hinter den Schneidezähnen gegeben. Die eigentliche Kiefernhöhle liegt im Innern, steht mit der Nase in Verbindung und bildet so auch die Nasennebenhöhlen. Die Kiefernhöhle erstreckt sich bis zu den Wurzeln der Seitenzähne des Oberkiefers und ist durch eine dünne Knochenlamelle getrennt. Die Nasenscheidewand wird durch das Siebbein gebildet und reicht bis zu den Stirnfortsätzen zwischen denen das Nasenbein liegt (MÜLLER 1993; SCHUBERT 2002). Den Gegenpart zum Oberkiefer
bildet der Unterkiefer (Mandibula). Dieser Teil des Gebisses besteht aus einem Rundbogen mit einem aufsteigenden Ast an jeder Seite. Die Unterkieferäste sind mit zwei Fortsätzen verbunden. Zum Einen mit dem Muskelfortsatz, der die An- des Schläfenbeinmuskels darstellt und zum Anderen mit dem Gelenkfortsatz, der mittels Gelenkkopf zum Kiefergelenk gehört. Die dazu entsprechende Gelenkgrube wird durch das Schläfenbein bereitgestellt. Ebenso wie der Oberkiefer, bietet auch der Unterkiefer Raum für Gefäße, welcher durch das Unterkieferloch oder Kinnloch gegeben ist. Die Kauleiste des Unterkiefers wird nicht, wie oft angenommen, durch das gebogene Mittelstück gebildet, sondern durch den bezahnten Alveolarfortsatz (MÜLLER 1993, SCHUBERT 2002).
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Damit Ober- und Unterkiefer problemlos zusammen funktionieren können, müssen sie durch ein bewegliches Kiefergelenk verbunden sein. Zu den schon zuvor erwähnten Gelenkköpfen und -
chen bestehenden Fragmente durch eine Faserkapsel, die Gelenkscheibe, abgefedert und von der Gelenkkapsel umschlossen, welche für einen reibungslosen Ablauf die sogenannte Gelenkschmiere produ- Zusätzliche Stabilisierung
wird durch die Gelenkbänder gegeben. Das Öffnen und Schließen des Kiefers wird durch die muskuläre und nervöse Anbindung der Gesichtsmuskeln und Nerven ermöglicht, welche in Verbindung mit dem Gefäß- und Zentralnervensystem des Körpers, sowie allen anderen notwendigen Körpereinheiten steht (MÜLLER 1993, SCHUBERT 2002).
2.1.2 Zahnaufbau
Auf Grund der Zahnanlagen und des Zahnwachstums in Ober- und Unterkiefer besitzt der Mensch Kauleisten mit einer Reihe von Zähnen. Obwohl standort- und gestaltungsbedingt den Zähnen unterschiedliche
Aufgaben zukommen, "setzt sich jeder Zahn aus einem freiliegenden
Teil, der Zahnkrone, einem mittleren Teil am Rand des Zahnfleisches,
dem Zahnhals, und einem verborgenen Teil, der Zahnwurzel, zusam- (BAUER, WORMER 2004).
Aus der Alveole erstreckt sich die Zahnwurzel und verankert dort den Zahn im Zahnfleisch (Gingiva). Die mit Zement umkleidete Zahnwurzel lässt durch Wurzelöffnungen (Wurzelkanäle) eine Versorgung des Zahnes mit Gefäßen und Nerven zu. Die sichtbare Zahnkrone ist nach außen mit hartem Zahnschmelz, dem eine
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Schutzfunktion zukommt, umkleidet. Im Innern befindet sich die Zahnpulpa, ein Bindegewebe, das die Zahnhöhle bildet (FALLER, SCHÜNKE, 2004). Die Zahnsubstanzen selbst geben Aufschluss über den inhaltlichen, nicht optisch erfassbaren Aufbau. Der Zahnschmelz besteht hauptsächlich aus Hydroxylapatit, dessen Bestandteile Calcium und Phosphat sind. In Kombination mit Fluorid wird der Zahnschmelz hart und es entstehen Schmelzprismen, was wiederum die Zahnzerstörung durch Karies erschwert. Das Zahnbein ist ähnlich wie der Zahnschmelz aufgebaut, jedoch zusätzlich mit Zellfortsätzen durchzogen, die beispielsweise Schmerzreize weiterleiten oder Sekundärdentin bilden. Zementoblasten bilden das Wurzelzement, welches ebenfalls aus Hydroxylapatit besteht und zur Wurzelspitze immer dicker wird, um so den Halt des Zahnes optimal herzustellen. Blut- und Lymphgefäße sind in der Zahnpulpa enthalten und versorgen somit das Dentin. Nur durch eine funktionstüchtige Pulpa kann Dentin neugebildet werden und der Zahn auf Reize reagieren (SCHUBERT 2002).
Ausschlaggebend für das diphydonte Gebiss ist das Milchgebiss "beste- aus acht Schneidezähnen, vier Eckzähnen und acht sogenannten
Prämolaren, falschen Backenzähnen", sowie das Dauergebiss mit "dar-
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Die Milchzähne brechen ab dem sechsten Lebensmonat durch und sind im Durchschnitt bis zum vierten Lebensjahr in Gebrauch. Während dieser Zeit werden die Zähne stark beansprucht und es kommt zur Abrasion (Abnutzung). Ab dem vierten Lebensjahr bilden sich die bleibenden Zähne neu und verdrängen die Milchzähne aus dem Kiefer. Die Wurzeln der Milchzähne werden zuvor zur Nährung der neuen Zahnanlagen verwendet und es
kommt nach und nach durch Platzbedarf des neuen Zahnes und Abbau der Wurzeln zum altbekannten Wackelzahn. Weiterhin erscheinen erstmals die hinteren Backenzähne, die sogenannten Zuwachszähne. Diese entwickeln sich ab dem sechsten Lebensjahr. Ab dem neunten bis 12. Lebensjahr bilden sich die Eckzähne und Prämolaren neu. Abschließend bilden sich die zweiten Molaren ab dem elften Lebensjahr. Die Weisheitszähne brechen ab dem 16. Lebensjahr durch, werden aber auf Grund von Platzmangel oft entfernt (SCHUBERT 2002).
