1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis 2
2 Vorwort 3
3 Das Konzept der Medienpädagogik 4
3.1 Definitorische Annäherung 4
3.2 Verschiedene Richtungen und Ansätze der Medienpädagogik 5
4 Der Begriff der „Kompetenz“ 7
5 Die Rolle und Bedeutung der Medienkompetenz im Bezug auf das
Kompetenzprofil des Lehrers 8
5.1 Das Kompetenzprofil des Lehrers 8
5.2 Medien in der Schule - die Medienkompetenz des Lehrers und die daraus resultierende
Rolle und Bedeutung im Schulalltag 9
5.3 Auswirkungen der Medienkompetenz auf die Ausbildung und Fortbildung von Lehrern
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6 Fazit 17
7 Quellenverzeichnis 18
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2 Vorwort
Kinder und Jugendliche im 21. Jahrhundert wachsen in einer Lebenswelt auf, welche „intensiv mit technischen Geräten und Medien ausgestattet ist“ (Hurrelmann, Klaus 2002: 254). Täglich werden sie mit den verschiedensten Formen von Massenmedien, wie zum Beispiel dem Computer oder dem Fernseher, konfrontiert, so dass es nicht verwunderlich ist, dass Medien im Sozialisations-, Erziehungs- und Bildungsprozess junger Menschen eine immer bedeutendere Rolle spielen.
Die Integration der Neuen Medien in den Schulalltag bietet jedoch einige Probleme, da viele Lehrer in ihrer Ausbildung nicht auf einen mediengestützten Unterricht vorbereitet werden. So hat die Medienpädagogik derzeit in Lehramtsstudiengängen einen nur geringen Stellenwert, mit durchschnittlich weit weniger als zwei Semesterwochenstunden (vgl. Blömeke, Sigrid 2000: 14 ff.). Dieter Baacke beschreibt die medienpädagogische Situation an deutschen Hochschulen wie folgt: „ Lehrer werden auf diese Weise nicht befähigt, mit Kindern und Jugendlichen im Unterricht angemessen umzugehen, die als ‚Medienkinder‛ und ‚Medienjugendliche‛ aufwachsen“ (Baacke, Dieter 1995: 3). Die daraus resultierenden Forderungen an die Lehrerausbildung sind beispielsweise ein umfangreicheres Angebot an medienpädagogischen Veranstaltungen oder sogar ein informationstechnischer Pflichtbereich. So lässt sich zusammenfassen, dass die Medienkompetenz und die Medienpädagogik systematisch in die Ausbildung von Lehrern integriert werden müssen.
In der nun folgenden Arbeit soll die Rolle und die Bedeutung der Medienkompetenz im Bezug auf das gesamte Kompetenzprofil eines Lehrers näher beleuchtet und die damit entstehenden Auswirkungen auf die Lehramtsausbildung näher betrachtet werden. Hierzu soll zunächst die Medienpädagogik definiert und die verschiedenen medienpädagogischen Richtungen aufgezeigt werden. Danach soll der Kompetenzbegriff näher betrachtet werden. Im Anschluss daran wird die Medienkompetenz im Bezug auf das Kompetenzprofil des Lehrers thematisiert. Hierbei soll zum einen das Kompetenzprofil eines Lehrers untersucht und zum anderen die Medienkompetenz eines Lehrers genauer betrachtet werden, wie bereits weiter oben erwähnt wurde. Abschließend soll ein zusammenfassendes Fazit gezogen werden.
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Unter dem Begriff „Medienpädagogik“ werden nach Hans-Jürgen von Wensierski im Allgemeinen „alle pädagogischen Beschäftigungen mit Medien in Theorie und Praxis“ verstanden. Die Medienpädagogik kann in vier Unterkategorien aufgegliedert werden, nämlich der Mediendidaktik, der Medienerziehung, der Medienkunde, sowie der Medienforschung, „die ihr Augenmerk dabei auf medienrelevante Bildungs- und Sozialisationsprozesse, sowie auf die Lern- und Handlungsmöglichkeiten [richten], die sich insbesondere für Kinder und Jugendliche im zunehmend mediatisierten Alltag erschließen lassen“ (von Wensierski, Hans-Jürgen von 1995: 160).
Auf der einen Seite befasst sich die Medienpädagogik mit der Rolle und der Bedeutung moderner technischer Massenmedien. Anderseits geht es auch um Kommunikations- und Interaktionsprozesse, die durch Medien vermittelt werden. In diesem Kontext sollen allgemeine „ Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Systemen und Prozessen technisch vermittelter Information und Kommunikation“ (Swoboda, Wolfgang H. 1994: 12) für jeden Menschen verfügbar und im Rahmen der Medienpädagogik vermittelt werden. Dieses Verständnis wird im Rahmen einer allgemeinen Definition von Dieter Baacke erweitert und ist auch heutzutage noch prägend für den Begriff der Medienpädagogik (vgl ebd.: 13). So versteht er unter der Medienpädagogik „alle sozialpädagogischen, sozialpolitischen und sozialkulturellen […] Angebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen, die ihre kulturellen Interessen und Entfaltungsmöglichkeiten, ihre Wachstums- und Entwicklungschancen in Beruf, Freizeit und Familienleben, sowie ihre politischen Ausdrucks- und Partizipationsmöglichkeiten betreffen“ (Baacke, Dieter; Kübler, Hans-Dieter 1991: 20). Die umfassende Zielsetzung der Medienpädagogik lässt sich unter dem Begriff der Medienkompetenz zusammenfassen. Dieser Begriff soll hingegen erst in Kapitel 5.2 genau erläutert werden und auf das Handlungsrepertoire des Lehrers bezogen werden. Abschließend muss jedoch noch angemerkt werden, dass die Medienpädagogik, als wissenschaftliche Subdisziplin der Pädagogik wenig etabliert ist, und dass noch keine umfassende und allgemein gültige Theoriebildung über das Handlungsfeld existiert. Außerdem befindet sie sich weder eindeutig in einem Institutionalisierungs- noch in einem erkennbaren Professionalisierungsprozess. Als mögliche Ursache dafür, dass es noch keine fest umrissenen Konturen für die medienpädagogische Forschung und Lehre gibt, ist unter anderem das Fehlen von fachspezifischen Traditionen und expliziten Fragestellungen zu nennen. Als Letztes muss
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darauf verwiesen werden, dass viele gesellschaftspolitische und medienpädagogische Richtungen und Perspektiven teilweise nebeneinander existieren. Da deren Ansätze jedoch häufig widersprüchlich sind, wird eine Theoriebildung zunehmend erschwert und zudem gibt es kein allgemein gültiges Verständnis von der Medienpädagogik (vgl. Swoboda, Wolfgang H. 1994: 11).