2.1.3 Kariesbildung
Karies entsteht durch die im Mund befindlichen Bakterien, welche sich von Kohlenhydraten der Nahrungsreste ernähren. Diese Bakterien heften sich mittels Polyalkane, klebriger Polysaccharide, an den Zahnschmelz. So entsteht eine Plaqueschicht. Den Bakterien ist es ein Leichtes, nun Calcium aus dem Zahnschmelz (Hydroxylapatit) herauszulösen und den Zahn zu beschädigen. Dies geschieht durch die bei der Kohlenhydratumwandlung entstehenden Säuren. Als Nebenprodukte entstehen diese bei der Nahrungsaufnahme der Bakterien. Es han-
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delt sich hierbei um die Anfänge der Kariesbildung und wird daher als Initialkaries bezeichnet. Umso weiter die Zahnschmelzverletzung fortschreitet, umso sichtbarer wird dies als weißer Fleck am Zahn. Sobald das Dentin verletzt wurde und die Verletzung bis ins Zahninnere reicht, spricht man von Dentinkaries, der nunmehr als braune Verfärbung deutlich wird. Da in diesem Stadium der harte Zahnschmelz nicht mehr überwunden werden muss, schreitet die Karieserkrankung nun wesentlich schneller in Richtung Pulpa fort. Ist die Pulpa erst einmal von Karies betroffen, so schaltet sich das körpereigene Immunsystem ein, um die Bakterien abzuwehren. Da im Bereich der Wurzel ein noch geringerer Mineralstoffgehalt vorherrscht als in der Pulpa, schreitet die Erkrankung unweigerlich fort und breitet sich über die Wurzelfläche bis in den Knochen aus. Um einen derartigen Krankheitsverlauf zu vermeiden oder zu stoppen, sind Gegenmaßnahmen, wie die regelmäßige Zahnpflege sowie die fachgemäße Untersuchung und Behandlung eines Zahnmediziners unerlässlich (MÜLLER 1993).
2.1.4 Auswirkungen der Ernährung des Menschen auf das Gebiss und die Mundpartie
Die menschlichen Sinne (Riechen, Schmecken und Sehen) sowie ein Hunger- oder Sättigungsgefühl bestimmen den Ernährungsrhythmus. Hierzu gehören die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Ein leerer bzw. gefüllter Magen, die Körpertemperatur, viele komplexe Signale und Vorgänge bilden den "Hunger- Sättigungs-Mechanismus" (ELMADFA 2004).
Zu der natürlichen menschlichen Ernährungsstrategie gehören unterschiedliche Nahrungsmittel, die sich auf Grund ihrer Eigenschaften in Lebensmittelgruppen unterteilen lassen:
• Proteine • Spurenelemente
• Kohlenhydrate • Ballaststoffe
• Fette • ausreichend Wasser
• Vitamine (FALLER SCHÜNKE 2004) • Mineralstoffe
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Je nach individueller Ernährungsstrategie variiert die Nahrungsaufnahme der verschiedenen Nahrungsmittel. Durch den persönlichen Geschmack oder die unterschiedlichsten Moralvorstellungen bzw. Überzeugungen kann es daher geschehen, dass bestimmte Lebensmittelgruppen vollständig entfallen, reduziert werden oder im umgekehrten Sinne im Höchstmaß bevorzugt werden. Dies führt zu allgemeinen Ernährungsmängeln bis hin zu Ernährungskrankheiten.
ELMADFA (2004) spricht hier von zu hohem Zuckergehalt, tierischem Fett- und Proteingehalt, zu stark raffinierten Lebensmitteln 3 , sowie von zu geringem Ballaststoff-und Stärkeanteil.
Folgeerscheinungen einer solch unausgewogenen Ernährung seien beispielsweise Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Die wohl bekannteste und eigentlich naheliegendeste Folgeerscheinung von einer fehlerhaften Ernährung, Karies und Parodontitis 4 , geriet hier jedoch in Vergessenheit. Einzig und allein auf dem Verdauungsweg wird der Mundpartie zu Gute gehalten, dass die Nahrung stark zerkleinert und mittels Speichel für den ersten Transportweg aufbereitet wird (ELMADFA 2004).
Gleichzeitig "bildet der Hydrogencarbonat-Puffer 5 ein optimales Milieu für die α- Amylase 6 undverhindert, dass saure Substanzen dem Zahnschmelz schaden" (EL- MADFA 2004).
3 Raffination: das Veredeln von Rohstoffen Lebensmittel: Bezeichnung für alle Stoffe, die dazu
bestimmt sind [...] von Menschen aufgenommen zu werden, also Nahrungs- und Genussmittel
sowie Zusatzstoffe und Nahrungsergänzungsmittel
(BIBLIOGRAPHISCHES INSTITUT UND F.A. BROCKHAUS AG)
4 Karies: Zerstörung der Zähne durch Bakterien und Säuren
Parodontitis: Entzündung des Zahnhalteapparates mit Bildung von Zahnfleischtaschen, Sekret- und Lockerung der Zähne.
(BAUER, WORMER 2004)
5 Ein Puffer entsteht durch die Vermischung einer schwachen Säure oder Base mit einem Salz der
gleichen Säure oder Base. Kleinere pH-Wert Schwankungen werden durch einen Puffer ausge-
6 α-Amylase zerlegt im Mund Kohlenhydrate in Polysaccharidketten.
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CLEAVE (1983) hingegen vertritt den Standpunkt, Karies sei eine weitverbreitete Zivilisationskrankheit, der im Zuge der modernen Zahnmedizin Einhalt geboten werden kann. Die heutigen Grundnahrungsmittel, wie beispielsweise die Kohlenhydrate Mehl und Zucker werden raffiniert, was bedeutet, dass diese Lebensmittel im Körper schneller zerkleinert und in direkt verwertbare Zuckerbestandteile umgewandelt werden können. Die Speisereste sind in der Regel heute so klein oder derart leicht zu zerkleinern, dass sie sich in engen Spalten des Zahnschmelzes festsetzen, oder in den Zahnzwischenräumen verbleiben, wodurch Karies begünstigt wird. Wer hier nicht ausreichend oder falsch reinigt, erkrankt früher oder später an Karies. Ebenso steigt das Parodontoserisiko durch die stetige Verfeinerung der Nahrungsmittel. Lebensmittel bieten heute nur noch wenig Widerstand mittels Knochenteile, harter Getreidekörner und ähnlichem. Dadurch bedingt verweichlicht das Zahnfleisch und eine Verhornung dessen wird vermieden, sodass Parodontose als Folge entstehen kann.
Nahrungsmittelreste und Bakterien, die sich auf und zwischen Zähnen anhäufen bilden einen Plaqueüberzug.
Dieser "Zahnbelag lässt sich vom Speichel nicht wegspülen und fördert
Karies, da sich im Zahnbelag Säuren bilden und gleichzeitig der Einbau
von Mineralstoffen aus dem Speichel blockiert wird" (BAUER, WORMER
2004).
Umso mehr Plaque angesammelt wird, desto saurer wird ihr ph-Wert basierend auf dem anaeroben Stoffwechsel der Bakterien. Da nicht nur der Aufbau der Mineralstoffe blockiert, sondern dieser auch durch die entstehenden Säuren angegriffen wird, kommt es zur Auflösung von Schmelzapatit in kleinsten Spalten der Zahnoberfläche bis in den Zahn hinein. Der Eingang ins Zahninnere bildet sich hier durch Lochfraß. Sobald das Dentin angegriffen wird, breitet sich der Zahnschaden bis in die Pulpahöhle aus, bis der Zahn schließlich seine Vitalität verliert und Ausgangspunkt für weitere Infektionen bietet. Um diese verheerenden Schäden, welche die Nahrungsaufnahme erschweren und zu unangenehmen Schmerzen führen, zu vermeiden, gibt es natürliche Schutzfunktionen des Körpers, sowie zusätzlich unterstützende Maßnahmen. Beispielsweise produzieren Speicheldrüsen im Mund fort-
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laufend Speichel, wodurch die Mundhöhle von Fremdkörpern gereinigt wird. Grundlage für die gleichzeitige Mineralisation des Zahnschmelzes ist die Calcium-und Phosphationenübersättigung des Speichels. Der Zahnschmelz wird unterstützt und aufgebaut. Jedoch ist diesem natürlichen Schutz eine Grenze gesetzt. Hartnäckige Speisereste und ein Übermaß an Zucker durch Getränke und Mahlzeiten vermag der Speichel nicht zu lösen, wodurch es unweigerlich zu Plaque kommt, welche mit Hilfe von Zahnpflegeprodukten entfernt werden muss. Es empfiehlt sich daher nach jeder Mahlzeit die Zähne mit Bürste, Paste und Spülung zu reinigen. Schwererreichbare Reste lassen sich mit Zahnseide aus den Zwischenräumen entfernen. Bei der Auswahl von Zahnpasten und Mundspüllösungen sollte darauf geachtet werden, dass Zuckerbestandteile vermieden werden und Fluoranteile enthalten sind (KOOLMANN, MOELLER, RÖHM 1998).
3 Zahnpflege im privaten und öffentlichen Raum
Kinder lernen von Geburt an durch das Leben in einer Gemeinschaft, insbesondere von ihren Eltern, Erziehungsberechtigten oder anderen speziell nahestehenden Personen. Durch das ständige Vorleben der verschiedensten Situationen, in diesem Fall gesunden und/oder ungesunden Sachlagen, werden Kindern und Jugendlichen bis hin zu jungen Erwachsenen Lebensweisen aufgezeigt und vermittelt. Meist werden diese schlichtweg übernommen oder mit eigenen Prinzipien kombiniert. So auch im Bereich der Zahnhygiene. Kinder, die von klein auf erklärt bekommen, warum Zähneputzen so enorm wichtig ist und wie man am effektivsten reinigt, damit es beim nächsten Zahnarztbesuch keine unangenehme Überraschung gibt, werden diese Ratschläge in aller Regel recht schnell berücksichtigen und annehmen. Bei Kindern, welche jedoch niemals beobachten konnten, ob und in welchem Maße sich eine Person die Zähne reinigt, gibt es oftmals - so zeigt es die Erfahrung - zwei konträre Reaktionen zu beobachten. Jene Kinder dieser Kategorie werden dementsprechend ebenfalls nicht allzu großen Wert auf ein Leben mit sauberen und gesunden Zähnen legen; andere Kinder werden umso penibler auf ihre Zahngesundheit achten, da sie sich von ihren unmittelbaren Mitmenschen abgrenzen und einen völlig anderen Lebensweg einschlagen möchten.
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Somit ist der Grundstein für die Gesundheitserziehung im privaten Raum von Natur aus gegeben und sollte daher obligatorisch durchgeführt werden. Um die Vermittlung solcher Reinigungsmaßnahmen zur Zahnpflege zu unterstützen und zu erleichtern, gibt es in unserer Gesellschaft eine Vielzahl an Materialien für Eltern und Kinder, seien es Informationsbroschüren, Erwachsenen- und Kinderliteratur oder Filme.
Zur Zahnpflege im öffentlichen Raum als Gesprächs-, Aufklärungsthema und/oder als aktive Behandlung fühlen sich viele Menschen in ihrem Beruf, in Vereinsarbeit oder aus persönlichem Interesse verpflichtet. Des Weiteren ist jedoch dieses Thema im Hinblick auf aktive Behandlungsmaßnahmen und Präventionsarbeit auch fest in unserer Gesetzeslage verankert. Hier wird je nach Sachlage und Zielsetzung in unterschiedliche Paragraphen eingeteilt und so heißt es in dem hiesigen Sozialgesetzbuch V:
"§ 21 Verhütung von Zahnerkrankungen (Gruppenprophylaxe)
(1) Die Krankenkassen haben im Zusammenwirken mit den Zahnärzten
und den für die Zahngesundheitspflege in den Ländern zuständigen Stel- unbeschadet der Aufgaben anderer gemeinsam und einheitlich Maß-
nahmen zur Erkennung und Verhütung von Zahnerkrankungen ihrer
Versicherten, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zu
fördern und sich an den Kosten der Durchführung zu beteiligen. Sie ha- auf flächendeckende Maßnahmen hinzuwirken. In Schulen und Be- in denen das durchschnittliche Kariesrisiko der
Schüler überproportional hoch ist, werden die Maßnahmen bis zum 16.