3.2 Verschiedene Richtungen und Ansätze der Medienpädagogik
Einhergehen mit den Anfängen der Medienpädagogik etwa ab der Wende zum 20. Jahrhundert und dem damit zeitlich verbundenen Aufkommen des neuen Mediums „Film“, haben sich verschiedene Ansätze der Medienpädagogik herausdifferenziert (vgl. Hoffmann, Bernward 2003: 23). Einerseits sind sie als Reaktion auf bestimmte politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Entwicklungen entstanden. Zum anderen bildeten sie sich im Zusammenhang mit der Entstehung anderer technischer Innovationen aus, wie zum Beispiel im Bereich der Kommunikations- und Informationstechnologien.
Abhängig davon, wie differenziert man die verschiedenen Ansätze der Medienpädagogik voneinander abgrenzt, lassen sich diese systematisch nach bestimmten Schwerpunkten gliedern.
Nach einem eher „weit“ gefassten Verständnis, wie zum Beispiel bei Bernd Schorb, werden insgesamt drei verschiedene Richtungen voneinander unterschieden (vgl. Schorb, Bernd 1998: 7).
Die normative Medienpädagogik ist etwa um die Wende zum 20. Jahrhundert entstanden. Sie ist, historisch gesehen, die erste konzeptionelle Variante der Medienpädagogik und verfolgt einen bewahrpädagogischen, jugendschützerischen Ansatz. In der Literatur ist ihre Beschreibung sehr einheitlich, obwohl sie häufig unter anderen Namen, wie zum Beispiel „Bewahrpädagogik“ (von Wensierski, Hans-Jürgen von 1995: 161) zu finden ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Inhalte der Massenmedien „einen bildenden Einfluss auf das Denken und Handeln heranwachsender Menschen“ (Schorb, Bernd 1998: 12) nehmen. Demnach müssen Medien von außen kontrolliert werden und es ist erforderlich, dass Jugendliche beispielsweise durch die Zensur von Filmen vor negativen Inhalten, wie Gewalt oder Sexualität, geschützt werden. Jede Form technischen Wandels in der Gesellschaft wird nicht als innovativ bewertet, sondern in erster Linie kulturpessimistisch interpretiert (vgl. von Wensierski, Hans-Jürgen von 1995: 161; Sacher, Werner 2000: 66 f.).
Im Kontext der funktionalen Medienpädagogik werden Medien, zum Beispiel Filme als Mittler von gewünschten Inhalten und Wissen angesehen und als Unterrichtsmittel in der Schule
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eingesetzt (vgl. Schorb, Bernd 1998: 14). Auf Grund der rasanten technischen Entwicklung entstehen ständig neue Medien. Ein Beispiel dafür sind verschiedene Lernsoftwares, die sich den individuellen Lernschritten der Schüler anpassen. Sie eigenen sich dazu, Wissen spielerisch zu vermitteln und stellen zum Teil eine Form von „Edutainment“ (ebd.: 15) dar. Die dritte medienpädagogische Richtung ist der so genannte reflexiv-praktische Ansatz. Demnach sollte jeder Mensch im aktiven Umgang mit Medien geschult werden, um sie für eigene Zwecke und Ziele nutzen zu können (vgl. ebd.: 16). Im Mittelpunkt steht demnach ein aktiver Mediennutzer, der die Inhalte der Medien kritisch reflektiert. Er ist zudem in der Lage, Medienangebote bewusst zu selektieren und sie für das selbstständige Lernen einzusetzen. Hans-Jürgen von Wensierski hingegen verweist zusätzlich auf ein Konzept welches an diesen Ansatz verknüpft. Es stehen dabei die Medienanalyse und -kritik im Vordergrund und Medien werden nicht als bloße Vermittler von Informationen angesehen. Im Sinne der hand-lungsorientierten Medienpädagogik wird der Mensch nicht in erster Linie nur als Rezipient angesehen, sondern auch als Produzent und Gestalter von Medien, der sich aktiv und kognitiv mit seiner sozialen, mediatisierten Lebenswelt auseinandersetzt (vgl. von Wensierski, Hans-Jürgen 1995: 162).
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Arbeit zitieren:
Patrick Gräbner, 2006, Die Rolle und Bedeutung der Medienkompetenz im Bezug auf das Kompetenzprofil des Lehrers und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Ausbildung und Fortbildung von Lehrern, München, GRIN Verlag GmbH
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