Lebensjahr durchgeführt. Die Maßnahmen sollen vorrangig in Gruppen,
insbesondere in Kindergärten und Schulen, durchgeführt werden; sie
sollen sich insbesondere auf die Untersuchung der Mundhöhle, Erhe- des Zahnstatus, Zahnschmelzhärtung, Ernährungsberatung und
Mundhygiene erstrecken. Für Kinder mit besonders hohem Kariesrisiko
sind spezifische Programme zu entwickeln. […]
§ 22 Verhütung von Zahnerkrankungen (Individualprophylaxe)
[…] (2) Die Untersuchungen sollen sich auf den Befund des Zahnflei- die Aufklärung über Krankheitsursachen und ihre Vermeidung,
das Erstellen von diagnostischen Vergleichen zur Mundhygiene, zum
Zustand des Zahnfleisches und zur Anfälligkeit gegenüber Karieser- auf die Motivation und Einweisung bei der Mundpflege so- auf Maßnahmen zur Schmelzhärtung der Zähne erstrecken. […]“ (SOZIALGESETZBUCH V SGB V 2004)
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Die weiteren Artikel der oben genannten Paragraphen gehen noch intensiver auf die Einzelleistungen und Behandlungsmaßnahmen ein. Sie sind an dieser Stelle jedoch zusätzlich nicht von Belang, da sie durch die Aufführungen im Allgemeinen abgedeckt werden. Sie dienen lediglich der Erläuterung und genauen Festlegung von expliziten Problemfällen, sowie speziellen rechtlichen Fragen. So sind Mediziner, Zahnmediziner, Bildungs- und Beratungsstellen dazu angehalten, nicht nur die Folgen zu behandeln bzw. zu beheben, sondern auch Präventionsarbeit zu leisten. Dies bedeutet, die Menschen jeden Alters immer wieder auf Zahnhygiene aufmerksam zu machen und ihnen die richtigen Vorgehensweisen nahe zu legen. Je öfter dies geschieht, desto geringer die Möglichkeit, dass dieses Gesundheitsthema in Vergessenheit gerät und desto erfolgreicher die Verhinderung von kleineren und größeren Zahnschäden. Die Arbeit im Sinne der allgemeinen Aufklärung kann hier auf unterschiedlichste Art und Weise ablaufen, beispielsweise mittels Aktionstagen, Informationsständen, Broschüren, Film und Werbung oder Zahnpflegebelehrungen in Zahnarztpraxen, Bildungseinrichtungen usw. Im Folgenden sollen einige dieser Optionen aufgegriffen und erläutert werden.
3.1 Zahngesundheit im Elternhaus
Mit der Geburt des Kindes, Übernahme einer Pflegschaft oder einer Adoption haben die Eltern die Herausforderung angenommen die ihnen anvertrauten Schützlinge zu gesunden und verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen. Es sollte daher nach bestem Wissen und Gewissen vorgelebt werden und durchaus auch zu Hilfsmaterialien gegriffen werden. Gerade zum Thema 'Gesundheit' gibt es eine Vielzahl an Medien. Nun folgend sollen einige dieser Möglichkeiten zur privaten Erziehung vorgestellt und analysiert werden.
3.1.1 Internetplattform MAX SCHRUBBEL
MAX SCHRUBBEL wurde durch die Initiative von verschiedenen Zahnärzten, den gesetzlichen Krankenkassen, sowie der Landesregierung Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Das kleine freundliche Walross mit dem Namen MAX SCHRUBBEL ge-
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leitet mit Humor durch die gesamte Internetplattform 7 der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege. Die Startseite (S, siehe Anhang) ist
sehr übersichtlich gestaltet und begrüßt den Nutzer mit ein paar grundsätzlichen Informationen zu der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege, die das Bestreben hat, Eltern, Erzieher, Lehrer, Zahnärzte und vor allem Kinder anzusprechen. Über diesem einleitenden Text ist eine Leiste angelegt, um die einzelnen Portale für Eltern, Schule, Kindergarten und
Kinder auszuwählen. Jede der vier
Portalstartseiten beginnt wiederum mit einem einleitenden Text, indem kurz dargelegt wird, was das jeweilige Portal zu bieten hat. Links neben der Begrüßung werden Rubriken aufgeführt, die beim Anklicken die entsprechenden Inhalte öffnen.
7 www.lagz-rlp.de
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Dies ist vergleichbar mit einem Buch und seinen einzelnen Kapiteln. Im Folgenden werden die Rubriken benannt und kurz erläutert.
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Die Portale sind sehr übersichtlich gestaltet, sodass man sich von Beginn an leicht zurechtfindet. Die einzelnen Inhalte sind gut strukturiert und bieten kompetenten Rat zu den unterschiedlichsten Fragen für Eltern und Erziehungsberechtigte im Bereich der Zahnhygiene.
Das Kinderportal (K, siehe Anhang) hingegen ist etwas anders gestaltet. Hier handelt es sich um ein Internetportal, dass von Kindern selbst bedient und erforscht werden kann. Diese Seite bietet Spaß, Spiel und Präventionsmaßnahmen. Der Begrüßungstext ist durch ein freundliches Hallo an die Kinder gerichtet und teilt Informationen zur Zahnpflege im Zusammenhang mit diesem Portal mit. In einer Auswahlleiste über dem Text und einer weiteren links neben dem Text werden verschiedene Rubriken angeboten. Auch hier kann man MAX SCHRUBBEL in zahngesunden Situationen erleben, die Zahnputzanleitung erklärt bekommen, richtige Ernährung und zahnfreundliche Süßigkeiten kennen lernen, sowie ein Onlinequiz und Zahnspiele bestreiten. Einige Rubriken sind deckungsgleich mit den vorherigen Portalen oder in abgewandelter Form wiederzufinden. Neu ist hier das Onlinequiz,
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bestehend aus zehn Fragen rund um das Thema 'Zähne und Zahnhygiene', die mit Leichtigkeit beantwortet werden können, wenn die einzelnen Informationstexte aufmerksam gelesen wurden. Am Ende wird durch die Auflösung das erzielte Ergebnis präsentiert. Wurden zu wenige Fragen richtig beantwortet, so kann ein erneuter Versuch gestartet werden. Positiv ist, dass von Versuch zu Versuch die Fragen variieren und keine Langeweile oder stupides Auswendiglernen die Folge ist. Wurde hingegen ein Großteil der Fragen richtig beantwortet, so kann nach Eingabe der eigenen Adresse ein Brief und ein Geschenk seitens MAX SCHRUBBEL zugestellt werden. Die Daten werden nach einem eventuellen Zustellungsauftrag wieder gelöscht und zu keinem Zeitpunkt an Dritte weiter gegeben, sodass der Datenschutz gewährleistet ist. Ebenfalls neu ist das Zahnspiel. Hier kann in die Rolle des tapferen Zahnritters geschlüpft werden, der an der Seite von Zahndalf das Land Zahnasien von den Zahnfressern befreien muss, sodass das Schloss Neuzahnstein mit seinem erhabenen König Zahncelot und seinen Untertanten gerettet wird. Die Namen der Umgebung und Persönlichkeiten erinnern an alte Sagen, Schlösser und Burgen oder auch an erst kürzlich bekannt gewordene Film- und Buchfiguren. Kindergerechte Animationen eng verknüpft mit Geschicklichkeits- und Wissensspielen setzen die Geschichte des Zahnritters zusammen. Schade ist hierbei, dass es nicht ganz so viele Fragevarianten gibt. Dennoch werden die Kinder mit Spaß gefördert und lernen alle wichtigen Grundlagen über 'Zähne und Zahnhygiene', sowie über zahnfreundliche Ernährung. Das Kinderportal ist sehr zu empfehlen, da es seinen Sinn vollends erfüllt und die Kinder ohne Zwang und Langeweile spielerisch lernen können. Gleichzeitig bietet sich dieses Internetportal für den Schulunterricht an. Die Seite kann beispielsweise zu Beginn oder auch zum Abschluss einer zahngesundheitlichen Unterrichtsreihe für eine Internetrallye, ähnlich einer Schnitzeljagd mit Fragestationen, verwendet werden.
3.1.2 HOBBYTHEK - Mund, Nase und Ohren
Dieses Hobbythek-Buch ist in Zusammenarbeit mit Jean Pütz, Ellen Norten und den beiden Fernsehsendern ARD und WDR entstanden und 2001 erschienen. Es widmet den Zähnen - Elfenbein des Menschen ein ausführliches Kapitel. Wissenswerte Zusatzinformationen, wie das Gaumen-Nasenloch des Sonnenkönigs werden gepaart
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mit Fakten, wie dem Gebissaufbau, und neuen Forschungsergebnissen. Mit anschaulichen Bildern werden Zahnaufbau, ebenso wie Milch- und Dauergebiss, Karies oder die zuckerfreien Süßigkeiten und eine adäquate Reinigungsstrategie erklärt. Hierbei wird dem Laien kompaktes Fachwissen auf interessante Art und Weise näher gebracht, sodass am Ende des Kapitels keine Fragen mehr offen sein sollten, sondern die Lust im Vordergrund steht, einige der zahlreichen Experimente selber durchzuführen.
Auf Grund der genauen Mengenangaben und einfachen Arbeitsanweisungen lässt sich eine Reihe von Zahnpasta oder eine Auswahl an Mundspüllösungen und anderer Pflegemittel herstellen. Doch
nicht nur im privaten Haushalt ist dieses Buch eine Bereicherung für Interessierte, auch in Jugendgruppen, Arbeitsgemeinschaften von Schulen oder Aktionsgruppen, wie z.B. Jugend forscht könnte es vielseitig eingesetzt werden. Kombiniert mit weiteren Arbeitsmaterialien ließen sich spannende Projekte mit einem Großteil an praktischen Einheiten durchführen, sodass aus Laien kleine Experten werden. Dieses Buch bietet eine hervorragende Möglichkeit diesen Themenkomplex in höheren Altersstufen aufzugreifen. Zwar schlägt der
Lehrplan das Thema 'Zähne und
Zahnhygiene' für die Orientierungsstufe in ausführlicher Form vor, so wird es dennoch bei Themen, wie der 'Ernährung' oder der 'Verdauungswege' etc. zu späteren Zeitpunkten aufgegriffen. Auf den Unterricht der Orientierungsstufe könnte hier
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explizit aufgebaut werden und durch Themen, wie den Zuckeraustauschstoff, die professionelle Zahnreinigung, die verschiedenen Zahnfüllungen oder die Folgen des zweiten Zahnverlusts ergänzt werden. Die Fächer Biologie, Chemie und Mathematik-Naturwissenschaften könnten eine engere Verbindung eingehen und es böte sich an, in erstgenanntem Fach die Zahnkunde und Zahnreinigung detailliert zu vermitteln, in zweitgenanntem die Stoffe und deren Wirkungsweise zu behandeln und in letztgenanntem Fach praktische Experimente durchzuführen, in denen sich die erlernten Dinge bündeln.
3.1.3 STIFTUNG WARENTEST - Zähne
Dieses Buch wurde 2003 von dem Verein für Konsumenteninformation herausgege- ben und erklärt nicht nur die Grundlagen für gesundes Zahnwachstum und die Zahn- pflege, sondern auch eine Vielzahl von Zahnbehandlungen. Neben der großzügi- gen Anzahl an Schaubildern und Fotos, die den Textteil begleiten, gibt es jede Menge interessante Zusatzinformationen in altbe- kannten Merkkästen.
Dazu gehören kleine alltägliche Tipps für beispielsweise den richtigen Einkauf von Zahnpasta oder auch interessante Vorschläge von diversen Internetseiten. In den einzelnen Kapiteln werden die Schlüsselbegriffe des Textes hervorgehoben bzw. die Schlüsselinformationen noch einmal kurz und prägnant zusammengefasst. Im Anschluss an diesen biologischmedizinischen Teil des Buches folgen Ausführungen zu den entsprechenden Kosten
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und Kassenleistungen, sowie zu den Rechten der Patienten. Hierzu werden die Fakten verständlich erläutert und belegt. Gleichzeitig werden sie anhand einer Reihe von Fallbeispielen verdeutlicht. Die Patienten können so ihre Kosten leichter überprüfen und gegebenenfalls optimieren. Dieses Buch eignet sich daher nicht nur zur privaten Weiterbildung im Bereich der Zahngesundheit, sondern auch für alle diejenigen, die ihre Versicherung durch Zusätze verändern möchten oder sich erstmals selbst versichern. Es sollte bewusst sein, dass es sich um ein Buch handelt, welches sich auf Grund der Fachbegriffe und inhaltlichen Details für Erwachsene eignet, nicht aber für Kinder. Auszugsweise können dennoch Lehrkräfte gut und gerne den Unterricht der höheren Mittelstufe oder Oberstufe mit Text- und Bildmaterial des Zahn- und Zahnhygieneteils bereichern. Obwohl es sich nicht um ein explizit für die Schule aufbereitetes Buch handelt, ist es didaktisch und inhaltlich sehr ausführlich und logisch aufgebaut. Die verwendeten Materialien sollten dennoch besprochen und gemeinsam reflektiert werden, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.
3.1.4 Lucas und Shiva, Im Land der weichen Bürsten
Bei diesem Medium handelt es sich um eine 2001 erschienene Kassette für Kleinkinder ab drei Jahren, welche an das
eigenverantwortliche Zähneputzen herangeführt werden. Der kleine Junge Lucas trifft in seinen Sommerferien auf das Mädchen Shiva, als diese auf einem Schwamm reitet. Lucas, der zunächst einige Bedenken hat und etwas ängstlich erscheint, lässt sich von seiner Neugier übermannen und folgt der draufgängerischen Shiva heimlich ins Land der weichen Bürsten. Hier lernen sich die beiden näher kennen als der raue Räuber Ratzefatz
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Shivas goldenen Glückszahn stiehlt. Die schlagfertige Shiva akzeptiert keine Ausrede und überzeugt ihren neuen Freund, mit in das Rasierklingenschloss des Räubers zu kommen, der sich dort von traurigen Bürsten weichbürsten lässt. Dort angekommen überlisten sie mit Hilfe der gefangenen Bürsten Ratzefatz und entfliehen gemeinsam mit ihnen und Shivas Glücksbringer. Räuber Ratzefatz versinkt buchstäblich im Boden, die Bürsten sind gerettet und Lucas kehrt als mutiger, abenteuerlustiger Junge mit Shiva in die Realität zurück, wo sie sich als neue Freunde für ihr nächstes Abenteuer verabreden.
Die ganze Geschichte ist in 3:30 Minuten Sequenzen unterteilt. Während der einzelnen Sequenzen sollen die Zuhörer ihre Zähne eigenständig putzen. Hierbei sollen die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten darauf achten, dass beide Zahnbögen gleichermaßen gereinigt und keine Zähne über die spannende Geschichte vergessen werden. Die Sequenzdauer ist völlig ausreichend und entspricht der von Zahnärzten empfohlenen Putzdauer. Insgesamt enthält die Kassette 14 Sequenzen, die durch eine kurze Melodie und die Worte "Für heute ist Schluss. Wenn ihr wissen wollt, wie es weiter geht, dann bis Morgen" (FICKEL, WERNICKE 2001) getrennt sind. Der Übergang von Sequenz zu Sequenz ist mit einer kurzen Wiederholung gestaltet, sodass es nicht schwer fallen sollte, den Anschluss zu finden. Schade ist jedoch, dass die Kassette für das abendliche Putzritual ausgelegt ist, da es zwischen den Sequenzen bis Morgen heißt. Selbstverständlich kann über den inhaltlichen faux pas hinweggesehen werden, wenn die Kinder schon morgens mit der Fortsetzung ihre Zahnhygiene beginnen wollen. Es handelt sich bei dieser Kassette um die erste von insgesamt dreien. Weiterhin sind von Lucas und Shiva erschienen: Beim gefährlichen Strom und Die Insel der leeren Tuben. Jede der Episoden bietet Vergleiche zur Realität. Bei dieser Geschichte sind dies z.B. die Wiesen aus Zahnbürsten, ein rußiger Kamin wie ein Loch im Zahn und der goldene Glückszahn als ausgefallener Milchzahn. So ist der direkte Bezug spielerisch hergestellt und mit phantastischen Elementen verknüpft, wobei die Kinder Freude am Zähneputzen empfinden. Die Kassette bietet vereinzelt Informationen zu den Folgen von schlechter Zahnhygiene, wie beispielsweise Schmutz durch alte defekte Zahnbürsten oder Löcher in Zähnen, jedoch dient sie nicht zur vollständigen Aufklärung. Dies lässt sich ebenfalls dadurch erklären, dass die Zielgruppe Kleinkinder ab drei Jahren sind. Primär soll die
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Kassette zur Zahnhygiene motivieren und die Putzdauer spannend gestalten; diesen Anspruch erfüllt sie ohne Zweifel. Die Kassette ist daher für Eltern und Kinder eine Bereicherung, was die Animation für die tägliche Zahnreinigung anbelangt.
3.1.5 Es war einmal das Leben ...
Es war einmal das Leben ...
ist eine Fernsehserie für acht bis 13-jährige Kinder basierend auf der französischen Vorlage (Il était une fois la vie ...) von Albert Barillé. Diese Reihe erklärt mittels prototypischer Zeichentrickfiguren den menschlichen Körper. Die insgesamt 26 Epi-
haben den Anspruch, Wissen leicht und verständlich mit viel Humor zu vermitteln. Passend zu dem hier behandelten Thema gibt es eine Episode zu Zähnen und Zahnpflege, names Es war einmal das Leben ... Er hat überhaupt nicht gebohrt! - Der Mund und die Zähne.
In dieser 25-minütigen Sendung geht es um ein Geschwisterpaar, Pierrot und Pierette, welche nach dem ausgiebigen Herumtoben etwas Essen möchten. Nach dem obligatorischen Händewaschen verzehren sie Sandwiches, Milch und Kuchen. Während das Sandwich verzehrt wird, werden die einzelnen Zahntypen erklärt, indem der Kauvorgang aus dem Blickwinkel des Rachens gezeigt wird. Hierbei wird darauf geachtet, dass die gleichnamigen Zähne jeweils bei ihrer Erläuterung aufblinken und dem Zuschauer somit eine genaue Zuordnung möglich ist. Zusatzinformationen, für den Verdauungsbeginn im Mund mit leicht desinfizierendem Speichel und Geschmacksknospen auf der Zunge werden an passender Stelle gut erklärt. Die Nahrungsbestandteile werden durch eindeutige Symbole, wie z.B. Zuckersäcke oder Fetttröpfchen dargestellt, ebenso wie die Geschmacksknospen der Zunge. Die Nervenzellen für die Geschmacksbestimmung werden ähnlich einer Küche dargestellt.
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Es gibt für jede der vier Geschmacksrichtungen eine eigene Küche, die über die Nervenbahnen dem Gehirn mitteilen, wie hoch der Anteil an süßer, sauerer, bitterer und salziger Nahrung ist und dort dann das vollständige Geschmackserlebnis zusammengesetzt wird. Bevor die Kinder nun den süßen Kuchen der Mutter essen, trinken sie Milch, die gut für den Zahnschmelz ist, der die härteste Substanz des Körpers ist. Schön ist an dieser Stelle zwar der Vergleich zu dem wertvollen und sehr stabilen Elfenbein eines Elefanten, schade jedoch, dass die Mineralien für gesunde Zähne, die in der Milch enthalten sind, nicht erwähnt werden. An sich ist diese Überleitung von detaillierten Aufnahmen des Gebisses und der Zunge gut gewählt, denn es schlägt den Bogen zurück zur Nahrungsaufnahme. Als Pierrot und Pierette genüsslich den Kuchen verzehren, werden Bakterien im Mund gezeigt, die ausschließlich Zucker zu sich nehmen, somit immer stärker werden, sich vermehren und mit Hacke, Meißel und Presslufthammer die Zähne beschädigen wollen. Als die beiden Kinder, auf Drängen der Mutter, die Zähne putzen, werden die Bakterien von den Zähnen hinuntergeworfen und verlieren all ihre Stärke und ihren Zuckervorrat. In den nächsten Tagen essen der Junge und das Mädchen während des Spielens jede Menge Bonbons und Pierette merkt langsam, dass ihr ein Zahn Schmerzen bereitet. Die Bakterien in Pierettes Mund werden gezeigt, wie sie sich vermehren, den Backenzahn verletzen und sich in dem Loch einen dunklen dreckigen Unterschlupf aufbauen, da das Zähneputzen vergessen wurde. Nach einigen Tagen sind die Schmerzen des kleinen Mädchens so groß, dass sie mit ihrer Mutter zum Zahnarzt gehen muss. Der sympathische Zahnarzt, dargestellt durch Maestro, einen weißbärtigen Mann, schaut sich das Loch im Zahn genau an und erklärt Mutter und Tochter, dass das Loch erst gereinigt werden muss, bevor es geflickt werden kann, da es sonst zu einer Entzündung kommt. An dieser Stelle wird ein Querschnitt des Backenzahns gezeigt, in dem die Bakterien durch das Loch zu den Nerven gelangen und Schmerzen verursachen, bis sie weiter zu den Blutgefäßen durchdringen. Hier mischen sie sich unter die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff auf ihrem Rücken transportieren. Doch bevor sie weiteren Unfug anrichten können, schaltet das Immunsystem die Körperpolizei, die Lymphozyten, ein. Die Bakterien werden rechtzeitig vernichtet, sodass es nicht zu einer eitrigen Infektion kommt. Nach diesem weiteren Einblick kehrt das Bild zurück in die Arztpraxis, in der Pierette er-
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fährt, wie wichtig es ist, nach jeder Mahlzeit die Zähne zu reinigen, damit diese ihr Leben lang gesund bleiben. Im Anschluss daran springt sie freudig vom Behandlungsstuhl und macht sich auf den Heimweg, was gleichzeitig das Ende des Films beschreibt.
Insgesamt ist die Episode durch ihre vielen Vergleiche und Personifizierungen der Körperbestandteile leicht verständlich und interessant gestaltet. Einziges Manko sind einige Begrifflichkeiten wie Streptokokken oder Infektion, die in ihrer Erklärung etwas zu kurz kommen. Jedoch können selbst diese durch das gute Zusammenspiel von Bildfolge und Erklärungen leicht erschlossen werden oder durch kurzes Nachfragen bei Eltern, Freunden oder Erziehungsberechtigten geklärt werden. Dieser Film eignet sich auch als Unterrichtsmaterial in der Schule. Wenn er zu Beginn der Unterrichtsreihe gezeigt wird, kann er Stück für Stück aufbereitet und besprochen werden, sodass die Aufgaben in Schulbüchern und auf Arbeitsblättern eng mit dem Film verknüpft sind und gut zu bearbeiten sein sollten. Wird der Film am Ende einer Unterrichtsreihe gezeigt, so kann er als Abschluss dienen, der das neu erlernte Wissen nochmals bündelt und im Anschluss daran in der Klassengemeinschaft in einem Abschlussgespräch zusammengefasst und gesichert wird.
3.2 Zahngesundheit in der Schule
Im Folgenden werden Schulmaterialien für das Bundesland Rheinland-Pfalz ausgewählt. Da der Fokus dieser Examensarbeit auf der Orientierungsstufe bzw. auf den Realschulklassen fünf und sechs liegt, werden auch hier schwerpunktmäßig Schulbücher für die fünfte und sechste Klassenstufe bzw. die Mittelstufe der Realschule untersucht. Dennoch werden im Vergleich dazu auch einige andere Schulmaterialien vorgestellt. Nur so kann beurteilt werden, ob das Thema 'Zahngesundheit' in der Orientierungsstufe mittels der handelsüblichen Materialien ausreichend behandelt werden kann. Alle Materialien dieses Kapitels wurden exemplarisch ausgewählt. Die meisten Schulbücher sind für mehrere Jahre ausgelegt und werden daher in dieser Arbeit lediglich im Bereich der Zahngesundheit analysiert. Die einzelnen Lehrmaterialien werden auf inhaltliche Unterschiede, Struktur, Arbeitsaufträge, sowie hinsichtlich der Bildmaterialien betrachtet. Kleinere Abschnitte oder Bildmaterialien werden im Verlauf des Textes präsentiert, hingegen einzelne Buchkapitel
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für die Orientierungsstufe 8 dem Anhang beigefügt und ganze Bücher lediglich durch ihr Titelbild dargestellt, um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen.
3.2.1 Bücherwurm, Mein Sachbuch 1
Bei diesem Material handelt es sich um eine Lehrerausgabe für den Sachkundeunterricht, die in Rheinland-Pfalz derzeit auch verwendet wird. Um den Kindern sinnvolles Zähneputzen erklären zu können, werden Alltagsgegenstände, wie einen Kamm und eine Zahnbürste benötigt. Der Kamm wird mit Wollfäden so präpariert, dass die Kinder diese mit der Bürste wieder entfernen können. Hierbei wird das menschliche Gebiss nach der Nahrungsaufnahme simuliert.
Nach einer solch praktischen Erfahrung sollte es den Erstklässlern leicht fallen, die richtige Putzanleitung, bestehend aus Schemazeichnungen des Mundes und einer gemalten Handzahnbürste, zu verstehen. Die richtigen Putzbewegungen werden in drei Schritten aufgezeigt, wobei zusätzlich die Richtung mit Pfeilen angegeben wird. Die Kinder sollen in kreisenden Bewegungen zuerst die Außenflächen reinigen, daraufhin in Auf- und Abwärtsbewegungen die Innenseiten und zum Schluss folgen die Kauflächen. Grundsätzlich sind die dargestellten Abläufe nicht falsch, jedoch in ihrer Aneinanderreihung nicht den Empfehlungen vieler Zahnärzte entsprechend. Sinnvoller wäre es zuerst die Kauflächen zu reinigen, sodass die engen Spalten nicht mehr mit Nahrungspartikeln versiegelt sind. Anschließend sollten die Außenflächen geputzt werden, sodass Zahnbelag und Nahrungsreste der Backentaschen auf den Zungengrund verlagert werden. Als Letztes sollen die Innenseiten gereinigt werden. Nach beendetem Putzvorgang können so die Fremdkörper leicht mit Wasser ausgespült werden.
8 Hierbei handelt es sich um die Kapitel 3.2.3 bis einschließlich 3.2.6 dieser Examensarbeit,
welche dem Anhang unter M1 bis M4 beigefügt sind.
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Der Zahnwechsel wird den Schulanfängern durch eine weitere Bildergeschichte nahe gelegt. Es soll nicht der genaue Gebissaufbau mit Zahntypen und Zahnformel vermittelt werden, vielmehr
steht hier die Wichtigkeit der Wertschätzung der eigenen Zähne im Vordergrund. Die Kinder sollen lernen, dass 'Zähne nur zweimal wachsen' und
daher ganz besonders auf sie Acht gegeben werden muss.
Raue Mengen an Süßem, zu harte Nahrung, wie Nüsse mit harter Schale sowie Unfälle mit Stürzen oder Schläge ins Gesicht sind daher schädlich. Dass, während dem Zahnwechsel die wackelnden Milchzähne durchaus nicht immer vom Zahnarzt gezogen werden müssen, sondern ganz natürlich z.B. beim Essen eines Apfels ausfallen können wird wiederum mittels zweier Bilderreihen vermittelt. So können die Kinder leicht nachvollziehen, dass der neue Zahn den Milchzahn regelrecht verdrängt.
Als letzter Bereich werden die Aufgaben der Zähne verdeutlicht. Backenzähne werden mit aneinander reibenden Steinen erläutert, ähnlich wie früher Mehl gemahlen wurde. Die Schneidezähne werden von der Schere abgeleitet und ihnen wird somit die Aufgabe etwas abzutrennen zugeschrieben. Die Eckzähne hingegen werden zwar korrekt benannt, jedoch wird die Aufgabe etwas festzuhalten nicht erklärt. Diese ließen sich mit den Zacken einer Gabel, die das Essen festhalten, vergleichen. Insgesamt ist dieses Grundschulmaterial übersichtlich gestaltet und altersgerecht aufbereitet, obwohl einige kleine inhaltliche Details fehlen oder nicht ganz optimal dargestellt werden. Dies bedeutet einerseits, dass die Bildergeschichten an sich, gut verwendet werden können und den Unterrichtsgegenstand in logischer Reihenfolge abarbeiten.
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Andererseits sind die Arbeitsaufträge, wenn überhaupt vorhanden, sehr offen gestellt und nicht in einen didaktischen Kommentar mit konkreten Umsetzungsmöglichkeiten sowie verschiedenen Zielsetzungen eingebettet.
Dies erschwert der Lehrkraft die Einarbeitung in die Thematik. Den Eltern und Erziehungsberechtigten ist es so fast unmöglich ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen oder den Unterrichtsstoff zu üben, da sie die Arbeitsaufträge nicht nachlesen können und sich auf die Erinnerung ihrer Kinder verlassen müssen. Aus eigener Erfahrung und Gesprächen mit Lehrerkollegen von Grundschulen kann diesbezüglich festgehalten werden, dass zumeist die Lehrer einige Sachbücher verschiedener Verlage und Klassenstufen 9 besitzen. Dort heraus schöpfen sie ihr Unterrichtsrepertoire und stellen die jeweiligen Arbeitsblätter zusammen. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Schüler die dazugehörigen Arbeitshefte nicht kaufen, sondern die individuellen Arbeitsblätter kopiert bekommen und in ihren Schnellhefter für Sachkunde einordnen. Daher gibt es oft eine Klassenkasse, in die die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten der Kinder einen ausreichenden Betrag einzahlen. Generell ist zu sagen, dass die Sachkundebücher und Arbeitshefte für ein Schuljahr ausgelegt sind und daher nicht nur Themen der Gesundheitserziehung
9 Andere Sachkundebücher und Arbeitshefte gibt es beispielsweise aus der Reihe 'Pusteblume':
Pusteblume, Das Sachbuch 1, KRAFT, POMMERENING 2006
Pusteblume, Das Sachbuch 2, POMMERENING, RITTER 1994
Pusteblume, Das Arbeitsheft 2, FISCHER, POMMERENING, RITTER 1996
Weiterhin gibt es eine Schulbuchserie für den 'Sachkundeunterricht mit Nilo':
Sachunterricht mit Nilo 1, KAMIN, SCHLEGEL, STANGE 1997
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Inga Göbel, 2008, Evaluation ausgewählter Unterrichts- und Präventionsmaterialien zur Gesundheitserziehung im Bereich Zahnkunde und -pflege, München, GRIN Verlag GmbH
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